Engelsfigur aus Porzellan, gefunden im alten Deich von Heinitzpolder (Foto: G. Kronsweide)

Neuzeit

Heinitzpolder (2008)

FdStNr. 2709/7:1, Gde. Dollart, Ldkr. Leer

Beim Abtragen eines Teiles des Heinitzpolderdeiches wurde ca. 2 m unter der Deichkappe eine 6,7 cm hohe Engelsfigur gefunden (Abb. links). Die Flügel auf dem Rücken sind abgebrochen. Die aus Porzellan gefertigte Figur kniet mit dem linken Bein auf einem quadratischen Sockel mit einer kreisförmigen Aushöhlung auf der Unterseite. Der rechte Unterschenkel ist angezogen und ruht auf dem Fuß. Die Arme sind nach oben angewinkelt, die Hände zum Gebet vor der Brust gefaltet.

Die Auffindung der Figur im Deichkörper legt die Vermutung nahe, dass es sich um eine atropäische Gabe handelt, wie sie auch noch in der Neuzeit beim Deichbau üblich gewesen ist. Da der Heinitzpolder ab 1773 zum Zweck der Landgewinnung eingedeicht worden ist (Homeier 1969, Karte 20), ergibt sich eine Datierung des Fundstückes in das letzte Viertel des 18. Jahrhunderts.

Lit.: Homeier, H. 1969: Der Gestaltwandel der ostfriesischen Küste im Laufe der Jahrhunderte. In: J. Ohling (Hrsg.), Ostfriesland im Schutze des Deiches 2, Aurich 1969, 3-75.

R. Bärenfänger / H. Reimann

 

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