OSTFRIESISCHE LANDSCHAFT - REGIONALVERBAND FÜR KULTUR, WISSENSCHAFT UND BILDUNG
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Landschaft von Ostfriesland
Archiv 2010 |

Archiv 2010

Januar

Familienforschung in Ostfriesland: Ostfrieslands Ortssippenbücher

 

"Das Interesse an der Familiengeschichte ist ein Ausdruck des Stolzes auf die friesische Eigenständigkeit; es ist zugleich ein Zeugnis für den noch heute engen Zusammenhalt in den ostfriesischen Familien, das noch ungemein lebendige Familienbewußtsein", schreibt K. Kempe 1960. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass, auch wenn die schriftlichen genealogischen Aufzeichnungen Ostfrieslands nicht so weit zurückreichen wie diejenigen mancher Adels- und Patrizierfamilien im übrigen deutschen Sprachraum, dennoch eine lebendige und vielfältige Überlieferung entstanden ist, die weitaus umfangreicher ist, als es das relativ überschaubare Territorium Ostfrieslands vermuten lässt.

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Bücher im Katalog der Landschaftsbibliothek

Februar

"Würdige Zeichen der Väter"
 

Kriegerehrungen für ostfriesische Dörfer, entworfen und gezeichnet von B. Leling-Heisfelde. Schriften des Vereins für Heimatschutz und Heimatgeschichte in Leer, 8, Leer [1920]

 

Kriegerdenkmäler sind in Ostfriesland die mit Abstand häufigsten Denkmäler. Das mag einem merkwürdig vorkommen in einer Region, die ihre besondere Freiheitstradition ursprünglich einmal auch darüber definierte, dass sie außerhalb Ostfrieslands keinen Heerdienst zu leisten hatte und die dieses Privileg nach 1744 noch gegenüber den Preußen zu bewahren wusste. Doch wurde der Militärdienst unter Napoleon zur Pflicht, und seitdem wurde die „Befreiung von der Heerfolge“ von der Idee der Friesischen Freiheit gelöst. Die Befreiungskriege stärkten in der Region das Bewusstsein, Teil eines deutschen Staatsgebildes zu sein. Und so wurde die Pyramide am Upstalsboom 1815 zunächst als Denkmal für die ostfriesischen Opfer der Befreiungskriege geplant, und spätestens nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 errichtete man an vielen Orten Kriegerdenkmäler zum Gedenken der „Heldenopfer“.

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Buch im Katalog der Landschaftsbibliothek

Ostfriesische Gefallenendenkmäler (Tabelle als pdf)

 

März

"Frisia cantat" - Das "Ostfriesisch-plattdeutsche Dichterbuch von Adolf Heinrich Dunkmann aus dem Jahr 1911
 

Ein (fast) vergessener ostfriesischer Bestseller

 

1911, also vor beinahe 100 Jahren, erschien in Aurich zum ersten Mal die berühmte erste große Sammlung ostfriesischer Dichtkunst, das „Ostfriesisch-plattdeutsche Dichterbuch“ von Adolf Dunkmann. Die Herausgabe eines Dichterbuchs war keine neue, in Ostfriesland geborene Idee. Seit dem Erscheinen des erfolgreichen, von Ludwig Bechstein in Leipzig herausgegebenen „Deutschen Dichterbuchs“ 1844 hatte es einige Dichterbücher in verschiedenen Teilen des Deutschen Reichs gegeben. 1857 war ein zunächst ein „Hessisches Dichterbuch“ erschienen, 1862 dann ein von Emanuel Geibel herausgegebenes „Münchner Dichterbuch“ und 1890 auch ein „Niedersächsisches Dichterbuch“. Neu und als ausgesprochene Pioniertat ist zu bewerten, dass Adolf Dunkman ein auf die Region bezogenes Dichterbuch mit plattdeutschen Gedichten herausgab.

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Bücher im Katalog der Landschaftsbibliothek

 

April

Standfestigkeit und Durchhaltevermögen
 

Johann Peter Müller: Die Mennoniten in Ostfriesland vom 16. bis zum 18. Jahrhundert - Aktenmässige kulturgeschichtliche Darstellung; Emden 1887

 

Kirche und Religion gehören mit zu den ältesten Wurzeln ostfriesischer Kultur und Tradition. Bei der Beschäftigung mit diesen Wurzeln finden sich immer wieder interessante Quellen, die zu spannender Lektüre einladen, wie das hier vorgestellte Buch des Monats zeigt.

