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Landschaft von Ostfriesland
Fundchronik 1979 |

Fundchronik 1979

 

Ostfriesische Fundchronik
Emder Jahrbuch Bd. 60, 1980

Zusammengestellt von Wolfgang Schwarz und Hans Schwarz
mit Beiträgen von Cathrin Atkinson und Hermann Haiduck

 

Abkürzungen:

Gem. = Gemeinde; TK 25 = Topographische Karte 1:25 000; Gef. = gefunden; F = Finder; FM = Fundmelder; FV = Fundverbleib; B = Breite; D = Dicke; H = Höhe; L = Länge; Dm = Durchmesser; OL = Ostfriesische Landschaft; AL = Archäologische Landesaufnahme.

 

A. Ausgewählte Neufunde

 

Kreis Aurich

1. 2309/6: 20 Hagermarsch, Gem. Hagermarsch
TK25  2309 Hage
Oberflächenfunde vom Acker auf einer Warf:
Zahlreiche mittelalterliche Tongefäßscherben, darunter Ränder und einige Importstücke.
F, FM: H.-H. Vitzthum, Berum 
FV: Finder

 

2. 2309/8: 13  Lütetsburg, Gem. Lütetsburg
TK25  2309 Hage 
Oberflächenfunde vom Acker auf einer Warf:
Mittelalterliche Tongefäßscherben. z. T. mit Henkel und Rand; Schleifsteinbruchstück aus Felsgestein (L 5,0 ; B 1,3 ; D 1,2 ; Loch- Dm 0,3-0,6 cm).
F, FM: H. Schwarz, OL 
FV: AL

 

3. 2309/8: 14 Lütetsburg, Gem. Lütetsburg
TK25 2309 Hage 
Oberflächenfunde vom Acker auf einer Warf:
Zahlreiche mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand und Henkel, gebrannte Tonbrocken.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

4. 2305/9: 14 Hage, Gem. Hage
TK 25 2309 Hage
Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker auf einem Geestrücken:
Feuersteinkernsteine, Klingenbruchstücke z. T. mit etwas Retusche, Schaber, Abschläge, z. T. mit etwas Retusche, gebr. Feuersteinstücke.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum 
FV: Finder

 

5. 2309/9: 16 Berumbur, Gem. Berumbur
TK 25 2309 Hage
Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker auf einem Geestrücken:
Feuersteinklingen, Schaber, Mikrolithen, Kernsteine, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum 
FV: Finder

 

6. 2310/1: 5 Großheide, Gem. Großheide
TK 25 2310 Dornum
Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker auf einem Geestrücken:
Feuersteinklingen, Schaber, Abschläge z. T. mit etwas Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum 
FV: Finder

 

7. 2310/8: 2 Schwittersum, Gem. Dornum
TK25 2310 Dornum 
Oberflächenfunde vom Acker auf der Warf:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. muschelgrusgemagert.
F, FM: H. Gast, Menstede-Coldinne 
FV: AL

 

8. 2310/8; 6 Arle, Gem. Großheide
TK 25 2310 Dornum 
Oberflächenfunde vom Acker auf einer warfähnlichen Geestkuppe, nordöstlich von Arle:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand und Grifftülle, z. T. muschelgrusgemagert.
F, FM: H. Gast, Menstede-Coldinne 
FV: AL

 

9. 2310/8: 8-5-0 Arle, Gem. Großheide
TK25  2310 Dornum 
Geestrücken, nach Westen hin abfallend. Gef. beim Hausneubau im Fundamentgraben:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. muschelgrusgemagert.
F: Etti Schuster und Schüler von Lehrer Gast, Menstede-Coldinne
FM: G. Schuster, Norden
FV: AL und E. Schuster

 

10. 2310/8: 12 Arle, Gem. Großheide
TK25  2310 Dornum  
Oberflächenfunde von einem etwas erhöht liegenden Acker im Geestrandgebiet nordöstlich von Arle:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. muschelgrusgemagert.
F, FM: H. Gast, Menstede-Coldinne
FV: AL

 

11. 2310/8: 16 Arle, Gem. Großheide
TK25 2310 Dornum 
Warf östlich des Hochbrücker Tiefes. Gef. 1969 bei Grabenbegradigung:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. muschelgrusgemagert.
F, FM: H. Gast, Menstede-Coldinne 
FV: AL

 

