Abb. 1 Ostprofil mit Schichten der Wurt und
 vorgelagert eine
Siedlungsgrube der Römischen
Kaiserzeit im
gewachsenen Sand 
(Foto: W. Schwarze).


Abb. 2 Gefäßscherben der Römischen Kaiserzeit
 (Zeichnung: P. Schamberger).

Römische Kaiserzeit

Schwittersum (2007)

FdStNr. 2310/5:2-4, Gde. Dornum, Ldkr. Aurich

Rund 50 m südwestlich der Kirche von Resterhafe wurde ein 33 m langer und 3 m breiter Suchschnitt angelegt, weil die Kirchengemeinde dort ihren Friedhof ausweiten möchte. Das Gelände liegt am Rande der heute größtenteils unbebauten Wurt und fällt von ca. +4,00 m auf +2,00 m NN ab. Das pleistozäne Oberflächenrelief zeichnet dieses Gefälle in gewisser Weise vor; denn der gewachsene Sand wurde im Osten des Schnittes bei +1,76 und im Westen bei +1,36 m NN erreicht. Darüber zeichnete sich ein mehrphasiger Siedlungshorizont der Römischen Kaiserzeit ab (Abb. 1). Größere Gruben und Gräben reichten in den Sand hinab, darüber lagen Aufträge bis in eine Höhe von +2,70 m NN. Die daraus stammenden Keramikfunde sind der Römischen Kaiserzeit, vorrangig dem 2./3. Jahrhundert zuzuweisen (Abb. 2). Ein weiterer Auftrag, rund 0,60 m stark, erfolgte erst im späten Mittelalter. Darüber folgte eine neuzeitliche Kulturschicht.

Die erste Nutzung an dieser Stelle des Geländes erfolgte demnach zu ebener Erde. Noch während der Römischen Kaiserzeit wurde es um immerhin einen Meter aufgehöht, wobei hier wohl keine Bebauung, sondern wirtschaftliche Aktivitäten anzunehmen sind. Erst im Spätmittelalter – vielleicht in Zusammenhang mit dem Kirchbau, da Bruchstücke von Dachziegeln gefunden wurden – ist dieser Teil der Wurt weiter aufgetragen worden. Das Gelände soll nun unter der Prämisse, dass es soweit aufgehöht wird, bis die Bestattungen die Wurtschichten nicht tangieren, als Friedhof genutzt werden.

R. Bärenfänger

Fundchroniken  Zeittafel Grabungen 2007