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Landschaft von Ostfriesland
Fundchronik 1981 |

Fundchronik 1981

 

Ostfriesische Fundchronik
Emder Jahrbuch Bd. 62, 1982

 

A. Ausgewählte Fundstellen

 

Landkreis Aurich 

1. 2308/2: 1 Juist, Gemeinde Juist
Gef. am Ostende der Insel:
Geweihaxt, aus einer Geweihsprosse gearbeitet, Schneide beschädigt, Nacken gerundet.
F, FM: Bernhard Meinen, Kirchdorf
FV: AL

 

2. 2309/7: 15 Lintelermarsch, Gemeinde Norden
TK 25 2309 Hage 
Warf, bebaut; Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. glasiert; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

3. 2310/4: 16 Westerende, Gemeinde Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Warf, bebaut: Oberflächenfunde:
Zahlreiche mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. glasiert; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

4. 2310/7: 37 Westerende, Gemeinde Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Hochliegender Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Kaiserzeitliche Tongefäßscherben, darunter 1 verzierte; Reib-/Klopfsteine aus Felsgestein; Schlackestück; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

5. 2310/7: 60 Arle, Gemeinde Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Geestrückenrand; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Schlackestücke; Metallöffel ohne Stiel, Beschlag und Ring aus Metall; Feuersteinabschlag; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

6. 2310/7: 61 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Geestrücken; gef. bei Anlage von Fundamentgräben für eine Lagerhalle:
Mehrere ovale, verfüllte Gruben unter einer 40 cm dicken Deckschicht, möglicherweise Brennofen einer Töpferei.
Eine Grube maß 3 x 2 m, Tiefe 1,40 m, und enthielt zahlreiche Keramik des 13. Jahrhunderts, zum größten Teil Fehlbrände, darunter 1 kleines Tongefäß, granitgrusgemagert, grau bis hellbraun; gebrannte Tonbrocken; Backsteinbrocken; Holzkohle.
F: Werner Buss
FM: Hinrich Gast, Menstede-Coldinne
FV: FM und AL

 

7. 2310/8: 46 Arle, Gemeinde Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Geestkuppe; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Schlackestück; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

8. 2310/8: 48 Arle, Gemeinde Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Geestrücken im Dorf Arle; gef. beim Bäumepflanzen:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, muschelgrusgemagert und glasiert; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava.
F: Uwe Peters, Arle
FM: Hinrich Gast, Menstede-Coldinne
FV: Finder

 

9. 2410/1: 13 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Mikrolithen, Klingen, Schaber, Bohrer, Kernsteine und Abschläge aus Feuerstein; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL u. Finder 

 

10. 2410/1: 14 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Pfeilspitze aus Feuerstein, Klinge, Schaber, Kernsteine, Abschläge mit und ohne Retusche; gebr. Feuerstein.
F, FM: Gisela u. Werner Kitz, Norden
FV: AL u. Finder 

 

11. 2410/2: 6 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Geflügelte Pfeilspitze aus Feuerstein, Bruchstück einer geflügelten Pfeilspitze, querschneidige Pfeilspitze, Pfeilspitze, Klingen, 1 Klinge mit Schrägendretusche, Schaber, Kernsteine; gebr. Feuerstein.
F, FM: Gisela u. Werner Kitz, Norden
FV: AL u. Finder 

 

12. 2410/2: 54 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Querschneidige Pfeilspitze aus Feuerstein, Klingen, Schaber, Kernsteine, Abschläge z. T. mit Retusche; gebr. Feuerstein.
F, FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL u. Finder 

 

13. 2410/2: 60 Menstede-Coldinne, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; gef. im Abraum einer Sandgrube:
Kaiserzeitliche und mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte, pingsdorfähnliche und glasierte; Gelb- und Rotirdenware; gebr. Tonbrocken; Schlackestück; Feuersteinabschläge.
F, FM: Hinrich Gast, Menstede-Coldinne
FV: AL

 

14. 2410/4: 5 Berumerfehn, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Schwacher Sandrücken unter ehemaligem Moor; Oberflächenfunde:
Klingen, Kernstein und Abschläge aus Feuerstein.
F, FM: Stephan Haß, Moorhusen
FV: Finder

 

15. 2410/4: 6 Berumerfehn, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Schwacher Sandrücken unter ehemaligem Moor; Oberflächenfunde:
Klingen, Abschläge und Kernstein aus Feuerstein; gebr. Feuerstein; Reib-/Klopfstein aus Felsgestein.
F, FM: Stephan Haß, Moorhusen
FV: Finder

 

16. 2410/4: 10 Berumerfehn, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Schwacher Sandrücken unter ehemaligem Moor; Oberflächenfunde:
Mikrolith aus Feuerstein, Kratzer, Klingen, Kernsteine, Abschläge; gebr. Feuerstein.
F, FM: Stephan Haß, Moorhusen
FV: Finder

