OSTFRIESISCHE LANDSCHAFT - REGIONALVERBAND FÜR KULTUR, WISSENSCHAFT UND BILDUNG
IMPRESSUM | TELEFONZENTRALE: +49 (0)4941 17 99 0
Landschaft von Ostfriesland
Fundchronik 1982/1983 |

Fundchronik 1982/1983

 

Ostfriesische Fundchronik
Emder Jahrbuch Bd. 63/64, 1983/84

 

Landkreis Aurich

1. 2308/9: 6 Lintelermarsch, Gemeinde Norden
Warf, bebaut, 40 x 35 m, H 0,8 m.

 

2. 2309/5: 37 Junkersrott, Gemeinde Hagermarsch
Warf, unbebaut, 65 x 60 m, H 0,6 m.
Oberflächenfunde vom Acker:
Frühmittelalterliche Randscherbe, mittelalterliche Tonscherben, darunter glasierte.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

3. 2309/5: 42 Junkersrott, Gemeinde Hagermarsch
Warf, unbebaut, 30 x 26 m, H 0,4 m.
Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tonscherben.
F. FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

4. 2309/5: 51 Ostermarsch, Gemeinde Norden
Warf, unbebaut, 50 x 36 m, H 0,8 m.

 

5. 2309/7: 28 Lintelermarsch, Gemeinde Norden
Warf, unbebaut, 75 x 55 m, H 0,3 – 0,5 m.
Oberflächenfunde vom Acker: Mittelalterliche Tonscherben.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

6. 2309/8: 16 Lütetsburg, Gemeinde Lütetsburg
Warf, unbebaut.
Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tonscherben.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

7. 2309/9: 28 Blandorf-Wichte, Gemeinde Hage
Niederung, überschlickter Sanduntergrund.
Oberflächenfunde vom Acker:
Feuersteinabschläge, gebrannte Feuersteinstücke; mittelalterliche Tonscherben.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

8. 2310/4: 20 Westerende, Gemeinde Großheide
Warf, bebaut, 55 x 36 m, H 0,6 m.

 

9. 2310/7: 3 Arle, Gemeinde Großheide
Warf, unbebaut, 125 x 100 m, H ca. 1,5 m.

 

10. 2310/7: 71 Westerende, Gemeinde Großheide
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerteund pingsdorfähnliche, gebrannte Tonbrocken; Mahlsteinbruchstücke aus Lava; Schlackestücke; Feuersteinklingen-Bruchstücke, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

11. 2310/7: 74 Blandorf-Wichte, Gemeinde Hage
Geestrückenrand; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte pingsdorfähnliche und glasierte; Mahlsteinbruchstücke aus Lava; Schlackestücke; Feuersteinklinge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

12. 2310/7: 75 Westerende, Gem. Großheide
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; Reibsteinbruchstücke aus Felsgestein; Schleif-/ Wetzsteinbruchstücke aus Felsgestein; Schlackestück; Feuersteinabschläge; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

13. 2310/8: 4 Arle, Gemeinde Großheide
Warf, unbebaut, 140 x 125 m, H 1,0 m.

 

14. 2310/8: 5 Arle, Gemeinde Großheide
Warf, unbebaut, 120 x 115 m, H 0,6 m.

 

15. 2408/8: 7 – 2-0 - Greetsiel, Gemeinde Krummhörn
Warf, bebaut; gef. bei Gartenarbeiten:
17 römische Münzen, 330 – 340 n. Chr.
F: Heide Penning, Greetsiel-Hauen
FM: Lehrer Eggen, Riepe

 

16. 2410/1: 6 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
Geestrücken Oberflächenfunde vom Acker:
Klingenbruchstücke aus Feuerstein, Mikrolith, Abschläge z.T. mit etwas Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

17. 2410/1: 7 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Kernsteine aus Feuerstein, Abschläge z. T. mit etwas Retusche, gebrannter Feuerstein; mittelalterliche Tonscherbe.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

18. 2410/2: 7 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker: Schaber aus Feuerstein, Kernsteine, Klingenbruchstücke, Abschläge z. T. mit etwas Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

