Neuzeit

Großoldendorf (2002)
FdStNr. 2612/4:8, Gemeinde Uplengen, Ldkr. Leer

In Zusammenhang mit einer Aktion des Amtes für Naturschutz des Landkreises Leer zur Beschilderung des Naturschutzgebietes Holle Sand wurde eine kleine archäologische Untersuchung an einem größeren Granitfindling durchgeführt, dessen Lage in dem Flugsandgebiet ungewöhnlich erschien.

Das Objekt befindet sich mehr als 400 m westlich der Landstraße am Fuß des nördlichsten Hügels einer West-Ost verlaufenden Dünenkette. Der Findling ragt bis 0,25 m aus dem Boden heraus, seine Oberkante liegt bei etwa + 10,50 m NN. Er ist mit einer Größe von 1,56 m (West-Ost) x 1,66 m (Süd-Nord) fast kreisrund. Die Höhe des Findlings wurde nach der Freilegung mit 0,80 m gemessen.

Die Untersuchung ergab, dass sich der Stein etwas oberhalb des tiefsten Punktes einer von Westen abfallenden Grube befand, deren Sandfüllung Scherben von Glasflaschen sowie Stücke von Verpackungsmaterial (Stanniolfolie) enthielt. Außerdem führte eine flache Grube von Süden an den Stein heran. Eine etwa 2,50 m tiefe Bohrung ergab im gesamten Untergrund nur weißen, wahrscheinlich frühneuzeitlichen Flugsand. Damit ist der Beweis erbracht, dass es sich um eine neuzeitliche bzw. moderne Deponierung handeln muss. Gleichzeitig wäre erklärt, warum der ostfriesische Geologe Dodo Wildvang (Holle Sand! Heimatkunde und Heimatgeschichte 1934, Nr. 9) den Stein in einer längeren Erörterung über das Naturschutzgebiet Holle Sand nicht erwähnt hat. Erst 1954 wird er in der regionalen Heimatforschung genannt (Hauptlehrer D. Lüken, Remels, „Im Naturschutzgebiet Hollsand“, Unser Ostfriesland 1954, Nr. 9). So scheint der Findling in der Zeit nach 1934 und vor 1954 an die jetzige Stelle gelangt zu sein.

G. Kronsweide

 

Fundchroniken Zeittafel Grabungen 2002