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Landschaft von Ostfriesland
Stationen der Enstehung und der Restaurierung |
Orgel Große Kirche Leer / Stationen der Enstehung und der Restaurierung
Ältestes Schriftzeugnis über den (Um)-Bau der Orgel im Jahre 1609 durch Marten de Mare: Chronik des Wessel Onken
Disposition der durch A.A. Hinsz erweiterten De Mare-Orgel, überliefert von Marten Jellen
Die Ansicht der De Mare-Hinsz-Höffgen-Orgel in der Gestalt nach 1850. Das Foto von Walter Kaufmann zeigt die Orgel vor dem Umbau durch Paul Ott (Anfang der 1950er Jahre)
Foto nach dem Umbau durch Paul Ott, aufgenommen von Walter Kaufmann. Die zwei neuen Rückpositive wurden in der Gestaltung an die Hauptorgel angepasst und in die Emporenbrüstung integriert. Das Schnitzwerk für die Rückpositive fehlt auf dem Foto noch.
Der rekonstruierte Spieltisch von Hendrik Ahrend Orgelbau am wiederhergestellten Unterbau des Hauptgehäuses
Die Orgel im Raum nach dem ersten Bauabschnitt der Restaurierung

Stationen ihrer Entstehung

 

1609  Renaissance        

Eine der ältesten Orgeln Ostfrieslands, erbaut von Marten de Mare, unter Verwendung der älteren de-Mare-Orgel aus dem Kloster Thedinga

 

1763-66   Hochbarock     

Albertus Anthoni Hinsz, Nachfolger Arp Schnitgers in Groningen, bedeutendster Orgelbauer dieser Zeit, vergrößert den Tonumfang und baut ein Rückpositiv hinzu.

Dies ist das einzige Projekt, das Hinsz in Deutschland ausführt.             

 

1845-50  Spätblüte des ostfriesischen Orgelbaus

Joseph Wilhelm Höffgen (Emden) baut zwei Pedaltürme hinzu und platziert das Hinsz-Rückpositiv als Oberwerk. Es entsteht der letzte monumentale  Barockprospekt Ostfrieslands. Vollendung der Arbeiten durch Brond de Grave-Winter

 

1953-55 Umbau durch Paul Ott  mit gravierenden Fehlern 

Paul Ott bringt die Pedaltürme auf 16-Fuß-Länge, entfernt das Oberwerk und baut stattdessen zwei Rückpositive in die Brüstung sowie einen freistehenden Spieltisch. Das Resultat sind eine schwergängige Mechanik, gravierende Veränderungen am historischen Pfeifenwerk, desolate Zungen und eine unzureichende Windversorgung.

 

 

 

Stationen der Restaurierung

1966-71       Ahrend & Brunzema   Konsolidierungsarbeiten

Verbesserungen an der Windversorgung, Neubau der Zungen, Nachintonation

1966 Nachbearbeitung des Hauptwerks und des Pedals

1971 Nachbearbeitung der Rückpositive

 

2014-15       Ahrend Orgelbau

Restaurierung 1. Bauabschnitt: Rekonstruktion der Spielanlage am Hauptgehäuse, Überarbeitung der Windladen, Anlage des zu rekonstruierenden Oberwerks

 

2017  Ahrend Orgelbau

Restaurierung 2. Bauabschnitt: Rekonstruktion des Oberwerks, Neuanfertigung der Prospektpfeifen aus reinem Zinn, , Restaurierung des historischen Pfeifenwerks, Austausch minderwertiger Pfeifen

 

 

Restaurierung 1. Bauabschnitt 2014/1015

 

Im Frühjahr 2015 wurde der im Sommer 2014 begonnene erste Bauabschnitt der Orgelrestaurierung in der Großen Kirche zu Leer vollendet. In großer Kunstfertigkeit wurde das historische Hauptgehäuse der Orgel restauriert und das verloren gegangene Untergehäuse rekonstruiert. Dort wurde an historischer Stelle die Spielanlage mit drei Klaviaturen für die Hände und einer Klaviatur für die Füße neu angelegt. Buchsbaum, Ebenholz und geräucherte Eiche lassen den Spieltisch in warmen Farben leuchten. Die Tasten der Manuale und die Pedaltasten bewegen über die feinädrigen neuen Trakturen die Ventile in den Windladen der vier Teilwerke. Die Registerzüge mit Ebenholzgriffen bedienen über eine wohldurchdachte Mechanik die 37 vorhandenen Register und die raffinierte Koppelanlage, welche die Teilwerke miteinander in verbindet.

Die Rekonstruktion des Oberwerkes mit geplanten 11 Registern ist technisch vorbereitet. Die Windversorgung ist von den Ladenbälgen befreit, aber noch nicht endgültig restauriert.

