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Landschaft von Ostfriesland
Fundchronik 1977 |

Fundchronik 1977

 

Ostfriesische Fundchronik
Emder Jahrbuch Bd. 58, 1978

Zusammengestellt von Wolfgang Schwarz und Hans Schwarz mit Beiträgen von Rolf Brüning und Hermann Haiduck

 

Abkürzungen:

SG = Samtgemeinde; EG = Einheitsgemeinde; Gmk = Gemarkung; Mtbl. = Meßtischblatt (Topographische Karte 1:25 000); gef. = gefunden; F = Finder; FM Fundmeldung; FSt = Fundstelle; FV = Fundverbleib; B = Breite; D = Dicke; H = Höhe; L = Länge; Dm = Durchmesser; OL = Ostfriesische Landschaft; AL = Archäologische Landesaufnahme.

 

A. Ausgewählte Neufunde

 

Kreis Aurich

1) Aurich (EG), Georgsfeld (Gmk)
FSt 4: Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Aurich, Nr. 2510.
Oberflächenfunde vom Acker:
Feuersteinklingen, -bruchstücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: Rolf Brüning, Moorhusen
FV: AL

 

2) Aurich (EG), Popens (Gmk)
FSt 1: Hochliegendes Grundstück;
Mtbl. Holtrop, Nr. 2511.
Gefunden beim Schuppenneubau:
Tongefäß in Bruchstücken, vermutlich Neolithikum, rot bis hellbrauner, granitgrusgemagerter Ton, mit abgesetzter Bodenfläche und verziert mit 2 parallel waagerecht umlaufenden Linien unterhalb des Randes, darunter 1 Reihe senkrechter Einkerbungen. Maße: H. 21,5 cm, Dm 18 cm, Mündungs-Dm 14,0 cm, Boden-Dm 5,5 cm.
F, FM: Menno Janßen, Popens
FV: Finder

 

3) Aurich (EG), Tannenhausen (Gmk)
FSt 5: Hochliegender Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410. Gefunden auf dem Gelände des Kalksandsteinwerkes: Felsgesteinaxt, zerbrochen, weiß gebrannter Stein; L 13 cm, B 5,7 cm, D 4 cm, Schaftloch-Dm 1,2 cm.
F, FM: Menno Janßen, Popens
FV: Finder

 

4) Aurich (EG), Wallinghausen (Gmk)
FSt 3: Geestrücken 100 m westlich des Staatsforstes;
Mtbl. Holtrop, Nr.2511.
Gefunden bei Ausschachtungsarbeiten für ein Stromkabel:
Feuersteinbeil, dünnblattig, grau-weiß, mit Schliff und Schäftungsglanz; L 8,4 cm, D 1,8 cm, Nackenbreite 1,9 cm, Schneidenbreite 4,0 cm.
F, FM: Egon Lübben, Aurich
FV: Finder

 

5) Aurich (EG), Wiesens (Gmk)
FSt 101: Hochliegender Wald auf Geestrücken;
Mtbl. Holtrop, Nr. 2511.
Oberflächenfunde aus Windbruchfläche:
Urgeschichtliche Tonscherben, davon 1 tiefstich- und 1 mit Fingernageleindrücken verziert; Flintklingenbruchstücke, Kernsteinbruchstück, Schaberbruchstück, Abschläge, davon 2 mit Schliff (Beilbruchstücke?).
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

6) Südbrookmerland (EG), Bedekaspel (Gmk)
FSt 4: Niedrig gelegener Acker, westlich des Großen Meeres;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509.
Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. muschelgrusgemagert, darunter 1 Rand und glasierte Scherben; Glasschlackestück; Schlackestück.
F, FM: J. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

7) Südbrookmerland (EG), Moorhusen (Gmk)
FSt 1: Hochliegender Acker, am Rande einer Senke;
Mtbl Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde vom Acker:
Feuersteinklinge, Abschläge, Kernsteinbruchstücke, gebrannter Flint.
F, FM: R. Brüning, Moorhusen
FV: AL

 

8) Südbrookmerland (EG), Moorhusen (Gmk)
FSt 2: Geestrücken, mit deutlichem Hang Richtung Moor;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde von Wiese:
Feuersteinkratzer, Kernsteinbruchstück, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: R. Brüning, Moorhusen
FV: Finder

 

Kreis Leer

9) Jümme (SG), Nortmoor (Gmk)
FSt93: Nortmoorer Hammrich, ca. 1 km nördlich der Jümme;
Mtbl. Nortmoor, Nr. 2711. 
Oberflächenfunde vom Acker:
Zahlreiche mittelalterliche Keramik, darunter Randscherben, Scherbe mit Muschelgrusmagerung, Pfannengriffe, Importkeramik, darunter bemalte, pingsdorfähnliche Stücke, Wellenböden, Henkel, Ausgußtüllen und ”blaugraue Ware”. Es wurden Reste von 4 Lehmdielen beobachtet. Maße: 11 m x 9 m; 13,5 m x 6 m; 16,5 m x 8 m; 18m x 7,5m. 
F, FM: H. Erchinger, Nortmoor; H. Schwarz, OL
FV: Finder und AL

 

10) Leer (EG), Logabirum (Gmk)
FSt 88: Hochliegender Wald, auf einem Geestrücken;
Mtbl. Nortmoor, Nr. 2711. 
Oberflächenfunde aus Windbruchfläche:
Urgeschichtliche Tonscherben; Flintklinge, -bruchstück, Abschläge, gebrannter Flint; Reibsteinbruchstück aus Felsgestein.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