 

17. 2410/5: 9 Berumerfehn, Gemeinde Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Schwacher Sandrücken unter ehemaligem Moor; Oberflächenfunde:
Kratzer, Klinge, Kernsteine und Abschläge aus Feuerstein; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Stephan Haß, Moorhusen
FV: AL

 

18. 2508/5: 1-4-0 Manslagt, Gemeinde Krummhörn
TK 25 2508 Krummhörn 
Nördlicher Rand der Dorfwarf; gef. Aushub unter einer abgebrochenen Scheune:
Grabplatte aus Sandstein von 1681; mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; Backsteinbrocken im Klosterformat.
F, FM: Hilrich Janssen, Manslagt, und Hans Schwarz, OL
FV: AL u. Finder

 

19. 2508/9: 18-8-0 Groß Midlum, Gemeinde Hinte
TK 25  2508 Krummhörn 
Dorfwarf; gef. bei Kanalisationsarbeiten bis in 2,5 m Tiefe:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; Scherbe eines grauen Importgefäßes; gelb und grün glasierte Fußbodenfliese; Tierknochen.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum, und Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

20. 2509/3: 9 Uthwerdum, Gemeinde Südbrookmerland
TK 29 2509 Hinte 
Warf, unbebaut, 30 x 25 x 1,0 m.

 

21. 2509/3: 10 Uthwerdum, Gemeinde Südbrookmerland
TK 25 2509 Hinte 
Warf, unbebaut, Dm 20 m, H 0,40 m.

 

22. 2509/6: 14 Bedekaspel, Gemeinde Südbrookmerland
TK 25 2509 Hinte 
Niederung; gef. am Ostufer des Großen Meeres unter der Wasseroberfläche: Mittelalterliche Tongefäßscherben.
F, FM: Rolf Ziemer, Emden
FV: AL

 

23. 2411/3: 135 Middels, Gemeinde Aurich
TK 25 2411 Middels 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker in der Nähe eines Dünengeländes:
Feuersteinabschlag mit Kratzerkante, abgebrochener Bohrer; gebrannte Feuersteinstücke.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

24. 2509/7: 15-5-0 Suurhusen, Gemeinde Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Dorfwarf Suurhusen, gef. nach Abbruch eines Bauernhofes:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

25. 2610/3: 5 Hatshausen, Gemeinde Moormerland
TK 25 2610 Neermoor 
Niederung am Südufer des Ayenwolder Tiefs. Festgestellt wurde eine Torfsodenanlage, die das Ufer befestigte, davor befand sich ein Holzpfosten im Bett des Wasserlaufes. Wahrscheinlich handelt es sich um die Reste einer Brücke, die Hatshausen und Timmel verband. Gefunden wurden bei der Ortsbesichtigung: Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter einige glasiert; Eisenstück; Dachziegelbruchstück; Backstein L 26,3 cm; B 13,3 cm; D 6,0 cm; Tierknochen.
F, FM: Joh. Seehusen, Kirchdorf, Hans Schwarz und Hans Janssen, OL
FV: AL

 

Stadt Emden

26. 2609/l: 20 Emden, Stadt Emden
TK 25 2609 Emden 
Marschniederung am nördlichen Stadtrand von Emden; gef. bei Baggerarbeiten in ca. 1,75 m Tiefe: Tongefäß der römischen Kaiserzeit, bauchig, mit einem Henkel, organisch gemagert, graubraun fleckig.
F: Karl Weber, Großefehn
FM: Jann Buhs, Großefehn
FV: AL

 

Landkreis Friesland

27. 2413/8 u. 9 2513/2 u. 3: Gödens, Gemeinde Sande
TK 25 2413 Jever und 2513 Zetel
In der Gemarkung Gödens wurden bei der Feldbegehung folgende Warfen/Deiche festgestellt, die die Qualität eines Bodendenkmals nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz erfüllen:

87 Warften, davon 9 Deiche mit Größenangaben

2413/8:2
2413/9:3 - 2413/9:50
2513/2:12 - 2513/2:20
2513/3:1 - 2513/3:35

 

Landkreis Leer

28. 2610/9: 12 Warsingsfehn, Gemeinde Moormerland
TK 25 2610 Neermoor 
Gef. 1933 auf dem Friedhof:
Bronzezeitliche Urne mit Leichenbrand, gelb-grau-braun; H 24,5; Mündungs-Dm 23,3; Schulter-Dm 29,5; Boden-Dm 10,5; Leichenbrand 460 g.
F: Gerdes, Warsingsfehn
FM: Weber, Warsingsfehn
FV: Heimatmuseum Leer

 

