OSTFRIESISCHE LANDSCHAFT - REGIONALVERBAND FÜR KULTUR, WISSENSCHAFT UND BILDUNG
DATENSCHUTZ | IMPRESSUM | TELEFONZENTRALE: +49 (0)4941 17 99 0
Landschaft von Ostfriesland
Ältere Beiträge Aktuelles |

Projekt „Grenzland Festungsland“

 

„Grenzland Festungsland“

Archäologische Erforschung frühneuzeitlicher Wehranlagen in Ostfriesland

Projektleiter: Dr. Andreas Hüser, Aurich

 

Seit Mai 2010 ist die Ostfriesische Landschaft Partner eines bis Ende 2013 laufenden Forschungsprojektes zur Erfassung frühneuzeitlicher Festungen und Schanzen im Landkreis Leer. Das Projekt „Grenzland Festungsland“ wurde von der Touristik GmbH „Südliches Ostfriesland“ initiiert und lehnt sich an Vorbilder in den östlichen niederländischen Provinzen an. Es ist Bestandteil des „Netzwerk TOEKOMST“  zum Ausbau und zur Stärkung touristischer Maßnahmen im deutsch-niederländischen Grenzbereich, wird im Rahmen des INTERREG IV A Programms Deutschland-Nederland aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt sowie  durch das Programmmanagement der Ems Dollart Region (EDR) begleitet.

Ziel ist es, zwei noch vergleichsweise gut erhaltene Wehranlagen in Ostfriesland unter archäologischen Gesichtspunkten zu untersuchen und später die Ergebnisse in touristische Ziele einfließen zu lassen, hierzu zählen museale Präsentationen, Internetauftritte und Broschüren.

Bei den beiden Objekten handelt es sich zum einen um die Dieler Schanzen bei Weener (siehe auch Bild 1) und zum anderen um die Festung Leerort auf der Landspitze im Mündungsbereich der Leda in die Ems bei Leer (Bild 2).

 

nähere Informationen zu dem Projekt finden Sie HIER

 

 

Bild 1: Airborne-Laserscan des "Jemgumer Zwingers" als Teil der Dieler Schanzen
Bild 2: Archäologische Ausgrabungen in der Festung Leerort

Ihlow - Archäologische, historische und naturwissenschaftliche Forschungen zu einem ehemaligen Zisterzienserkloster in Ostfriesland

 

Neuerscheinung:

Rolf Bärenfänger und Marion Brüggler (Hrsg.):

"Ihlow - Archäologische, historische und naturwissenschaftliche Forschungen zu einem ehemaligen Zisterzienserkloster in Ostfriesland"

 

Die von 1973 bis 2008 auf dem Gelände des nach 1529 wüstgefallenen Klosters Ihlow durchgeführten Ausgrabungen waren die ersten, die in Ostfriesland als Suche nach Antworten auf konkrete Fragen von Historikern unternommen wurden. Ihlow liegt auf einer Geestinsel bei Ludwigsdorf ca. 8 km südsüdwestlich von Aurich. Der Sammelband befasst sich mit der archäologischen Topographie Ihlows, der früh- und hochmittelalterlichen Siedlung am Dachsberg, eichenen Krummhölzern vom Dachsberg, die als Unterzüge eines Fußbodens zweitverwendete Teile von Schiffsspanten waren und archäologischen Ausgrabungen von 1973-2006, bei denen die nach 1270 gebaute Backsteinkirche, Klausur, Gräber, Wasserbauten und Baumaterialien dokumentiert und ausgewertet wurden. Weitere Themen sind pollenanalytische Untersuchungen im Klosterbereich, dreizehn Skelette aus der Klosterkirche und ihre anthropologische Auswertung, Ausgrabungen in der Klausur von 2006-2008  sowie Geschichte und Bedeutung des Klosters Ihlow-Meerhusen.

