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Landschaft von Ostfriesland
Fundchronik 1980 |

Fundchronik 1980

 

Ostfriesische Fundchronik
Emder Jahrbuch Bd. 61, 1981

Zusammengestellt von Wolfgang Schwarz und Hans Schwarz 
mit Beiträgen von Axel Thiele und Ekkehard Wassermann

 

Abkürzungen:

Gem. = Gemeinde; TK 25 = Topographische Karte 1:25 000; gef. = gefunden; F = Finder; FM = Fundmelder; FV = Fundverbleib; B = Breite; D = Dicke; H = Höhe; L = Länge; Dm = Durchmesser; OL = Ostfriesische Landschaft; AL = Archäologische Landesaufnahme.

 

A. Ausgewählte Fundstellen

 

Landkreis Aurich

1. 2309/2: 1 Norderney, Gem. Norderney
TK 25  2309 Hage 
Gef. im Watt südlich von Norderney:
Glasierte und bemalte Rotirdenware des 15.-17. Jahrhunderts.
F, FM: Hugo und Willy Martens, Norderney 
FV: AL

 

2. 2310/8: 6 Arle, Gem. Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Geestkuppe an der Marschniederung; Oberflächenfunde:
Gefäßscherben der römischen Kaiserzeit und des Mittelalters; Scherben von mittelalterlichen Importgefäßen; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava; Reib-/ Klopfsteine aus Felsgestein; Schleif- bzw. Wetzstein; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

3. 231018: lZ Arle, Gem. Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Geestrücken an der Marschniederung; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter glasierte; Scherben von Importgefäßen, z. T. pingsdorfähnlich bemalt; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava; Reib-/Klopfstein aus Felsgestein; gebrannter Feuerstein; gebrannte Tonbrocken.
F, FM: Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

4. 231018: 17 Arle, Gem. Großheide
TK 25 23l0 Dornum 
Geestrücken an der Marschniederung; Oberflächenfunde:
Gefäßscherben der römischen Kaiserzeit; Schlackestück; gebrannter Feuerstein; kalzinierte Knochenstückchen.
F, FM: Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

5. 2310/8: 20 Arle, Gem Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Geestrücken; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben mit Rändern, Standring, Henkel, z. T. glasiert; Glasbruchstück; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

6. 2310/8: 22 Arle, Gem. Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Geestkuppe; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert; gebrannte Tonbrocken, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

7. 2310/8: 26 Arle, Gem. Großheide
TK 25 23l0 Dornum 
Geestrücken; hochliegender Acker, Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; gebrannte Tonbrocken; Feuersteinabschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

8. 2310/8: 33 Arle, Gem. Großheide
TK 25  2310 Dornum 
Geestkuppe; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert; gebrannte Tonbrocken; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Klopfstein aus Felsgestein; Feuersteinabschläge; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

9. 2310/8: 35 Arle, Gem. Großheide
TK25 2310 Dornum 
Geestkuppenrand an der Marschniederung; Oberflächenfunde:
Gefäßscherben der römischen Kaiserzeit und des Mittelalters, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; Reib- bzw. Klopfstein aus Felsgestein mit näpfchenartigen Vertiefungen; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

10. 2310/8: 38 Arle, Gem. Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Am Rand des Geestrückenrands zur Marschniederung; Oberflächenfunde:
Gefäßscherben der römischen Kaiserzeit und des Mittelalters, z. T. muschelgrusgemagert, Scherben von Importgefäßen; Schlackestück; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: .4L

 

11. 2310/8: 39 Arle, Gem. Großheide
TK 25 2310 Dornum
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Tongefäßscherben der römischen Kaiserzeit und des Mittelalters, darunter glasierte und muschelgrusgemagerte sowie Griffe und Füße; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Schaberbruchstück aus Feuerstein, Abschläge z. T. mit Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

12. 2310/9: 3 Schwittersum, Gem. Dornum
TK 25 2310 Dornum 
Überschlickte Geestkuppe; Oberflächenfunde:
Gefäßscherben der römischen Kaiserzeit, darunter verzierte; gebrannte Tonbrocken; gebranntes Feuerstein-Sichelbruchstück; Reib- bzw. Klopfsteine aus Felsgestein; Schlacke; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

13. 2410/1: 6-3-0 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 15 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Pfeilspitze aus Feuerstein, Schaber, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

14. 2410/2: 6 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Rückenmesser aus Feuerstein, Schaber, Klingenbruchstück, Kernsteinrest, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL und Finder

 

15. 2410/2: 9-2-0 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Schaber aus Feuerstein, Abschläge und gebrannter Feuerstein.
F, FM: Werner Kitz, Norden
FV; AL

 

16. 2410/2: 53-2-0  Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Schaber aus Feuerstein, Klingenbruchstück, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM; Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

17. 2410/2: 54-2-0  Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Rückenmesser und Spitze einer flächig retuschierten Pfeilspitze, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Gisela Kitz, Norden
FV: AL