29. 2611/8: 13 Hesel, Gemeinde Hesel
TK 25 2611 Hesel 
Geestrücken, Nordrand des Dorfes Hesel; gef. 1957 beim Ausheben einer Grube für einen Lichtmast:
Feuersteinbeil, gelb-grau, allseitig geschliffen, z. T. mit groben Abschlägen, L 11,7; B 5,0; D 3,4; Schneiden-B 4,9; Nacken-B 3,2.
F: H. Amelsberg, Hesel
FM: Robra, Hesel
FV: Heimatmuseum Leer

 

30. 2612/7: 3 Kleinoldendorf, Gemeinde Uplengen
TK 25 2612 Remels 
Geestrücken, südlich des Dünengeländes Hollsand; gef. im Abraum einer Sandgrube:
Feuersteinklingen, Abschläge, Trümmerstücke; gebr. Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL 

 

31. 2710/6: 12 Loga, Stadt Leer 
TK 25 2710 Leer 
Nördlicher Geestrückenrand; gef. vor 1965 im Garten:
Felsgesteinaxt mit Loch im Nackenteil, graubraun, mit nur geringen Schliffspuren.
F: F. Dänekas, Loga
FM: Heimatmuseum Leer
FV: Heimatmuseum Leer

 

32. 2712/1: 8 Schwerinsdorf, Gemeinde Schwerinsdorf
TK 25 2712 Apen 
Geestrücken; gef. 1937 beim Abtragen eines Walles:
Urne in Bruchstücken mit 14 g Leichenbrand; erhaltene Gefäßhöhe 10,4; Boden-Dm 10,0.
F: T. Eihausen, Schwerinsdorf
FM: Heimatmuseum Leer
FV: Heimatmuseum Leer

 

33. 2810/3: 1 Folmhusen, Gemeinde Westoverledingen
TK 25 2810 Weener 
Geestrücken; gef. Mitte der 60er Jahre bei Ausschachtungsarbeiten im Wohnhaus:
Felsgesteinaxt, Bohrloch in der Mitte, allseitig geschliffen, Schneide beschädigt, mit abgerundetem Nacken.
F: D. Küür, Folmhusen
FM: Heimatmuseum Leer
FV: Heimatmuseum Leer

 

34. 2811/4: 15 Collinghorst, Gemeinde Rhauderfehn
TK 25 2811 Westrhauderfehn 
Geestrücken; gef. beim Ausheben einer Grabstelle auf dem Friedhof:
Kaiserzeitliche Scherben von mindestens drei Tongefäßen, darunter Ränder und Bodenstücke, die Wandungsscherben sind zum größten Teil angerauht.
F: Voskamp
FM: Brandt, Westrhauderfehn
FV: Museum Westrhauderfehn

 

Landkreis Wittmund

35. 2211/9: 3 Watt vor Langeoog
TK 25 2211 Ostende Langeoog 
Watt, ”Stövers Plate” zwischen der Südostecke der Insel Langeoog und nördlich vom Seriemer Deich; Oberflächenfunde:
Zahlreiche kaiserzeitliche und mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte; Backstein- und Dachziegelbruchstücke; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava; Knochenstücke.
F, FM: Heinze, Esens
FV: Finder und AL

 

36. 2310/9: 70 Schweindorf, Gemeinde Schweindorf
TK 25 2310 Dornum 
Geestrücken, östlicher Rand des Dorfes Schweindorf; Funde aus dem Abraum einer planierten Fläche:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte, Scherbe von Importgefäß; Schlackestücke.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

37. 2311/6: 46-5-0 Esens, Gemeinde Esens
TK 25 2311 Esens 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter muschelgrusgemagerte und glasierte, Scherben von Importgefäßen; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Feuersteinabschlag; zeitgenössische Fälschung eines Adlerschillings aus der Zeit Enno III. von Ostfriesland 1612 – 1619.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

38. 2311/8: 126 Moorweg, Gemeinde Moorweg
TK 25 2311 Esens 
Geestkuppe; Oberflächenfunde im Bereich eines abgetragenen Grabhügels:
Urgeschichtliche Tongefäßscherben; Klingenbruchstücke, Feuersteinabschläge; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

39. 2311/8: 127 Moorweg, Gemeinde Moorweg
TK 25 2311 Esens 
Geestkuppe; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker: Schaber, Kernstein, flächig retuschiertes Feuersteinstück, Klingen und -bruchstücke, Abschläge; gebrannter Feuerstein; Reibsteinbruchstücke aus Felsgestein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

40. 2312/8: 25 Burhafe, Gemeinde Wittmund
TK 25 2312 Carolinensiel 
Warf, unbebaut; Oberflächenfunde im Acker:
Zahlreiche kaiserzeitliche Tongefäßscherben, darunter Ränder, Henkel und verzierte Scherben; gebrannte Tonbrocken; Schlackestücke; Feuersteinabschläge; gebrannter Feuerstein; Reib-/Klopfstein aus Felsgestein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

41. 2312/8: 49 Blersum, Gemeinde Wittmund
TK 25 2312 Carolinensiel 
Geestrückenrand; Oberflächenfunde vom Acker: Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert, Ränder, Bodenstücke, Füße, Importgefäßscherben, glasierte; Schlackestück; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Reibsteinbruchstück aus Felsgestein; Feuersteinklingenbruchstück, Feuersteinabschläge; gebrannte Feuersteinstücke.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

42. 2312/9: 21 Eggelingen, Gemeinde Wittmund
TK 25 2312 Carolinensiel 
Warf, unbebaut, 65 x 40 x 0,3 m.

