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Landschaft von Ostfriesland
Fundchronik 1984 |

Fundchronik 1984

 

Ostfriesische Fundchronik
Emder Jahrbuch Bd. 65, 1985

 

Zusammengestellt von Wolfgang Schwarz und Hans Janssen
mit einem Beitrag von Axel Heinze

 

Landkreis Aurich  

1. 2409/1: 12 Norden, Gemeinde Norden  
Oberflächenfunde vom Acker:  
mittelalterliche Randscherbe, 3 Stücke gebrannter Feuerstein.  
F, FM: Werner Kitz, Norden  
FV: AL  

 

2. 2410/2: 9-1-0 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide  
Oberflächenfunde vom Acker: Pfeilspitzenrohling (ältere Bronzezeit), 3 Abschläge, 5 Stücke gebrannter Feuerstein.  
F, FM: Werner Kitz, Norden  
FV: AL  

 

3. 2410/2: 9-2-0 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide  
Oberflächenfund vom Acker:  
Kernbeil.  
F, FM: Werner Kitz, Norden  
FV: AL  

 

4. 2410/2: 54-1-0  Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide  
Oberflächenfunde vom Acker:  
Dolchgriff, Kernsteinrest, 2 kleine Klingenbruchstücke, 5 Abschläge (1 davon mit Retusche), 18 Stücke gebrannter Feuerstein, Schlacke.  
F, FM: Werner Kitz, Norden  
FV: AL  

 

5. 2410/4: 11 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide  
Oberflächenfund im abgetorften Moor:  
gestielte Pfeilspitze aus Feuerstein.  
F: Hermann Bents, Südarle  
FM: Hinrich Gast, Esens  
FV: Finder  

 

6. 2410/9: 14 Tannenhausen, Gemeinde Aurich  
Oberflächenfund auf einer leichten Geestkuppe (1932):  
Beil aus Kieselschiefer, Seitenbahnen und Nacken geschliffen, L 8,0 cm; Schneiden-B 5,1 cm; Nacken-B 4,0 cm; D 2,95 cm.  
F: Röbke Buss, Tannenhausen  
FM: Fritz Arends, Lek, Schleswig-Holstein  
FV: AL  

 

7. 2410/9: 16 Tannenhausen, Gemeinde Aurich  
Oberflächenfund auf einer leichten Geestkuppe:  
Webgewicht (eine Hälfte) aus gebranntem Ton; V 15,0 cm; D 6,0 cm.  
F: Frerich Buß, Tannenhausen  
FM: Fritz Arends, Lek, Schleswig-Holstein  
FV: AL  

 

8. 2411/9: 39 Sandhorst, Gemeinde Aurich  
Oberflächenfund (1932):  
Feuersteindolch, L 12,7 cm; B 2,85 cm; D 2,2 cm.  
F, FM: Reinh. Heinen, Sandhorst  
FV: AL  

 

9. 2411/9: 40 Middels-Westerloog, Gemeinde Aurich  
Oberflächenfund vom Acker (1939):  
nackengebogene Axt, dunkelgraues Felsgestein, zerbrochen, geklebt; L 11,5 cm; B 4,46 cm; H 3,94 cm; Nacken-V 2,0 cm; konisches Loch 0,9 – 1,5 cm.  
F: Joh. Rocker, Spekendorf  
FM: Friedr. Walter, Wallinghausen  
FV: AL  

 

10.  2509/3: 6-2-0 Uthwerdum, Gemeinde Südbrookmerland  
Oberflächenfunde (über drei Felder verstreut):  
34 mittelalterliche Tonscherben, ca. 13. Jh. (5 Randscherben).  
F, FM: Mathias Bergmann, Georgsheil  
FV: AL 

 

11. 2512/7: 2  Voßbarg, Gemeinde Wiesmoor  
Sandoberflächenfund beim Torfgraben unter der damaligen etwa zwei Meter starken Moorschicht (1950): Geröllkeule, L 9,4 cm; B 6,5 cm.  
F, FM: Johannes Jelken, Wiesmoor  

 

12. 2512/7: 3 Voßbarg, Gemeinde Wiesmoor  
Funde zwei Meter unter dem Moor (1950):  
Flintbeil und Bronzenadel.  
F: Cassen Jelken  
FM: Heinz Jelken  
FV: verschollen 

 