19. 2410/2: 9 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Mikrolith (Zonhovenspitze) aus Feuerstein, Kernsteinbruchstück, Schaber, Klingenkratzer, Klingenbruchstücke z. T. mit etwas Retusche, Abschläge z. T. mit etwas Re- tusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

20. 2410/2: 53 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Spitzen aus Feuerstein, Kernsteine/-bruchstücke, Schaber, Klingen, Abschläge z. T. mit Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

21. 2410/2: 54 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker: Mikrolithen aus Feuerstein, Kernsteinbruchstücke, Klingen, darunter eine mit Endretusche, Klingenbruchstücke, Bohrer, Schaber, Abschläge z. T. mit Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

22. 2410/7: 4 Oldeborg, Gemeinde Südbrookmerland
Warf, bebaut, 60 x 30 m, H 0,5 m; gef. in einer Baugrube:
Neuzeitlicher Torfsodenbrunnen, Dm 1,4 m, T 2,8 m; aus der Brunnenverfüllung:
Backsteinbrocken; Schieferstückchen; glasierte Tonscherben.

 

23. 2508/4: 10 Manslagt, Gemeinde Krummhörn
Warf, bebaut; 50 x 30 m, H 0,4 m.

 

24. 2508/9: 18-12-0 Groß Midlum, Gemeinde Krummhörn
Dorfwarf; Funde bei Kanalisationsarbeiten:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; Webgewicht-Bruchstück; Knochenplatte vom Kamm mit vier Zähnen auf der einen Seite und gegenüber elf Zähnen, von denen zwei abgebrochen sind, L 7,2 cm; B 2,1 cm; D 0,4 cm.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL 

 

25. 2509/4: 12 – 2-4 Cirkwehrum, Gemeinde Hinte
Dorfwarf; Funde im Aushub für Kellerneubau:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter frühmittelalterliche, muschelgrusgemagerte und glasierte, gebrannter Tonbrocken; Fliesenbruchstücke.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

26. 2510/2: 4 Georgsfeld, Gemeinde Aurich
Sandrücken im jetzt abgetorften Moor; gefunden beim Baumstubbenroden:
Feuersteinbeil, dünnackig, allseitig geschliffen, graubraun, L 28,7 cm; B 8,7 cm; D 3,8 cm; Schneiden-B 8,5 cm; Nacken-B 5,2 cm; Nacken-D 1,7 cm; Wetz-/Werkstein aus Granit.
F, FM: Heye Heyen, Extum
FV: Finder und AL

 

Stadt Emden

27. 2609/2: 12 Uphusen, Stadt Emden
Warf, bebaut, 60 x 50 m, H 0,4 m.

 

28. 2609/3: 5 Uphusen, Stadt Emden
Warf, bebaut, 70 x 50 m, H 0,4 m.

 

29. 2609/3: 6 Petkum, Stadt Emden
Warf, bebaut, 60 x 45 m, H 0,4 m.

 

30. 2609/3: 7 Petkum, Stadt Emden
Warf, bebaut, 50 x 40 m, H 0,4 m.

 

31. 2609/6: 1 Petkum, Stadt Emden
Warf, bebaut, 80 x 60 m, H 0,5 m.

 

32. 2609/6: 5 Petkum, Stadt Emden
Warf, unbebaut, 30 m Dm, H 0,6 m.

 

Landkreis Leer

33. 2611/9: 125 Hesel, Gemeinde Hesel
Geestrücken; gef. auf einer geräumten Windbruchfläche:
Feuersteinkratzer, Klingenbruchstück, Kernsteinbruchstück, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

34. 2612/5:1 Großoldendorf, Gemeinde Uplengen
Geestrücken; Oberflächenfunde:
Felsgesteinbeil, grau bis hell/dunkelbraun, allseitig geschliffen Schneide etwas beschädigt, L 16,1; B 6,6; D 4,0; Schneiden-B 5,1; Nacken-B 2,2; Nacken-D 1,3 cm
F: Weert ter Veen, Großoldendorf
FM: Enno ter Veen, Großoldendorf
FV: Finder

 

35. 2710/7:38  St. Georgiwold, Gemeinde Weener
Warf, unbebaut, 60 x 50 m, H 1,2 m.