11) Leer (EG), Logabirum (Gmk)
FSt89: Hochliegender Wald, auf einem Geestrücken;
Mtbl. Nortmoor, Nr. 2711
Oberflächenfunde aus Windbruchfläche:
Urgeschichtliche Tonscherben; Flintkratzerbruchstück gebr., Klingenbruchstücke, kernsteinähnliche Stücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

12) Leer (EG), Logabirum (Gmk)
FSt 90: Hochliegender Wald, auf einem Geestrücken;
Mtbl Nortmoor, Nr. 2711
Oberflächenfunde aus Windbruchfläche:
Urgeschichtliche Tonscherben; gebranntes Flintklingenbruchstück, kernsteinähnliches Stück, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

13) Leer (EG), Logabirum (Gmk)
FSt 91: Hochliegender Wald, auf einem Geestrücken;
Mtbl. Nortmoor, Nr. 2711. 
Oberflächenfunde aus Windbruchfläche:
Urgeschichtliche Tonscherben, davon 1 tiefstichverziert; Flintklingen, -bruchstücke, kernsteinähnliche Stücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

14) Leer (EG), Logabirum (Gmk)
FSt 92: Hochliegender Wald, auf einem Geestrücken;
Mtbl. Nortmoor, Nr. 2711.
Oberflächenfunde aus Windbruchfläche:
Urgeschichtliche Tonscherben; Flintklingenbruchstück gebrannt, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

15) Leer (EG), Logabirum (Gmk)
FSt93: Hochliegender Wald, auf einem Geestrücken;
Mtbl. Nortmoor, Nr. 2711. 
Oberflächenfunde aus Windbruchfläche:
Urgeschichtliche Tonscherben, darunter 1 mit Fingertupfen verzierter Rand; Flintklingenbruchstücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

16) Ostrhauderfehn (EG), Potshausen (Gmk)
FSt 8: Acker im Jümmiger Hammrich, mit kleinen Warfen;
Mtbl. Nortmoor, Nr. 2711
Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter Ränder, verzierte Scherben, Henkel, Siebbruchstück, Importkeramik darunter Ränder und Bodenstücke; 3 Spinnwirtel aus Ton; 1 Backstein mit Stempel in Form eines Kirchturmes”.
F, FM: S. Kunath, Leer
FV: Finder

 

17) Weener (EG), Weener (Gmk)
FSt12: Hochliegender Geestrückenrand;
Mtbl. Bunde, Nr. 2809
Gefunden bei Erschließungsarbeiten in einem Neubaugebiet:
Urne, RKZ, braun, facettierter Rand, mit 2 gegenüberliegenden Henkeln unterhalb des Randes, Maße: H 30,5 cm, Mündungs-Dm 17,8 cm, Bauch-Dm 30 cm; Boden-Dm 10,5 cm; mit Beigefäßen in Bruchstücken – oder Scherbenpackung; Tondeckel mit Griffknubbe in Mitte, 12 cm, D 1,5 cm; urgeschichtliche Tonscherben, davon 1 tiefstichverziert.
F, FM: R. Hoek, Weener
FV: Finder und Museum Weener

 

Kreis Norden

18) Brookmerland (SG), Upgant Schott (Gmk)
FSt11: Hochliegender Geestrücken, Siedlungswall;
Mtbl. Norden, Nr. 2409.
Gefunden bei der Anlage einer Zuwegung zu einer Sandgrube:
Mittelalterliche Tonscherben; gebrannte Tonbrocken; Backsteinbrocken; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava; Knochen.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

19) Dornum (SG), Schwittersum (Gmk)
FSt 5: Geestkuppe mit Warf;
Mtbl. Dornum, Nr. 2310.
Gefunden bei Drainagearbeiten: RKZ Tonscherben, darunter Ränder, Gefäßböden, verzierte Scherben, 1 Gefäß, hellbraun – dunkelbraun, Maße: H 8 cm, Mündungs-Dm 7,8 cm, Bauch-Dm 8,3 cm, Boden-Dm 5,4 cm; wenige mittelalterliche Tonscherben; Knochen.
F, FM: H. Verweyen, Schwittersum Marienfeld
FV: Finder

 

20) Großheide (EG), Arle (Gmk)
FSt 7: Ehemalige Schule von Südarle;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410. Gefunden auf dem Dachboden der ehemaligen Schule:
Geröllkeule ovale Form aus graubraunem Felsgestein mit sanduhrförmiger Durchbohrung. L 10,2 cm,, cm, Loch-Dm 4,3 bis 1,3 cm.
F: Schulmann, Südarle
FM: H. Gast, Coldinne
FV: AL

 

21) Großheide (EG), Großheide (Gmk)
FSt 5: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Dornum, Nr. 2310.
Oberflächenfunde vom Acker:
Feuersteinschaber, Zonhovenspitze, Kernsteine, Klingen-, bruchstücke z. T. mit Retusche, Abschläge, gebrannte Flintstücke, Tonscherben.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

