Neuzeit

Grimersum (2003)

FdStNr. 2509/1:2, Gde. Krummhörn, Ldkr. Aurich

Die frühmittelalterliche Dorfwurt Grimersum wurde im späten Mittelalter an ihrem östlichen Rande um eine Burganlage erweitert, die 1379 Gerald Beninga als Häuptling in Grimersum bewohnte und wahrscheinlich von ihm selbst erbaut worden war. Diese Burg wurde 1435/36 von den Cirksena und den Hamburgern zerstört und erst 1450 wieder zeitgemäß neu errichtet. Die letzten Gebäudeteile dieser mehrflügeligen Anlage wurden Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen (van Lengen 2002).

Aus Anlass der Dorfsanierung bildete sich im Oktober 2002 eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Jörg Saathoff, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Burgstelle wieder ansehnlich und zu einem Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste zu machen. Zunächst wurde 2003 der Wildwuchs beseitigt und sodann an der West- und Südseite der Schutt abgetragen. Im Laufe der Jahre sollen nach Möglichkeit die Mauerstümpfe der Gebäude, die ehedem zehn Meter breiten Gräben der Viereckanlage sowie die Brücke und die Gärten wieder erstehen.

Vorläufig brachte die sorgsame Freilegung der stehenden Mauerreste (Abb. links unten) unter dem Backsteinschutt Teile der Außenmauern, ein Brückenfundament, Kellerräume (Abb. links oben) und Durchgänge zu Tage. Zudem enthielt der Schutt zahlreiche neuzeitliche Fundstücke: Rot- und Gelbirdenware, Porzellan, Fayencen, Münzen und Eisennägel. Einzelne Scherben einheimischer mittelalterlicher Kugeltöpfe befanden sich ebenfalls darunter.

Lit.: van Lengen, H.: Die Beningaburg aus historischer Sicht. Die Burg der Beninga zu Wirdum in Ostfriesland. Wegweiser zur Vor- und Frühgeschichte Niedersachsens 23, 2002, 61-65.

W. Schwarz

 

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