OSTFRIESISCHE LANDSCHAFT - REGIONALVERBAND FÜR KULTUR, WISSENSCHAFT UND BILDUNG
IMPRESSUM | TELEFONZENTRALE: +49 (0)4941 17 99 0
Landschaft von Ostfriesland
Fundchronik 1999 |

Fundchronik 1999

 

Ostfriesische Fundchronik
Emder Jahrbuch Bd. 79, 1999

 

von Rolf Bärenfänger und Wolfgang Schwarz mit Beiträgen von Gerhard Kronsweide und Erik Peters

 

 

A. Ausgrabungen und Funde in Ostfriesland

A.1 Landkreis Aurich

 

1. Egels FStNr. 2511/4:18, Gde. Stadt Aurich Fundplatz der Jungstein- und Bronzezeit

Nördlich der Niederung auf dem Südhang des Alten Tiefs befinden sich etliche Fundstellen, die beackert werden. An der Ackeroberfläche machte J. Hanckwitz neue Funde. Es kamen 3 gebrannte Granitstücke, 1 Stück Sandstein, 2 Klopfsteine, je einer aus Sandstein oder Granit, 14 Feuersteinstücke, 8 Stücke gebrannter Flint, 8 Feuersteinabschläge und eine abgebrochene, flächenretuschierte Pfeilspitze aus Zahnbein zu Tage. Obwohl die Anzahl der Artefakte sehr gering ist, deuten doch die Pfeilspitze, der gebrannte Granit und die Feuersteinartefakte auf einen Fundplatz der Stein- und Bronzezeit hin.

 

2. Plaggenburg FStNr. 2411/7:8, Gde. Stadt Aurich

Feuersteinbeil der Jungsteinzeit

Auf einem Acker, oberhalb der Niederung der Sandhorster Ehe gelegen, fand G. Dancker um 1990 ein Feuersteinbeil am flach abfallenden Südhang, wo der Wasserlauf seinen Ursprung im Hochmoor hatte. Bei dem Beil handelt es sich um den Rohling eines dünnnackigen Flint-Ovalbeiles, dessen eine Breitseite fast zu einem Drittel von der natürlichen Außenseite der Flintknolle eingenommen wird. Es ist 13,2 cm lang, 5,3 cm breit, 3,3 cm dick und besteht aus einem beigefarbenem Feuerstein. Die Beilform mit schmaltrapezförmigem Umriss und spitzovalem Querschnitt ist westeuropäisch, war aber in weiteren Gebieten Europas beliebt. Funde in unserer Region sind (nach Bakker) hauptsächlich mit der Beilproduktion aus Maasflint zu verknüpfen und in die Trichterbecher- und die Einzelgrabkultur zu datieren.

 

3. Popens FStNr. 2511/4:146, Gde. Stadt Aurich

Fundplatz des Mesolithikums

Die Hauptfundstreuung der Fundstelle 146 befindet sich auf der Ostseite einer ostwestlich verlaufenden Anhöhe oberhalb der Niederung des Krummen Tiefs. Hier fand J. Hanckwitz an der Oberfläche Feuersteinartefakte, die auf eine Besiedlung in der holozänen wildbeuterischen Steinzeit hinweisen. Es handelt sich um 57 untypische Abschläge, 32 Abschläge der Flächenretusche, 50 Klingen, 9 Kernpräparationsabschläge, 10 Klingenkerne, 1 Abschlagkern sowie 3 kernartige Trümmer. Die Zusammensetzung der Artefaktklassen ist beherrscht von der Klingenproduktion, insbesondere von Klingen, Klingenkernen und Kernpräparationsabschlägen. Dies wird durch den Klingenschaber, das gleichschenklige Dreieck, die rückenretuschierte Klinge und die teilretuschierte Klinge bestätigt.

 

4. Uttum FStNr. 2508/9:02, Gde. Krummhörn

Einzelfunde aus dem Kloster Sielmönken

Auf der Wurt Sielmönken, wo im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit ein Kloster der Benediktiner und danach der Augustiner bezeugt ist, befindet sich seit langem ein bäuerliches Gehöft. P. Herlyn meldete im Bereich der Wurt verschiedene Funde, die wie Backsteine und Formsteine auf den sakralen Ort hinweisen. Daneben finden sich auch gewöhnliche Gebrauchsgüter wie Keramik oder beinerne Spinnwirtel. Nördlich des Hofes wurden bei Erdarbeiten ein Schlüssel, der vermutlich aus Bronze besteht und im Schild eine Tierdarstellung mit zurückgewendetem Kopf zeigt, sowie eine Nadel aus demselben Material entdeckt, die mit einem Tierkopf verziert ist, aus dessen Maul ein Volutenkranz ragt, an dem beidseitig je drei Blechkegel an Ösen hängen. Da keine Fundumstände beobachtet wurden, ist unklar, ob diese Fundstücke aus Gräbern stammen oder auf andere Weise in den Boden gelangten.