22) Großheide (EG), Gro6heide (Gmk)
FSt 6: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Dornum, Nr. 2310.
Oberflächenfunde vom Acker:
Gestielte Flintspitze (Spitze abgebrochen), geflügelte Flintspitze, Spitzen, Querschneider, Bohrer, Schaber, Sichel- oder Dolchbruchstück, gebrannte Abschläge mit Schliff (Beilbruchstücke?), Klingen, -bruchstücke, Kernsteine, Abschläge z. T. gebrannt, gebrannte Flintstücke; mittelalterliche Tonscherben.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

23) Großheide (EG), Großheide (Gmk)
FSt 7: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken
Mtbl. Dornum, Nr. 2310.
Oberflächenfunde vom Acker:
Flintquerschneider, Schaber, Kernsteine, Klingen, -bruchstücke, Abschläge, gebrannte Flintstücke; Tonscherben, davon eine urgeschichtlich mit Rillen verziert.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

24) Großheide (EG), Großheide (Gmk)
FSt 8: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Dornum, Nr. 2310.
Oberflächenfunde: Flintschaber, Kernsteine, Spitze, Abschlag mit Schliff (Beilbruchstück.),
Abschläge, gebrannte Flintstücke.
F,FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

25) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 5: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde vom Acker:
Geflügelte Flintspitze, gebrannt, Flintspitzen, Mikrolithen, Mikroklingenschaber, Klingenschaber, Klingen, -bruchstücke, zinkenähnliche Geräte, Kernsteinbruchstücke, Abschläge, gebrannter Feuerstein; eine Tonscherbe.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

26) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 6: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde vom Acker:
Feuersteinklingen, -bruchstücke, Schaber, Mikrolithen, Bohrer, zinkenähnliches Flintstück, Stichel (?), Sichel- oder Dolchbruchstück, Querschneider, Mikroklingen, Dreieckmesser, Abschläge, gebrannte Flintstücke.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

27) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 7: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde:
Feuersteinklingen, -bruchstücke, Mikrobuchtschaber, Abschläge z. T. mit Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

28) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 13: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde:
Feuersteinschaber, Abschlag, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: Finder

 

29) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt19: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde:
Geflügelte Feuersteinpfeilspitze, Spitzen, Schaber, Klingen, -bruchstücke, Abschläge z. T. mit Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

30) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt20: Etwas hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde:
Feuersteinklinge, ein Mikrogerät (Stichel ?), Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

31) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt22: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde: Feuersteinklingen, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

32) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 25: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde: Feuersteinschaber, -bruchstück, Klingen, -bruchstücke, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

33) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt26: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Westerholt, Nr. 2410.
Oberflächenfunde:
Feuersteinschaber, Spitze, Klinge, -bruchstücke, Abschläge z. T. mit Retusche, gebrannter Feuerstein.
F, FM: W. Kitz, Norden
FV: AL

 

34) Großheide (EG), Westerende (Gmk)
FSt 5: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Dornum, Nr. 2310.
Oberflächenfunde:
Feuersteinklingenbruchstücke, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke; mittelalterliche Tonscherben.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

35) Großheide (EG), Westerende (Gmk)
FSt 6: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Dornum, Nr, 2310.
Oberflächenfunde:
Feuersteinklinge, Kratzer, gebrannte Feuersteinstücke; mittelalterliche Tonscherben, darunter auch muschelgrusgemagerte.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

36) Hage (SG), Berumbur (Gmk)
FSt 1: Etwas hochliegender Garten auf einem Geestrücken;
Mtbl. Norden, Nr. 2409
Gefunden beim Umgraben des Gartens: Tüllenspitze aus Eisen, z. T. stark korrodiert, L 22,3 cm, B 3,6 cm, Spitzen-Dm 0,9 cm, Tüllen-Dm 2,4 cm, Tüllen-L 7,8 cm.
F: G. Warfsmann, Berumbur
FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Heimatmuseum Norden

 

37) Hage (SG), Berumbur (Gmk)
FSt 2: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309.
Oberflächenfunde:
Feuersteinklingen, -bruchstücke, Zonhovenspitze, Federmesser, Mikrolithen, Kernsteine, -bruchstücke, Klingenkratzer, Schaber, Abschläge z. T. mit Retusche, gebrannte Feuersteinstücke; mittelalterliche Tonscherben, davon 1 Randscherbe.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

38) Hage (SG), Berumbur (Gmk)
FSt 3: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309. Oberflächenfunde:
Flintklingenbruchstücke, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke; mittelalterliche Tonscherben, davon 1 mit Muschelgrusmagerung.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

39) Hage (SG), Berumbur (Gmk)
FSt 4: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309. Oberflächenfunde:
Feuersteinabschläge, gebrannte Feuersteinstücke; mittelalterliche Tonscherben.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

40) Hage (SG), Berumbur (Gmk)
FSt 5: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309.
Oberflächenfunde vom Acker:
Feuersteinklingen, -bruchstücke z. T. mit Retusche, Kernsteinbruchstück, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

41) Hage (SG), Blandorf Wichte (Gmk)
FSt 2: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309.
Oberflächenfunde: RKZ-Randscherbe, mittelalterliche Tonscherben z. T. mit Glasur; Feuersteinabschlag mit etwas Retusche, gebrannte Feuersteinstücke.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

42) Hage (SG), Blandorf Wichte (Gmk)
FSt 3: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309.
Oberflächenfunde:
Feuersteinabschläge z. T. mit etwas Retusche, gebrannte Feuersteinstücke; Tonscherben, alle mittelalterlich (?), auch mit Muschelgrusmagerung.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum FV: Finder

 