 

36. 2710/8: 14 Leer, Gemeinde Leer
Flußmarsch der Ems; Funde aus dem Abraum der Straßenbauarbeiten im Gewerbegebiet zwischen Ems und B 75:
Tongefäßscherben der römischen Kaiserzeit 1.– 3. Jh. n. Chr.- ; mittelalterliche Tongefäßscherben.
F: Dr. Brandt, Wilhelmshaven; Heinz Hartog, Weener; Hans Schwarz, OL
FM: Heinz Hartog, Weener
FV: AL u. Finder

 

37. 2811/4: 16 Collinghorst, Gemeinde Rhauderfehn
Geestkuppe unter abgetorftem Moor; Oberflächenfund:
Felsgesteinbeil grau, Oberfläche gepickt, Schneide gebogen und geschliffen, unterhalb des Nackens alte Beschädigung, Nacken fehlt, vorhandene L 12,0 cm; B 5,7 cm; D 3,9 cm; Schneiden-B 5,3 cm; Reib-/Klopfsteine aus Felsgestein.
F: Joh. Bruns, Collinghorst 
FM: Herr Ewen, Westrhauderfehn
FV: Finder

 

Landkreis Wittmund

38. 2310/9: 75 Utarp, Gemeinde Utarp
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker östlich des Burghügels:
Lehmdiele38 x 5,30m; urgeschichtliche und mittelalterliche Tongefäßscherben.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

Landkreis Aurich

1. 2410/1: 13 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
Mittelsteinzeitlicher Siedlungsplatz

Der Arbeitskreis Vorgeschichte hat auf einer Fundstelle, die Herr Kitz bereits seit Jahren absucht, 1982 eine Untersuchung durchgeführt. Die alte Oberfläche am Südhang des Geestrückens war bereits durch den Pflug und die Kultivierungsmaßnahmen umgearbeitet, so daß die Fundstücke alle im humosen Ackerboden entdeckt wurden. Der Aushub der einzelnen Quadranten wurde gesiebt und dabei 753 Funde geborgen. Sie verteilen sich auf mindestens zwei Fundkonzentrationen, die vielleicht noch einmal unterteilt werden können. Das Fundinventar ergab auch etliche Mikrolithen, so daß hier der Lagerplatz einer Jägergruppe angenommen werden darf, welche etwa im 7. vorchristlichen Jahrtausend an dieser Stelle lebte.

 

2. 2508/5: 30 Pewsum, Gemeinde Krummhörn
Burgstelle

Im Rahmen der Renovierungsarbeiten der Burganlage in Pewsum wurde 1982 in der Nordwestecke der Anlage ein Schacht angelegt, der zur Feststellung des Bodenprofils diente. Der Schacht hatte die Abmessung 1,5 x 1,0 m. Bis zur Tiefe von 80 cm unter dem Fußbodenniveau wurde das Profil gezeichnet, also bis zur Höhe des Wasserspiegels, die tieferen Bodenschichten wurden ergraben.

Der ungestörte Kleiboden stand wahrscheinlich bei 0,7 m an, etwa auf dem Niveau der Fundamentgrabensohle der Außenmauer. Darüber war der Innenraum mit einem Klei-Sandgemisch bis zur Höhe von ca. 2 m NN gefüllt. Ein Fußbodenniveau wäre hier denkbar, konnte aber nicht nachgewiesen werden. Die darüber liegende Schuttschicht scheint zur Trockenhaltung des Fußbodens aufgeschüttet worden zu sein. Der älteste Fußboden – fundamentiert in einer Schicht von gelbem Sand – wurde erst über + 2,4 m NN angetroffen. Er bestand aus vermischten Ziegelsteinformaten, darunter ein Klosterformatstein. Dicht darüber war ein neuer Fußboden aus einheitlichen Ziegelsteinen gelegt worden. Fundamentgräben der Außenmauer konnten nicht festgestellt werden, der Innenraum war bis zur älteren Fußbodenhöhe angefüllt worden. Die Funde aus der Schuttschicht sind – soweit datierbar – dem 16./17. Jh. zuzuweisen und liegen damit in der Nähe des überlieferten Baudatums.