12. 2409/2: 2 Lütetsburg, Gem. Lütetsburg
TK 25 2409 Norden
Geestrücken; Oberflächenfunde von einem hochliegenden Acker:
Klingen aus Feuerstein, Schaber, Spitze, Abschläge z. T. mit Retusche; Bruchstück eines glasierten Spinnwirtels; mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

13. 2409/2: 8 Lütetsburg, Gem. Lütetsburg
TK 25 2409 Norden
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben; Feuersteinklinge.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

14. 2410/1: 7 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Schaberbruchstück aus Feuerstein, Abschläge z. T. mit Retusche, gebr. Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: Al

 

15. 2410/1: 8 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK25 2410 Westerholt
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
1 Rückenmesser aus Feuerstein, Schrägendklinge, Spitze, Schaber, Klingenabschläge u. -bruchstücke, Abschläge z. T. mit Retusche, Kernsteine u. Kernsteinreste, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

16. 2410/1: 10 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25  2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Trapez aus Feuerstein, Klinge, Klingenabschläge, Kernsteine, Kernsteinrest, gebr. Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL u. Finder

 

17. 2410/1: 11 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK25  2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Klingenbruchstück aus Feuerstein mit Endretusche, Klingenabschläge z. T. mit Retusche, oberflächenretuschiertes Feuersteinstück, Trapez (!), Schaber, Abschläge, Kernsteine, gebr. Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

18. 2410/1: 12 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK25  2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Feuersteinstichel, Kernsteine, Klingenabschläge, Abschläge z. T. mit Retusche, gebr. Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL u. Finder

 

19. 2410/1: 13  Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25  2410 Westerholt 
Trapeze aus Feuerstein, endretuschierte Klingen, Schaber, Kernsteine, Klingen, -bruchstücke, Abschläge, gebr. Feuerstein.
F, FM: W. Kitz u. Lars Weyland, Wangerooge
FV: AL u. Finder

 

20. 2410/2: 6 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25  2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
1 Bohrer aus Feuerstein, Schaber, Kernsteine, Klingenabschläge, Abschläge z. T. mit Retusche, gebr. Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

21. 2410/2: 9 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25  2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Mikroklinge aus Feuerstein mit Retusche, Klingenabschläge mit Retusche, Schaber, Kernsteinrest, Abschläge z. T. mit Retusche, gebr. Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

22. 2410/2: 53 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Klinge aus Feuerstein mit Schrägend- u. Seitenretusche, Mikroklinge mit Retusche, Klingenbruchstück mit Retusche, Trapez (?), langschmale Mikrospitze (?), Klingenabschläge z. T. mit Retusche, Abschläge z. T. mit Retusche, Schaber, Kernsteine, gebr. Feuerstein; Eisenschlacke; Scherbe.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

23. 2410/2: 54 Menstede-Coldinne, Gem. Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Schlagstein aus Feuerstein, Schaber, Klingenabschläge mit Retusche, Abschläge z. T. mit Retusche; Mahlstein (Läufer) aus Felsgestein.
F, FM: W. Kitz, Norden 
FV: AL u. Finder

 

24. 2410/2: 56 Arle, Gem. Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Gef. 1976 bei Anlage einer Abfallgrube im Garten in 1,5 m Tiefe:
Mittelalterliches Tongefäß, 12. Jh., mit 3 Füßen, braun-grauer Ton, untere 2/3 des Gefäßes schwarz (Mündungs- Dm 18, Hals- Dm 16,8, Bauch- Dm 25, H 24 cm).
F: Klaas Meyer, Arle
FM: H. Gast, Menstede Coldinne
FV: Finder

 

25. 2410/5: 7 Arle, Gem. Großheide
TK 25 2410 Westerholt 
Hochmoor, nordwestl. vom Ewigen Meer. Gef. etwa 1953 beim Torfgraben in ca. 2,5 m T auf dem Sand. Der Dolch steckte in einer Lederhülle, die nicht aufbewahrt wurde:
Feuersteindolch, grau-schwarz (L 13,7; B 3,4; D 1,5 cm).
F: Menno Meyer, Menstede Coldinne
FM: H. Gast, Menstede Coldinne
FV: Finder

 

26. 2410/7: 1 Moorhusen, Gem. Südbrookmerland
TK 25 2410 Westerholt 
Leichte Erhebung im Gelände mit deutlichem Abfall zum Moor; Oberflächenfunde:
Feuersteinklingen z. T. mit etwas Retusche, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebr. Feuerstein.
F, FM: R. Brüning, Moorhusen
FV: Finder