43) Hage (SG), Blandorf Wichte (Gmk)
FSt 4: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309. Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter auch muschelgrusgemagerte.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

44) Hage (SG), Blandorf Wichte (Gmk)
FSt 6: Hochliegendes Gelände auf einem Geestrücken;
Mtbl Hage, Nr. 2309.
Oberflächenfunde:
Feuersteinabschläge, gebrannte Feuersteinstücke; mittelalterliche Tonscherben; eine verzierte Scherbe (RKZ?); Schlackestück.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

45) Hage (SG), Hage (Gmk)
FSt 9: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309, Mtbl Norden, Nr. 2409.
Feuersteinklingen, -bruchstücke z. T. mit Retusche, Mikrolithen, Schaber, Kernsteine, Spitzen, Abschläge, gebrannte Flintstücke; mittelalterliche Tonscherben, darunter auch muschelgrusgemagerte.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum FV:
Finder

 

46) Hage (SG), Hage (Gmk)
FSt 10: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Norden, Nr. 2409. Oberflächenfunde:
Feuersteinschaber, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum FV: Finder

 

47) Hage (SG), Hage (Gmk)
FSt11: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Norden, Nr. 2409.
Oberflächenfunde:
Feuersteinmikrolith, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke.
F,FM: W. Kühne, Hilgenbur
FV: Finder

 

48) Hage (SG), Lütetsburg (Gmk)
FSt 17: Etwas hochliegender Acker;
Mtbl. Norden, Nr. 2409.
Oberflächenfunde:
Feuersteinklingen, -bruchstücke, Kernstein, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

49) Hage (SG), Lütetsburg (Gmk)
FSt18: Etwas hochliegender Acker;
Mtbl. Norden, Nr. 2409.
Oberflächenfund:
Eine Feuersteinzonhovenspitze.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

50) Hage (SG), Lütetsburg (Gmk)
FSt19: Etwas hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Hage, Nr. 2309; Mtbl. Norden, Nr. 2409.
Oberflächenfunde:
Feuersteinmikrolithen, Schaber, Kratzer, Kernsteinbruchstücke, Klingen, -bruchstücke z. T. mit Retusche, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke; Tonscherben, meistens mittelalterlich.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

51) Hage (SG), Lütetsburg (Gmk)
FSt 20: Etwas hochliegender Acker;
Mtbl. Norden, Nr. 2409. Oberflächenfunde:
Feuersteinkernsteine, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke; mittelalterliche Tonscherben.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

52) Hage (SG), Lütetsburg (Gmk)
FSt 22: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken.
Mtbl. Hage, Nr. 2309.
Oberflächenfunde: Feuersteinklingenbruchstücke.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

53) Hinte (EG), Canhusen (Gmk)
FSt 4: Warf südlich von Canhusen;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509
Oberflächenfunde vom Acker:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter auch muschelgrusgemagerte; eine pingsdorfähnliche Scherbe, glasierte Tonscherben; gebrannte Tonbrocken; Schlackestücke.
F, FM: J. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

54) Hinte (EG), Cirkwehrum (Gmk)
FSt 6: Warf nordwestlich von Cirkwehrum;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509
Gefunden beim Abtragen der Warf: Zahlreiche Tonscherben, alle mittelalterlich (?), darunter Wandscherben, glasierte Scherben; gebrannte Tonbrocken; Knochenstücke z. T. gebrannt; gebranntes Feuersteinstück..
F: J. Willms, H. Schwarz
FM: J. Willms
FV: AL

 

55) Hinte (EG), Groß Midlum (Gmk)
FSt 2: Dorfwarf (Burggelände);
Mtbl. Krummhörn, Nr. 2508
Funde bei Erschließungsarbeiten in einem Neubaugebiet:
Mittelalterliche Tonscherben z. T. mit Muschelgrusmagerung, darunter Randscherben, Grifftülle, -bruchstück, Grapenfüße, Henkel, glasierte Tonscherben; gebrannte Tonbrocken; Tonkugeln; Glasscherben; Schlackestück; Fliesen z. T. in Bruchstücken; ½ Grapengefäß aus Eisen mit einem Fuß, Dm 27 cm, H 23 cm mit Fuß (ohne 17 cm). Es wurden mehrere Mauerreste und eine Zisterne (?) beobachtet.
F: J. Willms, Loppersum; H. Schwarz, OL
FM: J. Willms
FV: AL

 

56) Hinte (EG), Hinte (Gmk)
FSt 1: Westlicher Teil der Dorfwarf;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509
Gefunden beim Neubau eines Hauses:
Mittelalterliche Tonscherben z. T. mit Muschelgrusmagerung, eine pingsdorfähnliche und eine glasierte Scherbe.
F, FM: J. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

57) Hinte (EG), Hinte (Gmk)
FSt 2: Warf nordwestlich von Wichhausen;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509
Oberflächenfunde: Mittelalterliche Tonscherben auch mit Muschelgrusmagerung, pingsdorfähnliche Scherben, davon ein Rand.
F, FM: J. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

58) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 3: Warf Eisinghusen;
Mtbl Hinte, Nr. 2509
Funde nach Verlegung von Kabeln und Wasserleitungen:
Mittelalterliche Tonscherben auch mit Muschelgrusmagerung, glasierte Tonscherben; gebrannter Tonbrocken; gebranntes Feuersseinstück; ein Glasschlackestück.
F, FM: J. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

59) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt15: Etwas hochliegendes Gelände;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509
Funde beim Anlegen einer Müllgrube:
Mittelalterliche muschelgrusgemagerte Tonscherben, darunter Randscherben und eine Grifftülle.
F: J. Willms, Loppersum; H. Schwarz, OL
FM: J. Willms
FV: AL

 

60) Hinte (EG), Suurhusen (Gmk)
FSt 1: Nördlicher Rand der Dorfwarf Suurhusen;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509
Gefunden bei der Anlage eines Kanalisationsgrabens: Mittelalterliche Tonscherben auch mit Muschelgrusmagerung.
F, FM: J. Willms, Loppersum FV: AL

 

61) Hinte (EG), Suurhusen (Gmk)
FSt 5: Warf ca. 1 km südlich von Suurhusen;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509
Funde beim Angraben der Warf:
Mittelalterliche Tonscherben z. T. muschelgrusgemagert z. T. glasiert, ein (RKZ ?) Gefäßbodenbruchstück, pingsdorfähnliche Keramik, davon 1 bemalt, Importrandscherben (blaugraue Ware); gebrannte Tonbrocken; Schlacke; Knochenstücke.
F, FM: J. Willms, Loppersum 
FV: AL

 

62) Krummhörn (EG), Grimersum (Gmk)
FSt 3: Burgstelle Grimersum und nördlich anschließender Warfrest;
Mtbl. Hinte, Nr. 2509
Funde nah Planierungsarbeiten auf dem ehemaligen Sportplatz:
RKZ und mittelalterliche Tonscherben, darunter auch muschelgrusgemagerte; glasierte Tonscherben; ein Wetzsteinbruchstück; Glasbruchstücke; Fliesenbruchstücke; eine Spielscheibe aus Ton: Dm 5,2 cm, D 1,2 cm, mit den Buchstaben BV und W jeweils auf einer Seite; ein Metallrest (Kupfer ?).
F: J. Willms, Loppersum; H. Schwarz, OL
FM: J. Willms
FV: AL

 

63) Norden (EG), Norden (Gmk)
FSt11: Geestrücken westlich von Norden;
Mtbl. Norden, Nr. 2409. Oberflächenfunde im Garten:
Mittelalterliche Tonscherben; Flintklingenbruchstück; Abschläge z. T. mit etwas Retusche, gebrannte Flintstücke.
F, FM: K.-H. Vitzthum, Berum
FV: Finder

 

Kreis Wittmund

64) Esens (SG), Esens (Gmk)
FSt 6; Acker auf einem Geestrücken südlich von Esens;
Mtbl. Esens, Nr. 2311
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben z. T. muschelgrusgemagert, darunter Randscherben, einige pingsdorfähnliche Scherben; gebrannte Flintstücke; Schlackestück; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

65) Esens (SG), Esens (Gmk)
FSt6a: Acker auf einem Geestrücken südlich von Esens;
Mtbl. Esens, Nr. 2311
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben z. T. muschelgrusgemagert, darunter einige Ränder; gebrannte Feuersteinstücke; Schlackestücke; Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

66) Friedeburg (EG), Reepsholt (Gmk)
FSt 1: Geestrücken, Acker westlich des Dorfes;
Mtbl. Wiesede, Nr. 2512
Oberflächenfunde: Feuersteinklingen, davon 1 gebrannt, Klingenbruchstücke z. T. mit etwas Retusche, Abschlag mit Kratzerkante an Schmalseite, Abschläge mit etwas Retusche, spitzenähnlich, Abschläge z. T. mit etwas Retusche, einige gebrannt, gebrannte Feuersteinstücke, Schaber, Kratzer; Reibsteinbruchstücke aus Felsgestein; Tonscherben.
F, FM: H. Heyen, Reepsholt 
FV: AL

 

67) Friedeburg (EG), Reepsholt (Gmk)
FSt 3: Geesthöhe mit Osthang;
Mtbl. Wiesede, Nr. 2512
Oberflächenfunde:
Feuersteinklingenbruchstücke mit Schrägend- und Basisretusche, Klingenbruchstück mit Schrägendretusche, Klingen davon 1 mit etwas Retusche, Klingenbruchstücke, darunter 1 mit Kantenretusche, mit etwas Retusche und gebrannt, ein Klingenbruchstück mit Kantenretusche, Schäftungsglanz und Schliff ?, gebranntes Sichelbruchstück ?, Kernsteinbruchstücke, kernsteinähnliche Stücke, Kratzer, Schaber, z. T. in Bruchstücken, darunter einige gebrannt, Abschläge mit Schaberkanten, Abschläge, z. T. mit etwas Retusche, 1 mit Sichelglanz, gebrannte Abschläge, flächig bearbeitete Flintstücke, 1 Flintstück mit etwas Retusche, Flinttrümmerstücke, gebrannte Flintstücke; vorgeschichtliche Tonscherben; ½ hellblaue Glasperle Dm 9 mm; 1 Klopf-Reibstein aus Felsgestein.
Kreis Wittmund
F, FM: H. Heyen, Reepsholt
FV: Finder und AL

 

68) Holtriem (SG), Utarp (Gmk) 
FSt 44: Etwas hochliegender Acker 100 m sw des Schleitiefs;
Mtbl. Dornum, Nr. 2310
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche glasierte Tonscherben; ein Feuersteinklingenkratzer, Kernstein, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebrannte Feuersteinstücke.
F: G. Frerichs, Utarp; H. Schwarz, OL
FM: G. Frerichs
FV: Finder und AL