 

3. 2510/1: 8 Uthwerdum, Gemeinde Südbrookmerland
Mittelalterliche Siedlungsstelle

Beim Ziehen von Fundamentgräben ist eine ältere Siedlungsschicht in der Warf angeschnitten worden. Im April 1982 wurde daher ein Profil aufgenommen. In 1,6 m Tiefe wurde der anstehende Torf angetroffen. Darüber lag eine Lehmdiele, die wohl auf einen Bau hinweist. Ein Auftrag aus dem Sand-Torfgemisch erhöhte das Niveau um 50 cm. Dort befand sich ein weiterer Siedlungshorizont, der wiederum an einer Lehmschicht erkennbar war. Ein Teil der Diele war rotgebrannt. In dem Brandschutt lagen gebrannte Lehmbrocken, Webgewichte, Kugeltopfscherben. Darüber befand sich ein Auftrag aus gemischtem Sand in etwa 40 cm Mächtigkeit mit einer Oberfläche. Auf ihr lag eine Schicht Lehm, bei der es sich um eine umgestürzte Hauswand handeln könnte. Der restliche, rund 60 cm mächtige Auftrag bis zum heutigen Niveau war stark mit Ziegelgrus durchsetzt.

 

4. 2510/9: 15 Ludwigsdorf, Gemeinde Ihlow
Kirche des Zisterzienserklosters Ihlow

Der Nordostteil der Zisterzienserkirche wurde 1983 untersucht. Dabei kamen der Bogen der Apsis, Pfeilerfundamente und die Nordwand des Querschiffes zutage. Die Profile zeigten, daß der Bau in einem Zuge errichtet worden war. Zuerst schüttete man einen Hügel in der Niederung des Krummen Tiefs auf. Sodann wurden die Fundamentgruben für die genannten Bauteile ausgehoben und mit gelbem Sand zugefüllt. Im Langschiff baute man von West nach Ost und das Querschiff von Süd nach Nord. Auf der untersten Fundamentlage aus Ziegelsteinen mauerte man die Fundamente auf und schüttete sie erneut an. Der Fußboden der Kirche, im Bereich der Vierung mit ornamentalen Fußbodenfliesen belegt, befand sich auf dem Niveau von 3,8 m NN, also gut 2,00 m über dem gewachsenen Boden.

 

Vorläufiger Bericht zur Grabung in Ihlow 1983

Die im Spätsommer 1983 erfolgte Grabung in Ihlow diente in kunstgeschichtlicher Hinsicht einem begrenzten Ziel, nämlich die bei der Probegrabung im Jahre 1977 gewonnenen Erkenntnisse kritisch zu überprüfen und nach Möglichkeit zu erweitern. Das besondere Interesse galt hierbei den Ostteilen der Klosterkirche, nämlich der Apsis und der nordöstlichen Ecke des Querschiffs. Der bereits 1977 freigelegte südliche Fundamentbereich der Apsis setzt sich in gleicher Vermauerung nach Norden hin fort und stößt auf das Fundament des Querschiffs, dessen Verlauf auch in westlicher Richtung offengelegt wurde. Zutage traten ferner eine Mauervorlage an der Nordseite des Querschiffs sowie ein kleineres und zwei größere Pfeilerfundamente in sorgfältiger Mauertechnik. Diese Befunde erlauben in Verbindung mit der einschlägigen Literatur in bestimmten Grenzen bereits in diesem Stadium der Grabung vorläufige Aussagen für Teilbe- reiche der Klosterkirche.