 

18. 2410/2: 54-3-0  Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25 2410 Westerholt
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Schaber aus Feuerstein, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM. Gisela und Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

19. 2508/5: 18 Woquard, Gem. Krummhörn
TK 25 2508 Krummhörn 
Warf inmitten der verlandeten Sielmönker Bucht; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

20. 2508/5: 20 Pewsum, Gem. Krummhörn
TK 25 2508 Krummhörn 
Warf in der verlandeten Sielmönker Bucht; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, einige glasiert; gebrannte Tonbrocken; Schlittkufe aus Knochen; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

21. 2508/5: 29 Groothusen, Gem. Krummhörn
TK 25 2508 Krummhörn 
Warf am Rande der verlandeten Sielmönker Bucht; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben z. T. glasiert; Schlackestück; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AT

 

22. 2508/6: 6 Jennelt, Gem. Krummhörn
TK 25 2508 Krummhörn 
Warf; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, eine verziert, einige glasiert; gebrannte Tonbrocken, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

23. 2508/9: 16 Freepsum, Gem. Krummhörn
TK 25 2508 Krummhörn 
Warf am Rande der verlandeten Sielmönker Bucht; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

24. 2509/1: 1 Grimersum, Gem. Krummhörn
TK25 2509 Hinte 
Warf abgetragen 1878-1886; gef. bei Erschließungsarbeiten für Neubaugebiet:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte, Scherben von Importgefäßen und eine pingsdorfähnlich bemalte; Geweihsprosse mit bearbeiteter Spitze, L 7,0, Dm 2,0 cm; Metallstücke; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; gebrannte Tonbrocken; Knochenreste.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum; Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

25. 2509/4: 7 Uttum, Gem. Krummhörn
TK 25 2509 Hinte 
Warf, unbebaut; gef. bei Drainierungsarbeiten:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert, Ausgußtülle, Scherben von Importgefäßen, einige pingsdorfähnlich bemalt; gebrannte Tonbrocken; Knochenreste z. T. kalziniert, Zähne.
F, FM: Jann Uphoff, Kloster Miedelsum 
FV; Al.

 

26. 2509/6: 12 Wiegboldsbur, Gem. Südbrookmerland
TK 25 2509 Hinte 
Niederungsgebiet in der Victorburer Meede; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte,  Scherben von Importgefäßen; Eisenstück; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Rolf Meyerhoff, Georgsheil
FV: AL

 

27. 2509/8: 10-2-0 Loppersum, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Dorfwarf Loppersum; gef. bei Kanalisationsarbeiten in der Schloßstraße:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte, glasierte, Füße, Henkel, Böden, eine Importscherbe; gebrannte Tonbrocken; Eisenstücke; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava; Schlacke; Knochenreste, z. T. kalziniert.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

28. 2509/8: 10-3-0 Loppersum, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Dorfwarf Loppersum; gef. in der Kirchstraße bei Kanalisationsarbeiten:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte, Scherben von Importgefäßen; Knochenreste.
F, FM: Andrea Ringena, Loppersum
FV: AL

 

Stadt Emden

29. 2608/2: 4 Wybelsum, Stadt Emden
TK 25 2608 Emden West 
Warf, bebaut; Oberflächenfunde im Garten:
Mittelalterliche Tongefäßscherben.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

30. 2609/2: 11 Uphusen, Stadt Emden
TK 25 2609 Emden 
Warf, bebaut; Oberflächenfunde im Garten:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, gebrannter Feuerstein.
Vor einigen Jahren bei Anlage eines Brunnens beobachtet: Backsteine im Klosterformat, Knochen, Mistschichten.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

Landkreis Leer

31. 1611/9: 122 Hesel, Gem. Hesel
TK25 2611 Hesel 
Hügelgrab im Staatsforst; gef. an der Südseite des Hügels, der von Unbekannten angegraben worden war:
Klingenbruchstück aus Feuerstein mit etwas Retusche, Abschlag, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

32. 2710/6: 34 Loga, Stadt Leer
TK 25 2710 Leer 
Geestrücken; gef. 1933 beim Grabenschlöten:
Feuersteindolch, graubraun, L 11,6; B 2,5; D 1,1 cm.
F.: Harm Diekhoff, Loga 
FV: Friedrich Bleeker, Loga

 

33. 2710/7: 36 Sankt Georgiwold, Gem. Weener
TK 25 2710 Leer 
Überschlickte Geestkuppe 50 m nordwestlich des Großsoltborgersieltiefs; gef. im Abraum und an der Böschung eines geschlöteten Grabens:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, glasierte Keramikscherben mit Henkeln, Rändern, Bodenstücken, eine mit Fingertupfen verziert; Bruchstück eines Spinnwirtels; grüne Glasscherbe; Backsteine im Klosterformat und Dachziegelbruchstücke beobachtet.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