 

5. Westeraccum FStNr. 2310/6:24, Gde. Dornum

Frühgeschichtliche und mittelalterliche Wurt

Die länglich-ovale, vielleicht aus zwei Kernen zusammengewachsene Dorfwurt Westeraccum besitzt eine Größe von etwa 400 x 200 m, ihr Zentrum ragt bis +6,38 m NN auf. Die aus dem späten 13. Jahrhundert stammende Backsteinkirche mit freistehendem Glockenturm liegt am westlichen Rand des Ortes; der Verlauf der Isohypsen lässt diesen Kirchplatz als jüngere Ausbauphase der Wurt erkennen. Zwecks Erweiterung des Friedhofes wurde ein Schürfloch auf der Wurt angelegt, um dort die Wasserführung zu messen. Außerdem ließen sich auf dem Grundstück unter der Grasnarbe Backsteinlagen und Reste von Lehmestrichen eines 34,50 x 15 bzw. 18,50 m großen Gulfhauses feststellen, dessen Ursprünge an das Ende des 18. Jahrhunderts zurückreichten. Einzelne Feldsteine und Reihen von hölzernen Staken wiesen auf ein älteres Bauwerk hin, das durch das eingegrabene Unterteil eines spätmittelalterlichen Kugeltopfes datiert wird. Die in dem Schürfloch dokumentierten Profile ließen einen klar in einzelne Schichten zu gliedernden Aufbau der Wurt erkennen: Zuunterst lag bei maximal +2,36 m NN der gewachsene Boden als pleistozäner gelber Feinsand, dessen obere 30 cm mächtige Schicht durch Bodenbearbeitung homogenisiert worden war. Aus ihr stammt u.a. dünnwandige, schwarze, polierte Keramik der Römischen Kaiserzeit, vorrangig des 2. und 3. Jahrhunderts. Darüber lagen weitere Aufträge, die oben von einer humosen Schicht abgeschlossen wurden. Darüber folgten dünnere Auftragsbänder, aus der frühmittelalterliche weiche Grauware des 7./8. Jahrhunderts geborgen wurde. Über weiteren Aufträgen setzte bei +4,50 m NN eine durchschnittlich 0,40 m mächtige Schicht ein, die zahlreiche Scherben der Muschelgrusware des 9./10. Jahrhunderts führte. Sie wurde von zwei jüngeren Schichten überlagert. Bei +6,10 m NN war hier die Wurtenoberfläche erreicht. Da sämtliche Schichten leicht nach Osten hin anstiegen, scheint das Schürfloch einen Randbereich der Wurt erfasst zu haben. Die Hausplätze werden wenig weiter östlich von ihm zu suchen sein, was die Bohrungen zu bestätigen scheinen. Zusammengefasst lässt die Dorfwurt Westeraccum drei Hauptaufschüttungsphasen erkennen, die erste datiert in die Kaiserzeit, die zweite in das frühe bis hohe Mittelalter und die dritte in das späte Mittelalter.

 

6. Wiesens FStNr. 2511/4:76, Gde. Stadt Aurich

Fundstelle der Stein- und Bronzezeit

Bei der Begehung eines Ackers, der nördlich oberhalb der Niederung des Krummen Tiefs liegt, wurden von J. Hanckwitz etliche Feuersteinartefakte aufgelesen. Es handelt sich um 16 untypische Abschläge, 3 Abschläge der Flächenretusche, 6 Klingen, 2 Kernflanken, 2 Klingenkerne mit spitzem Winkel zwischen Abbau- und Abschlagfläche sowie um einen Schaber und ein Sichelbruchstück mit Sichelglanz. Die Zusammensetzung der Artefaktklassen weist mit der relativ hohen Anzahl der Klingen und der beiden Klingenkerne auf einen Wohnplatz der wildbeuterischen Steinzeit hin. Allerdings fehlen die bestimmenden Artefakttypen, vom indifferenten Schaber abgesehen. Daneben weist das Sichelbruchstück aber auch auf eine Nutzung des Areals in der Bronzezeit hin.

 

7. Wiesmoor FStNr. 2512/7:05, Gde. Wiesmoor

Ein Bronzebeil aus dem Moor

Im Sperrmüll zwischen Werkzeug und Haushaltsgerät fanden Frau Eiben und Frau Renken in Ostgroßefehn ein Bronzebeil. Zwar war das Beil bereits vollständig einer Politur mittels Bohrmaschine unterworfen worden, aber auf der Oberfläche und in ihren Vertiefungen blieb teilweise eine dunkelbraune Patina erhalten, die das Beil als Moorfund ausweist. Nachfragen ergaben, dass das Beil wahrscheinlich vom ersten Finder in den fünfziger Jahren auf einem genossenschaftlichen Grundstück in Wiesmoor beim Abtorfen entdeckt worden ist. Das Beil ist 16,9 cm lang und maß ursprünglich wohl 17,3 cm, bevor es nach der Auffindung probeweise als Keil benutzt und um mehrere Millimeter an Schneide und Nacken gestaucht worden war. Seine Schneidenbreite beträgt 7,4 cm. Der Schaftteil ist durch hohe Randleisten gekennzeichnet, die sich zum Nacken hin verjüngen. Die Breitseiten tragen eine Y-förmige Rippenverzierung, wobei der senkrechte Wulst des Ypsilons gewissermaßen die Mittelrippe der Breitseite bildet. Hinter dem Absatz zwischen den beiden Schaftrillen befindet sich ein unförmiges Loch, das vermutlich beim Guss entstand. Es handelt es sich wohl um einen Gussfehler, der die Tauglichkeit des Beiles deutlich minderte. Dies könnte ein Grund dafür gewesen sein, das neuwertige Bronzebeil nicht zu verwenden, sondern im Moor zu deponieren. Die Y-Zier auf den Breitseiten datiert das Absatzbeil in die mittlere Bronzezeit, in die Periode II Montelius, und weist es den nordwesteuropäischen Absatzbeilen mit Hängebogen- und Y-Zier zu.