 

69) Holtriem (SG), Utarp (Gmk) 
FSt 45: Von Niederung umgebene Geestkuppe;
Mtbl. Dornum, Nr. 2310
Oberflächenfunde vom Acker:Muschelgrusgemagerte Tonscherbe; Feuersteinklingenkratzer, Klinge, -bruchstücke, Sichelbruchstück, -abschlag, Abschläge, gebrannte Flintstücke.
F, FM: H. Schwarz, OL
FV: AL

 

70) Wittmund (EG), Leerhafe (Gmk)
FSt15: Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Mtbl. Wittmund, Nr. 2412. Vom Dezernat für Denkmalpflege, Oldenburg, erfolgte eine Untersuchung der Fundstelle. Siedlungsverfärbungen wurden nicht festgestellt. Oberflächenfunde, Funde im Abraum einer Sandgrube und von einer 15 x5 m großen planierten Fläche: Urgeschichtliche Tonscherben, darunter Randscherben, davon eine mit Fingertupfen verziert; Feuersteinsichelbruchstücke, Kratzer, Schaber, Klingenbruchstücke, Kernstein, kernsteinähnliche Stücke, Abschläge, davon 1 mit Schliff, bearbeitete Flintstücke, gebrannte Flintstücke; kalzinierte Knochenstückchen.
F: R. Brüning, Moorhusen; H. Heyen, Reepsholt; H. Schwarz, OL
FM: H. Schwarz
FV: AL

 

 

B. Berichte über Grabungen und Notbergungen

 

1) Kreis Aurich, Ihlow (EG), Ludwigsdorf (Gmk)
W. Schwarz: Probegrabung auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters Ihlow.

Im August 1977 hat die Ostfriesische Landschaft auf Initiative der Gemeinde Ihlow eine Probegrabung auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters Ihlow beim Forsthaus durchgeführt. Zwar ist sowohl die hervorragende historische Bedeutung des Klosters, als auch der Ort, das Erbauungsjahr 1216/17 und das Jahr der Säkularisierung 1529 bekannt, aber es fehlen Quellen, die etwas über die Bau- und Kunstgeschichte sowie die Größe und Gliederung der Anlage und etwas über die Wirtschaftsbetriebe mitteilen. Eine Probegrabung kann keinen umfassenden Fragenkatalog beantworten, sondern gibt vor allem Aufschluß über die Stratigraphie. Vorläufig kann man schon einige Untersuchungsergebnisse zusammenfassen:

Im Osten des Grabungsschnittes wurde ein Teil des Chorbogens mit anschließendem Pfeilerfundament und im Westen ein Teil der Fundamente einer Pfeilerreihe freigelegt. In Analogie zum Grundriß des Mutterklosters Aduard kann daher die Kirche in Ihlow als eine kreuzförmige dreischiffige Gewölbebasilika von mehr als 70 Metern Länge rekonstruiert werden, deren Fußboden mit zweifarbig gelb/roten Fliesen belegt und deren Mauerwerk mit braun- und grünglasierten Ziegeln und Formsteinen durchsetzt war. Diesen Bau errichtete man auf einem künstlichen Hügel, der in der Niederung des Krummen Tiefes aufgeschüttet werden mußte. Bei einem Meter Höhe wurde innerhalb des Gesamthügels an zwei Stellen eine Holzlage angetroffen, für die es noch keine sichere Deutung gibt. Entweder kann hier ein älterer Wohnhorizont liegen, oder das Holz diente lediglich zur Befestigung der weichen Erdmassen als Grundlage für die weiteren Aufschüttungen. Als diese eine Höhe von rund eineinhalb Meter erreicht hatten, legte man die Fundamente der Pfeiler und des Chorbogens. Sie wurden mit Erde aufgefüllt und dann das aufgehende Mauerwerk errichtet. Der Kirchenfußboden befand sich rund zweieinhalb Meter über dem gewachsenen Boden.

Bei den Besuchern der Grabung fanden vor allem die Gräber großes Interesse; die Skelettreste werden zur Zeit vom Anthropologischen Institut der Universität Hamburg untersucht. Außerhalb des Chorbogens, wo ein Kranz von Kapellen zu erwarten ist, lagen die Beisetzungen dicht beisammen. In der Mittelachse der Kirche vor dem Chorbogen wurde ein trapezförmiges Grab, aufgemauert aus Ziegelsteinen in Form eines Parallelogramms, angetroffen, welches wegen seiner exponierten Lage als ”Abtgrab” bezeichnet wurde. Wie eingangs schon angemerkt, sind noch viele Fragen offen, die erst bei großzügiger durchgeführten Ausgrabungen beantwortet werden können. So wissen wir z. B. noch nicht mit hinreichender Sicherheit, ob die freigelegten Fundamentreste von dem 1216/17 gegründeten Bau stammen, was man aber annehmen möchte.

 

2) Kreis Aurich, Südbrookmerland (EG), Oldeborg (Gmk) FSt 1
Rolf Brüning: Notbergung von mittelalterlichen Brunnen auf der Fehnhuser Gaste.