 

Hardcoverband im Format 21,0 x 29,7 cm | 384 Seiten mit 387 Abbildungen und 16 Tabellen | Gewicht: 1800 g | erschienen in der Reihe: Beiträge zur Archäologie in Niedersachsen | Erscheinungsjahr: 2012 | Preis: 49,80 Euro

 

ISBN 978-3-89646-936-6

 

Einen Link zum Verlag finden Sie HIER

 

 

 

Land der Entdeckungen - Die Archäologie des Friesischen Küstenraums

 

 

Neuerscheinung:

 

Ostfriesische Landschaft (Hrsg.) |

Redaktion und Bearbeitung

Jan F. Kegler,

unter Mitarbeit von Annet Nieuwhof, Kristina Nowak-Klimscha und Heike Reimann

Ausstellungskatalog zu den Ausstellungen „Land der Entdeckungen - Die Archäologie des friesischen Küstenraums“ in Emden, Assen, Groningen und Leeuwarden.

 

Mehr als Deiche, Kühe und Windmühlen – in der deutsch-niederländischen Küstenregion gibt es viel zu entdecken. Im Boden zwischen Jadebusen und IJsselmeer verbergen sich die Spuren und Geschichten der Menschen, die seit dem Ende der letzten Eiszeit hier gelebt haben. „Land der Entdeckungen“ lüftet die Geheimnisse und nimmt Sie mit auf eine Expedition in die Archäologie der Region. Vier thematische Ausstellungen in Deutschland und den Niederlanden präsentieren die Höhepunkte archäologischer Forschung der letzten 50 Jahre in Ostfriesland und den nördlichen Niederlanden.

 

Klimaveränderungen und Meeresspiegelschwankungen erschwerten die Besiedlung der Region.

Dennoch hat der Mensch hier Fuß gefasst und die Küstenregion in die heutige Kulturlandschaft verwandelt. Archäologen und andere Wissenschaftler stellen in dem Begleitband zu den Ausstellungen das aktuelle Bild der Forschung dar und präsentieren ihre neuesten Ergebnisse. Etliche Funde aus dem friesischen Küstenraum liefern wichtige Erkenntnisse für das Verständnis der Vergangenheit. Zusammen ergibt diese Darstellung einen vollständigen Überblick über die Archäologie der Region, von den ersten Jägern und Sammlern bis in die Frühe Neuzeit. Unter unseren Füßen wartet die Geschichte nur darauf, entdeckt zu werden!

 

Bildband im Format 24 x 30,5 cm | 480 Seiten | zahlreiche großformatige Abbildungen | hochwertig gebundene Ausgabe | zweisprachig: Deutsch und Niederländisch | Erscheinungsjahr: 2013 | Preis: 34,80 Euro

 

 

ISBN 978-3-940601-16-2

 

Das Inhaltverzeichnis finden Sie HIER

 

Den Begleitband erhalten Sie bei Ihrem Buchhandel, oder direkt bei der OLV GmbH.

 

 

 

Hefte zur ostfriesischen Kulturgeschichte, Band 2 erschienen: Tod und Herrlichkeit – Die Gruft der Herrlichkeit Dornum in der St. Bartholomäuskirche

 

Neuerscheinung:

 

Ostfriesische Landschaft (Hrsg.) |

Redaktion und Bearbeitung: Sonja König

mit Texten von Rolf Bärenfänger, Armin Gallinat, Jan F. Kegler, Sonja König, Andreas und Regina Ströbel sowie Dana Vick

 

Die Gruft unter der St. Bartholomäuskirche in Dornum wurde im Rahmen eines Teilprojektes von „Land der Entdeckungen“ unter der Bezeichnung „Tod und Herrlichkeit“ untersucht. Sie erfreut sich großer Beliebtheit bei den Besuchern. Nun ist in niederländischer und deutscher Sprache in der Reihe „Hefte zur ostfriesischen Kulturgeschichte“ ein Band erschienen mit dem Titel „Dood en heerschap – De grafkelder van de heerlijkheid Dornum in de St. Bartholomeuskerk. Tod und Herrlichkeit – Die Gruft der Herrlichkeit Dornum in der St. Bartholomäuskirche“.

 

Eine bisher viel zu wenig gewürdigte Besonderheit des ostfriesischen Küstenraumes sind die "Grüfte der Herrlichkeiten". In Dornum besteht ein Ensemble aus der Kirch mit der Gruft, der Grablege der Familien auf der Norderburg und der Brug dem Wohnort der Familie. Durch die hihe Luftfeuchtigkeit, kriegswirren und bauliche Veränderungen war die Gruft in einen schlechten Zustand geraten. Als Forschungsmodul "Tod und Herrlichkeit" im interreg IV A Projekt "2013 - Land der Entdeckungen", betreut von der Ems Dollart Region (EDR) wurde die Gruft im Jahre 2011 unter wissenschaftlicher Leitung der Ostfriesischen Landschaft untersucht, dokumentiert, gesichert und der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Das Heft ist über die evangelische Kirchengemeinde in Dornum zu beziehen.