34. 2711/1: 65 Brinkum, Gem. Brinkum
TK 25 2711 Nortmoor 
Nordwestrand eines Geestrückens, zum Moor hin abfallend; gef. in der Böschungskante einer ausgesandeten Sandgrube; wahrscheinlich zerstörtes Steingrab:
Zahlreiche tiefstichverzierte und unverzierte Keramik der Trichterbecherkultur; Bruchstück eines Feuersteinbeiles mit Schliff, zwei querschneidige Pfeilspitzen aus Feuerstein, Abschläge aus Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

35. 2711/4: 132 Logabirum, Stadt Leer
TK 25 2711 Nortmoor 
Geestrücken; gef. in einer Windbruchfläche und in einer Grabenböschung:
Urgeschichtliche Tongefäßscherben, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

36. 2711/4: 137 Nortmoor, Gem. Nortmoor
TK 25 2711 Nortmoor 
Niederungsgebiet; gef. ca. 1960 beim Grabenschlöten mit der Maschine:
Mittelalterlicher Grapenkrug mit 3 Füßen und einem Henkel, H 17,8; Mündungs-Dm 10,0; Hals-Dm 8,3; Bauch-Dm 15,6 cm.
F, FM: Karl de Riese, Nortmoor 
FV; Kothmann, Loga

 

37. 2711/4: 138 Logabirum, Stadt Leer
TK 25 2711 Nortmoor
Geestrücken; gef. im Abraum eines neu angelegten Grabens auf ehemaligem Feldweg :
Eisenzeitliche Tongefäßscherben, darunter Ränder mit Fingertupfen verziert; gebrannte Tonbrocken; Feuersteinabschläge, gebrannter Feuerstein; Holzkohle beobachtet.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

38. 2711/5: 88 Nortmoor, Gem. Nortmoor
TK 25 2711 Nortmoor
Geestrücken, Nordrand der „Nordmoorer Gaste“, gef. 1914 bei Kultivierung einer Heidefläche:
Feuersteinbeil, grau, dicknackig, alle Seiten geschliffen, an den Schmalseiten großflächige Abschläge, L 17,0; B 5,7; D 4,6; Schneiden-B 5,6; Nacken-B 3x3 cm.
F: T. Boekhoff, Nortmoor
FV: Heimatmuseum Leer

 

39. 2711/7: 9 Nettelburg, Stadt Leer
TK 25 2711 Nortmoor 
Südöstliches Ufer der Leda; Fund eines Schiffswracks:
Schiff (zur Mitte des Flusses gelegener Teil fehlt) des 18./19. Jahrhunderts in Spantenbauweise mit Flachboden und steilem (Achter-?) Steven; handgeschmiedete Eisennägel und Holzzapfen beobachtet. Die Schiffsladung (bzw. Ballast) bestand zum größten Teil aus Backsteinen, z. T. im Klosterformat, 29 x14 x 7 cm, mit Muschelkalkmörtel.
F, FM: Bernhard Loerts, Nettelburg 
FV: Fundstelle und AL

 

40. 2811/1: 15 Backemoor, Gem. Rhauderfehn
TK 25 2811 Westrhauderfehn 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom ehemals hoch liegenden, jetzt ausgesandeten Acker:
Urgeschichtliche und mittelalterliche Tongefäßscherben; Bohrer aus Feuerstein, Abschläge, kernsteinähnliche Feuersteinstücke; Reib- bzw. Klopfstein aus Felsgestein; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

41. 2811/1: 30 Backemoor, Gem. Rhauderfehn
TK25 2811 Westrhauderfehn 
Hochliegendes Gelände 100 m nordöstlich der Kirche von Backemoor; gef. bei Anlage eines Teiches:
Mittelalterliche Kugeltopfscherben; Backsteinbrocken; Holzkohlestückchen.
F, FM: Pastor Aden, Backemoor
FV: Finder

 

Landkreis Wittmund

42. 2311/6: 46-3-0 Esens, Gem. Esens
TK 25 2311 Esens 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert; grün glasiertes Fliesenbruchstück; Schlackestücke; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

43. 2311/6: 46-4-0 Esens, Gem. Esens
TK 25 2311 Esens 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; Abschläge aus Feuerstein; gebrannter Feuerstein; Schlackestücke.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

44. 2311/8: 10 Holtgast, Gem. Holtgast
TK 25 2311 Esens 
Künstliche Erhöhung; gef. beim Hausbau:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, überwiegend muschelgrusgemagert; Webgewicht aus Ton, Dm 11,5 ; D 4,5 ; Loch-Dm 3,6-4,4 cm.
F: Gerhard Planteur, Neßmergrode
FV: Finder
FM: Hinrich Gast, Coldinne

 

45. 2311/8: 125 Moorweg, Gem. Moorweg
TK 25 2311 Esens 
Hochliegende, gepflügte Windbruchfläche; Oberflächenfunde:
Klingenbruchstücke aus Feuerstein, Abschläge, Kernsteinbruchstücke, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