Das abgetreppte und im ordentlichen Mauerverband aufgesetzte Fundament der Apsis verläuft polygonal und weist in den Winkeln steinbreite Vorlagen auf. Gleichwohl kann aus diesem Befund nicht auf einen polygonalen Chor geschlossen werden. In Ostfriesland nämlich tritt dieser nicht vor dem 15. Jh., im Groningerland auch erst in der ersten Hälfte des 14. Jhs. auf. Im übrigen Deutschland schließlich finden wir ihn bis auf wenige Ausnahmen auch erst in den Jahrzehnten vor der Mitte des 13. Jhs. vor. Es wird sich also hier um eine halbrunde Apsis gehandelt haben, wie sie zum Zeitpunkt des Ihlower Kirchenbaues in gleicher Form in Ostfriesland und in den nördlichen Niederlanden an rund zwei Dutzend Pfarrkirchen auftrat. Halb- bzw. dreiviertelrunde Dienste werden möglicherweise das Mauerwerk innen und sicher auch die Apsiskuppel selbst, Lisenen die Außenseite belebt haben.
Zur Frage des oberen Raumabschlusses erbrachte die Grabung den schlüssigen Nachweis für ein Gewölbe: in Ergänzung zahlreicher Funde von Formsteinen ließen sich im Querschiff erstmals die gemauerten Fundamente von Wandvorlagen freilegen. Diese stehen mit dem Fundamentmauerwerk der Außenwand im Verband, woraus folgt, daß die Einwölbung zumindest des Querschiffs von vornherein vorgesehen war. Die sowohl bei der Suchgrabung 1977 im Schiff wie auch 1983 im Querschiff aufgedeckten Pfeilerfundamente von abwechselnd größerem und kleinerem Durchmesser weisen in der Frage der Jocheinteilung auf das gebundene System hin.
Ebenso wie schon Feldbegehungen in den 70er Jahren erbrachten auch die Grabungen 1977 und 1983 eine große Zahl aufschlußreicher Formsteine aus gebranntem Lehm. Diese ließen sich ohne Zwang in die gängigen Formglieder einer Backsteinkirche des 13. Jhs. einordnen: Wandpfeiler aus Halbrundvorlage, Abtreppungen und Diensten, Gewölberippen, Halbsäulen sowie Rundbogenfries auf Konsolen (?). Beobachtungen zu ihrer Beschaffenheit, zu den Abmessungen und über anhaftende Mörtelreste sowie schließlich die Anzahl der jeweils gleichgeformten Steine werden schlüssige Argumente auch für die Rekonstruktion der Gewölbe und der Fassadengliederung erbringen.

R.N. (Robert Noah)

 

Stadt Emden

5. 2609/1: 21 Emden, Stadt Emden
Stadtwarft

Für die Gründungsarbeiten in der Pelzerstraße 4 wurde Erde entnommen, so daß 1982 ein Profil der Bodenschichten gezeichnet werden konnte. Das Niedersächsische Landesinstitut für Marschen- und Wurtenforschung hat anschließend Bohruntersuchungen durchgeführt, wobei in der Kleiaufschüttung am Rande der Warf mehrere Siedlungsschichten festgestellt worden sind.

 

6. 2609/2: 2 Uphusen, Gemeinde Emden
Dorfwarf Uphusen

Der Heimatverein Uphusen wandte sich 1983 mit der Frage an die Ostfriesische Landschaft, wie und wann die Dorfwarf entstanden sein könnte. Es wurde verabredet, zunächst Bohrungen durchzuführen, um dann gezielt einen Grabungsschnitt anlegen zu können.
Die Bohrungen zeigten, daß das heutige Dorf aus drei Einzelwarfen zusammengewachsen ist. Die Aufschüttung des Westteiles liegt auf dem Uferwall des Tiefes bei – 1,00 m NN. Die Kirchwarf ist später angefügt worden. In ihrer Aufschüttung beginnen Beimengungen von Backsteinbröckchen bereits ab 0,5 m NN. Der Westteil, der ursprünglich bis zur Durchgangsstraße ”Brückhörn” reichte, entstand vor dem 9./10. Jahrhundert. Eine Vorgängersiedlung der römischen Kaiserzeit wurde nicht entdeckt.
Der Ostteil der Dorfwarf liegt ebenfalls auf dem nördlichen Uferwall des Tiefes. Seine Sohle wurde bei – 1,9 m NN erbohrt. Der Ostteil scheint im wesentlichen erst eine Arbeitsleistung des 13. Jahrhunderts zu sein, weil die backstein- bröckchen-führenden Schichten bereits bei + 0,5 m NN beginnen wie bei der Kirchwarf. Zwischen West- und Ostteil hat früher die Windung des Uphuser Tiefes weiter nach Norden gereicht.
Der Südteil liegt auf dem südlichen Uferwall in der Windung des Tiefes. Die Aufschüttung beginnt bei – 1,00 m NN und reicht bis+ 2,9 m NN hinauf. Erst die Erdschichten ab 2,00 m NN enthalten Backsteinbröckchen. Obgleich keine Tongefäßscherben gefunden worden sind, wird man wohl annehmen dürfen, daß der Südteil parallel zum Westteil entstanden ist. Erst im 13. Jahrhundert dürfte demnach die Dorfwarf Uphusen ihre heutige Gestalt erhalten haben.
Eine Grabung unterblieb schließ1ich, weil der dafür vorgesehene Platz zwischen Ost- und Westteil der Warf lag, so daß nur Randschichten angeschnitten worden wären.

