Untere Hälfte eines mittelalterlichen Sarkophagdeckels aus rotem Sandstein (Foto: D. Bokelmann).

Mittelalter

Burhafe (2008)

FdStNr. 2412/1:62, Stadt Wittmund, Ldkr. Wittmund

Bei Reinigungsarbeiten der die sogenannte „Löwenburg" umgebenden Graft fand der Besitzer im Jahr 2005 am Ostrand des Grundstücks in der Böschung die untere Hälfte einer romanischen Grabplatte bzw. eines Sarkophagdeckels aus rotem Sandstein (Buntsandstein). Die Platte wurde daraufhin innerhalb des Gartens weiter nach Norden verlegt (Abb. F). Die Darstellung ähnelt denen auf den Sarkophagdeckeln des mittelrheinischen Typs (Haiduck 1992, 96). Dargestellt ist eine „Dreistab"-Motivgruppe, deren mittleres Element sich am oberen Ende öffnet und von zwei spiralförmig endenden Krummstäben begleitet wird. Ein Kreuz auf dem mittleren Stab ist nicht vorhanden und müsste daher auf dem fehlenden Bruchstück zu finden sein.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Grabplatte an ihrem ursprünglichen Ort gelegen hat. Die im 12. Jahrhundert hier verwendeten Produkte wurden bereits nach der Mitte des 13. Jahrhunderts sekundär als Baumaterial verwendet (Haiduck 1992, 87). Die nächstgelegene Kirche ist in Burhafe, etwa 1100 m Luftlinie östlich entfernt.

Die Löwenburg, auch Löwenhof genannt, nach Angabe des Besitzers 1903 als Bauernhof neu erbaut, war ein ehemals adeliges Gut. Es ist historisch mit den Burhafer Häuptlingen in Verbindung zu bringen, die in Warnsath zu Hause waren. Arends (1824, 518) berichtet, es habe um 1780 noch Reste der Burg gegeben.

Lit.: F. Arends 1824: Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes. Emden 1824. - Haiduck, H. 1992: Beginn und Entwicklung des Kirchenbaues im Küstengebiet zwischen Ems- und Wesermündung bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts. Aurich 1992. - Hinrichs, R. 2008: Aufschlüsse über die Geschichte des ehemaligen adligen Gutes Warnsath. Friesische Heimat (Beilage zum Anzeiger für Harlingerland) Nr. 11, 2.7.2008.

G. Kronsweide

 

Fundchroniken  Zeittafel Grabungen 2008