46. 2311/9: 90-3-0 Dunum, Gem. Dunum
TK 25 2311 Esens 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Kaiserzeitliche und mittelalterliche Tongefäßscherben, einige muschelgrusgemagert; Reib-/Klopfstein aus Felsgestein; Schlackestück; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

47. 2311/9: 102 Dunum, Gem. Dunum
TK 25 2311 Esens 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Kaiserzeitliche und mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Feuersteinabschlag; Schlackestücke; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

48. 2312/5: 1-3-0 Werdum, Gem. Werdum
TK 25 2312 Carolinensiel 
Warf Burg Edenserloog; gef. bei Ausschachtungsarbeiten innerhalb der Burg:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, überwiegend muschelgrusgemagert; Tierknochen.
F, FM: P. Ehlebracht, Werdum FV: Finder

 

49. 2312/8: 49 Blersum, Gem. Wittmund
TK 25 2312 Carolinensiel 
Geestrücken an der Marschniederung, östlich der „Abenser Leide“; Oberflächenfund vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, einige muschelgrusgemagert; Steinzeugscherben; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Feuersteinabschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

50. 2410/3: 90 Westerholt, Gem. Westerholt
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Mikrolithen aus Feuerstein, Kernsteinrest, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

51. 2410/3: 91 Westerholt, Gem. Westerholt
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; gef. 1935 beim Pflügen:
Feuersteinbeil, grau, allseitig geschliffen, großflächige Abschläge an den Breitseiten, L 13,9; B 6,0; D 2,S; Schneiden-B 6,0; Nacken-B 2,2; Nacken-D 0,9 cm.
F: G. Krösmann, Westerholt
FV: J. Krösmann, Westerholt

 

52. 2411/2: 11 Moorweg, Gem. Moorweg
TK 25 2411 Middels 
Geestrücken östlich des Reihertiefs; gef. im Frühjahr 1968 beim Pflügen:
Feuersteinspandolch, weiß1ichgrau, z. T. überschliffen, Kanten retuschiert, L 11,2; B 2,7; D 1,0 cm.
F, FM: Eilert Gronewold, Neubrill 
FV: Schule Middels

 

53. 2411/3: 133 Dunum, Gem. Dunum
TK 25 2411 Middels 
Geestrücken zwischen Nord- und Ostdunum; gef. beim Ausheben eines Loches zur Bodenschätzung:
Unterteil eines frühmittelalterlichen Tongefäßes, grob granitgrusgemagert. Inhalt: Leichenbrand, Holzkohle, Feuersteinstück. Gefäß-Dm 18,6; Boden-Dm 9,5; erhaltene Höhe 8,0 cm.
F: Ernst Pahl, Friedeburg 
FV: AL
FM: Folkert van Dieken

 

54. 2412/1: 15 Burhafe, Gem. Wittmund
TK 25 2412 Wittmund 
Geestrücken; gef. 1957 bei Beseitigung eines Walles:
Feuersteinbeil dunkel- bis rötlichbraun, Breitseiten und Nacken geschliffen.
F: Joh. Ulferts, Burhafe
FV: Ulferts, Burhafe

 

55. 2412/1: 31 Burhafe, Gem.Wittmund
TK 25 2412 Wittmund 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Tongefäßscherben; Klingenbruchstücke und Abschläge aus Feuerstein, z. T. retuschiert; Reib-/Klopfstein aus Felsgestein; Schlackestücke.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

56. 2412/1: 52 Burhafe, Gem. Wittmund
TK 25 2412 Wittmund 
Geestrücken; gef. beim Schlöten 1936/37 im gelben Sand und bei Begehung 1980:
Feuersteinklinge, hellgrau, abgebrochen, mit Seitenretusche, Schmalseite geschliffen, erhaltene L 7,8; B 2,2; D 0,5 cm; Klingenbruchstücke, gebrannter Feuerstein.
F: Hinrich Veit, Burhafe 
FV: AL

 

57. 2412/3: 11 Asel, Gem. Wittmund
TK 25 2412 Wittmund 
Gef. in Gartenerde, die vermutlich vom Geestrücken südlich von Asel stammt:
Bronzetüllenbeil; Schneide geschwungen, bis zur Mitte des Axtkörpers erhalten, erh. L 7,5; B 3,2; Schneiden-B 5,1; D 2,3; Gewicht 98 g.
F, FM: K. Popken, Asel
FV: Finder

 

58. 2412/7: 23 Ardorf, Gem. Wittmund
TK 25 2412 Wittmund 
Etwas hochliegendes Gelände, Umgebung z. T. vermoort; gef. in tiefgepflügter, noch nicht planierter Erde:
Feuersteinklinge mit Schrägendretusche, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

59. 2512/9: 8 Marx, Gem. Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Geestrücken; Oberflächenfunde von planierter Windbruchfläche:
Feuersteinklingen, -bruchstücke, Kernsteinbruchstücke, Abschläge, gebrannter Feuerstein; Holzkohlestückchen.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

