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Spätes Mittelalter Emden (2002) Im Juni 2002 wurde für die Trennung von Brauch- und Regenwasser in der Burgstraße ein neues Leitungssystem verlegt. Der Rohrgraben durchschnitt die Stadtwurt, von West nach Ost ansteigend, auf einer Länge von 69 m. Hierbei wurde eine maximale Tiefe von 2 m erreicht. In den oberen Bereichen der Rohrgräben konnten neben der Vorkriegsbebauung auch ältere Strukturen dokumentiert werden. Später erwies sich auch in der Ems- und der Holzsägerstraße, daß die mittelalterlichen Schichten selten tiefer als 1,60 m unter dem Straßenpflaster gestört waren. In allen Straßen wurden Bohrungen abgeteuft, die aber nur einmal, in der Emsstraße, den gewachsenen Boden erreichten. In der Burgstraße wurden an fünf Stellen Holzfundamentierungen der ehemaligen Bebauung nur ca. 0,50 m unter der heutigen Oberfläche freigelegt (Abb. links). Diese waren aus mächtigen, dem Straßenverlauf folgenden Balken gefertigt, die von querverlaufenden Rundhölzern unterzogen waren. Teilweise lagen diese nochmals auf senkrecht eingerammten Pfählen. Zum Abfangen der Scherkräfte der Außenwände waren die oben liegenden Balken zum Teil mit Überblattungen verbunden. Die Nordseite des nur 1,20 m breiten Rohrgrabens verlief an einigen Stellen exakt an der Häuserkante. Teilweise waren hier noch aufgehende Mauerteile vorhanden. Die Substruktion aus querverlaufenden Rundhölzern ragte oftmals noch in die Straße hinein und langte auch noch unter den Bürgersteig. Da die Südseite des Rohrgrabens zum großen Teil sehr nahe am Bordstein entlang lief, wurde das zum Hausinneren zeigende Profil beim Ziehen der Hölzer mit dem Bagger weit mehr zerstört als das Nordprofil. Um dieses Manko auszugleichen, wurden auch die mehrtägigen Arbeiten an den nach Süden verlaufenden Hausanschlüssen genau beobachtet. Es zeigte sich jedoch, daß hier wenig archäologische Informationen zu sammeln waren, da der Boden unter dem Bürgersteig stark gestört war. Im weiteren Verlauf wurde der Rohrgraben östlich der Emsstraße mit nur 1,20 m Tiefe fortgeführt. Hier konnten an drei Stellen moderne Hausmauern und der Rest eines Kellers aufgedeckt werden, die den Verlauf der Vorkriegsbebauung wiederspiegeln. Ob alle Fundamentreste als nördliche Giebel der gleichen Bebauungsphase des Straßenzuges angehören, kann nicht mit Sicherheit behauptet werden. Wenigstens konnten für die Bauhölzer zweier Gebäude dendrochronologische Datierungen ermittelt werden (Fa. DELAG, Göttingen). Für ein Haus konnte ein Fälldatum mit 1449 –6/+8 angegeben werden. Das Gebäude an der Einmündung zur Emsstraße ist nach 1570 erbaut worden. Die zeitliche Einordnung weiterer Baustrukturen kann bisher nur anhand des Formates der verwendeten Backsteine versucht werden. Sie waren 27 bis 31 cm lang, 13 bis 16 cm breit und 6 bis 7 cm stark. Damit gehören sie dem spätmittelalterlichen Klosterformat an. B. Rasink
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