Das Große Orgelzimmer
Wenn Sie den vorderen Ausstellungsraum wieder verlassen, dann gelangen Sie in der Mitte des Flures rechts in ein Zimmer, in welchem Sie das Wahrzeichen des Organeums erwartet: die Kabinett-Orgel von Ibe Peters Iben, erbaut in Emden im Jahre 1790.

Sie wurde in den Jahren 2007 und 2008 gründlich restauriert und präsentiert sich Dank einer großzügigen privaten Zuwendung wieder in alter Pracht und Herrlichkeit: Das Gehäuse in Mahagoni-Imitation, mit kunstvollen geschnitzten Figuren versehen und mit einer verführerisch leuchtenden Obstschale bekrönt, die Prospektpfeifen mit glänzendem Weißgold und Rotgold veredelt.
Das prunkvolle Gehäuse verleiht der Iben-Orgel einen einzigartige Ausstrahlung. Es lässt sich mit den Flügeltüren und der Klaviaturabdeckung vollständig verschließen und sieht dann aus wie ein Kabinettschrank.

Die kunstvollen Schnitzereien sind nach Vorlagen aus dem „Kunstbücklein“ von Jost Amann, Nürnberg 1599 gestaltet, das noch bis ins 18. Jahrhundert verbreitet war. Die Figuren sind allegorische Darstellung der Wahrheit (links) und der Minerva, der Göttin des Handwerks und der Künste (rechts).

Äußerlich unscheinbarer, aber klanglich auf höchstem Niveau, präsentiert sich die Bureaux-Orgel aus der Werkstatt von F.C. Schnitger & H.H. Freytag, die vermutlich um das Jahr 1796 in Groningen erbaut worden ist. Statt in einen Kabinett-Schrank ist diese Orgel in einen Sekretär eingebaut. Mit der vorzüglichen silbrigen Intonation spielt das originale Orgelwerk lieblich und hell auf.
Die beiden Orgeln stehen aber nicht allein im Raum. Zu ihr gesellen sich drei weitere Tasteninstrumente unterschiedlicher Bauart. Eines davon ist eine Neuerwerbung aus dem Jahr 2009: ein Cembalo, 1966 nach niederländischem Vorbild von Dulcken, erbaut von Klaus Ahrend.
CEMBALO NACH DULCKEN Klaus Ahrend, 1966
Mit dem großen Tonumfang und dem edlen Klangbild stellt dieses Instrument, dass durch eine private Spende finanziert wurde, eine große Bereicherung der Instrumenten-Sammlung dar.
Außerdem berherbergt dieses Zimmer ein prächtiges Druckwind-Harmonium der Firma Schiedmayer aus Stuttgart. Mit zwei Manualen und einem hochwertig gearbeiteten Gehäuse ist es ein wahres Prunkharmonium, das mühelos eine große Kirche mich Klang erfüllen kann. Für das Harmonium haben bekannte Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts viele qualitätvolle Kompositionen geschrieben.
zurück zur Übersicht