60. 2512/9: Marx, Gem. Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Geestrücken; gef. in tiefgepflügter und planierter Windbruchfläche:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, Scherbe von Importgefäß; gebrannte Tonbrocken mit Flechtwandabdrücken; Reib-/Klopfstein aus Felsgestein; Feuersteinabschlag, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

61. 2511/9: 11 Marx, Gem. Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Geestrücken; gef. in tiefgepflügter Windbruchfläche:
Feuersteinklingenbruchstücke,  Abschläge,  Kernsteinbruchstück; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

62. 2512/9: 12 Marx, Gem. Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Kleine Sandkuppe; gef. in tiefgepflügter und planierter Windbruchfläche:
Klingenbruchstücke, Feuerschlagstein, Abschläge, Kernstein aus Feuerstein, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AI.

 

63. 2512/9: 14 Marx, Gem. Friedeburg
TK25 2512 Wiesmoor 
Kleine Sandkuppe; gef. in tiefgepflügter Windbruchfläche:
Feuersteinklinge mit etwas Retusche, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

64. 2512/9: 21 Marx, Gem. Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Geestrücken; gef. in gepflügter Windbruchfläche:
Feuersteinklinge, Klingenbruchstücke, Abschläge.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

65. 2512/9: 24 Marx, Gem. Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Geestrücken; gef. in planierter Windbruchfläche:
Mikrolithen, dreieckig, mit Kanten- und Schrägendretusche, Kernsteinbruchstück, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

66. 2512/9: 26 Marx, Gem. Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Geestrücken; gef. in planierter neubepflanzter Windbruchfläche:
Feuersteinschaber, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

67. 2512/9: 27 Marx, Gem. Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Geestrücken; gef. in planierter Windbruchfläche:
Mikrolith mit einseitiger Kantenretusche, Kernstein, Kernsteinbruchstücke, Klingenbruchstücke, Abschläge z. T. mit Retusche, gebrannter Feuerstein; Reib-/Klopfsteine aus Felsgestein; Holzkohlestückchen.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

 

B. Berichte über archäologische Untersuchungen

 

1. E. Wassermann: Fragen und vorläufige Ergebnisse des „Erfassungsvorhabens hochmittelalterlicher Geestrandreihensiedlungen in Ostfriesland“.

Im Rahmen des Erfassungsprojekts „Hochmittelalterliche Geestrandreihensiedlungen“, gefördert durch Mittel des Landes Niedersachsen, sind im Sommer 1980 in insgesamt sieben Siedlungen des Brokmer- und Reiderlandes ca. 30 Schürflöcher auf sog. Warfen angelegt worden. Folgende, durch siedlungsgeographische Voruntersuchungen aufgeworfene Fragen sollten dadurch einer Klärung näher gebracht werden.

 

1) Welche Stratigraphie zeigen diese Warfen? Sind sie lediglich zur Befestigung des darunter anstehenden Hoch- oder Niederungsmoores aufgeschüttet oder primär zum Schutze vor Sturmfluten aufgeworfen worden? Wenn letztere Vermutung zutreffen sollte: Können durch vergleichende Analysen Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Dauer von Meerestransgressionen gezogen werden?

Den Fragen wurde nachgegangen, indem an geeignet erscheinenden Stellen Schürflöcher von ca. 2,5 qm bis zum gewachsenen Boden ausgehoben wurden. Dabei war die Stratigraphie sämtlicher Warfen lediglich in einem Punkt identisch. Auf dem auf pleistozänen Untergrund anstehenden Hoch- oder Niederungsmoor befand sich eine etwa 15-40 cm dicke, aus Sand, Klei oder Plaggen bestehende Schicht. Alle darüber liegenden Kultur- als auch Auftragungsschichten differierten sowohl in der Stärke als auch Anzahl. Ein einheitliches Niveau zu NN ließ sich bei zeitlich identischen Schichten nicht herstellen.

Vor allem letztere Beobachtung deutet darauf hin, daß die direkt auf dem Hoch- oder Niederungsmoor anstehenden Aufschüttungen lediglich zur Befestigung des Untergrundes dienen sollten, da bei einer Gefährdung durch Sturmfluten die Warfen sinnvollerweise auf ein gleiches Höhenniveau gebracht worden wären.

Die dann folgenden mehrfachen Erhöhungen der Warfen weisen zwar auf einen Anstieg des Meeresspiegels (s. auch Einbruch der Leybucht), lassen jedoch wegen der unterschiedlichen Dicke der Auftragungspakete keine Rückschlüsse auf die Höhe der auflaufenden Fluten zu. Da auch datierte Scherben eines Höhenniveaus, die auf verschiedenen Warfen geborgen wurden, zeitlich stark differieren, ist es wahrscheinlich, daß die Warfen sehr individuell erhöht wurden. Diese Schlußfolgerung wird auch durch den Ende des 13. Jahrhunderts verfaßten Brokmerbrief gestützt, in dem eine gleiche Höhenlage der Warfen gefordert wird; diese muß anscheinend nicht gegeben gewesen sein.