 

27. 2410/7: 2  Münkeboe, Gem. Südbrookmerland
TK 25 2410 Westerholt 
Niedrig gelegener Acker; Oberflächenfund:
Reib-/Klopfstein aus Felsgestein.
F, FM: R. Brüning, Moorhusen
FV: Finder

 

28. 2508/5: 27 Groothusen, Gem. Krummhörn
TK 25 2508 Krummhörn 
Gef. bei Anlage eines Abwassergrabens neben der Osterburg:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, einige glasiert.
F, FM: Enno Kempe, Groothusen 
FV: AL

 

29. 2508/9: 18-2-0 Groß Midlum, Gem. Hinte
TK 25 2508 Krummhörn 
Dorfwarf Groß Midlum, Bereich der ehem. Burgstelle südlich der Kirche.
Gef. bei Erschließungsarbeiten in einem Neubaugebiet:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert, z. T. glasiert, Ränder, Henkel, Bodenstücke, einige pingsdorfähnlich; glasierte Keramik und Fayencen, z. T. mit Rand, Henkel, Boden; glasierte Fliesenbruchstücke.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

30. 2509/4: 14 Canhusen, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Warf, unbebaut, ca. 70 m südlich von Canhusen; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert, z. T. mit Rand, eine Importscherbe.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

31. 2509/4: 15-2-0 Osterhusen, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Warf südlich von Canhusen; Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert z. T. mit Rand; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

32. 2509/7: 1-2-O Osterhusen, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Dorfwarf Osterhusen; gef. bei Kanalisationsarbeiten:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. muschelgrusgemagert.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

33. 2509/7: 6-1-0 Cirkwehrum, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Gehöftwarf ; gef . bei Ausschachtungsarbeiten:
Mittelalterliche bis spätmittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, Henkel und Fuß, z. T. glasiert.
FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

34. 2509/1: 14-3-0  Hinte, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Dorfwarf Hinte; gef. bei Anlage eines Kanalisationsgrabens in 1,1 m Tiefe:
Mittelalterliches Tongefäß, zerbrochen, 12. Jh.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

35. 2509/7: 14-4-O Hinte, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Dorfwarf Hinte; gef . bei Kanalisationsarbeiten:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. glasiert, Grifftüllenbruchstück, Standringbruchstück.
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

36. 2509/7: 15-3-0 Suurhusen, Gem. Hinte
TK 25 2509 Hinte 
Dorfwarf Suurhusen ; gef. bei Ausschachtungsarbeiten:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. glasiert; Bruchstück von Webgewicht (?); Eisenstück von einem Gefäß (?).
F, FM: Joh. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

31. 2510/6: 23 Haxtum, Stadt Aurich
TK 15 2510 Aurich 
Neuerschlossenes Siedlungsgebiet; gef. in der Gartenerde:
Pfeilspitze (L 5,4; B 2,4; D 0,7 cm) aus grau-gelblichem Feuerstein.
F, FM: Klaus David, Haxtum 
FV: Finder

 

38. 2510/9: 21 Ihlowerhörn, Gem. Ihlow
TK 25  2510 Aurich 
Geestrandgebiet zum „Krummen Tief“ hin abfallend. Gef. bei Drainierungsarbeiten:
Frühmittelalterliches Tongefäß, hell-dunkelbraun, grob granitgrusgemagert, mit 3 Griffösen auf der Schulter (H 17,3; Bau- Dm 19,6; Rand- Dm 17,1; Boden- Dm 11,4 cm).
F: Bünting, Westersander
FM: Göppert, Simonswolde
FV: z. Z. AL

 

39. 2610/3: 3 Timmel, Gem. Großefehn
TK 25 2610 Moormerland 
Fehntjertief; gef. im Aushub:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, muschelgrusgemagert.
F, FM: K. Poppen, Holtrop
FV: AL

 

40. 2610/3: 4 Timmel, Gem. Großefehn
TK 25 2610 Moormerland  
Fehntjertief; gef. im Aushub:
Eisenzeitliche (?) Tongefäßscherben, z. T. mit Fingernageleindrücken verziert, vermutlich von einem Gefäß.
F, FM: K. Poppen, Holtrop
FV: AL

 