Softcover im Format 21 x 29,5 cm | 84 Seiten | zahlreiche großformatige Abbildungen | hochwertig gebundene Ausgabe | zweisprachig: Deutsch und Niederländisch | Erscheinungsjahr: 2013

 

 

 

Kulturwege R(h)eiderland - Leider vergriffen!

(c) Anton Tiktak 2011

 

Die Kulturwege R(h)eiderland sind leider schneller vergriffen gewesen, als wir gedacht haben. Die 1500 Exemplare umfassende deutsche Auflage wurde uns quasi aus den Händen gerissen. Einige letzte deutsche Exemplare wurden an unsere Sponsoren Wingas GmbH und EWE AG ausgeliefert. Sie sind im Besucher-Infozentrum auf dem Speichergelände des Erdgasspeichers Jemgum erhältlich. Anfahrt und Öffnungszeiten erfahren Sie hier.

 

Wenn Sie gerne noch ein Exemplar der "Kulturwege" erwerben möchten, dann können Sie uns helfen in dem Sie den Fragebogen ausfüllen. Dies erleichtert die Entscheidung, ob die Ostfriesische Landschaft eine Neuauflage zu versuchen soll.

 

Vielen Dank für Ihr Interesse.

Das Team der "Kulturwege"

 

 

 

Kulturwege R(h)eiderland

(c) Anton Tiktak 2011

 

Vorstellung der kulturhistorischen Wanderroute „Kulturwege R(h)eiderland. Kulturhistorische Routen in Ostfriesland und Groningen".

 

Am 26.08.2011 wurde die Veröffentlichung in Bad Nieuweschans vorgestellt. Ab sofort ist das Buch bei den touristischen Informationsstellen in Ostfriesland oder den VVV der Provinz Groningen auf Nachfrage kostenlos erhältlich. Es wird nur ein Exemplar pro Haushalt abgegeben.

 

"Es handele sich um ein Pilotprojekt", sagte Landschaftsdirektor Dr. Rolf Bärenfänger bei der Vorstellung des Buches. "Bedarf sei eine Neuauflage ebenso denkbar wie ein Führer für eine andere Region.". Um das Potenzial einer solchen zukünftigen Veröffentlichung zu ermitteln, bitten wir alle Interessierten an einer Befragung teilzunehmen. Der Fragebogen kann auf deutsch und auf niederländisch hier heruntergeladen werden.

 

Das Buch entstand im Rahmen des grenzübergreifenden Projektes HAIP (Historisch-Archäologischer Informationspunkt), das im Rahmen des INTERREG IV-A Programms Deutschland-Nederland aus dem europäischen Fonds für regionale Ent­wicklung (EFRE), sowie vom Land Niedersachsen, der Provinz Groningen, der Gemeinde Saterland und der Stiftung Vrienden van de Nieuwe Schans gefördert wird. Das Pro­jekt wird durch das Programmmanagement der Ems Dollart Region (EDR) begleitet. Weitere Zuschüsse für den Druck des Buches kamen von der EWE AG, Oldenburg, der Wingas GmbH & Co. KG., Kassel und Arte del Norte, Bellingwolde.

 

Den Presseinformationstext finden Sie HIER,

die Präsentation zur Buchvorstellung finden Sie HIER.

 

Viel Spaß beim Erforschen des R(h)eiderlandes und eine gute Fahrt, wünscht das Team des Archäologischen Dienstes der Ostfriesischen Landschaft.

 

 

Kulturwege R(h)eiderland - Vorankündigung!

 

Vorankündigung!

 

Die kulturhistorische Radwanderroute "Kulturwege" erscheint in Kürze!