 

2) Deuten lokal zu verzeichnende Höhenunterschiede einzelner Warfenreihen auf verschiedene Besiedlungsphasen? D. h. sind niedrigere Warfen erst zu einem Zeitpunkt angelegt worden als aufgrund eines verbesserten Deichbaus, diese nicht mehr so mächtig zu sein brauchten?

Lokal und abschnittsweise vorzufindende Höhenunterschiede in den Siedlungsreihen deuten höchstwahrscheinlich nicht auf verschiedene Besiedlungsphasen hin. Datierte Keramik, die über den ersten Aufschüttungsschichten gefunden wurde, liegt zeitlich so eng beieinander, daß ein derartiger Schluß allein aus der Keramik z. Z. noch nicht gezogen werden kann.

 

3) Wie alt sind die Geestrandreihensiedlungen? Durch eventuelle Scherbenfunde sollte die Gründungszeit der Siedlungen eingegrenzt werden.

Die Keramikfunde über den ersten Auftragungsschichten deuten mehrheitlich in das 12./13. Jahrhundert, lediglich wenige in das 11. Jahrhundert. Diese Aussagen müssen jedoch mit aller Vorsicht getroffen werden, da die Randformen der Kugelköpfe sich über einen längeren Zeitraum erhalten haben, also sowohl beträchtlich jünger als auch älter sein können. Außerdem war bei den Grabungen nicht genau zu sagen, ob auch die erste, d. h. die ältere Aufschüttung angestochen worden war, obgleich die Schürflöcher möglichst dicht zur höchsten Stelle angelegt wurden.

Die aufgeworfenen Fragen können bei weiteren Forschungen zu Ursprung und Entwicklung der Geestrandreihensiedlungen durch ein sorgfältig abgestimmtes, archäologisches Grabungsprogramm sowie Auswertung der historischen Quellen beantwortet werden.

 

2. Pilsum, Gemeinde Krummhörn, Kreis Aurich
W. Schwarz: Untersuchung in der Kirche zu Pilsum

Das Institut für Denkmalpflege in Hannover führte eine Ausgrabung in der Kirche zu Pilsum durch. Im September untersuchte die Ostfriesische Landschaft in Amtshilfe ein Profil im Langhaus. Dabei konnte eine alte Oberfläche im künstlich aufgeschütteten Kirchhügel verfolgt werden, die zuvor schon bei den Bohrungen erkannt worden war.

Zur West- und Nordwand des Langhauses hin fiel das dunkelbraune, humose Sandband der alten Oberfläche deutlich ab. Es wäre wichtig, den weiteren Verlauf außerhalb der Kirche zu verfolgen. Innerhalb des Kirchenschiffes war die Oberfläche als horizontales Band erkennbar, das etwa 10 cm dick war und in eine obere und untere, dunklere Zone geteilt werden konnte. Unter der Sandschicht, eingebettet in das Klei-Sand-Gemisch der Aufschüttung, befanden sich in regelmäßigem Abstand von ca. 3,5 m quer-verlaufende Holzbalken. Hierbei mag es sich um eine Substruktion des Fußbodens oder um ein konstruktives Element eines Holzbaues gehandelt haben.

Die Beobachtungen geben Anlaß zur Vermutung, daß hier ursprünglich eine hölzerne Kirche auf einem kleineren, künstlichen Hügel gestanden hat.

 

3. Wiesens, Stadt Aurich, Kreis Aurich
W. Schwarz: Spätbronze-/früheisenzeitliche Siedlung bei Wiesens (Fundstelle 2511/5 : 67)

Über die Ausgrabung des Instituts für Denkmalpflege in Hannover wurde in der Ostfriesischen Fundchronik 1979 ausführlich berichtet. 1980 fand die Untersuchung ihren Abschluß. Zeitweise betreute die Ostfriesische Landschaft in Amtshilfe die Ausgrabung.

Bemerkenswert im Gesamtzusammenhang der bronzezeitlichen und eisenzeitlichen Siedlungsspuren ist eine Grube mit vier Gefäßen der Trichterbecherkultur sowie eine Grabgrube der ausgehenden Steinzeit mit nackengebogener Streitaxt und Feuersteinmesser. Die Publikation der Ergebnisse wird vorbereitet.

 

4. Hesel, Gemeinde Hesel, Kreis Leer
A. Thiele, W. Schwarz: Voruntersuchung im Bereich der Wüstung „Kloster Barthe“

Im Bereich der Wüstung Kloster Barthe im Staatsforst Aurich sollten im Frühjahr 1980 archäologische Untersuchungen durchgeführt werden, weil das Gelände zur Aufforstung vorgesehen war. Die Voruntersuchung im Zeitraum vom 10.4.-24.4. 1980 beschränkte sich auf Bohrungen, um den Klosterbereich einzugrenzen. Leider mußte dann die Ausgrabung ausfallen, weil keine Mittel der Denkmalpflege bereitgestellt wurden.