 

8. Wirdum FStNr. 2509/1:10 u. 11, Gde. Wirdum

Mittelalterliche Burgstelle der Beninga

Zwischen Wirdum und Grimersum befinden sich in der Marsch zwei nur 75 m voneinander entfernt angelegte Wurten von rundlich ovaler Form, die bis +3,50 bzw. +4,70 m NN aufragen. Dies sollen die Reste der mittelalterlichen Burganlage sein, die der Stammsitz der alten friesischen Häuptlingsfamilie Beninga war, zu der auch der Chronist Eggerik Beninga gehörte. Die archäologischen Untersuchungen im Jahr 1999 konzentrierten sich auf die größere, nordöstlich gelegene Wurt und den verlandeten Graben, der zwischen beiden Hügeln verläuft. Der im zentralen Teil bis auf den anstehenden Schilftorf abgetiefte Schnitt zeigte zum einen, dass der heute verlandete Graben nur eine jüngste neuzeitliche Eingrabungsphase in den Sedimenten eines wesentlich breiteren verlandeten Priels darstellt. Keramische Funde und Schlachtabfälle in den tieferen Straten belegen, dass dieser Priel noch im Mittelalter ein offenes Gewässer gewesen ist. Die Prielsohle reicht bis in den anstehenden Torf und lässt den Einsatz von Spaten erkennen. Offenbar sollte der Priel als Anlegestelle für Schiffe größeren Tiefgangs freigehalten werden. Wenige Backsteinfragmente im Klosterformat an der Basis der nordnordöstlichen Prielböschung sind vermutlich beim Anlanden von Baumaterial für einen Backsteinbau auf der großen Wurt verloren gegangen.

Die Untersuchungen in der Hauptfläche auf der großen Wurt ließen Fundamentzüge und Teile einer Backsteinpflasterung erkennen. Die im Durchschnitt etwa 0,80 m breiten und in der Regel nur in einer Lage erhaltenen Fundamente aus großen Backsteinen im Klosterformat gehören vermutlich zu den Innenmauern eines spätmittelalterlichen Saalbaus. Die Befunde sind zwar noch lückenhaft, lassen aber doch begrenzte Schlüsse auf die Gebäude zu. Halbrunde Formsteine, Dachziegel vom Mönch-Nonne-Typ, grünes gewalztes Fensterglas und Reste von Bleiverglasungen belegen einen herrschaftlichen Bau. Diese Einschätzung wird durch einige Fragmente importierter rheinischer Keramik des 14. Jahrhunderts untermauert. Zudem erbrachte das Profil den Nachweis für die Mehrphasigkeit dieser Wurt. Unter der spätmittelalterlichen Schicht mit den Resten des Backsteinbaus konnten bisher mindestens zwei ältere Siedlungshorizonte festgestellt werden, von denen der älteste 3 m unterhalb der spätmittelalterlichen Oberfläche bei etwa +1,70 m NN liegt. Es deutet sich damit an, dass die Wurt wohl im späten Hochmittelalter über dem Uferwall eines Priels aufgeschüttet worden ist. Eine holzkohlehaltige Strate mit einigen Fragmenten muschelgrusgemagerter Keramik an der Basis der Wurt bei +0,40 m NN kann im Moment noch nicht befriedigend interpretiert werden, vielleicht spricht sie für eine hier oder in unmittelbarer Nähe gelegene frühmittelalterliche Siedlung.

 

 

A.2 Kreisfreie Stadt Emden

9. Borssum FStNr. 2609/5:21, Stadt Emden

Mittelalterliche Wurt

Auf der zentralen Dorfwurt von Klein Borssum sollte für den Neubau eines Wohnhauses mit Schwimmbad ein größerer Bodenaushub vorgenommen werden. Die Baugenehmigung erfolgte mit der Auflage, baubegleitend archäologische Untersuchungen zu ermöglichen. Dies konnte jedoch nicht geschehen, weil bereits bei Benachrichtigung die Bodenplatte im Bereich des Schwimmbades eingegossen und das seitliche Mauerwerk dafür begonnen worden war. In einer Notuntersuchung konnten noch sechs Profile dokumentiert werden. Die Baustelle befand sich östlich des zentralen Gebäudes einer aus historischen Quellen bekannten Burganlage, die in großen Teilbereichen von einem Graben umgeben war. Ein kurzes separates Grabenstück wurde in zwei Profilen erfasst. Auf der Sohle der Baugrube datierten die ältesten Siedlungsschichten in das 9./10. Jahrhundert. Sie lagen bei +0,50 bis +0,80 m NN und wiesen Hausreste, eine Feuerstelle und zahlreiche muschelgrusgemagerte Keramik auf. Die folgenden zwei bis drei Auftragsschichten zwischen +1 m und +2 m NN dürften bis etwa Anfang des 14 Jahrhunderts entstanden sein. Ein westlich des Burggrabens in östliche Richtung abfließender älterer, etwa 0,50 m breiter und bereits im 9./10. Jahrhundert vorhandener Graben war im 11. Jahrhundert wieder überdeckt worden. Ob es sich dabei um die Abwässerung eines Gebäudes oder eine Flur- oder Gebietsabgrenzung handelte, war nicht zu entscheiden. Der markanteste Befund, der hier knapp 1 m tiefe spätmittelalterliche Graben, war bereits an der Sohle bei +0,80 m NN etwa 2 m weit und verbreiterte sich nach oben auf 2,50 m. Er war damit zwar nicht unüberwindbar, stellte aber eine unübersehbare Eigentumsgrenze dar und konnte auch die Abwässerung einer Gebäudeanlage aufnehmen. Nach den Funden wurde der Grabenabschnitt im 13./14. Jahrhundert angelegt. Falls die Datierung auf die gesamte Grabenanlage übertragbar ist, könnte die ab 1400 historisch nachweisbare Häuptlingsfamilie bereits 100 Jahre vorher ihren Stammsitz erbaut haben. Das kurze Burggrabenstück war noch bis in die Neuzeit mit einer Grabentiefe von nur 0,50 m in Gebrauch. In der Königlich Preußischen Landesaufnahme von 1891 ist dieser Abschnitt des Grabensystems dann nicht mehr verzeichnet.