Über der feingliedrigen Mechanik zu den Rückpositiven wurde der Boden der Empore neu aufgebaut und geschlossen. Alle Teile wurden aus besten Materialien und in geschmackvoller Gestaltung ausgeführt.

Die hochqualifizierten Mitarbeiter der Orgelbauwerkstatt Ahrend erzielten durch ihre Erfahrung und Weitsicht bei den Arbeiten den ersehnten Erfolg: die rekonstruierte Spielanlage erlaubt ein ermüdungsfreies, feindifferenziertes Spiel.

Das Pfeifenwerk konnte im 1. Bauabschnitt noch nicht bearbeitet werden. Sämtliche Labialstimmen haben durch die fehlgeleiteten Veränderungen des Ott- Umbaus (1953-55) ihre Klangsubstanz und Leuchtkraft verloren. Allein das volle Werk der Orgel beeindruckt, weil es durch die von Ahrend & Brunzema erneuerten Zungenregister getragen wird. Bei sämtlichen kleineren Ensembleregistrierungen wird deutlich, wie viel das Klangbild gegenüber original erhaltenen oder vorbildlich restaurierten Denkmalorgeln abfällt. Die gleichschwebende Stimmung trägt ihren Anteil an einem blassen und unharmonischen Klangbild.

 

 

Restaurierung 2. Bauabschnitt 2017

 

Der zweite Bauabschnitt wird mit der Rekonstruktion der Prospektpfeifen aus Zinn, der Restaurierung der vorhandenen 2500 Pfeifen und der Rekonstruktion von rund 800 Pfeifen des verlorenen gegangenen Oberwerks und der dazugehörigen Windlade und Registerzüge sowie einer historischen Windanlage noch sehr viel mehr Arbeitszeit erfordern. Die Kosten dafür sind mit brutto 600.000,-€ veranschlagt.

Er bleibt als Zukunftsaufgabe, die der dann größten Orgel Ostfrieslands zu Glanz und größter Klangschönheit verhelfen wird. Die Finanzierung muss jetzt aufgebaut werden, um der Orgelbauwerkstatt die erforderliche Planungssicherheit zu geben. Darum bemühen sich die Orgelkommission und der Kirchbauverein mit großem Engagement.

 

 

KALENDER
Events
Adventskonzert im ORGANEUM | 17.00 u. 20.00 Uhr Kammermusik von Johann Sebastian Bach Hajo Wienroth - Traversflöte, Arwen Bouw - Violine und Winfried Dahlke – Cembalo bringen vier kunstreiche Sonaten von Johann Sebastian Bach zu Gehör. Im Anschluss a...
Beginn: 13.12.2018 17:00 Uhr
Ende: 13.12.2018 18:30 Uhr
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Beginn: 13.12.2018 20:00 Uhr
Ende: 13.12.2018 21:30 Uhr
Prof. Wolfgang Baumgratz konzertiert an der Ahrend & Brunzema- Orgel der katholischen St. Marienkirche. Auf dem Programm steht adventliche und weihnachtliche Orgelmusik von Johann Sebastian Bach, u.a. drei Choralvorspiele über den Choral "Nun komm de...
Beginn: 15.12.2018 17:00 Uhr
Ende: 15.12.2018 18:00 Uhr
Das berühmte Weihnachtsmärchen von Charles Dickens verschmilzt kleinen englischen Orgelstücken. Französische Noëls und gemeinsam gesungene Weihnachtslieder umrahmen nach Stapelmoorer Tradition das Geschehen.An der französischen Barockorgel: Reinalt K...
Beginn: 30.12.2018 19:00 Uhr
Ende: 30.12.2018 21:00 Uhr
Zum Neujahrskonzert lässt LKMD Winfried Dahlke fröhliche und selten aufgeführte Orgelwerke des Barock erklingen, die sich auf der Arp Schnitger-Orgel wunderbar entfalten und durch ihre „Neuheit“ die Ohren besonders erfreuen. Im Anschluss wird zu eine...
Beginn: 06.01.2019 17:00 Uhr
Ende: 06.01.2019 19:00 Uhr
„Musick aus allen landen, da Meister Arpen orgell-instrumenta gelieffert“ Werke vom V.Lübeck, G. Böhm, v. Noordt, J. Blow, Chr. Ritter, J.A. Coberg, J.B. Bach u.a. Es konzertiert Prof. Martin Böcker (Stade)
Beginn: 03.02.2019 17:00 Uhr
Ende: 03.02.2019 18:00 Uhr
Emmanuel Le Divellec,  Professor für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, konzertiert im März in der traditionsreichsten Orgelkonzertreihe Ostfrieslands an der Arp Schnitger-Orgel der Georgskirche Weener. Eintr...
Beginn: 03.03.2019 17:00 Uhr
Ende: 03.03.2019 18:00 Uhr