Das Bohrnetz, das insgesamt aus 77 Bohrungen besteht, erbrachte wichtige Ergebnisse zum Standort der Klostergebäude und erschloß die Abgrenzung des Klosterkomplexes zum umgebenden Kulturland.

 

5. Holtland, Gemeinde Holtland, Kreis Leer
A. Thiele: Untersuchung einer Fundstelle auf dem „Ossensett“

Die Fundstelle (Nr. 2711/5: 8) ist aufgrund der durch die archäologische Landesaufnahme geborgenen Funde als neolithisch anzusprechen. Sie liegt auf dem „Ossensett“, einem kleinen aufragenden Geestrücken 1,5 km südöstlich von Holtland, am östlichen Rand des sich von Hesel bis nach Loga erstreckenden Geestausläufers mit einer Ausdehnung von ca. 400 m in O-W- und ca. 220 m N-S-Richtung. Nach N, O und S fällt er zur Niederung hin ab, im N u. W begrenzt vom Heimschloot, etwa 1 km südlich befindet sich das Holtlander Ehetief.

Im Bereich um Holtland sind größere Flächen im Zuge des Autobahnbaues zur Aussandung vorgesehen, wodurch mehrere Fundstellen gefährdet sind. Ziel der Untersuchung war es, die Qualität der Fundstellen (d. h. den Erhaltungszustand der neolithischen Siedlungsspuren) festzustellen, um dadurch die Vorausplanung zur Untersuchung weiterer gefährdeter Objekte zu ermöglichen.

Da eine Förderung mit Landesmitteln unterblieb, wurden nur drei Testschnitte angelegt. Sie ergaben, daß bis zum Ortsteinhorizont die Bodenschichten durch Pflug, Sandentnahme etc. tiefgreifend gestört sind. Nur tiefe Pfostensetzungen wären bei einer Ausgrabung noch feststellbar. Dennoch scheint als Testgrabung die Abdeckung einer größeren Fläche sinnvoll zu sein.

 

6. Esens, Gemeinde Esens, Kreis Wittmund
A. Thiele, W. Schwarz: Untersuchung am Kirchhügel in Esens

Nach dem Abbruch der Bebauung am östlichen Rand des Kirchhügels und Beginn der Ausschachtungsarbeiten auf dem ehemaligen Parkplatz im Rahmen der Kirchplatzerneuerung war in der westlichen Baugrubenwand der Kirchhügel in einer Länge von ca. 30 m angeschnitten worden.

Die Ostfriesische Landschaft wurde durch die Stadtverwaltung vom Beginn dieser Baumaßnahme informiert. Daher bestand die Möglichkeit, das Profil im Zeitraum vom 12.-14.5.1980 mit Hilfe eines von der Stadt zur Verfügung gestellten Arbeiters aufzunehmen.

Die Baugrube war etwa bis 2,8 m über NN ausgebaggert worden. Die Höhe des Profiles betrug max. 5 m. Stellenweise reichte das Profil bereits in den anstehenden Sand.

Über dem anstehenden Geestboden befand sich eine Aufschüttung aus sandigem, dunkelbraunem, humosem Boden mit einer Höhe von durchschnittlich 1,50 m und einem Durchmesser von mindestens 30 m. Seine annähernd ebene Oberfläche fiel nach N und S hin allmählich ab. Dieser Kernhügel nahm vor allem in seinem südlichen Bereich mindestens 30 Gräber auf, von denen jedoch in den meisten Fällen nur noch Holzverfärbungen den Umriß des Sarges andeuteten. Knochen waren nur sehr schlecht erhalten. Es fiel auf, daß bei den Bestattungen im Hügel keine Grabgrube zu erkennen war, nur bei den in den gewachsenen Boden eingetieften Gräbern kam sie deutlich zum Vorschein. Alle Bestattungen waren in Ost-West-Richtung angelegt. Im Bereich von 1,50-6,0 m standen die Särge etwa in gleicher Höhe im unteren Bereich des Hügels (ca. 30-40 cm über dem gewachsenen Boden), während sie sich in den Bereich 8-11 m und vor allem 12-16 m unregelmäßig über die gesamte Höhe des Hügelkerns verteilten. Im Bereich ab 16 m waren nur noch vereinzelt Sargreste zu erkennen.

An diesem Kernhügel schließt sich im Süden eine etwa 1,50 m starke Anschüttung an, die offensichtlich von einer Erweiterung des Hügels herrührt. Die Anschüttung besteht aus stark vermischtem Sandboden, durchsetzt mit humosem Boden. In der Aufschüttung sind z. T. einzelne Grassoden zu erkennen. Darüber folgen drei weitere Aufschüttungen. In der oberen befinden sich jüngere Gräber.