 

 

A.3 Landkreis Leer

10. Backemoor FStNr. 2811/1:33, Gde. Rhauderfehn

Siedlung der Römischen Kaiserzeit

Im Vorwege der Erschließung eines neuen Baugebietes in Backemoor wurde südöstlich der spätromanischen Kirche mit Unterstützung der Gemeinde Rhauderfehn ein Areal von 3800 qm Größe untersucht. Es kamen nicht nur mittelalterliche Siedlungsreste, sondern auch Befunde der Römischen Kaiserzeit zu Tage. Der Hauptteil der kaiserzeitlichen Befunde konzentrierte sich in einem etwa 50 m langen und 10 m breiten, West-Ost gerichteten Bereich des Geländes. Dichte Reihen und Paare von Pfostenstandspuren sowie Wandgräbchen deuteten auf den ehemaligen Standort des Hauptgebäudes hin. Seine Gestalt scheint durch Um- und Anbauten mehrfach verändert worden zu sein; sein östliches Ende lag noch außerhalb der Grabungsfläche. Auch die Befunde im Umfeld zeugen von einer längerfristigen Nutzung des Platzes: Das Siedlungsareal wurde im Süden von einem auf 46 m Länge erfassten Zaun begrenzt; zahlreiche Zaungräbchen lassen auf z.T. rechtwinklig eingehegte Gartenareale schließen; ein Sechspfostenspeicher nördlich des Hauses wurde einmal neu errichtet; ein einschiffiges (Wirtschafts-) Gebäude von 8 x 5 m Größe südlich des Hauses lag unmittelbar neben einem großen Brunnen. Weiter westlich existierte ein kleinerer Brunnen. Seine Sohle saß unmittelbar in einer unablässig sprudelnden wasserführenden Sandschicht, was seine Freilegung stark erschwerte. Er war aus vertikal eingebrachten Birkenholzabschnitten errichtet, die innen von zwei eckverblatteten Eichenholzrahmen gehalten wurden. Außen davor steckten wenige Spaltbohlen, von denen eine ein einziehendes und dann rhombusartig erweitertes Ende besitzt. Es wurde noch ein weiteres, allerdings fragmentarisches Stück eines solchen anthropomorph anmutenden Holzes gefunden, am ehesten kann vielleicht an eine Primärverwendung als Zaunholz gedacht werden. Der große Brunnen südlich des Hauses besaß oben einen ungewöhnlich großen Durchmesser von 7 m. Zu seiner Abteufung muss ein großer Aufwand getrieben worden sein, da sich etwa 1 m unter der Oberfläche an drei Seiten massive, horizontal verlegte Hölzer fanden, von denen aus der Brunnenschacht eingebracht worden sein mag. Parallel zu diesen Hölzern verlaufende Reihen angespitzt im Boden steckender Spaltbohlen könnten auch auf eine spätere Umbauung der Anlage oder auf eine Reparatur schließen lassen. Der eigentliche Brunnenschacht maß nur noch gut 1 x 1 m im Quadrat, er bestand aus eingerammten Spaltbohlen, die oben teilweise von horizontal verlegten Hölzern gehalten wurden. Der Brunnen konnte bis etwa 2,50 m unter Grabungsniveau verfolgt werden, seine Sohle erreichte ca. +0,50 m NN.

Erste dendrochronologische Untersuchungen der Fa. DELAG, Göttingen, an den zahlreich geborgenen Eichenhölzern erbrachten für den großen Brunnen Daten zwischen „nach 145” und „200 -10/+10” und für den kleineren „275 -6/+8” und „305 -6/+8”. Auch die Funde von Standfuß- und Trichterschalen datieren den Siedlungsplatz schwerpunktmäßig in das 2. und 3. Jahrhundert. Interessant sind u.a. zwei Miniaturgefäße, eine verzierte Trichterschale, ein sehr derb gearbeiteter kleiner Becher sowie eine kleine blaue Glasperle.

 