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Buch im Katalog der Landschaftsbibliothek

 

Mai

Greta Schoon: "Dat wi överlewen"
  

Greta Schoon ist eine der ungewöhnlichen und bemerkenswerten ostfriesischen Frauen des 20. Jahrhunderts. Sie hat zwei Weltkriege erlebt und sich als Frau außergewöhnliche Freiräume zur Selbstverwirklichung und Entwicklung ihrer Persönlichkeit geschaffen. Die Landschaftbibliothek stellt ihren Lyrikband "Dat wi överlewen" aus dem Jahr 1983 als "Buch des Monats" vor.

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Juni / Juli / August

"Jeder folgt den Anlagen seiner Natur"
 

Protocol. Dath is, Alle handelinge des Gesprecks tot Embden in Oostvrieslant met den Wederdooperen, die hen Vlamingen noemen, Emden 1579

 

Emden war seit den 1550er Jahren zum bedeutendsten Druckerzentrum der niederländischen Reformation geworden. Klandestine Drucke für die Niederlande und auch für England wurden hier in großer Zahl hergestellt. In der Hochphase dieses frühen Emder Buchdrucks waren es weit mehr als 200 Titel mit einer Gesamtauflage von mehreren hunderttausend Bänden. So konnte das protestantische Druckerzentrum Emden als „Pfahl im Fleische des habsburgischen Katholizismus“ angesehen werden. Seit 1556 gehörten auch täuferische Bibeln zum Sortiment der Emder Drucker, mit denen vor allem der „linken Flügel der Reformation“ bedient wurde. Die Wiedertäufer bildeten in der Region seit ihrem ersten Auftreten 1525 – vor allem auch in Emden – eine wichtige religiöse Kraft, die durch die engen Beziehungen zu den reformatorischen Strömungen in den Niederlanden zusätzliches Gewicht erhielt.

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September

"Ostfrieslands politischer Charakter historisch beleuchtet", von E. O. von Linsingen (Berlin 1867)
 

"... hat ihr Herz und ihr Blick sich niemals von Preußen abgewandt"

 

Ostfriesland hat im 19. Jahrhundert eine Reihe verschiedener Herrscherhäuser erlebt, aber man fühlte sich mehrheitlich nur einem Hause wirklich verbunden: den Preußen. Eine mehr als fünfzigjährige hannoversche Herrschaft hatte diese Bindung nie wirklich auflösen können.

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Oktober

Zwei ostfriesische Chronisten des 16. Jahrhunderts: Johannes Bade und Ernst Friedrichs von Wicht. Eine textkritische Untersuchung von Louis Hahn (Aurich 1951)
 

Kein Bewusstsein für "geistiges Eigentum"

 

Die Werke von Johannes Badius und Ernst Friedrichs von Wicht sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten. 1951 veröffentlichte der ehemalige Emder Verleger, Stadtarchivar und Historiker Dr. Louis Hahn eine Studie über die beiden ostfriesischen Chronisten des späten 16. Jahrhunderts. Erstaunlicherweise stimmen ihre beiden historischen Darstellungen über weite Teile fast wörtlich überein. Daraus wurde ein lange umstrittenes Problem der ostfriesischen Quellenkritik, bis schließlich Louis Hahn 1951 in seiner textkritischen Untersuchung überzeugend nachweisen konnte, dass hier offensichtlich von Wicht bei Badius abgeschrieben hatte.

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November

Feldpostbriefe jüdischer Soldaten 1914 – 1918, herausgegeben von Sabine Hank, Teetz 2002
 

Aus Anlass des Volkstrauertags zum 14. November 2010, der ja auch immer dem Gedenken der Gefallenen der beiden Weltkriege dient, stellt die Landschaftsbibliothek verschiedene Publikationen von Feldpostbriefen und insbesondere einen Doppelband mit Feldpostbriefen jüdischer Soldaten vor.

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Dezember

Dat Wiehnachtsbook ut Ostfriesland, Theo Schuster (Hrsg.), Leer 1987
 

Wenn 't Karst-Tiet is.

 

Besinnliche volkstümliche Weihnachtsliteratur hat sich erst seit dem 19. Jahrhundert entwickelt. Zwar gibt es auch eine größere Zahl plattdeutscher Weihnachtsbücher, aber verglichen mit den hochdeutschen Übersetzungen ist deren Zahl schließlich doch bescheiden. Das vielleicht erste plattdeutsche Weihnachtsbuch stammte aus der Feder von Fritz Liening und erschien 1885 in märkischer Sprache. In Hamburg im Quickborn-Verlag wurde 1923 "Dat Wiehnachtsbook" herausgegeben, das danach mehrfach wieder aufgelegt wurde. Aber dennoch blieben plattdeutsche Veröffentlichungen zur Weihnachtszeit eher die Ausnahme. Erst seit Beginn der 1970er Jahre veränderte sich das grundlegend und plattdeutsche Weihnachtsliteratur erschien entlang der gesamten deutschen Nordseeküste.

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