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Landschaft von Ostfriesland
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Neuigkeiten aus der Landschaftsbibliothek

Vortrag am 25. Februar 2019: Geschichte des Friedhofs

Dr. Paul Weßels

Am 25. Februar 2019 findet der fünfte Vortrag der Landschaftsbibliothek Aurich und des Niedersächsischen Landesarchivs -Standort Aurich- im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Landeskundliche Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands" in diesem Winterhalbjahr statt:

 

Dr. Paul Weßels (Aurich): "In Communion gebrauchte Grabstetten" - Zur Geschichte des christlichen Kirchhofs und des Friedhofs in Ostfriesland

 

Christliche Kirchhöfe gibt es in Ostfriesland erst seit dem späten Frühmittelalter. Die ältesten archäologischen Funde an der Großen Kirche in Emden lassen sich etwa auf die Mitte des 10. Jahrhunderts datieren. Das Wissen über Aussehen und Bestattungen des mittelalterlichen Kirchhofs in Ostfriesland basiert auf den Ergebnissen archäologischer Untersuchungen. Rückschlüsse zur Organisation des Kirchhofs als Besitz der stimmberechtigten Interessenten der Gemeinde und als Ort zur Regelung kirchlicher und gemeindlicher Verwaltungs- und Rechtsangelegenheiten lassen sich aus frühneuzeitlichen Quellen ziehen. Der Vortrag beantwortet die Fragen, wie die Reformation sich auf die Friedhofsorganisation auswirkte, wie man in den nachfolgenden Jahrhunderten bei steigenden Bevölkerungszahlen mit dem Belegungsdruck auf die Kirchhöfe umging und wie der Kirchhof im 19. Jahrhundert neu organisiert und vielerorten zum "Friedhof" wurde. Mit der erfolgreichen Reglementierung ergab sich ein radikaler Wechsel im Bild des Kirch- und Friedhofs in Ostfriesland, der sich bis in die jüngste Zeit auswirkte. Auf aktuelle Entwicklungen wie die zunehmende Säkularisierung mit der Rückkehr der Brandbestattung und die fortschreitende Entwertung der Kirch- und Friedhöfe geht der Vortrag am Ende nur kurz ein. (Details ...)

 

Der Vortrag findet dieses Mal abweichend im Ständesaal statt, beginnt aber wie üblich um 19.30 Uhr und kostet EUR 4,00 Eintritt. 

  

Buch des Monats Januar

Räterepublik oder parlamentarische Demokratie?

Allgemeiner Reichskongress der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands
vom 16. bis 21. Dezember 1918, Berlin 1919

"Die Zeit war eben da, es ging nicht mehr so weiter, das alte System hatte abgewirtschaftet und mußte Neuem Platz machen." So beschreibt Robert Leinert die Novemberrevolution 1918 schon Ende Januar 1919. Die gerade erst erfolgte Abdankung des Kaisers war schon Geschichte, jetzt ging es darum, wie der neue Staat aussehen sollte. Leinert war der Vorsitzende des Allgemeinen Reichskongresses der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands, der vom 16. bis 21. Dezember 1919 im preußischen Abgeordnetenhaus in Berlin tagte. Das Zitat entstammt dem stenographischen Bericht der Verhandlungen des Kongresses, den der Zentralrat der sozialistischen Republik Deutschlands anschließend im Februar 1919 im Selbstverlag herausgab. Diesen schmalen, in nüchternem Braun gehaltenen Band stellt die Landschaftsbibliothek als Buch des Monats vor. Das etwas über DIN A4-Format hinausreichende, im Admiralstab der Marine erstellte Buch weist durch seine Machart und sein Druckbild aus, dass der Zweck der Dokumentation im Vordergrund stand, Gestaltung und Druckqualität dagegen zweitrangig waren. Formal passt es sich der Form eines parlamentarischen Protokolls an. Neben Rednerverzeichnis, Sachregister Anlagen und Teilnehmerverzeichnis werden auf insgesamt 216 Seiten vor allem die mitstenographierten Inhalte mit drei Schwerpunkten wiedergegeben: Nationalversammlung oder Räteverfassung, Wahl eines Zentralrats der Republik, Sozialisierung des Wirtschaftslebens. Das Buch wurde der Landschaftsbibliothek zum Anlass des 100. Jahrestages der Novemberrevolution als Geschenk vermacht und stammt ursprünglich aus dem Besitz eines alten SPD-Genossen aus Hannover. (Details ...)