11. Bunderhee FStNr. 2709/9:15, Gde. Bunde

Untersuchungen beim spätmittelalterlichen Steinhaus

Das Steinhaus zu Bunderhee zählt zu den wenigen noch erhaltenen spätmittelalterlichen Häuptlingssitzen in Ostfriesland. Es liegt östlich der auf dem alten Deich verlaufenden Straße, vor der sich westlich das tiefer liegende, ehemals vom Dollart überflutete Poldergebiet erstreckt. Hinter dem Steinhaus schiebt sich auf durchschnittlich 100 m Breite eine 1400 m lange Parzelle in das Moorgebiet. Dort liegt, 400 m vom Haus entfernt, eine etwa 78 x 48 m große, rechteckige, von einem bis zu 4 m breiten Graben umgebene Fläche (FStNr. 2809/3:41). Das gesamte Ensemble geriet in den Blick der Denkmalpflege, weil für die Steinhausparzelle und benachbarte Grundstücke ein Bebauungsplan zur Schaffung eines Ferienparks mit 250 Kleinhäusern aufgestellt werden sollte. Die Sondierungsschnitte innerhalb der Grabenanlage erbrachten keine Hinweise auf eine ehemalige Bebauung. Auch Funde blieben vollends aus, weshalb über Alter und Funktion des Gevierts keine Angaben gemacht werden können. Besonders misslich für die denkmalpflegerischen Belange war der Wunsch des Investors, die Zufahrt zu dem Ferienpark auf der Nordseite des Steinhauses unmittelbar entlang der Parzellengrenze durch dichten Baumbestand verlaufen zu lassen. Dort mussten Sondierungsbohrungen klären, ob sich im Untergrund Reste einer im Anschluss an frühere Ausgrabungen postulierten schiffbaren Verbindung vom Steinhausgraben zum Dollart finden lassen würden. Da bis in eine Tiefe von +1,10 m NN reichende anthropogene Eingrabungen festgestellt wurden, während die Sohle des Steinhausgrabens nur bis +1,85 m NN hinabreicht, kann diese These wohl als verifiziert betrachtet werden. Ein weiter nördlich liegender Teich und der daneben bestehende Hügel ließen sich hingegen als Produkte der Gartengestaltung vor rund 100 Jahren identifizieren.

 

12. Mitling-Mark FStNr. 2810/4:36, Gde. Westoverledingen

Einzelfund der Einzelgrabkultur

Der Fundort liegt auf einer Sandkuppe in der Emsmarsch. Um 1950 wurde am nördlichen Rand Sand entnommen und das Grundstück weiterhin beackert. Auf diesem Acker las J. Harders ein Felsgesteinbeil aus grünlichem, granitartigem Gestein auf. Da die Oberfläche der Beilklinge durch landwirtschaftliche Geräte stark beschädigt und der Nacken unkenntlich ist, ist nicht zu entscheiden, ob das zum Typ der Fels-Rechteckbeile gehörende Fundstück ehemals wesentlich länger war. Das Beil hat einen trapezförmigen Umriss, ist 8 cm lang, 6 bzw. 4,5 cm breit und 3,2 cm dick. Die Oberfläche am gut erhaltenen Schneidenteil ist sehr sorgfältig geglättet.

 

13. Warsingsfehn FStNr. 2610/5:3, Gem. Moormerland

Spätmittelalterlicher Hausplatz

In dem ehemaligen Moorgebiet liegt unter Weideland eine von der Landesaufnahme als undatierte Wurt geführte Fundstelle. Die Parzelle wurde gepflügt und für den Maisanbau hergerichtet. Danach wurden zahlreiche Backstein- und Dachpfannenbruchstücke, wenige größere Feldsteine sowie mehr als 2000 Keramikscherben und diverse Fragmente von Mühlsteinen aus Basaltlava von T. Mindrup aufgelesen. Auch Lehmbrocken, die von Flechtwerkwänden oder Estrichen herrühren könnten, kamen zu Tage. Der noch bis +0,50 m NN über die ansonsten bis zu -0,70 m NN tiefe Umgegend aufragende Platz erwies sich als natürliche Sandkuppe, die ab dem 13./14. Jahrhundert bis in die Neuzeit besiedelt gewesen ist. Ob der Hofplatz zu dem von Dodo Wildvang als „Alt-Rorichmoor” bezeichneten Gebiet gehörte, das nach der Weihnachtsflut 1717 aufgegeben werden musste, ist derzeit noch Spekulation. Die nun intensive landwirtschaftliche Nutzung wird über kurz oder lang die untertägig erhaltene Denkmalsubstanz beträchtlich reduzieren. Es muss deshalb überlegt werden, ob eine Dokumentation durch Ausgrabung den jetzigen Zustand sichern soll.

 

14. Wymeer FStNr. 2809/5:30, Gde. Wymeer

Spätmittelalterliche Steinhäuser

Im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes „Jugendwerkstatt ohne Grenzen” wurden auf niederländischer Seite die Standorte zweier spätmittelalterlicher Steinhäuser südlich von Neuschanz dokumentiert. Sie werden dem untergegangenen Dorf Houwingaham zugerechnet, das vor den Dollartüberschwemmungen aufgegeben worden ist. Als Pendant auf deutscher Seite bot sich die ebenfalls wüstgefallene Reihensiedlung bei Wymeer für vergleichende Untersuchungen an, die unter der örtlichen Leitung von J. Auler M.A. und T. van den Bergh durchgeführt wurden. Diese Wohnplätze lagen nördlich des heutigen Ortes in der Moormarsch, die bei den Überschwemmungen des Dollarteinbruchs entstand. Ein Probeschnitt wurde auf einem der flachen Hügel angelegt, der mit etwa 30 m Durchmesser noch bis +0,40 m NN und damit bis zu 0,90 m über das umliegende Gelände aufragte. Im Zentrum kam unter der Grasnarbe eine für die spätmittelalterlichen Steinhäuser charakteristische Fundamentierung zu Tage: In 15,00 x 12,50 m Außenmaß war ein ca. 5 m breiter Graben im anstehenden Torf ausgehoben und mit pleistozänem Sand verfüllt worden. In der Mitte verblieb ein rechteckiger Torfsockel, der wohl während der Aushubarbeiten durch an den Ecken eingeschlagene Rundhölzer gesichert worden war. Nicht ganz in der Mitte des Sockels lag ein kleiner Brunnen von 1,10 m Durchmesser, der ohne besondere Einbauten nur knapp 0,60 m tief in den Torf reichte. Es ist aufgrund der Funde von Backsteinen, Mörtel und Keramik zu vermuten, dass auf dem Sandfundament ein zweigeschossiger Wohn- und Wehrturm von etwa 8,00 x 11,00 m Außenmaß gestanden hat, der durch leistenverzierte Grauware und späte Kugeltopfränder in das 14. Jahrhundert zu datieren ist. Die Maße und die Datierung entsprechen denen des noch bestehenden Steinhauses in Bunderhee (7,60 x 11,40 m). Wahrscheinlich verlief um das Steinhaus in Wymeer im Abstand von 7 bis 8 m ein knapp 5 m breiter Graben, der zumindest im nördlichen Ausläufer des Grabungsschnittes nachgewiesen werden konnte. Der Klei in der Grabenfüllung zeugt von Überflutungsphasen, die mit der Ausdehnung des Dollart in Zusammenhang stehen und zur Aufgabe des Platzes zwangen. Dieser Rückzug fand offenbar geregelt statt, weil wiederverwendbares Baumaterial abtransportiert worden war. Zur Ermittlung des damaligen Überflutungsniveaus wäre nun die Kenntnis der Höhenlage des Oberflächenhorizontes zur Zeit des Steinhauses von Bedeutung. Reste von ihm sind aufgrund des Abbruchs des Steinhauses und der bis heute andauernden landwirtschaftlichen Nutzung des Geländes allerdings nicht erhalten. Außerdem kann nicht mehr festgestellt werden, in welcher Mächtigkeit das Moor im Umfeld abgetorft worden oder durch Entwässerung und natürliche Oxydation geschwunden ist.

