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Aurich (2001) FdStNr. 2510/3:56-13, Stadt Aurich, Ldkr. Aurich. Ausgrabungen im Marstall Aufgrund umfangreicher Sanierungsmaßnahmen im Marstall des Auricher Schlosskomplexes wurde eine dreiwöchige Sondage im Inneren des Gebäudes vorgenommen. Der 1588 errichtete und 1731/32 in barocker Form umgestaltete Bau ist das älteste erhaltene Gebäude im Schlossbezirk. Es besitzt an der Ostseite einen jüngeren Anbau, der nach fotografischen Quellen um das Jahr 1900 schon bestand. Nach Plänen des Burgbezirks um 1740 befand sich an dieser Stelle ein Teil des „Alten Amtshauses“. Im Rahmen der archäologischen Untersuchung konnten im Anbau erstmals Reste der Vorgängerbebauung in Form von Mauern bzw. Fundamenten, Bodenpflasterungen und einer Wasserleitung nachgewiesen werden (Abb. links oben). Die Außenmauern des Anbaus sind teilweise direkt auf die alten Fundamente gebaut worden, deren Zwischenraum über den Pflasterungen mit mehreren Sand- und Schuttschichten verfüllt worden ist, die neuzeitliches Fundmaterial beinhalteten. Es fanden sich u. a. Glasscherben, Schieferfragmente, Dachziegel, Tonpfeifenbruchstücke und Keramikfragmente, überwiegend glasierte Rotirdenwaren sowie der Rest einer grünglasierten Blattkachel mit figürlicher Darstellung. Bemerkenswert sind einige Applikationen aus hellem Ton: ein Widderkopf (Abb. 1a/b) und drei Fragmente eines so genannten Eierstabes (Abb. 2-4). Im westlich an den Anbau angrenzenden Raum, der zum ursprünglichen Marstallgebäude gehört, konnten keine Reste einer Vorgängerbebauung festgestellt werden. Ab +6,13 m NN lag unter mehreren aufgefüllten Sandschichten ein gut erkennbarer, bis zu 0,13 m starker Bauhorizont aus stark mit Ziegelbruch und Mörtel durchsetztem Sand. In einem Profil war die Pfostengrube eines Baugerüstes erkennbar. Unter dieser Bauschicht lagen mehrere Kleischichten, die bis auf den gewachsenen Boden (Geschiebelehm) hinabreichen, der jedoch nur durch Bohrungen in Tiefen von +3,81, +3,50 und +3,05 m NN erreicht werden konnte. Die Mächtigkeit der Kleilagen gibt einen Hinweis auf den Verlauf der „Aa“ oder des „Alten Fahnster Tiefs“, einer Verbindung zwischen Hafen und westlichem Stadtgraben, die bei der Anlage des Schlossbezirks verfüllt worden ist. Der einstige Verlauf ist durch Ramm (1995, 144, Abb. 8) im späteren Schlossbezirk u. a. unter dem Marstall rekonstruiert worden. Lit.: Ramm, H.: Die Anfänge von Aurich. In: H. van Lengen (Hrsg.), Collectanea Frisica. Beiträge zur historischen Landeskunde Ostfrieslands. Walter Deeters zum 65. Geburtstag. Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands 74. Aurich 1995, 101-162. Gramberg, K.: Aurich. Von C. B. Meyer bis auf unsere Tage. Norden 1992-1996. K. Niederhöfer
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