Die Fehnhuser Gaste liegt in der Gemarkung Oldeborg nördlich der Straße von Upende nach Engerhafe und südlich einer Niederung, die von der Maar durchflossen wird. Auch nach teilweiser Aussandung in den 60er Jahren bildet die Fehnhuser Gaste heute noch einen deutlich erkennbaren Sandrücken mit starkem Abfall zur Maar hin. Schon während der ersten Aussandung 1960 wurden hier Brunnenreste und mittelalterliche Scherben festgestellt. Die Verlegungsarbeiten der Erdgasleitung, die die Gaste im west-östlicher Richtung durchschnitt, wurde im Sommer von Herrn Martin Wilken’, Engerhafe, und dem Berichterstatter ständig beobachtet. Am 24. August mu8te dann eine Notbergung unternommen werden, die leider nur unter starkem Zeitdruck in der Freizeit durchgeführt werden konnte. Brunnen 1, die westlichste von drei Verfärbungen, stellte sich als eine viereckige Torfsodensetzung dar, von der zwei Ecken durch das Ausheben des Grabens für die Erdgasleitung entfernt worden waren. Die obere Hälfte des Brunnens war durch die Tätigkeit des Baggers völlig zerstört, von einer Rundung keine Spur. Der Rest der Brunnenfüllung bestand aus grauem Sand, in dem einige Torfsoden und eine Tongefäßscherbe lagen. In ca. 1,15 m Tiefe fand sich in der Sodenwand eine muschelgrusgemagerte Randscherbe. Eine dritte Scherbe von dunkler Farbe fand sich später an der tiefsten Stelle des Brunnens in ca. 1,5 m Tiefe. Ebenfalls in dieser Tiefe lag unter den Torfsodenpackungen ein Holzrahmen, der aus drei Rundhölzern und einer Wagenachse bestand. Alle Holzteile waren miteinander verdübelt. Die Wagenachse bildete die Ost-Süd-Richtung des Holzrahmens und war zur Brunnenmitte hin durchgebogen. Ob diese Krümmung auf den Druck des Erdreiches zurückzuführen war, lie6 sich archäologisch nicht nachweisen. Jedenfalls folgte auch die Sodenwand dieser Krümmung. Die Gesamtlänge der Achse betrug 1,67 m, der Anteil der Naben jeweils ca. 33 cm. Auf zwei Seiten des vierkantigen Achsenmittelteils waren deutlich die Vertiefungen für den Ansatz weiterer Wagenteile zu erkennen. An beiden Enden war die Achse durch die Splintlöcher mit darunter liegenden Rundhölzern verdübelt. Die Achse wurde am 31. 8. 1977 dem Staatlichen Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg zur Restauration und Bearbeitung übergeben.

25 m östlich von dem Brunnen befand sich eine ca. 1,9 m tiefe Grube, deren Ausdehnung in 1,2 m Tiefe noch um 4 m betrug. Hier konnten nur teilweise Torfsoden in 1,4 m Tiefe beobachtet werden. Die Füllung dieser Grube bestand aus schwarzgrau verfärbtem Sand, Mist und weiterem humosen Material. Ein durchdringender Jauchegeruch ging von dieser Grube aus. In 1,3 m Tiefe wurden hier die Reste von 5 Kugeltöpfen und eine Steinzeugscherbe mit Wellenfuß geborgen.

Brunnen 2 befand sich 18 m östlich der Grube, in der Nordseite der Grabenwand und war zu einem Drittel durch den Bagger zerstört. Während das westliche Wandprofil eine schräg nach unten führende Torfsodenpackung aufwies, war auf der Ostseite eine mächtige Sodenpackung zu sehen, die offensichtlich die Wandung stützen sollte. Auch hier befand sich unter den Torfsodenpackungen in ca. 2,2 m Tiefe die noch vollständig erhaltene Ecke eines Holzrahmens aus Vierkanthölzern, die ebenfalls durch Dübel verbunden waren. Dieser Brunnen hatte in 75 cm Tiefe einen inneren Durchmesser von ca. 1,8 m in Ost-West-Richtung. Der obere Teil war durch die frühere Aussandung zerstört. Die Anlage eines senkrechten Pro61schnittes war recht schwierig, da man ständig mit Grundwasser zu kämpfen hatte, das wegen der bereits gelegten Rohrleitung nicht abgeleitet werden konnte. Die Brunnenfüllung schien auf Grund der Schichtung weitgehend gleichzeitig eingebracht worden zu sein. Außerdem befanden sich nahezu auf dem Grunde des Brunnens zahlreiche Holzteile, die teilweise noch schwimmfähig waren. An Holzgeräten wurden gefunden: 1 Löffel mit Kreisaugenverzierung auf dem Stiel, 1 Pfeilspitze, 2 einfache Spitzen, 1 hölzerner Splint, 1 Pfeilschaft, 1 Messergriff und ein angespitzter Ast. Auffallend war das Vorhandensein zahlreicher Holzspäne. In ca. 1,5 m Tiefe lagen mehrere Stücke verkohlten Holzes, dazwischen Skeletteile eines kleinen Raubtieres, dessen Art noch nicht bestimmt wurde. Auf gleicher Höhe lagen Reste von Ziegelsteinen, vermutlich im Klosterformat. Darüber lagen zahlreiche Scherben eines Kugeltopfes. Die weitere Verfüllung wurde nicht untersucht, da die Bergung von Holzgeräten sich in der Situation als zu schwierig und langwierig erwies.