 

Die Ems-Dollart Region ist eine vielfältige Landschaft mit reicher Geschichte. Viele Facetten der Landschaft sind im wahrsten Sinne erfahrbar. Die Region an der deutsch-niederländischen Grenze, rund um die im 16. Jahrhundert entstandene Meeresbucht Dollart, besteht nicht nur aus historischen Ortschaften und Baudenkmälern. Die historischen Regionen R(h)eiderland und Oldambt haben eine Jahrhunderte lange wechselvolle Geschichte. Die in Kürze erscheinenden „Kulturwege R(h)eiderland. Kulturhistorische Routen in Ostfriesland und Groningen“ sind nicht einfach nur Wegbeschreibungen. Sie sind eine Zusammenfassung der aktuellen archäologischen und historischen Erkenntnisse der Region. Da es sich um ein grenzübergreifendes Projekt handelt, erscheinen die Kulturwege auf Deutsch und auf Niederländisch ("Cultuurpaden R(h)eiderland. Cultuurhistorische Routes in Ost-Friesland en Groningen.")

 

Kulturhistorische Wanderungen in Ostfriesland und Groningen

 

Der erste Band der „Kulturwege“ beinhaltet zwei Fahrradrouten und einen Dokumentarfilm. Die erste Route führt durch das niederländische Reiderland und Oldambt um die Meeresbucht Dollart herum. Die zweite Route verläuft durch das ostfriesische Rheiderland entlang der unteren Ems. Die Strecken verweisen auf die Entstehung der Küstenlandschaft und lenken die Aufmerksamkeit auf die Erschließung der Moore. Entlang der Routen findet man zahlreiche Dorfwurten und erhält einen Eindruck von ausgedehnten Grünlandflächen, die heute als Naturschutzgebiete im Frühjahr und Herbst Wandervögeln als Brut- und Rastplätze dienen. Die vom Menschen geschaffenen weitläufigen Polder und großen landwirtschaftlichen Flächen zeugen von der Schaffung neuen Lebensraums nach den verheerenden Sturmfluten. Als Relikte alter Grenzverläufe und religiöser Auseinandersetzungen sind die ehemaligen Schanzen als begehbare Denkmäler zu entdecken.

 

Stille nach dem Sturm

 

Der niederländische Dokumentarfilmer Anton Tiktak begleitete zwei Jahre lang archäologische Ausgrabungen und interviewte Historiker und Archäologen. Der daraus entstandene Dokumentarfilm „Stille nach dem Sturm“ beschreibt in eindrucksvollen Bildern die heutige Kulturlandschaft und ihre geschichtlichen Wurzeln.

 

Grenzübergreifende Zusammenarbeit

 

Die "Kulturwege" wurden in Zusammenarbeit der Provinz Groningen, der Ostfriesischen Landschaft und der Stiftung Vrienden van de Nieuwe Schans im Rahmen des Projektes Historisch-Archäologischer Informationspunkt "Friesische Johanniter" im Saterland entwickelt, indem auch der niederländische Archeologische Informatiepunt Dollardboezem in Bad Nieuweschans entstanden ist.

Das Projekt Historisch-Archäologischer Informationspunkt "Friesische Johanniter" wird im Rahmen des INTERREG IV-A Programms Deutschland-Nederland aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Im Rahmen dieser Förderung fließen Zuschüsse des Landes Niedersachsen, der Provinz Groningen, der Gemeinde Saterland und der Stiftung Vrienden van de Nieuwe Schans. Das Projekt wird durch das Programmmanagement der Ems Dollart Region (EDR) begleitet. Der Druck entstand mit freundlicher Unterstützung durch die EWE AG, Oldenburg, die Wingas GmbH & Co. KG., Kassel und Arte del Norte, Bellingwolde.

 

Mehr Informationen finden Sie auch in der Broschüre "Grenzgänger 2011

 

Die Kulturwege sind kostenlos über die Tourismusinformationsstellen in Ostfriesland, der Vereniging voor Vreemdelingenverkeer (VVV) in den nördlichen Niederlanden erhältlich.  

 

Grenzland - Festungsland

Dieler Schanze: 30 cm breite und 65 kg schwere „Bombe“ (Foto: Ostfriesische Landschaft/A. Hüser)

 

Seit Mai 2010 führt die Ostfriesische Landschaft ein Forschungsprojekt zur Erforschung neuzeitlicher Schanzen und Festungen Im Landkreis Leer durch. Ausgrabungen in der Dieler Schanze bei Weener unter Leitung des Archäologen und Projektleiters Dr. Andreas Hüser im Jahr 2010 offenbarten einen Einblick in den Aufbau einer militärisch genutzten Schanze des 17. Jh. an der Südgrenze Ostfrieslands gegen das katholische Münsterland. Zwei Wassergräben umgaben die Schanze. Sie enthielten umfangreiches organisches Fundmaterial in sehr guter Erhaltung. Besonders hervorzuheben sind Reste einiger Lederschuhe sowie der Fund eines vollständig erhaltenen und mit Schwarzpulver gefüllten Mörsergeschosses. Tonpfeifen, Gebrauchskeramik, Münzen und weitere Waffenfunde komplettieren einen Einblick in das Leben und Treiben in der Schanze, die 1672 geschleift wurde.

