Neuzeit

Hohegaste (2007)

FdStNr. 2710/5:29 und 2710/5:39, Stadt Leer, Ldkr. Leer.

Im Zuge der archäologischen Betreuung einer Erdgasleitung von Oude Staatenzijl (NL) nach Nüttermoor wurden östlich der Ems Profilaufnahmen erstellt. Am Deich östlich der Ems ist bis etwa 300 m östlich der Deichstraße der Einfluss der Ems in den Ablagerungen deutlich. Unter dem Mutterboden folgt ein 0,60 – 1,20 m mächtiger grünlichorangegrauer schluffiger Ton (Klei) mit Eisen- und Mangankonkretionen, der im Liegenden allmählich in einen bläulichgrauen schluffigen Ton (Klei) übergeht, der mit zunehmender Teufe zunehmend organisches Material enthält, z. T. sind Torflinsen enthalten. Zwischen Fundstelle 2710/5:29 und 2710/5:39 wurden bei einem Suchschnitt in einer Tiefe zwischen 1,00 und 3,00 m auch Baumstämme, Äste und Zweige aufgeschlossen.

Bei Fundstelle 2710/5:29 wurde eine in den oberen Klei eingebettete grabenartige Struktur von 1,00 bis 2,00 m Breite und 15 m Länge sowie eine grubenartige Struktur mit einer Ausdehnung von 2,00 x 5,00 m dokumentiert, die senkrecht zueinander verliefen und ineinander mündeten. Verfüllt waren die Gräben mit einem dunkelbläulichgrauen, reinen Ton. In den angelegten Schnitten zeigte sich eine flaches, etwa 0,20 m mächtiges wannenförmiges Profil. Innerhalb dieser Befunde wurden keine Funde gemacht, außerhalb lagen einige neuzeitliche Keramik- und Metallfunde. Möglicherweise handelt es sich um die Reste zweier älterer Entwässerungsgräben, die im Zuge des Kleiabbaus, der in diesem Gebiet stattgefunden hat, verschwunden sind und später in unmittelbarer Nähe neu angelegt worden sind.

Fundstelle 2710/5:39 befindet sich nur wenige Meter östlich von Fundstelle 2710/5:29. Angetroffen wurde ein leicht gebogenes Gräbchen von etwa 5,50 m Länge und einer Breite von etwa 0,30 m. Auffallend war der extrem hohe Gehalt an Eisen- und Manganausfällungen entlang der Grenzflächen zum umgebenden Material. Eingebettet war die Rinne ebenfalls in den Kleihorizont unter dem Mutterboden. Im Profil zeigte sich ein halbkreisförmiger Querschnitt. In der Nähe des Befundes wurden lediglich Streufunde gemacht, bei denen es sich um stark zersetzte Knochenreste und neuzeitliche Keramikscherben handelt.

J. Göbel

Fundchroniken  Zeittafel Grabungen 2007