Genauere Aussagen über Durchmesser und Gesamthöhe des Kernhügels lassen sich nicht machen, da das Profil nur den östlichen Randbereich des heutigen Kirchhügels anschneidet. Ebensowenig lassen sich Aussagen über evtl. vorhandene Vorgängerbauten machen.

Von den Gräbern 2, 5 und 23 wurden Holzproben für eine dendrochronologische Untersuchung entnommen, so daß wohl zumindest eine ungefähre Datierung der vorgefundenen Bestattungen möglich sein wird.

 

7. Marx, Gemeinde Friedeburg, Kreis Wittmund
W. Schwarz: Lehrgrabung am Befestigungswerk des Klosters Hopels

Das Forstamt, bzw. der zuständige Forstbeamte Herr Müller, plant forstwirtschaftliche Maßnahmen im Klosterbereich Hopels durchzuführen. Dabei muß das geschlagene Holz über den Klostergraben, der noch deutlich im Gelände sichtbar ist, transportiert werden. Herr Müller regte daher eine archäologische Untersuchung des gefährdeten Grabenstückes an, um Anhaltspunkte für die Wiederherstellung des Grabens und des vorgelagerten Walles zu erhalten.

Die Durchführung wurde von dem Arbeitskreis Vorgeschichte der Ostfriesischen Landschaft übernommen und fand nach einer Besichtigung des Geländes am 20. 9. 1980 statt.

Ein 1,50 m breiter Grabungsschnitt wurde quer zum erkennbaren Grabenverlauf ausgemessen und in einer Länge von 11 m untersucht. Die Mitglieder des Arbeitskreises hoben den Klostergraben bis zum gewachsenen Boden aus, während im vorgelagerten Wall- und Klosterbereich mehrere Plana angelegt wurden. Das südliche Profil des Grabens wurde gezeichnet.

Der 5,5 m breite Klostergraben war in den anstehenden gelben, z. T. bläulichen Lehm der Grundmoräne eingetieft worden. Er besaß einen 3,5 m breiten, ebenen Boden. An den Böschungskanten zeigte der stark eisenschüssige Lehm einen ehemaligen Schilfbewuchs an. Beidseitig außerhalb des Grabens kam die alte Oberfläche als dunkles, humoses, etwa 10-15 cm starkes Band zutage. Zum Innenraum des Klosters fiel es leicht ab: bei der Schnittlänge von 14 m um 40 cm. Außerhalb des Grabens war aus dem Grabenaushub ein Wall aufgeschüttet worden, dessen Breite mit 3,80 m gemessen werden konnte. Die Wallhöhe betrug noch fast 60 cm, im ursprünglichen Zustand wird sie wohl kaum 1,00 m Höhe erreicht haben.

An der Innenseite des Walles zum Graben kam im gewachsenen Lehm der Rest eines Pfostenloches zutage. Seine rechteckige Form maß 25 x 35 cm. Das spitze Profil weist auf einen teilweise eingerammten Pfahl hin. In 2 m Entfernung auf der Wallhöhe wurde ein weiteres Pfostenloch von 35 cm Dm angetroffen. Es reichte noch 30 cm unter die heutige Walloberfläche hinab, aber nicht in den gewachsenen Boden hinein, und besaß ebenfalls ein spitzes Profil. An der Außenseite des Walles wurde kein weiteres Pfostenloch bemerkt. Daher darf man annehmen, daß der Wall durch eine Palisade, bzw. Holzwand zusätzlich verstärkt war und dahinter einen Wehrgang besaß. Die beiden Holzpfosten als Teile einer Konstruktion zu deuten, die der Erdaufschüttung besseren Halt verlieh, ist wenig wahrscheinlich, weil der Pfosten in der Wallmitte nicht in den gewachsenen Boden eingetieft worden war.

An der Innenseite des Grabens befand sich eine 1 m breite Berme. Hier war auf dem anstehenden Lehm eine Trockenmauer aus Ziegelsteinen und Findlingen aufgesetzt. Allerdings lagen dort nur noch Steintrümmer, die anzeigen, daß die Mauer sorgsam abgetragen worden war. Ganze Ziegelsteine im Klosterformat waren in den Graben gerutscht. Mörtelspuren fehlten. Hinter der Mauer war 35 cm hoch Lehm und Sand aufgeschüttet, dar über folgte humoser Waldboden. Über die ehemalige Höhe der Mauer sowie  der Anschüttung konnten keine Anhaltspunkte gewonnen werden.

Die beiden Streufunde: eine Steinzeugscherbe und eine gelbtonige, glasierte Grapenscherbe gehören ins 15./16. Jahrhundert. Wahrscheinlich geben sie etwa den Zeitraum der Zerstörung der Anlage an. Aus der Aufschüttung hinter der Mauer stammt eine Kugeltopfscherbe, und der Griff einer Tonschale lag darunter an der Grenze zum gewachsenen Boden. Nach Ton und Machart datieren sie die Anlage wahrscheinlich ins 13. Jahrhundert.

 

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