Stadt Emden

41. 2609/2: 9 Wolthusen, Stadt Emden
TK 25 2609 Emden 
Trasse der Autobahn Ostumgehung Emden; gef. in der planierten Trasse:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. muschelgrusgemagert.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

Kreis Leer

42. 2710/9: 7 Leer, Stadt Leer
TK 25  2710 Leer 
Hochliegendes Gelände der Altstadt Leer, Süderkreuzstraße/Kirchstraße. Gef. bei Kabelverlegungsarbeiten:
Brunnen aus Sandsteinsegmenten (Mindesttiefe 4 m, Innen-Dm 1,20 m). Funde
aus dem Brunnen: Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. glasiert; Glasbruchstücke; Tonkugel, 14 mm Dm.
F, FM: Stadt Leer u. Hans Schwarz, OL 
FV: AL u. Fundstelle

 

43. 2710/9: 8 Leer, Stadt Leer
TK 25 2710 Leer 
Hochliegendes Gelände der Altstadt Leer, östlich der Norderkreuzstraße. Gef. bei Baggerarbeiten für Parkplatz:
Brunnen aus Backsteinen, mit Muschelkalk gemauert (Mindesttiefe 6,50 m, Innen-Dm 1,10-1,60 m). Funde von der Brunnensohle: Glasierte Tongefäßscherben, eine mir Rand u. Henkel, Bodenstück; Glasbruchstücke; ½ Tonkugel, braun glasiert, 2,9 cm Dm.
F, FM: Stadt Leer u. Hans Schwarz, OL
FV: AL u. Fundstelle

 

44. 2710/1: 9 Midlum, Gem. Jemgum
TK 25  2710 Leer 
Flachsiedlung auf dem Ems-Uferwall:
Tongefäß mit Henkel, hellgrau-bläulich, fein granitgrusgemagert (H 5,5; R-Dm 6,5; Bauch-Dm 8,3; Boden-Dm 3,8).
F: E. Wiebe, Hamburg
FM: Heimatmuseum Leer
FV: Heimatmuseum Leer

 

45. 2711/7: 8 Nettelburg, Stadt Leer
TK 25  2711 Nortmoor 
Flußmarsch, südlich der Leda. Gef. bei Anlage eines Fundamentgrabens:
Urne (Trichterschale) der römischen Kaiserzeit, verziert (H 15; Bauch-Dm 21,5; Mündungs-Dm 21; Boden-Dm 6 cm) ; 430 g Leichenbrand.
F: Bernhard Loerts, Nettelburg
FM: Tobias Goemann, Leer
FV: Heimatverein Leer

 

46. 2810/5: 3 Großwolde, Gem. Westoverledingen
TK 25 2810 Weener 
Kleine Geestkuppe am Ostrand der Emsmarsch und östlich vom Coldemüntjer Schöpfwerkstief. Gef. beim Sandabgraben in einer Siedlungsgrube:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, 11./12. Jh., z. T. mit Rand, z. T. mit Fingernagelabdrücken verziert; Schleifsteinbruchstück aus Felsgestein (L 6,5; B 2,5; D 2,3 cm).
F, FM: H. Sanders, Großwolde
FV: Finder u. AL

 

Kreis Wittmund

47. 2311/6: 98 Esens, Stadt Esens
TK 25  2311 Esens 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, eine muschelgrusgemagert; glasierte Tongefäßscherben z. T. mit Rand, Henkel, Füßen und Griffen.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

48. 2311/6: 99 Esens, Stadt Esens
TK 25 2311 Esens 
Geestrücken; Oberflächenfunde vom hochliegenden Acker:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand, z. T. glasiert, eine muschelgrusgemagert, eine pingsdorfähnlich bemalt.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

49. 2312/5: 1-4-0 Werdum, Gem. Werdum
TK 25  2312 Carolinensiel 
Nordrand der Dorfwarf Edenserloog; ein Torfsodenbrunnen (Dm 1 m, T 1,8 m) wurde beobachtet, gef. bei Ausschachtungsarbeiten im Stall:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. muschelgrusgemagert, z. T. glasiert und mit Fingertupfen verziert, Henkel, Ränder, Grapenfüße; Tierknochen.
F: Harm Wempen, Werdum
FM: Onken Werdum
FV: AL

 