 

Landkreis Leer

7. 2711/4: 118 Logabirum, Gemeinde Leer
Mittelalterliche Kirche

Die Meldung über den Umbau der Kirche in Logabirum erfolgte leider erst am 25. 11.1983, als die Betonierung des Fußbodens im Gange war. Daher konnte zur Sicherung der Stratigraphie nur noch im südwestlichen Kirchenschiff achtmal gebohrt werden. Über dem künstlichen Sandhügel befand sich in allen Bohrungen eine harte Schicht aus gelbem Lehm zwischen 60 und 67 cm unterhalb des alten Backsteinfußbodens. In zwei Bohrungen wurde darüber eine 3 cm dicke Brandschicht angetroffen. Der Befund deutet darauf hin, daß ein Vorgängerbau aus Holz abgebrannt ist. Vor dem zugemauerten Südportal befand sich noch der Teil des o. g. alten Backsteinfußbodens. Die Maße der Steine: 29 x 13,5 x 8cm.

 

8. 2711/9:10  Stickhausen, Gemeinde Detern
Burgstelle

Die Fräsarbeiten eines Kanalisationsgrabens brachten 1982 auf dem Burggelände Fundamentreste zutage. Die Besichtigung und teilweise Freilegung der Fundamente im Juni ergab daß hier wahrscheinlich die äußere Befestigungsmauer angeschnitten worden ist. Ein einzelner gemauerter Block aus Backsteinen befand sich „außerhalb” des Fundamentes. Seine Bedeutung ist unklar. Die Backsteinmaße: 29 x 14,5 x 6 cm.

 

9. 2712/4:12  Ammersum, Gemeinde Filsum
Mittelalterliche Ackerflur

Die Aussandung der hochliegenden Geestkuppe wurde 1983 beobachtet, weil mit Entdeckung eines Siedlungsplatzes zu rechnen war. Als Bodenverfärbungen auftauchten, wurde eine Fläche von 10 x 12 m geputzt.
Unter einem Plaggenauftrag kamen fünf mittelalterliche Meliorationsgräben zutage. Drei von ihnen lagen parallel in einem Abstand von jeweils 3 m voneinander entfernt. Sie sind 5 m lang und 50 cm breit. Die beiden anderen Gräben haben dieselbe Größe, liegen aber versetzt zu den erstgenannten.
Mit der Freilegung ist ein kleiner Teil einer mittelalterlichen Ackerflur erschlossen worden.

 