 

 

A.4 Landkreis Wittmund

15. Esens FStNr. 2311/6:154, Gde. Stadt Esens, Ldkr. Wittmund

Frühmittelalterliche Funde aus der Stadt Esens

Im Altstadtbereich wurden an der Jücherstraße zwei Häuser abgebrochen, um Platz für Neubauten zu schaffen. An einer Kante der Baugrube hatte sich kleinräumig eine ältere Schichtenabfolge erhalten, die von A. Heinze dokumentiert wurde. Die Stratigraphie zeigte zuunterst bei +4,00 m NN einen podsolierten pleistozänen Sand, der sich zu einer flachen Kuppe erhob. Darauf lagerte eine ca. 0,50 m mächtige, durch Muschelgrusware gekennzeichnete Siedlungsschicht, aus der auch Bruchstücke eines Handmahlsteines aus Basaltlava von ehemals etwa 0,41 m Durchmesser stammen. Darüber lagerten weitere Auftragsschichten, u.a. ein Estrich aus gestampftem Lehm, ein weiterer Laufhorizont und darüber eine schwärzliche Brandschicht mit hochmittelalterlichen Keramikscherben. Ohne Zusammenhang wurde eine Scherbe der blaugrauen Ware des 14./15. Jahrhunderts aufgelesen. Die Funde von Muschelgruskeramik belegen erneut den frühmittelalterlichen Siedlungsbeginn in Esens, der wohl in das 9. Jahrhundert zu datieren ist. Im Gebiet der späteren Stadt sind dabei anscheinend mehrere flache Geestkuppen von bäuerlichen Gehöften bebaut gewesen. An der nun dokumentierten Stelle lässt sich durch die Abfolge der Kulturschichten zudem eine kontinuierliche Siedlungstätigkeit nachweisen.

 

16. Westerholt FStNr. 2410/3:110, Gde. Westerholt, Ldkr. Wittmund

Urgeschichtlicher Siedlungsplatz

Vor fast zwanzig Jahren wurden archäologische Untersuchungen auf dem nordsüdlich verlaufenden Sandrücken von Terheide durchgeführt, weil in diesem urgeschichtlichen Siedlungsraum ein Gewerbegebiet geplant worden war. Inzwischen wurde das Gewerbegebiet ohne denkmalrechtliche Genehmigung nach Norden erweitert und dabei urgeschichtliche Siedlungsreste zerstört. Durch beharrliches Verweisen auf das Denkmalschutzgesetz gelang es, drei noch nicht bebaute Grundstücke teilweise auszugraben. Dabei konnte eine Fläche von 3000 Quadratmetern dokumentiert werden, die 86 Siedlungsgruben, 391 Pfostengruben, 26 Gräben und 4 Grabgruben enthielt. Bemerkenswert ist ein doppeltes Grabensystem, das auf einer Länge von 70 m in West-Ost-Richtung verfolgt werden konnte. Die beiden Gräben verliefen im Abstand von 2,5 bis 3 m und waren relativ flach, sodass ihnen nur wenig Wert als Verteidigungsanlage zugemessen werden kann. Ihr Abstand zueinander macht aber auch eine Deutung als Wegespur unwahrscheinlich. Vielmehr scheint es sich um eine Grabenanlage zu handeln, die ein größeres Arreal einfasste, weil in einem Abstand von 50 m bereits vor zwanzig Jahren ein parallel verlaufender Doppelgraben freigelegt wurde. Die Siedlungsgruben enthielten keramische Reste der Bronze- und hauptsächlich der frühen Eisenzeit. Die Pfostengruben lassen sich zu mehreren Ansammlungen gruppieren, die zwar auf Hausplätze hinweisen, aber keine eindeutigen Bauformen anzeigen. Schließlich sei auf drei offenbar spätneolithische Grabgruben hingewiesen. Eine Grube (241) enthielt zwei kleine Flintbeile und die Tonscherben zweier dünnwandiger Becher. Auf dem ersten Planum einer anderen Grube (648) fand sich ein halber mit Schrägstrichen verzierter Becher sowie eine angebohrte Rohform einer Streitaxt. Da der Nacken noch ungeformt und das mittig gelegene Schaftloch noch unvollendet sind, ist der Typ nur schwer zu bestimmen. Ferner wurde eine Grabgrube (637) entdeckt, die von einem etwa 4 m weiten Kreisgraben umgeben war. Bei der Ausgrabung dieser Grabanlage wurden keine weiteren Beobachtungen gemacht, aber eine Flintklinge mit Kantenretusche an der Spitze (Spandolch) entdeckt. Ein erheblich jüngerer Meliorationsgraben, der die Grabgrube störte, enthielt eine durchbohrte, unsymmetrische Jütische Streitaxt vom Typ H. Es ist anzunehmen, dass beide Artefakte zu einer Grabausstattung gehörten und dass hier weitere Grabhügel durch die mittelalterliche und neuzeitliche Bewirtschaftung beseitigt worden sind, weil in einem anderen Meliorationsgraben ein halber Feuersteindolch auf ein ehemaliges Grab der älteren Bronzezeit hinwies.