50. 2412 bei Wittmund (Reepsholt)
TK 25 2412 Wittmund (genaue Fundstelle unbekannt)
Axt der Einzelgrabkultur aus fast schwarzem Felsgestein von grober Struktur (L 16,6; B 3,6; D 4,7; Schneiden-B 4,1; Nacken-B 2,3; Loch-Dm 2.0).
FM: Günter Beske, Till
FV: FM

 

51. 2412/3: 10 Wittmund, Stadt Wittmund
TK 25 2412Wittmund 
Hof, südlich an Tief grenzend, im Bereich des ehem. Hafens; gef. bei Fundamentierung in der Scheune:
Glasierte Keramik, z. T. mit Rand, Henkel und Boden, Grapenfuß.
F, FM: Ihnen, Wittmund
FV: AL

 

52. 2513/2: 6 Etzel, Gem. Friedeburg
TK 25 2513 Zetel 
Gef. um 1900 beim Abtragen einer Geesthöhe:
Feuersteinbeil, spitznackig, geschliffen, (L 13,1; B 6,1; D 3,5; Schneiden-B 5,8 cm).
FM: Schulleiter Schäfer, Friedeburg 
FV: Heimatmuseum Friedeburg

 

53. 2513/2: 7 Etzel, Gem. Friedeburg
TK 25 2513 Zetel 
Gef. 1899 beim Schlöten auf dem Grundstück des Bauern Ortgiesen im Niederungsgebiet:
Tongefäßscherbe, erhalten von Rand bis Boden, muschelgrusgemagert (einziger erhaltener Teil eines ehemals vollständigen Gefäßes).
F: Arbeiter Eckhoff
FM: Schulleiter Schäfer, Friedeburg
FV: AL

 

54. 2513/2: 11 Etzel, Gem. Friedeburg
TK 25 2513 Zetel 
Warf; Oberflächenfunde vom Acker nach Abtragung der Warf um ca. 1,5 m:
Mittelalterliche Tongefäßscherben, z. T. mit Rand und Fuß; Importscherben; Schlackestücke; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava; Backsteine im Klosterformat, gebr. Tonbrocken und Holzkohle beobachtet.
F, FM: F. van Dieken, Marx und H. Schwarz, OL 
FV: AL

 

 

B. Grabungsberichte und Notbergungen

 

Kreis Aurich

1. Wiesens, Stadt Aurich
W. Schwarz: Probegrabung eines neuzeitlichen Feldbrandofens

Der Arbeitskreis Vorgeschichte der Ostfriesischen Landschaft untersuchte im Juni eine Feldbrandstelle in Wiesens (2511/4: 98). Die Ausgrabung zeigte, daß der Ziegelofen etwa 5,5 m im Quadrat maß. Nur seine Ost- und seine Westwand waren deutlich erkennbar aus Ziegelsteinrohlingen aufgesetzt. Die Ostwand enthielt 5 Feuerungslöcher mit den anschließenden Feuerungskanälen. Von der Nord- und der Südwand wurden keine Spuren entdeckt. Wahrscheinlich diente hier lediglich eine Lehmpackung der Wärmedämmung. Sie wurde auch vor den anderen beiden Wänden angetroffen.

Die Ausgrabung bot einen Einblick in die Technik der Ziegelherstellung im Feldbrand während des 17. Jahrhunderts. In der näheren Umgebung zeugen weitere Schutthügel von den Aktivitäten der Ziegler, den örtlich anstehenden Lehm zu nutzen.

 

2. Wiesens, Stadt Aurich
C. Atkinson: Notgrabung auf einer Siedlung der Spätbronzezeit / Früheisenzeit bei Wiesens: Vorläufige Ergebnisse

Die regelmäßige Feldbegehung vom Geländetechniker der Ostfriesischen Landschaft, Hans Schwarz, im Jahre 1978, auf einem sich NW-SO erstreckenden Geestrücken in Wiesens 2511/5: 67 erbrachte Oberflächenfunde, die auf eine besiedelte Stelle hindeuten. Aufgrund der intensiven Aussandung in zwei südöstlich benachbarter Ackern fanden Notuntersuchungen von H. Schwarz im Frühling 1979 in der Ostecke des Areals statt. Dabei wurde ein Komplex von vorgeschichtlichen und mittelalterlichen Pfostenlöchern und Gruben unter dem ca. 50 cm dicken Plaggenboden freigelegt. An Hand von einem einzelnen, identifizierbaren Randstück wurden die Siedlungsreste provisorisch der Phase Ruinen-Wommels I der frühen Eisenzeit zugeordnet.