13. 2610/2: 3 Simonswolde, Gemeinde Ihlow  
Funde beim Deichbau zu Wiedervernässungsmaßnahmen:  
mittelalterliche und neuzeitliche Keramik: 8 Randscherben, 24 Wandungsscherben, 2 Randscherben, Pfannengriff-Bruchstück, Bruchstück glasiert, Tonpfeifenkopf, 2 Grapenfüße, eiserner Griff, eiserner Nagel, 2 Knochenstücke, Granit-, Tuffstein- und gebrannte Lehmbrocken (darunter 1 Fliesenbruchstück), Ziegelschutt. 
F: Arbeiter der Gemeinde Ihlow  
FM: Arnold Weers, Aurich  
FV: AL 

 

14. 2510/9: 15 Ludwigsdorf, Gemeinde Ihlow  
Klosteranlage des Zisterzienserklosters Ihlow 
Grabung mit Forschungsmitteln des Landes Niedersachsen  
Dauer: Juni – Oktober 1984  
Die Grabung von 1983 wurde 1984 fortgesetzt.  
Durch gezielte Schnittführungen wurden im Jahr 1984 alle wichtigen Stellen der Klosterkirche mit Ausnahme des Westportals freigelegt, um einen Grundriß sicher erstellen zu können.  
Pfeiler und Mauerstümpfe wurden gesondert von Planumzeichnungen im Maßstab 1: 20 maßstabsgerecht und verbandgerecht gezeichnet. Nach der Dokumentation sind mehrere Pfeiler und Mauerteile bis zur ersten Steinlage abgetragen worden, um einen Einblick in die Verlegetechnik der Steine zu bekommen. Dabei wurden Binderzeilen im Baukörper festgestellt, die sicherlich für die Einmessung und das Ausrichten  er Kirche eine Bedeutung gehabt haben.  
Die Profile zeigen, daß der Bau in einem Zuge errichtet wurde, jedenfalls ohne größere zeitliche Unterbrechungen. Die Stratigraphie des Grabungsjahres 1983 wurde durch die Grabung 1984 ergänzt. Das höhenmäßige Angleichen der Pfeilerfundamente erfolgte durch die Schlämmtechnik. 
Die ersten Bauarbeiten begannen im Vierungsbereich mit dem Apsisbogen. An diesen Bauteilen wurden die höher gegründeten Pfeiler der Arkadenreihen angebunden. Der südwestliche Vierungspfeiler war zwar durch Abbrucharbeiten untergraben worden, ließ sich jedoch bis zu 16 Steinlagen rekonstruieren. 
Die Funde bestehen im wesentlichen aus bereits bekannten Formsteinen, allerdings wurde diese Palette durch neue Formsteine und Fliesenmotive erweitert.

 

Stadt Emden  

15. 2609/5: 2 Wolthusen, Stadt Emden  
Funde beim Ausbaggern des Vorflutkanals:  
Keramik aus der römischen Kaiserzeit: 6 Randstücke, 1 Henkelstück, 1 Stück mit Abdruck eines Henkels, 1 Bodenstück und 64 Keramikbruchstücke, granitgrusgemagert, teils organisch gemagert.  
F, FM: Siegrid und Bernhard Noormann, Emden  
FV: Finder  

 

Landkreis Leer  

16. 2306/4: 1-2-0 Borkum/Watt, Gemeinde Borkum  
Funde im Watt bei Niedrigwasser:  
Faßbrunnen, Stielpfanne sowie Reste von zwei Kugeltöpfen aus dem 13. Jh.  
F, FM: Dr. Zülke, Borkum  
FV: Museum Borkum  

 

Landkreis Wittmund  

17. 2211/9: 3; 2211/9: 4; 2211/9: 5   Bensersiel/Watt, Gemeinde Esens  
Fundsicherung im Watt zwischen Westeraccumersiel und Neuharlingersiel.  
Seit 1981 wird der Wattbereich zwischen den Fahrwassern der Häfen Westeraccumersiel und Neuharlingersiel vom Deich aus bis zum ersten Fahrwasser und zum Teil darüber hinaus systematisch abgesucht nach den Überresten menschlicher Besiedlung in diesem Raum. Dabei konnten bisher folgende Ergebnisse erzielt werden:  

1. Zahlreiche Streufunde (Scherben, Knochenbruchstücke und Kirchenbaumaterialien) im Bereich des ehemaligen Kirchdorfes Otzum, die eine Deutung der Siedlungsgeschichte und der landwirtschaftlichen Nutzung dieses Dorfes zulassen.  

2. Bodenfunde (bearbeitete Hölzer, Hausfundamente, Anhäufungen von Pflanzenmaterial, vollständige Skelette aller in Otzum nachgewiesenen Haustierarten, zwei menschliche Skelette) und Streufunde (Scherben, Knochenreste, Knochen, bearbeitete Knochen, Bruchstücke von Mühlsteinen, Webgeräte, Eisenschlacken) im Bereich der von Homeier 1963 hypothetisch ermittelten Lage der Siedlung Ostbense. Die Hypothese wurde damit bestätigt, die genaue Analyse der Funde steht noch aus. Die im Moment freiliegende Siedlungsschicht scheint aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. zu stammen.  