Älteste erhaltene Boot Ostfrieslands

Der Einbaum vor der Bergung. Im Hintergrund: der Jemgumer Kirchturm (Foto: G. Kronsweide).

 

Südlich vor Jemgum wurden im Sommer unter der Leitung des Archäologen Bernhard Thiemann M.A. auf einem der Kavernensammelplätze Suchschnitte angelegt. Eine Hofstelle des 10. bis 12. Jahrhunderts sowie ein Damm in einem Priel der Römischen Kaiserzeit bildeten den Kern der Grabung. Außergewöhnlich war der Fund eines Einbaumes, der der Öffentlichkeit Mitte Oktober vorgestellt und inzwischen nach Schleswig zur Konservierung gebracht wurde.

  • Bericht in OZ vom 22.10.2009
  • Bericht in OZ vom 27.10.2009

Hohegaste (Stadt Leer)

Grabungstätigkeiten in Hohegaste (Foto: G. Kronsweide).

 

In Hohegaste (Stadt Leer) wurde nach Prospektionsschnitten im letzten Jahr im März unter der Leitung von Christoph G. Schmidt M.A. mit einer Ausgrabung auf einer Geestkuppe begonnen. Anlaß der Untersuchung ist die Verlegung einer Gasleitung durch dieses Areal.

Im Westerhammrich der Stadt Leer wird aufgrund der kompletten Erschließung des Gebietes durch die GVL die im Vorjahr begonnene Untersuchung unter der Leitung des Grabungstechnikers Axel Prussat seit April fortgesetzt. Im Sommer wurde ein großer hölzerner Brunnen aus dem 3. Jahrhundert entdeckt und freigelegt.

 

Bei der Untersuchung des "Galgenfeldes" in Loga aufgrund einer Bebauung durch die Lebenshilfe Leer wurden mehrere Pfostengruben gefunden, die eine Zugehörigkeit zu einer neuzeitlichen Richtstätte wahrscheinlich machen.

 

Im April begann in Sandhorst (Stadt Aurich) eine Notbergung im Zuge von Straßenbauarbeiten zwischen der Bundesstraße 210 und dem Industriegebiet Nord in Tannenhausen. Leiter der Maßnahme ist Grabungstechniker Walter Schwarze.

 

In Brinkum (Samtgemeinde Hesel) wird im Rahmen einer Siedlungserweiterung das Planungsgebiet durch den Grabungstechniker Herbert Lange archäologisch untersucht.

 

Die Ausgrabungen in Westerholt gehen im April ins neunte Grabungsjahr und liefern immer noch spektakuläre Funde.

 

 

 

 

Stadtgebiet Aurich - Schloßareal

Die Archäologin Dr. Sonja König (rechts) und die Grabungstechniker Herbert Lange (vorn) und Walter Schwarze legen eine Holzkonstruktion an der Julianenburger Straße in Aurich frei (Foto: G. Kronsweide).

 

Im Stadtgebiet Aurich südlich des Schloßareals wurden Anfang Januar bei Bauarbeiten für das neue Kirchenkreisamt frühmittelalterliche Siedlungsspuren aufgedeckt. Eine Holzkonstruktion aus dem 17. Jahrhundert entpuppte sich als Eiskeller.

 

 

 

 

Vermischtes

 

Neue Leitung beim Archäologischen Dienst
Am 1. Dezember 2008 hat Dr. Rolf Bärenfänger die Leitung des Archäologischen Dienstes an Dr. Sonja König abgegeben. Die aus Hannover gebürtige Archäologin studierte in Göttingen Ur- und Frühgeschichte sowie Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Ihre Magisterarbeit behandelte die mittelalterliche Fundstelle Posteburg im Großraum Springe westlich von Hannover. Ihre Dissertation hatte die Sachkultur der hochmittelalterlichen Stadtwüstung Nienover im Solling zum Thema. Bisher betreute sie Forschungsprojekte der Georg-August-Universität Göttingen und bei der Bezirksarchäologie Braunschweig. Außerdem war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg - Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Ihre künftigen wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte sieht sie in der Keramikforschung und Ofentechnologie, im Bereich des Handels und Handwerks in Mittelalter und Neuzeit sowie in der frühen Handelsorganisation im friesischen Küstenraum.