Es erfolgte eine kleine Notausgrabung im Auftrag des Instituts für Denkmalpflege im Sommer 1979 durch Herbert Mc Taggart B. A. mit einigen Mitarbeitern auf der südwestlichen Seite des Sandrückens. Funde und Befunde, die eine vorgeschichtliche Siedlungstätigkeit erkennen lassen, waren zwar vorhanden, aber nicht reichlich.

Wegen der fortschreitenden, rapiden Aussandungsarbeiten wurde es dringend erforderlich, eine weitere, umfangreichere Ausgrabung auf der Fundstelle durchzuführen. Es wurde in der Zeit vom 24.10.1979 bis 6.12.1979 unter der Leitung der Verfasserin mit Grabungstechnikern des Instituts für Denkmalpflege gegraben.

In diesem Zeitraum wurden bis etwa 2000 qm mit dem Bagger schnittweise freigelegt und untersucht. Eine Fläche von ca. 5000 qm konnte noch nicht untersucht werden.

Trotz des Wetters und des fortschreitenden Sandabbaus war es möglich, die zahlreichen freigelegten Verfärbungen jeweils anzuschneiden, zu dokumentieren und zu fotografieren. Aus mehreren Siedlungsgruben wurden Holzkohleproben für eine C-14-Analyse entnommen.

Abgesehen von mittelalterlichen Entwässerungsgräben waren zwei Arten von Befunden vorhanden: Pfostenlöcher und Gruben, die sich auch meist in zwei getrennten Bereichen auf dem Boden gruppierten.

Unter den Pfostenlöchern ließen sich West-Ost gerichtete Reihen von Pfostenpaaren, die knapp ein Meter auseinander lagen, erkennen. Unterschiedlich war die Tiefe der einzelnen Pfostenlöcher (5-35 cm) und ihr Durchmesser (10-50 cm); andererseits waren die hell-sandigen Füllungen in ihrer Färbung ziemlich einheitlich, enthielten aber kaum archäologisches Material. Spuren ursprünglicher Benutzungsflächen, Herdstellen usw. ließen sich nicht nachweisen, vermutlich weil durch den Ackerbau vor der Eschbewirtschaftung die alte Kulturschicht zerstört worden war. Damit läßt sich auch die geringe Tiefe mancher Verfärbungen erklären.

Im Gegensatz zu den Pfostengruben enthielten mehrere Siedlungsgruben eine große Anzahl von Funden. Diese bestehen aus meist unbearbeiteten und zum Teil gebrannten Feuersteinabschlägen sowie einigen Feuersteinschabern und einer Menge Scherben von Keramik, die mit Granitgrus gemagert ist, einem Spinnwirtel, Granitbrocken und Holzkohle.

Besonders fielen einige Gruben auf, die an ihrer Basis eine ausgeprägte Holzkohleschicht von ca. 10-15 cm Mächtigkeit aufwiesen.

Durch einen vorläufigen Vergleich der Keramik mit ähnlichem Material aus den Niederlanden kann man die Keramik von Wiesens in die Wende der Spätbronzezeit zur Früheisenzeit datieren. Bis jetzt ist die Siedlung von Wiesens die einzige dieses Alters auf der ostfriesischen Geest, die durch Ausgrabung untersucht wurde.

Aus diesem Grunde wurde die Sandentnahme im November 1979 bis zum Frühjahr 1980 stillgelegt, um dann weitere Untersuchungen durchzuführen.

 

Kreis Wittmund

3. Buttforde, Stadt Wittmund, Kreis Wittmund
W. Schwarz: Probegrabung in der mittelalterlichen Kirche

Das Landeskirchliche Amt für Bau- und Kunstpflege macht die Ostfriesische Landschaft auf die Renovierungsarbeiten in der Kirche von Buttforde (2312/8: 1-1-0) aufmerksam. Damit bestand die Möglichkeit, mittels einer Grabung etwas über die Baugeschichte der Kirche und potentielle Vorgängerbauten zu erfahren.

