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Biographisches Lexikon für Ostfriesland HONART (van HONART, von den HONERT, von den HONAERT), Johann von
geb. 31.1.1636 Dordrecht Die führende Stellung der Niederländer im Vermessungswesen und in der Kartographie des 17. Jahrhunderts spiegeln Namen wie Hondius, Jansson, Blaeuw, Dou und Sems wider. Die Ausbildung an den Ingenieurschulen hatte dort inzwischen eine hohe mathematisch-wissenschaftliche Qualität erreicht und dazu geführt, daß deren Absolventen überall in Europa mit kartographischen Aufgaben betraut wurden.Im Jahre 1658 erhielt der zweiundzwanzigjährige Johann von Honart von der fürstlich ostfriesischen Regierung den Auftrag zur Vermessung und Kartierung des Anwachses vor dem alten Funnixsiel, dem Enno-Ludwigsgroden. Der junge Honart, vermutlich in Leiden bei Lehrern wie Frans van Schoten und Johannes Stampioen ausgebildet, sah offenbar in Ostfriesland bessere Chancen als in seinem Heimatland. Er blieb hier und ließ sich in Norden nieder, wo er auch am 27. August 1660 das Bürgerrecht erhielt. Am 28. Februar 1661 wurde er als Ingenieur und Landmesser in fürstliche Dienste übernommen. Schnell gewann Honart an persönlicher Reputation, denn schon im Jahre 1662 übte er in Norden die Funktion eines Majors der dortigen Bürgergarde aus. Die berufliche Tätigkeit Honarts läßt sich aufgrund der zahlreichen, von seiner Hand überlieferten Karten verfolgen, bis hin zu seinem Hauptwerk, der Vermessung und Kartierung des Gebiets der Oberemsischen Deichacht, welche die erste flurstückmäßige Vermessung eines größeren Gebiets in Ostfriesland in der Zeit zwischen 1669 und 1673 darstellt. Sein Vorhaben, eine neue Ostfriesland-Karte fertigzustellen, hat er allerdings nicht mehr realisieren können.Spätestens seit 1671 erledigte er neben seinen Ingenieursaufgaben auch jene eines ostfriesischen Kriegskommissars. Am 7. Mai 1680 wurde er von der Fürstin Christine Charlotte zum Reparations- und Deichinspektor ernannt und war damit zuständig für die Beaufsichtigung der Reparaturen an den fürstlichen Häusern und Besitzungen sowie für die Deichunterhaltung. Offensichtlich gegen den Willen seines Dienstherren trat er gleichzeitig in die Dienste der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und bekleidete dort das Amt eines Oberdeichgrafen. Hier lag sein Tätigkeitsfeld beim Deichwesen im nördlichen Teil des Herzogtums und auf der Elbinsel Wilhelmsburg. Diese Doppelfunktion war für die fürstliche Regierung unvereinbar mit ihren Interessen, und so wurde ihm im Jahre 1688 die Stellung als Beauftragter für das Reparaturwesen gekündigt und die Zahlung rückständiger Gehälter verweigert, was allerdings das Regierungshaus offenbar nicht daran hinderte, Honart weiter mit Vermessungsaufgaben zu betrauen. Auch wollte man nicht auf Honarts gute Verbindungen zu den Niederlanden verzichten und zog ihn auch noch später dort zu einzelnen diplomatischen Missionen heran.Johann von Honart war mehrfach verheiratet, zuletzt mit der begüterten Witwe des Bonno Hayunga. Ob es sich bei dem Amtmann von Norden und späteren Vizehofrichter gleichen Namens um einen seiner Söhne handelt, ist zwar durchaus denkbar, jedoch bisher nicht zu belegen.Literatur: Stefan P ö t z s c h, Johann von Honart und Johann Baptist Regemort. Zwei niederländische Ingenieure und ihre ostfriesischen Karten, in: Jahrbuch der Ges. für bildende Kunst und vaterländ. Altertümer zu Emden 62, 1982, S. 103-111. |
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