 

17. Wiesede FStNr. 2512/5:7, Gde. Friedeburg, Ldkr. Wittmund

Früh- bis hochmittelalterliches Gehöft

Im Zuge der archäologischen Begleitung der NETRA-Pipelinetrasse wurde auf einer Fläche von 60 m x 25 m ein früh- bis hochmittelalterliches Gehöft, bestehend aus zwei offenbar nacheinander errichteten Pfostenhäusern mit Viehboxen und beigeordneten kleineren Nebenbauten dokumentiert. Bei den Gebäuden handelte es sich um WSW-ONO ausgerichtete Rechteckbauten, die nach unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien erbaut worden sind und eine stratigraphische Überschneidung zeigten. Das stratigraphisch ältere, in seinem Grundriss wohl annähernd komplett erhaltene Haus 1 war ein zweischiffiger Bau mit einer Reihe z.T. tief gegründeter Firstpfosten. Es hatte eine Länge von 15,50 m bei einer Breite von 6,50 m. Die Längswände wurden von Pfosten gebildet, die durchschnittlich 1,25 m voneinander entfernt eingegraben waren. Die Giebelwände wiesen unterschiedliche Konstruktionen auf. Während die Wand im Westen offenbar in einen Graben gestellt worden ist, der von der Nordwestecke des Hauses bis zur Hausmittelachse reicht und evtl. aus kleineren Pfosten und Brettern gebaut war, ist die Ostwand ähnlich konstruiert worden wie die Längswände. Da der Giebelwandgraben der Westwand nur bis zur Mittelachse des Hauses reichte, wird die südliche Giebelhälfte als Zugang für den Stallteil geöffnet gewesen sein. Boxenwände für aufgestalltes Vieh gehen von der südlichen Längswand aus. Die Länge und Breite der Viehboxen lag bei etwa 1,75 m. Der Ostteil des Hauses hat als Wohnbereich gedient. Der Neubau, das Haus 2, ist etwas schwieriger zu deuten. Weil der östlichste Hausbereich durch einen Meliorationsgraben gestört war, kann nicht mit letzter Sicherheit bestimmt werden, wo das Haus endete und wie diese Giebelwand konstruiert gewesen ist. Das minimal 17,50 m lange und 6,00 m breite Gebäude zeigte ein von seinem Vorgänger abweichendes Konstruktionsprinzip. Es handelte sich um einen einschiffigen mehrteiligen Bau, bei dem zumindest das westliche Ende etwas schmaler war als dessen Mittelteil, weshalb es typologisch in die Nähe der Häuser mit schiffsförmigem Grundriss gestellt werden kann. Der Innenraum des Hauses ist je nach rekonstruierter Gesamtlänge des Hauses in drei oder mehr Teile gegliedert gewesen. Diese Gliederung ist sicher durch die statischen Konstruktionsmerkmale des Baus vorgegeben gewesen, sie können aber auch verschiedene Funktionsbereiche innerhalb des Hauses markiert haben. Das Haus war in einen langen, weitgehend pfostenfreien Mittelteil und zwei (?) westlich und östlich davon liegende durch Pfostenriegel abgetrennte kurze Abschnitte gegliedert, von denen der westliche 3,50 m lang gewesen ist. Offenbar handelt es sich bei diesen Riegeln um Wände, die das Ende der Firstpfette markierten und ebenso wie bei Haus 1 eine Rekonstruktion der Dachkonstruktion als Walmdach wahrscheinlich machen. Im östlichen Bereich des Hauses wurden, ausgehend von der nördlichen Längswand, etwa 1,70 m lange Reihen kleiner Pfosten festgestellt, die evtl. zur Abgrenzung von Viehboxen gedient haben. Der Wohnteil des Hauses gab sich durch eine im Umriss mehr oder minder trapezoide, muldenförmig eingegrabene holzkohle- und brandlehmhaltige Grube (Befund 128), die wohl als Feuerstelle gedient hat, zu erkennen, die ebenfalls im östlichen Bereich des Hauses lag. Ein westlich der Hausgrundrisse rechtwinklig abbiegender Grabenzug markierte die Umfriedung dieses Gehöftes. Die gefundene Keramik, überwiegend schlecht gebrannte oder stark verwitterte sand- und z.T. auch muschelgrusgemagerte Kugeltopffragmente, vorwiegend mit kantigen, außen abgeschrägten Rändern, datiert das Gehöft ins 10. bis 11. Jahrhundert.

