Isohypsenplan des Klostervorwerks mit 
vereinfachtem Grabungsplan und Rekonstruktion
des  südlichen Bauwerks des Vorwerks
(Zeichng: G. Kronsweide, A. Süßen).

Spätes Mittelalter/Frühe Neuzeit

Timmel-Klostervorwerk (2007)

FdStNr. 2611/4:22, Gde. Großefehn, Ldkr. Aurich

Die Prospektionsgrabung am ehemaligen Klostervorwerk in Timmel wurde mit Unterstützung der Gemeinde Großefehn fortgesetzt und abgeschlossen (s. Fundchronik 2006). Durch die kleinräumige Untersuchung wurde versucht, Näheres über das Alter des Vorwerks und seine Bebauung herauszubekommen. Die dabei freigelegten Steinsetzungen und zwei Brunnen stehen mit der neuzeitlichen Bebauung des Platzes in Zusammenhang. Einige Keramikscherben, Backsteine im Klosterformat sowie Bruchstücke von Mönch-Nonne-Dachziegeln und Formsteine belegen aber eine Nutzung schon im 13./14. Jahrhundert.

Die Abfolge der Schichten zeigte an, daß auf dem Platz zunächst eine anmoorige Humusschicht entfernt worden ist. Dann ist eine etwa 0,50 m starke Sandschicht aufgebracht worden. In dieser wurden längliche und quadratische Gruben ausgehoben, die mit feinem hellerem Sand wieder verfüllt worden sind. Dies ist eine typische Form der Fundamentierung, wie sie an mittelalterlichen Klöstern und Kirchen in Ostfriesland schon häufig beobachtet worden ist. Auf diesen Sandfundamenten müssen auch auf dem Timmeler Vorwerk die Backsteinmauern geruht haben.

Aus der Lage der Sandfundamente läßt sich ein ungefähr 22 x 11 m großes Gebäude rekonstruieren, das auf der Mittelachse fünf tragende Pfeiler besessen haben muß (Abb. links). Es könnte sich um den Flügel eines Gebäudes handeln, von dem eine Skizze aus der Zeit um 1670 erhalten ist. Sie zeigt ein zweigeschossiges winkliges Haus mit langem (Stall-?) Anbau. Die Dimensionen des Hauses legen nahe, daß ein massiver Unterbau nötig gewesen sein muß. Ob diese Hypothese richtig ist, kann nur durch weitere Ausgrabungen geklärt werden. Nach einer Karte von 1872 hat dort später ein Gulfhaus mit Anbauten gestanden, wobei nicht gesagt werden kann, wie alt dessen Bausubstanz gewesen ist. Es kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Verfall und wurde abgerissen. Der heute dort stehende Gulfhof wurde nach 1924 errichtet.

R. Bärenfänger

Ausgrabung Timmel Klostervorwerk 2006

 

Fundchroniken  Zeittafel Grabungen 2007