Profil mit den obersten Schichten der Wurt 
(Foto: W. Schwarze).


Mittelalterliche Randscherben der Weichen Grauware
 (Eitopf) (1), der
Muschelgrusware (2-3) und mit
Gesteinsgrusmagerung (Zeichnung: P. Schamberger).

Frühes Mittelalter

Blersum (2007)

FdStNr. 2312/8:45-7, Stadt Wittmund, Ldkr. Wittmund

Auf der kleinen Dorfwurt Blersum wurde ein etwa 1,60 m tiefer Bodeneingriff bei der Erweiterung des Kindergartens nötig. Er liegt unmittelbar westlich der kleinen spätromanischen Kirche im höchsten Bereich der Wurt bei +4,50 m NN. Bei der archäologischen Begleitung der Erdarbeiten konnten die oberen Schichten der Wurt dokumentiert und Funde geborgen werden.

Im unteren Bereich der Stratigraphie lag bei +3,00 m NN ein Auftrag aus grau-bläulichem Klei. In dieser Schicht wurde die Randscherbe eines kleinen Eitopfes gefunden (1), die sie in das 7./8. Jahrhundert datiert. Darüber lag eine dünne Schicht aus sandigem Klei mit Einschlüssen von verziegeltem Lehm. Über ihr lagerte eine bis zu 0,14 m dicke hellrote Schicht aus verziegeltem Lehm (Abb. links oben), dessen Oberkante bei +3,28 m NN lag. Es könnte sich dabei durchaus um die Überreste eines im frühen Mittelalter abgebrannten Hauses handeln. Der weitere Wurtauftrag von 0,80 m Mächtigkeit ließ sich nicht näher untergliedern, er bestand aus bräunlichem humosem Klei. Er scheint vorrangig im 9. Jahrhundert erfolgt zu sein, wie diverse Scherben der Muschelgrusware zeigten (2-3), es kam allerdings auch jüngere Harte Grauware vor. Eine Besonderheit stellt eine gesteinsgrusgemagerte Randscherbe mit nach innen geneigtem Abstrich dar (4-5), weil diese Ausformung des Randes bisher der Muschelgrusware vorbehalten schien (vgl. Stilke 1995, 39: Typ 5).

Lit.: Stilke, H.: Die früh- bis spätmittelalterliche Keramik von Emden. Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 22, 1995, 9-200).

R. Bärenfänger

Fundchroniken  Zeittafel Grabungen 2007