 

 

B. Veröffentlichungen aus dem Arbeitsgebiet der Archäologischen Forschungsstelle der Ostfriesischen Landschaft

Ostfriesland [Bearb. und Red.: R. Bärenfänger], herausgegeben vom Nordwestdeutschen, vom West- und Süddeutschen und vom Mittel- und Ostdeutschen Verband für Altertumsforschung in Verbindung mit der Ostfriesischen Landschaft in Aurich und dem Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven, mit Beiträgen von Rolf Bärenfänger, Karl-Ernst Behre, Klaus Brandt, Jörg Eckert, Johannes Ey, Hermann Haiduck, Hajo van Lengen, Alf Metzler, Jutta Precht, Waldemar Reinhardt, Peter Schmid, Wolfgang Schwarz und Paul Weßels. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 35, Stuttgart 1999, 262 Seiten, ISBN 3-8062-1415-8.

 

Bärenfänger, R.: Thema: Mittelalterarchäologie. Archäologie in Niedersachsen 2, 1999, 55-66.

Bärenfänger, R.: Gestrandet vor Spiekeroog. Ein neuzeitliches Wrack im ostfriesischen Wattenmeer. Archäologie in Niedersachsen 2, 1999, 144-145.

Bärenfänger, R.: Fundberichte Nr. 48, 222, 245, 271, 297, 318, 350, 374, 395, 413, 415, 490, 496, 501, 561. Niedersächsische Fundchronik 1998, Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte, Beiheft 2, 1999, passim.

Bärenfänger, R.: Hinweise auf Handel und Handwerk der Kaiserzeit an der unteren Ems. In: M. Fansa (Hrsg.), Über allen Fronten. Nordwestdeutschland zwischen Augustus und Karl dem Großen. Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland, Beiheft 26. Oldenburg 1999, 39-44.

Bärenfänger, R.: Körpergräber der Völkerwanderungszeit im ostfriesischen Wattenmeer. In: M. Fansa (Hrsg.), Über allen Fronten. Nordwestdeutschland zwischen Augustus und Karl dem Großen. Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland, Beiheft 26. Oldenburg 1999, 75-77.

Bärenfänger, R.: Größere Ausgrabungen und Fundbergungen der Ostfriesischen Landschaft im Landkreis Leer; Größere Ausgrabungen und Fundbergungen der Ostfriesischen Landschaft im Landkreis Wittmund. Nachrichten des Marschenrates 36, 1999, 19-21.

Bärenfänger, R., Ellmers, D.: Der Backstein und das Schiff. Archäologie in Niedersachsen 2, 1999, 124-126.

Bärenfänger, R., Groenendijk, H. A.: Versunkene Siedlungen am Dollart. Archäologie in Niedersachsen 2, 1999, 116-119.

Bärenfänger, R., Prussat, A.: Archäologie im Park, Probegrabungen am Schloß Evenburg, Stadt Leer, Ostfriesland. Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 19, 1999, 67-70.

Bärenfänger, R., Schwarz, W.: Ostfriesische Fundchronik 1998. Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands 78, 1998 (1999), 262-277.

Burkhardt, A.: Im Garten verscharrt? Eine neuzeitliche Bestattung in Norden. Archäologie in Niedersachsen 2, 1999, 146-147.

Grotelüschen, S.: Die kaiserzeitliche Siedlung von Nenndorf, Kreis Wittmund. Unveröff. Magisterarbeit, Christian-Albrechts-Universität Kiel, 1999.

Kronsweide, G.: Fundberichte Nr. 375, 386. Niedersächsische Fundchronik 1998, Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte, Beiheft 2, 1999, passim.

Peters, E.: Fundberichte Nr. 199, 278, 288, 303, 304, 544. Niedersächsische Fundchronik 1998, Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte, Beiheft 2, 1999, passim.

Schwarz, W.: Größere Ausgrabungen und Fundbergungen der Ostfriesischen Landschaft im Landkreis Aurich; Größere Ausgrabungen und Fundbergungen der Ostfriesischen Landschaft in der kreisfreien Stadt Emden. Nachrichten des Marschenrates 36, 1999, 16-18.

Schwarz, W.: Fundberichte Nr. 1, 27, 28, 44, 53, 54, 59, 98, 136, 165, 182, 204, 357. Niedersächsische Fundchronik 1998, Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte, Beiheft 2, 1999, passim.

 

 

C. Liste der Zeitstufen

 

 

1. Alt- und Mittelsteinzeit: 3.

2. Steinzeit, unbestimmt:

3. Trichterbecherkultur: 2.

4. Einzelgrabkultur: 2, 12, 16.

5. Jungstein- und Bronzezeit, unbestimmt: 1, 6, 16.

6. Ältere und mittlere Bronzezeit: 6, 7, 16.

7. Jüngere Bronzezeit: 6.

8. Ältere und mittlere Vorrömische Eisenzeit:

9. Bronze- und Eisenzeit, unbestimmt: 16.

10. Späte Vorrömische Eisen- und ältere Römische Kaiserzeit: 10.

11. Jüngere Römische Kaiserzeit: 5, 10.

12. Eisenzeit und Römische Kaiserzeit, unbestimmt:

13. Völkerwanderungszeit: 5.

14. Frühes Mittelalter: 5, 8, 9, 15, 17.

15. Hohes Mittelalter: 5, 8, 9, 15, 17.

16. Spätes Mittelalter: 4, 5, 8, 9, 11, 13, 14.

17. Mittelalter, unbestimmt: 9.

18. Neuzeit: 4, 5, 9.

19. Unbestimmt: -

 

 

zum Seitenanfang
KALENDER
Events