 

43. 2312/9: 37 Eggelingen, Gemeinde Wittmund
TK 25 2312 Carolinensiel R 
Warf, unbebaut, 48 x 30 x 0,4 m.

 

44. 2312/9: 38 Eggelingen, Gemeinde Wittmund
TK 25 2312 Carolinensiel
Warf, unbebaut, 65 x 40 x 0,5 m.

 

45. 2312/9: 39 Berdum, Gemeinde Wittmund
TK 25 2312 Carolinensiel 
Warf, unbebaut, 50 x 40 x 0,4 m.

 

46. 2410/3: 92 Schweindorf, Gemeinde Schweindorf
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; gef. im Abraum einer Sandentnahmestelle:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, muschelgrusgemagert; gebrannte Tonbrocken.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

47. 2410/3: 93 Westerholt, Gemeinde Westerholt
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde von einer planierten und gepflügten Weide:
Schaber und -bruchstücke aus Feuerstein, Klingen und -bruchstücke, Abschläge, Trümmerstücke, gebrannter Feuerstein; urgeschichtliche Tongefä8scherben; mittelalterliche Gefäßhenkel.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

48. 2412/6: 1 Leerhafe, Gemeinde Wittmund
TK 25 2412 Wittmund 
Niederung; Fund im Spülgut des Ackerbodens:
Dünnackiges Feuersteinbeil, grau patiniert an allen Flächen, allseitig geschliffen, Nacken abgestoßen.
F, FM: O. Siuts, Asel
FV: AL

 

49. 2412/9: 17-3-0 Leerhafe, Gemeinde Wittmund
TK 25 2412 Wittmund 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker: Zahlreiche bronzezeitliche und eisenzeitliche Tongefäßscherben, z. T. verziert; gebrannte Tonbrocken; Bohrer aus Feuerstein, Feuersteinspitze, Kratzer, Schaber, Sichelbruchstücke, Klingenbruchstücke, Abschläge z. T. mit Schliff, Feuersteintrümmerstücke; gebrannter Feuerstein; Reib-Klopfstein-Bruchstücke aus Felsgestein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

50. 2412/9: 17-4-0 Leerhafe, Gemeinde Wittmund
TK 25 2412 Wittmund
Geestrücken; gef. in einer planierten Sandgrubenzufahrt und in Grabenböschungen:
Zahlreiche bronzezeitliche und eisenzeitliche Tongefäßscherben, z. T. verziert; Feuersteinklingen, Abschläge, Trümmerstücke; gebrannter Feuerstein.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

51. 2512/3: 21 Reepsholt, Gemeinde Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor
Geestrücken; Oberflächenfunde vom Acker:
Feuersteinspitze mit beidseitiger Kantenretusche, Feuersteinklinge, Kratzer.
F, FM: H. Heyen, Reepsholt 
FV: Finder

 

52. 2512/3: 28 Reepsholt, Gemeinde Friedeburg
TK 25 2512 Wiesmoor 
Geestrücken; Oberflächenfunde von einer Weide:
Feuersteinklinge mit Kantenretusche.
F, FM: H. Heyen, Reepsholt 
FV: Finder

 

53. 2513/4: 15 Marx, Gemeinde Friedeburg
TK 25 2513 Zetel 
Geestrückenrand; Oberflächenfund vom Acker:
Feuersteinbeil, hell- bis mittelgrau, Schneide leicht gebogen, Breit- und Schmalseiten z. T. geschliffen.
F, FM: R. Siefken, Friedeburg
FV: Finder

 

 

B. Berichte über Archäologische Untersuchungen

 

1. 2508/6: 13-5-0 Uttum, Gemeinde Krummhörn, Kreis Aurich
Mittelalterliche Siedlung

Mitte August 1981 erfuhr die Archäologische Landesaufnahme von einem Baggerloch in der Dorfwarf Uttum. Die Besichtigung ergab, daß auf einem Grundstück eine 2,50 m tiefe, 20 m lange und 6,0 m breite Grube ausgehoben worden war. Das Baggerloch befand sich am Nordwestrand der Warf. Eine Untersuchung der Fundstelle wurde von der Ostfriesischen Landschaft am 24. 8. 1981 durchgeführt.

