OSTFRIESISCHE LANDSCHAFT - REGIONALVERBAND FÜR KULTUR, WISSENSCHAFT UND BILDUNG
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Landschaft von Ostfriesland
GRAPHOTHEK |
KULTUR / GRAPHOTHEK

Ostfriesische Graphothek

1976 entstand in Ostfriesland eine Graphothek für den ländlichen Raum. Die „Ostfriesische Graphothek“ genannte Sammlung wurde nach dem Muster der Arthotheken in Großstädten und Metropolen aufgebaut und musste dabei einen eigenen Weg beschreiten, die die Gegebenheiten einer ländlichen Region wie Ostfriesland ohne Oberzentren berücksichtigte. Es ging um die kulturelle Versorgung von Mittelzentren und dem ländlichen Raum, der sehr dünn besiedelt ist. „Ziel der Ostfriesischen Graphothek war es, Begegnungsmöglichkeiten mit der Moderne zu ermöglichen kann, Originale kennenzulernen und sich in einzelne Werke und Motive zu vertiefen.“[Heiko Jörn 2010]

 

Unter dem Namen „Modellversuch zur Verbesserung der kulturellen Infrastruktur Ostfrieslands“ wurde am 27. Mai 1975 ein Modellversuch des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) erstmals einem geladenen Teilnehmerkreis in der Ostfriesischen Landschaft vorgestellt. Dabei hieß es: „Analog zur Stärkung der Infrastruktur auf wirtschaftlichem Gebiet soll versucht werden, die kulturelle Infrastruktur in Ostfriesland über das bisher Praktizierte und Erreicht hinaus zu verbessern.“

 

Modellversuch zur Verbesserung der kulturellen Infrastruktur im ländlichen Raum ist der Zündfunke zur Gründung der Ostfriesischen Graphothek.

 

An diesem Tag im Mai 1975 bildeten sich spontan Arbeitsgruppen für die Bereiche Medienarbeit und Bibliotheken, Baudenkmalpflege, Museen, Theater, Volkstanz und Laientheater, Bildende Kunst und Musik. Die in Aussicht gestellten 1 Mio. DM pro Jahr für die Region haben die Aktivitäten der einzelnen Arbeitsgruppen sicherlich beflügelt.

 

 

In der Ostfriesischen Landschaft entwickelten sich aus diesen Arbeitskreisen folgende Fachabteilungen bzw. Bereiche:

 

1. Regionales Pädagogisches Zentrum (ursprünglich KBZ)

2. Museumsverbund für Ostfriesland (entstanden aus MOBILE)

3. Ostfriesische Graphothek

4. Kostümfundus

 

Die Graphothek:

1975 beauftragte das Land Niedersachsen mit der Maßnahme des „Modellversuchs zur Förderung und Verbesserung der Infrastruktur Ostfrieslands“ die Ostfriesische Landschaft in den fünf Städten Aurich, Emden, Leer, Norden und Wittmund jeweils eine Sammlung von Originalgrafiken einzurichten, die über die Bibliotheken ausleihbar sein sollten wie es bei Büchern der Fall ist. Dabei sollte auf die personelle und fachliche Infrastruktur der städtischen Bibliothek zurückgegriffen werden. Seit 1989 wurden auch Fotografien und Polaroids angeschafft, darunter großformatige Polaroids, von denen weltweit nur zwei Kameras existieren. Insgesamt zählen rund 1.500 Kunstwerke zum Bestand der Ostfriesischen Graphothek.

 

Neben einigen kostbaren Grafiken älterer berühmter Künstler wie Auguste Renoir, Utrillo, Lovis Corinth oder Hans Thoma, bilden die Kunst der 1960er und 1970er Jahre mit den Stilrichtungen des kritischen Realismus und des Konstruktivismus, der Pop Art bis zur „Wiener Schule“ und neuere Strömungen der abstrakten Kunst den Schwerpunkt der Sammlung. Etwa eine Drittel der Grafiken berücksichtigt die Künstler, die in Ostfriesland arbeiten, so dass die Ostfriesische Graphothek insgesamt einen Überblick über die internationale und regionale Moderne gewährt.

 

Die Ostfriesische Graphothek einstand genau zehn Jahre vor der Eröffnung der Kunsthalle Emden, die im Oktober 1986 von Henri Nannen der Öffentlichkeit übergeben wurde. Vor Gründung dieses Museums für zeitgenössische Kunst, bot die Graphothek die einzige Möglichkeit, in der Region in Kontakt und Austausch mit der Kunst der Moderne in Berührung zu kommen. Die Graphothek erfüllte bis zu diesem Zeitpunkt die Aufgaben der Vermittlung der Moderne, wobei sie dezentral für die Besucher vor Ort zur Verfügung stand. Das entsprach Ende des 20. Jh. dem Bottom-Up-Prinzip, bei dem Kunstwerke sich den Besuchern annähern sollten.

 

Damaliges Ziel der Graphothek war es, im ländlichen Raum, der bis dahin nur wenige Begegnungsmöglichkeiten mit der Moderne ermöglichte, Originale kennenzulernen und sich in einzelne Werke und Motive zu vertiefen.

 

Aktuell sind alle Kunstwerke eingelagert und es wird angestrebt, ein neues Sammlungskonzept für die Ostfriesische Graphothek zu entwickeln.

 

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