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Biographisches Lexikon für Ostfriesland ATTENA, Sibet
geb. um 1425 (?) Mit dem Namen des Sibet oder - latinisiert - Sibo Attena verbindet sich die endgültige Festigung des Harlingerlandes als eines eigenständigen Gebildes. Von Haus aus war er Häuptling auf der Osterburg in Dornum und mütterlicherseits ein Neffe des Ulrich Cirksena, gegenüber dem und seinen Nachkommen er sich außerordentlich loyal verhalten hat, gemessen an den ostfriesischen Maßstäben des 15. Jahrhunderts. Als Schwiegersohn des Hero Omken von Stedesdorf erhielt er dieses 1447, und 1454 überließ ihm Ulrich Cirksena seine Rechte in Esens. Dagegen verzichtete Attena auf sein mütterliches Erbe in Manslagt. Zu Weihnachten des gleichen Jahres 1454 überfiel er Tanne Kankena in der Burg Wittmund, vertrieb ihn und fand ihn 1461 mit seinen Rechten in Dornum ab. Von 1455 an also kann man ihn als Häuptling zu "Esens, Stedesdorf und Wittmund" bezeichnen, die von da an gültige juristische Formel für das Territorium Harlingerland.Was die Anerkennung einer Hoheit der Cirksenas über dieses Land betraf, so hütete sich Sibet Attena sorgfältig, diese irgendwie vorzunehmen. Sonst diente er Ulrich Cirksena als dessen vornehmster Rat und wurde mit ihm 1464 zum Ritter geschlagen. 1468 erreichte er namens dessen unmündiger Kinder, als er am Kaiserhof die Erneuerung des Lehnsbriefes von 1464 betrieb, daß ein kleiner Teil von Ulrichs ursprünglichen Ausdehnungsabsichten bis an die Weser, die 1464 nicht gebilligt worden waren, in den neuen Text übernommen wurden. Für sich selbst erhielt er damals das Recht, "spanische gestickte Kleidung" anzulegen. Sibet Attena war also kein Hinterwäldler, der sich in der großen Welt nicht zu benehmen gewußt hätte. Gegen Ende seines Lebens war er, so scheint es, damit beschäftigt, seine Herrschaft nach Osten (Jever) und Süden (Friedeburg) auszudehnen. Sein Sarkophag in der Kirche zu Esens ist ein prächtiges Denkmal seines Lebens.LiteraturAlmuth S a l o m o n, Geschichte des Harlingerlandes bis 1600 (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, 41), Aurich 1965, S. 142-149; Walter D e e t e r s, Zur Erhebung des Häuptlings Ulrich Cirksena in Ostfriesland zum Reichsgrafen 1464, in: Geschichte in der Region. Zum 65. Geburtstag von Heinrich Schmidt. Hrsg. von D. Brosius..., (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen, Sonderband), Hannover 1993, S. 135. |
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