Die Ostseite der Grube wurde geputzt und ein Profil aufgenommen. Der gewachsene Boden wurde bis in 3,0 m Tiefe unter Oberfläche nicht erreicht. Deutlich prägte sich etwa 50 cm über der Grubensohle ein Siedlungshorizont des 10. Jahrhunderts aus, welcher in demselben Jahrhundert noch um 40 cm erhöht worden war. Das zeigten die in beiden Schichten gefundenen muschelgrusgemagerten Tongefäßscherben.

Im 12./13. Jahrhundert erfuhr die Warf einen bedeutenden Ausbau sowohl in der Höhe als auch in der flächigen Ausdehnung. Diese Schicht ist deutlich mit Backsteinbrocken durchsetzt. Die Kugeltopfscherben weisen in dieselbe Zeit.

(H. Schwarz)

 

2. 2611/8: 30 Hesel, Gemeinde Hesel, Kreis Leer
Frühmittelalterlicher Siedlungsplatz

Südlich des Ortes Hesel auf der hohen Geest wurden für einen Neubau 1,8 Hektar abgedeckt. Die Fundstelle war der Archäologischen Landesaufnahme durch die systematische Feldbegehung seit Jahren bekannt. Die hohe Geest ist hier von einem mittelalterlichen Plaggenauftrag bedeckt und die Flurform durch Langstreifenäcker charakterisiert.

Die Notbergung – in einvernehmlicher Zusammenarbeit mit der Firma Hoch-Tief – konnte Siedlungsspuren unter dem Plaggenauftrag sichern. Sie bestanden aus Pfostenspuren, die teilweise zu Speicherbauten rekonstruiert werden können (Sechs-Pfosten-Speicher 6 x 3m, Vier-Pfosten-Speicher 3 x 4m).

Außerdem wurden vier Siedlungsgruben untersucht, die in ihrer obersten Einfüllzone von muschelgrusgemagerten Tongefäßscherben datiert werden. Eine der Randscherben zeigt Spuren eines Henkels, der von der Schulter bis zum Rand reicht. Wahrscheinlich handelt es sich um den Rest einer Kugelkanne. Die untere Grubenfüllung bestand aus gebänderten, dem Grubenprofil folgenden Schichten. Sie weisen keine datierbaren Funde auf.

Auf dem Boden der Grube Nr. 25 (Durchmesser 2,60 m, Tiefe 1,00 m) lag ein ”Amboßstein” (Größe: L 48 cm, B 34 cm, D 18 cm). Seine Oberfläche zeigt in der Längsrichtung verlaufende Schleifspuren, zu denen zwei oben aufliegende Feldsteine passen. Es bleibt weiterer Untersuchung vorbehalten, welcher Art die hier verrichtete Arbeit gewesen sein mag.

Die entdeckten Siedlungsspuren weisen darauf hin, daß vor der ackerbaulichen Bewirtschaftung des Landes im 9./10. Jahrhundert hier ein Siedlungs- bzw. Werkstattgebiet bestanden hat. Über seine Größe und seine Natur können erst weitere Untersuchungen Auskunft geben.

(H. Janssen und W. Schwarz)

 

3. 2611/9: 122 Hesel, Gemeinde Hesel, Kreis Leer
Bronzezeitlicher Grabhügel

Der Grabhügel liegt auf einem W – O verlaufenden Höhenrücken, der vermutlich ehedem weitere Grabhügel getragen hat. Der Hügel befindet sich über der 13,50-m-Isohypse. Seine Süd- und seine Nordseite waren zwecks Erdentnahme bereits stark angegraben, so daß sich diese Seiten für eine Probeuntersuchung durch den Arbeitskreis Vorgeschichte der Ostfriesischen Landschaft anboten.

An zwei Wochenenden im Juni 1981 haben sich die Mitglieder des Arbeitskreises getroffen, um im Norden des Grabhügels einen 2 m breiten Längsschnitt anzulegen. Im Süden dagegen, an der steil aufragenden Abgrabungskante, wurde ein L-förmiger Schnitt eingemessen, der den randlichen Bereich des Hügels von Süden nach Norden und von Westen nach Osten erschloß. Es war von vornherein nicht beabsichtigt, das anscheinend unbeschädigte Zentrum des Hügels zu untersuchen. Wegen der bereits sehr tiefgreifenden Abtragung der Hügelerde wurde das erste dokumentierte Planum im noch ungestörten Bleichsandhorizont angelegt.