Landkreis Wittmund

10. 2311/8: 32 Moorweg, Gemeinde Moorweg
Grabhügel

1973 war am Nordrand des Hügels ein Einzelgrabbeil aus Feuerstein und Leichenbrand gefunden worden.
1983 ist im anstehenden Geestboden unter dem Mutterboden eine 8,5 x 15,5 m große Fläche angelegt worden. Von der Hügelaufschüttung war wegen der Überpflügung nichts mehr erhalten geblieben.
Im Bereich des ehemaligen Hügels stand noch der Bleichsand an, während außerhalb der Boden anmoorig war.
In der Fläche zeichneten sich Tiergänge und Gruben ab. Mehrere Gruben hätten nach ihrer rechteckigen Form Grabgruben sein können. Sie maßen in der Länge 1,2 – 1,5 m und in der Breite 0,9 – 1,00 m. Ihre Untersuchung konnte diese Vermutung aber nicht erhärten. Die Gruben waren fundleer.
Im oberen Planum kam ein 8,00 m durchmessender Kreisgraben zutage, der im SSW nicht geschlossen war. Im unteren Planum zeichnete sich im Norden des Hügels an der Grenze zum anmoorigen Boden ebenfalls ein kreisförmiger Graben ab. Er wurde nur auf 8,00 m Länge innerhalb der Grabungsfläche verfolgt, weil die Untersuchung im Zentrum des Hügels ohne Befunde geblieben war. Der Kreisgraben könnte einen Durchmesser von 13,00 m besessen haben.
Die Funde bestehen aus Feuersteinartefakten, die alle im Nordquadranten des Hügels gefunden worden sind, wie die Altfunde auch.

 

11. 2311/7: 41 Moorweg, Gemeinde Moorweg
Grabhügel

Der Grabhügel hat sich als Rest in einer Wallhecke erhalten. Auf beiden Seiten im Acker ist er bereits abgepflügt worden. Untersucht wurde 1983 die Nordseite des Hügels von 15,4 m x 3,00 m.
Das Planum wurde im gewachsenen Geestboden angelegt. Unter dem ehemaligen Hügel hatte sich Bleichsand erhalten. Darin zeichneten sich Gänge von Tierbauten ab.
Sieben Pfostengruben waren so angeordnet, daß sie zu einem Pfostenkreis gehört haben können. Im Profil kamen zwei weitere Pfostengruben zutage, die die erste Hügelaufschüttung durchstießen. Daher ist damit zu rechnen, daß es sich um einen zweiperiodigen Hügel handelte. Eine Untersuchung der Südseite wäre wünschenswert.

 

12. 2311/8: 126  Moorweg, Gemeinde Moorweg
Grabhügel

Auf dem Flurstück ”Barge” liegt eine kleinere Erhebung, die auf dem Blatt der Preußischen Landesaufnahme noch als Hügel verzeichnet ist. Eine Rettungsgrabung wurde 1982 nötig, weil die ständige Überpflügung beseitigte. Dabei stellte sich heraus, daß die Hügelaufschüttung bereits verlagert worden war und der ehemalige Hügelfuß nur an einem Ortsteinhalbkreis erkannt werden konnte. Demnach könnte der Durchmesser etwa 17 m betragen haben. Südlich der Hügelmitte befand sich eine Grabgrube von etwa 2,5 m Länge und 1 m Breite, die auf der Sohle eine Verfärbung zeigte, die auf einen Baumsarg schließen ließ. Ihre Breite betrug 0,3 m und ihre Länge 2,1 m. Eine weitere Grube, dunkler in der Färbung, maß 1,4 m in der Länge und 1,1 m in der Breite. Sie enthielt eine kaiserzeitliche Randscherbe. Wahrscheinlich gehört die Grube zu dem nahegelegenen gleichzeitigen Siedlungsplatz. Schließlich gibt es in dem Hügelbereich Streufunde, vor allem in den Tiergängen. Die Funde weisen auf Nachbestattungen der jüngeren Bronze- und älteren Eisenzeit hin. Zum Bau des Hügels gibt es keine weiteren Anhaltspunkte, es konnten weder Gräben noch Pfostensetzungen entdeckt werden. Am Rande der Fläche, in einem Abstand von 4,5 m vom mutmaßlichen Hügelfuß, befanden sich vier Pfostengruben in einer Reihe, Nord-Süd ausgerichtet. Der Abstand beträgt jeweils 1,6 m. Sie konnten nicht datiert werden.

 

13. 2312/9: 2  Funnix, Gemeinde Wittmund
Kirchengrabung

Im Zuge von Renovierungsarbeiten in der Kirche Funnix wurde 1982 eine archäologische Untersuchung durchgeführt, weil Grabplatten des 12. Jahrhunderts auf einen Vorgängerbau der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Kirche schließen ließen. Die Untersuchung ergab, daß ein Vorgängerbau an dieser Stelle nicht gestanden hat, sondern anderswo in Funnix gesucht werden muß.

