Jennelt (2000)
FStNr. 2508/6:2, Gemeinde Krummhörn, Ldkr. Aurich

Mittelalterliche Warft (Wurt)

Die Dorfwarft Jennelt befindet sich am Nordrand der Sielmönker Bucht, die im Laufe des Mittelalters eingedeicht wurde. Daher hat die Gemarkung Jennelt im Südwesten einen guten Anteil an der jung aufgeschlickten, fruchtbaren Seemarsch, während die Dorfwarft im Nordosten der Gemarkung am Rande der alten Knick-Brackmarsch liegt, wo ein längst verlandeter Wasserlauf im Nordwesten an der Warft vorbei in die Sielmönker Bucht floss und heute noch in der Flurform als Wasserlauf erkennbar ist. In Anlehnung an diese Uferlage erstreckt sich die Dorfwarft in etwa 550 m Länge in südwest-nordöstlicher Richtung. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass diese Anlage in einem Zuge entstanden ist, so dass nach Augenschein und dem Verlauf der Höhenlinien die Dorfwarft in drei Bereiche geteilt werden kann. Dazu kommt die Kirchwarft als eigene Fundstelle.

 Sie ist scheinbar nachträglich aus dem Mittelteil der Warft herausgeschnitten und zusätzlich aufgeschüttet worden. Offensichtlicher ist diese nachträgliche Platzierung auf dem Mittelteil der Warft bei der Burgstelle (2508/6:44). Ihr Grundstück, mit einer Graft umschlossen, befindet sich direkt neben dem der Kirche in der Mitte der Warft, sie misst 70 mal 70 m.

 

Die Kanalisation, die im Jahre 2000 gebaut und archäologisch betreut wurde, erschloss hauptsächlich den südwestlichen und den nordöstlichen Teil der Dorfwarft und ermöglichte auch eine Profilaufnahme im ehemaligen Burgbereich. Aus den dabei gemachten Beobachtungen kann der vorläufige Schluss gezogen werden, dass die Dorfwarft Jennelt im Frühen Mittelalter am Ostufer eines Wasserlaufes, der zur Sielmönker Bucht floss, entstand. Das dazu gehörende Gräberfeld „Heidenkarkhoff” datiert den Beginn der Ansiedlung in das 7. Jahrhundert. Schon nach wenigen Siedlergenerationen noch im Frühmittelalter erreichte die Warft eine Auftragshöhe von 1,20 bis 1,50 m bei einer Gesamtlänge von 400 m. Im hohen und vor allem im späten Mittelalter wurde die Warft zur heutigen Größe ausgebaut. Kirche und Burg fanden in dieser Ausbauphase ihren Platz auf dem Mittelteil der Dorfwarft.

W. Schwarz

 

Fundchroniken Zeittafel Grabungen 2000