Die beiden Grabungsschnitte und das Studium der Profile wiesen darauf hin, daß der Platz, auf dem der Hügel errichtet wurde, zuvor abgeplaggt worden war. Für den Plaggenhügel konnte nicht mit Sicherheit eine Begrenzung festgestellt werden, dies liegt sicher daran, daß die Grabungsschnitte sich auf die gestörten Hügelteile beschränkten. Eine Begrenzung durch Holzpfosten hat mit Sicherheit nicht existiert. Im Nordschnitt zeichnete sich ein schmales, 40 cm breites, nur schwach den Bleichsand durchstoßendes Gräbchen ab, welches mit dem Ende des Bleichsandhorizontes im Südschnitt in Verbindung gebracht werden kann. Wegen der starken Eingriffe in den Boden am Hügelfuß gelang es nicht, hier ein ähnliches Gräbchen festzustellen. Legt man die Ausdehnung des Bleichsandhorizontes zugrunde, dann hätte der Plaggenhügel einen Durchmesser von 12 m (sicher aber nicht mehr als 14 m) besessen. Seine Höhe erreicht heute noch 1,50 m.

In den o. g. Plaggenhügel ist später noch ein weiteres Grab eingetieft worden, das im Südschnitt untersucht werden konnte. Nach dieser Grablegung ist der Hügel erneut um etwa 50 cm aufgehöht worden. Dazu benutzte man wiederum Heideplaggen, deren Struktur in der oberen Hügelschicht nicht mehr erkennbar war, weil der Pflanzenbewuchs einen tiefen Humushorizont geschaffen hat. Die Grabgrube war rechteckig, NO – SW orientiert. Sie maß 2,30 m in der Länge und knapp 1,00 m in der Breite. In der Grube lag ein Sarg, der sich in einem braunen humosen Band abzeichnete. Sein Boden war relativ flach und hinterließ eine rechteckige Verfärbung. Demnach maß der Sarg 1,86 m in der Länge und unten 0,40 m, oben 0,45 m in der Breite. Vermutlich handelt es sich um einen Baumsarg, dessen Boden stark abgeflacht worden war, oder um eine Kiste.

Die Verfärbung in der untersten Abtragungsschicht (Grabsohle – 1,83 m) zeichnete sich ein Leichenschatten von 1,70 m Länge ab. Der Kopf lag im NO, die Beine im SW. Im Brust-Taille-Bereich lag ein Feuersteinartefakt, vermutlich ein Feuerschläger, im Beckenbereich ein Feuersteinabschlag.

Mit Hilfe des staatlichen Forstamtes Aurich und des Heimat- und Verkehrsvereins Hesel ist der Hügel anschließend an die Grabung in seiner ursprünglichen Größe wieder angeschüttet worden. Wir danken allen Behörden und den Mitarbeitern des Arbeitskreises für die Unterstützung der Ausgrabung und die Rekonstruktion des Hügels im Sinne des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes.

(W. Schwarz)

 

4. 2810/7: 30 Völlen, Gemeinde Westoverledingen, Kreis Leer
Burgstelle ”Stürburg-Münster”

Im Rahmen der Flurbereinigung hat das Amt für Agrarstruktur im August 1981 die Stürburg Münster fast vollständig tiefgepflügt. Dabei kamen sowohl dunkle, humose Bodenverfärbungen als auch Ziegelschuttstreifen zutage. Diese sichtbaren Bodenverfärbungen wurden eingemessen. Sie geben vorläufige Hinweise auf eine Bebauung des Hügels. Im Zentrum des Hügels war ein Areal von etwa 40 x 40 m von Mauern eingegrenzt, hier dürfte das eigentliche Burggebäude gestanden haben.

Der ganze Hügel mißt etwa 80 m in NS-Richtung und 50 m in WO-Richtung. Seine Höhe erreicht rund 1,40 m über dem umliegenden Land. Seine ehemalige Form wurde nach der Tiefpflügung auf Anregung der unteren Denkmalschutzbehörde wieder hergestellt und mit Gras eingesät.

(W. Schwarz)

 

5. 2410/3: 7 Westerholt, Gemeinde Westerholt, Kreis Wittmund
Spätbronze-/früheisenzeitliche Siedlung

Die Samtgemeinde Holtriem hat den Bebauungsplan Nr. 8 aufgestellt, der in Terheide südlich von Westerholt ein Gewerbegebiet erschließen soll. Der Archäologischen Landesaufnahme von Ostfriesland sind hier zahlreiche Funde bekannt. Diese deuten zum Teil auf eine Besiedlung während der Stein- und Bronzezeit.

Im Rahmen der archäologischen Untersuchung wurden 10 Grabungsschnitte angelegt. Sie erschlossen den N – S verlaufenden hohen Geestrücken im Bereich des Gewerbegebietes auf seiner West- und Ostseite. Die Testschnitte der Westseite blieben, von wenigen Einzelbefunden abgesehen, ohne Nachweis einer Besiedlung. Die Ostseite dagegen, die zur Niederung des ”Grootschlotes” abfällt, war dicht mit Siedlungsspuren bedeckt. Unter dem Plaggenauftrag kamen Pfosten- und Siedlungsgruben zutage.

