Im Torf und im Sand (Vordergrund) waagerecht
 verlegte Holzpfähle
(Foto: W. Schwarze).


Profil des Drainagegrabens mit den Holzpfählen auf 
der Grubensohle (Foto: W. Schwarze).

Unbestimmt/Neuzeit

Berumerfehn (2007)

FdStNr. 2410/5:16, Gde. Großheide, Ldkr. Aurich

Im Torfabbaugebiet des Berumerfehner Moores, das im Norden in das Nenndorfer und im Osten in das Meerhusen-Tannenhausener Moor übergeht, wurden Holzpfähle ausgebaggert. Sie fanden sich über einen etwa von Westen nach Osten gerichteten Streifen von rund 250 m Länge. Da die Pfähle Längen von 1,60 bis 4,00 m und Durchmesser von bis zu 0,20 m aufwiesen, bestand der Verdacht, es könnte sich um einen zerstörten Pfahlweg handeln. Bei der Besichtigung der Fundstelle zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurde mit der Abbaufirma eine archäologische Dokumentation vereinbart, die von der Ostfriesischen Landschaft durchgeführt werden sollte. Dabei wurden nebeneinander im Torf verlegte Holzpfähle, in der Regel vier, freigelegt, die nicht durch eine Unterkonstruktion mit anderen Hölzern oder eingerammte Seitenpflöcke befestigt worden waren (Abb. links oben). Die geraden, teils entasteten Birken- und vermutlich Erlenstämme, deren Enden schräg oder quer abgesägt worden waren, lagen vielmehr in einem Graben, was ihnen seitlichen Halt verlieh. Der Graben, der etwa 0,40 bis 0,50 m breit war, war nicht nur im Torf, sondern auch stellenweise in den Sanduntergrund eingetieft worden (Abb. links unten). Daher dienten die Holzpfähle offensichtlich der Moorentwässerung, vermutlich eine Trockenlegungsmaßnahme, die der neuzeitlichen Moornutzung und dem Torfabbau voraus ging.

W. Schwarz

 

Fundchroniken  Zeittafel Grabungen 2007