 

Nachfolger von Dr. Wolfgang Schwarz
Der aus Köln gebürtige Dr. Jan F. Kegler hat am 1. Januar 2009 die Nachfolge von Dr. Wolfgang Schwarz als Leiter des Archäologischen Forschungsinstituts der Ostfriesischen Landschaft übernommen. Er schloss sein Studium der Ur- und Frühgeschichte, der Klassischen Archäologie und der Geologie an der Universität zu Köln mit einer Magisterarbeit zur späteiszeitlichen Fundstelle Andernach/Martinsberg ab. Seine Promotionsschrift fertigte er über die südfranzösische Höhle Le Mas d’Azil in der Ariège an. Berufliche Erfahrungen konnte er als Ausgrabungstechniker für das Landesamt für Archäologie in Sachsen und als wissenschaftlicher Mitarbeiter im internationalen Forschungsprojekt NESPOS sammeln. Zuletzt war Dr. Kegler als wissenschaftlicher Ausgrabungsleiter und wissenschaftlicher Projektkoordinator an der ICE-Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig für das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Sachsen-Anhalt tätig. Dr. Keglers Interessensschwerpunkte liegen in der späteiszeitlichen und frühholozänen Archäologie sowie in der Entwicklung der Landschaftsgeschichte. Die in den letzten Jahren in Ostfriesland gewonnenen archäologischen Daten sollen in einen GIS basierten Standard überführt werden, als Werkzeug für eine Interpretation der Besiedlungsgeschichte Ostfrieslands.

 

Doktorandenkolloquium
Am 27. Juni 2009 (Sa.), veranstaltete das Forschungsinstitut der Ostfriesischen Landschaft ein öffentliches Doktorandenkolloquium. Neun junge Wissenschaftler stellten ihren Forschungsstand über archäologisches Material aus Ostfriesland vor. Svea Mahlstedt, Universität Kiel (mesolithische Funde in Nordwestdeutschland), Jennifer Materna, Universität Münster (Großsteingrab Tannenhausen), Petra Rosenplänter, Universität Göttingen (Besiedlung im Nortmoorer Hammrich von der Bronzezeit bis zum frühen Mittelaler), Hardy Prison, Ostfriesische Landschaft (Marschengrabung Jemgumkloster), Kai Niederhöfer, Universität Münster (Fundstellen im ostfriesischen Wattenmeer), Michael Schäfer, Universität Bamberg (Siedlungsgrabung Hollen), Bernhard Thiemann, Ostfriesische Landschaft (Zisterzienserkloster Ihlow - Grabungen im Klausurbereich), Katharina Stech, FU Berlin (paläopathologische Untersuchen an Skeletten aus der Großen Kirche in Emden) - sie hielt zudem stellvertretend für die kurzfristig verhinderte Melanie Timmermann den vorgesehenen Vortrag über die Skelettfunde im Kloster Ihlow.

 

Tag der offenen Tür
Am 9.5.2009 präsentierte der Archäologische Dienst im Rahmen des Tages der offenen Tür der Ostfriesischen Landschaft unter anderem Forschungsergebnisse des letzten Berichtsjahres: 
- Borkum (Michael Krecher: 800 Jahre Kirche "Alter Leuchtturm"), 
- Kloster Ihlow (Bernhard Thiemann: Von der Holzkirche zum Fürstenschloß) und 
- Jemgumkloster (Hardy Prison und Nina Rosenbaum: Landschaftswandel an der Ems). 
Im Rahmen der Grabung Jemgumkloster wurde die Blockbergung eines Brandgrabes untersucht. Außerdem wurde die Produktion von Fliesen aus dem Kloster Ihlow demonstriert. Annähernd tausend Besucher waren gekommen, um sich einen Einblick in die Tätigkeit des Hauses zu verschaffen.

 

KALENDER
Events