Streufunde ohne Siedlungszusammenhänge stammen aus der Trichterbecherkultur, dem Neolithikum. Die oben genannten Siedlungsreste können anhand der Tongefäßscherben der ausgehenden Bronzezeit und der älteren Eisenzeit zugewiesen werden.

Bekanntlich weisen zahlreiche Grabhügel der Urgeschichte sowie Einzelfunde der Bronzezeit, u. a. die Goldschalen von Terheide, auf eine Jahrtausende alte Besiedlung des Geestrückens von Terheide. Daher ist es notwendig, durch eine groß angelegte Flächengrabung vor der Bebauung des Gewerbegebietes die Qualität der Siedlungsspuren zu untersuchen, um damit nähere Aufschlüsse über Art und Umfang der Besiedlung in der Urgeschichte zu erhalten.

(H. Janssen und W. Schwarz)

 

6. 2411/3: 136 Dunum, Gemeinde Dunum, Kreis Wittmund
Mittelalterliche Siedlungsstelle

1 km westlich der Kirche von (Nord-) Dunum liegt das Flurstück ”Alte Warfe”. Im Nordosten schließt sich hieran der ”Nordys” an, unterteilt in ”Nord Yssing”. Bis auf die beiden Grundstücke des Nord Yssing ist der Nordys bereits ausgesandet.

Die ohne Genehmigung fortgesetzte Aussandung wurde durch den Landkreis Wittmund gestoppt und ein Genehmigungsverfahren eingeleitet. Dabei wurde zur Auflage gemacht, daß eine archäologische Untersuchung nach dem Abschieben des Mutterbodens und vor der eigentlichen Sandentnahme durchgeführt werden müßte. Der Sandgrubenunternehmer erklärte sich damit einverstanden.

Bekanntlich liegen unter der Dunumer Geest mehrere früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsstellen, die zu dem ausgegrabenen Gräberfeld gehören. Daher ergab sich hier die Chance, einen der gleichzeitigen bäuerlichen Betriebe zu erfassen. Nach dem Putzen des westlichen Grundstückes auf dem Nord Yssing kam ein mehrschichtiges Grabensystem zutagen, das sich über die gesamte Fläche erstreckte. Das älteste war etwa NO-SW orientiert, bzw. rechtwinklig dazu. Das Profil der Gräben war trapezförmig mit einem etwa 20 cm breiten Boden und stumpfwinklig ansetzenden Wänden. Die unterste Einfüllschicht bestand aus braun-humoser Erde. Davon setzte sich klar der darüberliegende Einfüllungshorizont ab, der aus Heideplaggen bestand. Die Heideplaggen waren oft noch im einzelnen erkennbar, nicht durch den Pflug umgearbeitet. Im Querschnitt bildete die Plaggenfüllung eine Mulde. Die Gräben waren besonders tief und breit. Sie werden datiert durch die muschelgrusgemagerten Tongefäßscherben des 9./10. nachchristlichen Jahrhunderts. Die Gräben waren also gleichaltrig oder älter.

Das überlagernde Grabensystem ist etwa W-O ausgerichtet. Die rechtwinklig aufeinander bezogenen Gräben gehören mindestens zu zwei Zeitphasen: einer älteren und einer jüngeren. Der Abstand der einzelnen Gräben zueinander beträgt 7,5 bzw. 8 m. Die W-O verlaufenden Gräben erscheinen breiter, als die N-S verlaufenden. Die Füllung besteht aus Erde von Heideplaggen; allerdings ist sie durch den Pflug umgearbeitet, und nur selten konnte die charakteristische Plaggenfärbung an einem Grabenrand beobachtet werden. Nach Ausweis der Kugeltopfscherben reicht der Plaggenauftrag in den Gräben bis ins 13./14. Jahrhundert. Daß auch später noch geackert und wahrscheinlich weiterhin aufgetragen wurde, zeigen die Scherben der Rotirden- und Gelbirdenware (16./17. Jh.) sowie eine Steinzeugscherbe.

Am Nordende der Grundstücke, an der höchsten Stelle des Geländes, war noch ein Teil des ursprünglichen Heideprofiles unter der Plaggenauftragung erhalten geblieben. Über dem Ortstein lag eine 10 cm starke Bleichsandschicht. In diesem Bereich zeichneten sich besonders deutlich mehrere Pfostengruben ab, die zum Teil auf mächtige – über 30 cm messende – Pfosten schließen ließen. Hier schien die Möglichkeit gegeben, einen der erwarteten mittelalterlichen Wirtschaftsbauten zu erfassen. Leider ist gerade hier, entgegen der Absprache, der Sand vom Sandgrubenunternehmer abgebaggert worden, so daß dieser wichtige Befund nicht mehr dokumentiert werden konnte. Die Gelegenheit, auch in Ostfriesland einen frühmittelalterlichen Bauernhof zu untersuchen, war damit vertan.