  

Buch des Monats Februar

"Die Briefe der Finsterlinge"

Eine Parodie auf scholastische Gelehrsamkeit aus vorreformatorischer Zeit

Am Vorabend der Reformation waren weite Teile der gelehrten Welt im Widerstreit zwischen den traditionellen Denkweisen der spätscholastisch geprägten Universitäten und der Kirche einerseits und den neuen Gedankenwelten der Humanisten andererseits gefangen. So standen um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert nicht nur die Kirche, sondern auch das universitäre Bildungssystem und das herrschende Weltbild vor gewaltigen Umbrüchen.

 

Die Landschaftsbibliothek Aurich verfügt in ihrem Bestand über drei historische Ausgaben der "Epistolae obscurorum virorum". Diese anonym veröffentlichten "Dunkelmännerbriefe", die seinerzeit überaus populär waren und als Beitrag zur Weltliteratur gelten, wurden zuerst 1515 und 1517 in zwei Teilen vermutlich in Mainz gedruckt. Die älteste Ausgabe in der Landschaftsbibliothek aus dem Depositum des Auricher Ulricianums wurde 1624 in einer Mainzer oder Frankfurter Druckerei hergestellt, die zweite aus dem Bestand des ersten preußischen Regierungspräsidenten von Derschau (1714 – 1799) 1757 ebenfalls in Frankfurt, die dritte entstammt dem Depositum des Ubbo Emmius-Gymnasiums Leer. In dieser kommentierten Ausgabe aus Leipzig, 1827 wird der lateinische Titel mit "Die Briefe der Finsterlinge" übersetzt. (Details ...)

  

Landeskundliche Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands

Die Landschaftsbibliothek Aurich und das Niedersächsische Landesarchiv - Standort Aurich - veranstalten im Herbst 2018 und im Frühjahr 2019 wieder eine gemeinsame wissenschaftliche Vortragsreihe. Die Vorträge finden im Landschaftsforum im Altbau der Ostfriesischen Landschaft, Georgswall 1, statt und beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

 

2018

24.09. Redmer Alma (Assen): Occa Johanna Ripperda (1619-1686) - Farmsum - Jennelt - Stockholm:  eine europäische Frau des 17. Jahrhunderts (Details ...)

29.10. Dr. Bernd Kappelhoff (Hamburg): Die Geburt eines modernen Museums aus einer chaotisch-vollen Sammlungsschau. Das Ostfriesische Landesmuseum Emden in der Frühzeit seiner Existenz (1927 bis 1937) (Details ...)

26.11. Isabel Schnieder (Oldenburg): Nichteheliche Lebensgemeinschaften – Partnerschaften im Spannungsfeld obrigkeitlicher Ansprüche und dörflichem Alltagsleben im frühneuzeitlichen Ostfriesland (Details ...)

 

2019

21.01. Jens Boye Volquartz (Kiel):
Friesentuche, Sklaven und Bernstein – Friesenhandel zwischen Nordsee und Oberrhein (Details ...)

25.02. Dr. Paul Weßels (Aurich):
"In Communion gebrauchte Grabstetten" - Zur Geschichte des christlichen Kirchhofs und des Friedhofs in Ostfriesland (Details folgen)

25.03. Dr. Tobias Weger (Oldenburg):
Heimatbewegung, Stammesdenken und regionale Identität. Die "gesamtfriesischen" Aktivitäten zwischen Nord- und Ostfriesland sowie der niederländischen Provinz Friesland/Fryslân zwischen beiden Weltkriegen (Details folgen)

 

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Archiv der Vorträge der vergangenen Jahre

  

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