Zur Baugeschichte sind aber wichtige Ergebnisse erzielt worden. Die Kirchwarf wurde im Nordosten der Dorfwarf nachweislich in einem Zuge aufgeschüttet. Darauf setzte man den heutigen Steinbau, dessen Mauern nur etwa 40 cm tief fundamentiert worden sind. Im Kirchenschiff stand ein Kalkbrennofen, der für den Mörtel des Baues sorgte. Darüber befand sich der älteste Fußboden aus Klosterformatsteinen im Fischgrätmuster gelegt. Die Kirche verlor wohl im 16. Jh. ihr Gewölbe, vermutlich gleichzeitig wurde auch der Westgiebel erneuert und die Kirche verkürzt. Nun erhielt sie einen neuen Fußboden aus quadratischen gelb- und grünglasierten Fliesen und vermutlich einen Lettner.

 

14. 2410/3: 71 Westerholt, Gemeinde Westerholt
Urgeschichtliche Siedlung und Gräber

Im Gebiet des Bebauungsplanes 8, Flur Oldekamp, der Gemeinde Westerholt wurde die Ausgrabung 1982 fortgesetzt und 1983 abgeschlossen (vgl. Fundchronik 1981). Die Untersuchung konzentrierte sich auf den Ostteil des Geestrückens, auf den Osthang zum Großen Schloot.
Neben zahlreichen Streufunden der Trichterbecherkultur wurde ein Grubenkomplex dieser Zeit ausgegraben. Einzelne Gruben enthielten Granitsteine und Artefakte, in einem Fall ein ganzes Tongefäß. Vielleicht handelt es sich um Grabgruben.
Außerdem wurden die Reste eines Grabhügels aufgedeckt, der eine Bestattung aus der Einzelgrabkultur mit einem Becher als Beigabe aufwies. In der Bronzezeit ist er mit einem Pfostenkreis von 14 m O umgeben worden. Eine Grabgrube zeigte als Schatten die Leiche in Seitenlage mit angehockten Beinen. Außerdem wurde der Hügel später (wohl in der jüngeren Bronzezeit) zur Aufnahme einer Brandbestattung genutzt. Von Südosten liefen zwei Doppelpfostenreihen auf den Hügel zu.
Die Siedlungsspuren stammen vor allem aus der jüngeren Bronzezeit. Es gibt zwei Sechspfostenspeicher und einen Vierpfostenspeicher, außerdem Pfostenreihen, die vermutlich zu Wohn-/Stallhäusern gehört haben. Die Siedlungsaktivitäten enden mit dem Beginn der vorrömischen Eisenzeit.
Im Profil und im Planum wurde die alte Oberfläche des Heidebodens angeschnitten. Sie hatte sich unter dem Plaggenauftrag erhalten. Auf der alten Oberfläche zeichneten sich die Furchen des Hakenpfluges als dunkle Streifen ab.

 

15. 2412/3: 14 Wittmund, Gemeinde Wittmund
Mittelalterliche Siedlungsstelle

Der Neubau der Kreissparkasse bot mehrfach die Gelegenheit zu einer Notbergung. Dabei wurden über dem Geestboden auch Tongefäßscherben der vorrömischen Eisenzeit entdeckt. Für die Stadtgeschichte wichtiger ist der Nachweis einer Lehmdiele, die wohl zu einem Gebäude des 9. Jahrhunderts gehört haben dürfte. In die gleiche Zeit gehört ein Brunnen aus Heidesoden, von 2,00 m Tiefe und 1,0 m Durchmesser. Die Substruktion bestand aus einem quadratischen Rahmen aus Eichenhölzern.

 

16. 2513/1: 7 Reepsholt, Gemeinde Friedeburg
Mittelalterliches Stift

Im Mai 1982 ist ein Probeschnitt durch den Hügel „Klimp” gelegt worden, um der Frage nach dem Standort des Stiftes nachzugehen. Dabei wurden mindestens vier aufeinanderfolgende Phasen der Anlage entdeckt.

 

zum Seitenanfang
KALENDER
Events