(W. Schwarz)

 

7. 2513/4: 5 Friedeburg, Gemeinde Friedeburg, Kreis Wittmund
Burgstätte Friedeburg

Im Juli und August 1981 hat die Ostfriesische Landschaft eine Grabung auf dem Gelände der ”Alten Burgstätte” Friedeburg durchgeführt. Für die Arbeiten stand das im Besitz der Gemeinde Friedeburg befindliche rund 35 x 35 m umfassende Gelände des Mühlenhügels im Süden der Anlage zur Verfügung. Der Mühlenhügel gehört zu den Resten der Umwallung und bildet den südlichen Abschluß der südöstlichen Wallstrecke; in ihm eingelassen ist der sogenannte ”Pulverturm”, ein sechzehneckiger Unterbau aus Backsteinen für die im Bereich des Mühlenhügels 1776 errichtete Windmühle. Unter den aufgeführten Voraussetzungen mußten sich die Untersuchungen auf die letzte bedeutende Ausbauphase der Friedeburg, auf die um 1548 erfolgte Erweiterung zu einer Festung mit Bastionen beschränken.

Zunächst wurde ein 35 m langer und 4 m breiter Schnitt quer durch die Anlage des Südostwalles am Fuß des Mühlenhügels geführt: An der Innenseite des Walls wurde quer zur Schnittrichtung ein den Wall begleitendes Kopfsteinpflaster freigelegt, von dem eine ebenfalls gepflasterte Rampe in Schnittrichtung abging. Diese führte zu einem seitlich von kräftigen Backsteinmauern eingefaßten und an der Basis mit einem Backsteinfußboden ausgelegten 2 m breiten Gang, der den Wall kreuzte. An den z. T. stark zerstörten, fast 1 m dicken Mauern waren an einigen Stellen noch Ansätze eines Tonnengewölbes erhalten, so daß angenommen werden darf, daß von einem Weg längs der Innenseite des Walls eine Rampe zu einem überwölbten gemauerten Gang durch den Wall führte. Dieser Gang mündete an der Außenseite des Walls in einen von bis zu 2,5 m dicken Mauern umgebenen Raum, der ebenfalls mit einem Backsteinfußboden versehen war. Bei diesem Raum handelte es sich um eine aus der Wallstrecke hervorspringende Anlage, die nach den in ihm gefundenen zahlreichen Kanonenkugeln als eine den Wallfuß und den Graben vor dem Wall aus der Flanke bestreichende Geschützstellung gedient hat. Durch den Gang durch den Wall erfolgte der gedeckte Transport von Mannschaften, Geschützen und Munition aus dem Innern der Festung in die den Wall flankierende Stellung. Da nach den Grabungsbefunden anzunehmen ist, daß der Raum der flankierenden Geschützstellung eine Deckschicht getragen hat, darf sie als Kasematte angesprochen werden und ist als Teil einer bastionsartigen Anlage am südlichen Abschluß des Südostwalls anzusehen. An die Kasemattenmauer schloß in Schnittrichtung eine Sandböschung an, die an ihrem Fuß von einer Stützmauer gehalten wurde. Dann folgte am Ende des Schnittes der innere Zingelgraben.

Ein weiterer Schnitt verlief parallel zum ersten vom Fuß des Mühlenhügels auf den Mühlenstumpf zu. Unten am Mühlenhügel fand sich wieder die Stützmauer für ein wallartiges Sandpaket, dem in einer Dicke von rund 1 m verschiedene Schichten auflagen, dann folgte ein rund 1,5 m dickes Plaggenpaket. Es begann in einer Höhe, in der auch der Mühlenstumpf ansetzte, reichte jedoch nicht bis an diesen heran, sondern war durch eine Verfüllungszone von ihm getrennt, Unter der Annahme, daß es sich bei dem Plaggenpaket um eine Brüstung für die Eckbastion im Bereich des Zusammentreffens von SO- und SW-Wall handelt, darf unter Hinzuziehung anderer Grabungsbefunde nicht mehr ausgeschlossen werden, daß der Mühlenstumpf erst beim Bau der Windmühle in die Eckbastion hineingesetzt wurde und somit nicht mehr als sogenannter ”Pulverturm” anzusprechen ist. Ein anschließender Schnitt im Innenraum des Mühlenstumpfes führte die Schichtenverhältnisse des Mühlenhügels bis zum Zentrum der Anlage fort.

Die archäologische Untersuchung erschloß punktuell das Befestigungswerk der Friedeburg, so daß nach Auswertung der Grabungsbefunde die einzelnen Bauphasen beschrieben werden können.

(J. Seehusen)

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