Vor der Südwand der Kirche beim ehemaligen Portal wurde eine kleine Grabungsfläche angelegt. Sie zeigte, daß in der Marsch zunächst ein 2,25 m hoher Hügel aufgeworfen worden war, welcher mit einem 20 cm mächtigen Kleipaket abschloß. Vielleicht hat darauf ein Vorgängerbau gestanden; es fehlen jedoch weitere Indizien. Darüber folgen Schichten, die vom Bau der Granitquaderkirche des 13. Jahrhunderts stammen. Sie besaß eine Innenschale aus Ziegelsteinen und drei Gewölbejoche. Als Wandvorlagen waren große Findlinge in den Fußboden eingelassen. Nach dem 30jährigen Krieg hat man - vermutlich in Zusammenhang mit dem Einsturz des Gewölbes - Umbaumaßnahmen in größerem Stil durchgeführt, u. a. erhielt die Kirche einen neuen Fußboden.

 

4. Brill, Gemeinde Dunum
W. Schwarz: Abschließende Untersuchungen auf der kaiserzeitlichen Siedlung

Nach Beendigung der Aussandungsmaßnahmen in Brill (2411/3: 100; TK 25 2411 Blomberg) im Jahre 1978, wurden 1979 die Untersuchungen im Gelände mit finanzieller Hilfe des Landes Niedersachsen abgeschlossen. Dabei richtete sich das Augenmerk auf die noch nicht ausgesandeten Äcker der Umgebung. Insbesondere südlich des Briller Totenweges, wo der flach abfallende Geestrücken an die Niederung des Langefelder Tiefes grenzt, gaben acht kleinere Grabungsschnitte (Fläche 17-24) Aufschluß über den weiteren Verlauf und die Dichte der kaiserzeitlichen Besiedlung. Damit ist erstmals in Ostfriesland eine kaiserzeitliche Siedlung in größerem Umfange ergraben worden, die einen Vergleich mit den Marschsiedlungen und den benachbarten Geestsiedlungen im Ammerland erlaubt. Die Publikation der Ergebnisse wird vorbereitet.

 

5. Reepsholt, Gemeinde Friedeburg
H. Haiduck: Notgrabung einer mittelalterlichen Brennstelle für Backsteine

(Fundstelle 2513/1: 19).
Die bei den Bauarbeiten 1978 an der Kreisstraße 31 Schortens-Reepsholt durchgeführten Untersuchungen (K. Brandt: Notgrabung einer mittelalterlichen Siedlung in Reepsholt, Ostfriesische Fundchronik 1978) erfuhren im Frühjahr 1979 unerwartet eine Fortsetzung, als bei der Anlage eines Grabens für den Straßenbau nördlich der Kirche Fundamente aus Backsteinen durchschnitten wurden. Durch den energischen Protest von Herrn und Frau Rick aus Reepsholt und dem Heimatpfleger Herrn van Dieken gelang es, die Bauarbeiten kurzfristig zu unterbrechen und eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Ein regelmäßig gepflasterter Bezirk mit stark verschlackten Backsteinen und anderen Brennspuren gehörte zu zwei rechteckigen Brennkammern, deren Fundamente erhalten waren. Sie lagen 24 m nördlich der Kirche, ungefähr in Höhe des Westturmansatzes am Schiff. Zweifellos dienten diese Öfen zu der Backsteinherstellung für den Kirchenbau. Gleichzeitig sind die in dem oben genannten Bericht von K. Brandt erwähnten Pfostenreihen als von Trockenschuppen für Backsteinrohlinge erhaltene Spuren zu deuten. Eines dieser Gebäude folgt in der Ausrichtung den etwas südwestlich-nordöstlich orientierten, ca. 4,60 x 4,20 m großen Brennkammern. Zwei große mit Lehm gefüllte Gruben, die in dem 1978 untersuchten Trassenbereich lagen, sind als Rohstofflager für die Herstellung der Backsteinrohlinge zu deuten.

 

6. Strudden, Ortsteil Marx, Gemeinde Friedeburg
W. Schwarz: Entdeckung einer Grabenanlage als Vorbefestigung der Friedeburg.

Das Mitglied der Arbeitsgruppe Vorgeschichte, Herr Folkert van Dieken, nahm in Strudden (2513/4: 11) eine Notbergung vor. Sie wurde im Zusammenhang mit Baggerarbeiten westl. der B 437 notwendig. Herr van Dieken stellte eine Grabenanlage fest, die vermutlich als Vorbefestigung der Friedeburg diente. Sie könnte im 30jährigen Krieg angelegt worden sein, als eine verbesserte Artillerie weitergehende Schutzmaßnahmen bewirkte.

 

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