3. Zwischen beiden nachgewiesenen Siedlungen wurden in einem Bereich mit einer Häufung der üblichen Streufunde zwei Brunnen und zahlreiche Torfstiche entdeckt. Einer der Brunnen wurde genauer untersucht und kann anhand der Verfüllung als mittelalterlich nachgewiesen werden. In diesem Bereich ist eine weitere, historisch nicht überlieferte Siedlung anzunehmen.  

4. An mehreren anderen Stellen wurden Häufungen von Streufunden nachgewiesen und Bodenfunde (angespitzter Eichenbalken in Torfschicht, Torfschichten mit Torfstichen, unnatürliche Bodenveränderungen) festgestellt, so daß von weiteren Siedlungen in diesem Bereich ausgegangen werden muß.  

5. Unabhängig von dieser Siedlungsgeschichte ist der Fund eines Schiffswrackes in dem Untersuchungsbereich. Von dem Wrack ist nur die Bodenplatte mit den unteren Rändern der Bordwände auf einer Länge von 7 m erhalten. Nach Konstruktionsmerkmalen handelt es sich um eine Spitzmutte mit Deck, deren Baudatum dendrochronologisch auf etwa 1800 einzuordnen ist. Ebenso wurden im gesamten Untersuchungsbereich einzelne Scherben jüngeren Datums sichergestellt, die als Abfall der früheren Küstenschiffahrt einzuordnen sind.  
Der Bereich soll noch weiter beobachtet werden, da systematische Grabungen nicht möglich sind und man auf zufällige Freilegungen durch Sedimentbewegungen im Watt angewiesen ist. Eine zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse ist geplant. 

 

18. 2211/9: 4 Bensersiel/Watt, Gemeinde Esens  
Funde bei einer Wattwanderung:  
Kugeltopf V 12 cm, Gefäßscherben, Haselnußgerte, 2 Bruchstücke unbekannten Materials, evtl. Ziegelbruchstücke, verfärbt, Knochen von Rindern, Mäusen, Ratten, Schaf, Ziege(?).  
F, FM: Axel Heinze, Esens  
FV: AL 

 

19. 2310/9: 1 Utarp, Gemeinde Utarp  
Der Arbeitskreis Vorgeschichte der Ostfriesischen Landschaft hatte die Absicht, die Lage und Begrenzung des Steingrabes in Utarp zu bestimmen. Das Grab war 1878 von F. Rose durchsucht und die Funde dem Museum der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden überwiesen worden. Damals bereits war das Grab zerstört, der letzte Findling, ein Deckstein, wurde anschließend versenkt. 
Die genaue Lage des versenkten Decksteines konnte eingemessen werden. Um eine Vorstellung von der Größe und Ausrichtung des Grabes zu erlangen, wurden 12 Planquadrate ausgehoben. Dabei wurden etliche Tonscherben der Trichterbecherkultur, eine querschneidige Pfeilspitze und Granitgrus – vermutlich von der Bodenpflasterung – entdeckt. Das Grabungsziel konnte jedoch nicht erreicht werden, weil vom Grundstücksbesitzer die Grabungsgenehmigung zurückgezogen wurde.  

 

20. 2311/3: 28 Bensersiel/Watt, Gemeinde Esens  
Oberflächenfunde im Watt vor Ostbense:  
Kugeltopfoberteil in 3 Bruchstücken, 71 Wandungsscherben, 8 Randscherben, 1 Henkel, Lehm. 
F, FM: Axel Heinze, Esens  
FV: AL 

 

21. 2311/5: 30 Utgast, Gemeinde Esens  
Oberflächenfunde vom Acker: Keramik aus der römischen Kaiserzeit: 83 Wandungsscherben, 8 Randscherben, 3 verzierte Wandungsscherben, 1 Pfeifenkopf, Holzkohle, Schlacke. 
F: Hinrich Peters, Utgast  
FM: Axel Heinze, Esens  
FV: AL

 

22. 2410/6: 21 Neuschoo, Gemeinde Neuschoo 
Funde im anmoorigen Boden bei der Feldarbeit (ca. 1900): 
Feuersteinbeil, dünnblattig, Seitenbahnen gesch1iffen, L 11,1 cm; Schneiden-B 5,3 cm; Nacken-B 3,1 cm; D 2,15 cm. 
F: Lehrer Klaasen, Schweindorf 
FM: Heimatverein Aurich 
FV: AL

 

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