Glöckchen aus Buntmetall.
(Zeichnung: G. Kronsweide)

 

Spätes Mittelalter

Holtland (2007)

FdStNr. 2711/2:148, Gemeinde Holtland, Ldkr. Leer

Beim Ausheben eines ca. 1,50 m tiefen Gartenteiches kam ein Glöckchen aus Buntmetall zutage (Abb. links). Es ist 5,6 cm hoch, sein Mündungsdurchmesser beträgt 5,4 cm. Der Schlagrand ist leicht ausgestellt und vom Glockenkörper, auf dem sich zwei dünne umlaufende Doppelriefen befinden, abgesetzt. Oben besitzt das Glöckchen eine Durchlochung zum Aufhängen. Der Klöppel fehlt. Wie eine Rostanhaftung im Inneren zeigt, ist er ebenso wie sein Aufhängebügel aus Eisen gewesen. Auf der Innenseite der Glöckchens befindet sich ein kleines, 0,7 cm hohes erhabenes Zeichen, das wie eine 2, eine 7 oder wie ein S gelesen werden kann.

Eine Nachsuche im Aushub des Teiches erbrachte keine weiteren Funde, die eine Datierung des Glöckchens ermöglichen würden. Es existieren aber in Ostfriesland zwei formal recht ähnliche, mit 4 cm Höhe allerdings kleinere Vergleichsstücke. Eines stammt aus der ehemaligen Kirche des Klosters Barthe, Ldkr. Leer (Bärenfänger 1997, 175f., Abb. 225,13), das andere aus dem Dominikanerkloster in Norden (Bärenfänger u. Brüggler 2007, Abb. 37,10). Diese Glöckchen – ebenfalls mit eisernem Klöppel – können am ehesten in das 15. Jahrhundert datiert werden. Dieser Zeitansatz soll auch für den Holtlander Fund vorgeschlagen werden.

Lit.: Bärenfänger, R. 1997: Aus der Geschichte der Wüstung „Kloster Barthe“, Landkreis Leer, Ostfriesland. Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen in den Jahren 1988 bis 1992. Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 24, 1997, 9-252. Bärenfänger, R. u. Brüggler, M. 2007: Mittelalterliches Fensterglas und besondere Kleinfunde vom ehemaligen Dominikanerkloster in Norden, Ostfriesland. Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 76, 2007, 171-197.

R. Bärenfänger

Fundchroniken  Zeittafel Grabungen 2007