1. Für tatkräftige Unterstützung möchte ich den Herren Wilken und Hoffmann aus Engerhafe, der Familie des Landwirtes Müller, Herrn Vosgerau, Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, Oldenburg, und Herrn Willschütz von der Erdgas-Verkaufsgesellschaft mbH herzlich danken.

 

3) Kreis Leer, Bunde (SG), Bunderhee (Gmk)
H. Schwarz u. W. Schwarz: Grabung am Steinhaus von Bunderhee.

Auf dem Gelände des Steinhauses von Bunderhee erfolgte von August bis Oktober 1977 eine Grabung in Verbindung mit den Renovierungsarbeiten am Steinhaus. Es wurden 2 Schnitte angelegt: Schnitt I vom Steinhaus nach Norden und Schnitt II vom Steinhaus nach Osten. Ergänzend dazu wurden 2 kleinere Grabungsschnitte angelegt und 33 Bohrungen niedergebracht, um den Verlauf des Grabens, der das Steinhaus umgab, festzustellen. Alle Plana wurden fotografiert, gezeichnet und die Funde nach 3 Koordinaten eingemessen. Eine Auswertung der Grabungsergebnisse hat noch nicht stattgefunden. Vorläufig kann nur mitgeteilt werden, daß das Steinhaus innerhalb eines Grabenvierecks im Ostteil des Burgareals stand, worauf sein ursprünglicher Eingang an der Westseite des Turmes schon hinweist. Der Frage einer weiteren Innenbebauung konnte nicht nachgegangen werden, da das Gelände von dem Bau des 18. Jh. eingenommen wird. Der ”Burggraben” besitzt mehrere Ausbauphasen. Er maß ca. 10 m in der Breite und 2 m (1,87 m NN) in der Tiefe. Im untersten Teil der Grabenfüllung befanden sich Kleiablagerungen, welche auf eine zumindest zeitweise Verbindung mit dem Meer über den Dollart hinweisen.

 

4) Kreis Wittmund, Esens (SG), Dunum (EG), Brill (Gmk)
H. Schwarz u. W. Schwarz: Rettungsgrabung auf der "Briller Gaste".

Wegen der fortschreitenden Sandentnahme auf der ”Briller Gaste” mußten 1977 drei Notbergungen auf der Fundstelle 1 (Mtbl. Middels, Nr. 2411) vorgenommen werden (vergleiche Ostfriesische Fundchronik 1975 und 1976, in: Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden, 57. Band, Aurich 1977, S. 227 f.). Insgesamt wurde eine Fläche von etwa 15 500 qm durch einen Grabungstechniker, zwei Arbeiter und zwei Grabungshelfer untersucht. Dabei richtete sich Größe und Lage der untersuchten Abschnitte nach den Sandabbauarbeiten. Nachdem der Mutterboden abgeschoben worden war, blieb für eine Untersuchung oft nur wenig Zeit.

Es wurden insgesamt 2237 Bodenverfärbungen eingemessen, gezeichnet und die Funde geborgen. Eine Auswertung der Grabungsergebnisse hat noch nicht stattgefunden, so daß nur vorläu6g die Verfärbungen folgendermaßen beschrieben werden können: 8 Urnen mit Leichenbrand; 10 Leichenbrandbestattungen; 3 Kreisgräben; 60 Gräben, davon 15 mittelalterliche Meliorationsgräben; 32 Grubenhäuser und grubenhausähnliche Verfärbungen; 29 Holzkohlemeiler; 666 Siedlungsverfärbungen und 1411 Pfostenverfärbungen.

Die Urnen gehören der Eisenzeit an. Abgesehen von einer Nadel mit nagelkopfartigem Kopf und darunter liegender Schwellung (L. 103 mm; Dm 1,5 – 3 mm; Kopf-Dm 9 mm), fehlen Beigaben ebenso bei den anderen Brandbestattungen. Die Bestattungen konzentrieren sich im westlichen Teil der Grabungsfläche, dort liegen auch die erwähnten Kreisgräben, die 5, 6 und 7 m durchmessen. Einer der Gräben überlagert vermutlich eine bronzezeitliche Siedlungsgrube und ein anderer wird von einem Grubenhaus der römischen Kaiserzeit geschnitten.

Die zahlreichen Pfostenverfärbungen konnten vierzehn Hausgrundrissen von Hallenhäusern der römischen Kaiserzeit zugeordnet werden. Von ihnen sind neun in ihren Resten fast vollständig erfaßt worden. Sie liegen in Ost-West-Richtung und messen in der Breite ca. 6 m und in der Länge zwischen 12 m und 32 m. Nur gelegentlich wurden in den Grubenhäusern Pfostenverfärbungen beobachtet, weil es an Zeit mangelte, exakte Untersuchungen vorzunehmen. Aus den Grubenhäusern wurden die beiden bronzenen Scheibenfibeln und eine verzierte Bronzefibel geborgen.

Unter den zahlreichen Tongefäßscherben ist vor allem eine Scherbe eines Terra-Sigillatagefäßes zu erwähnen. Außerdem fanden sich die üblichen Reste von Gebrauchsgegenständen, wie gebrannte Tonbrocken, Reib- und Klopfsteine aus Felsgestein sowie bearbeitete Feuersteinstücke.

 

5) Kreis Wittmund, Wittmund (EG), Wittmund (Stadt)
H. Haiduck: Grabung in der Kirche von Wittmund.

Ende August 1977 informierte Herr Pastor Dubbert die Ostfriesische Landschaft in Aurich über eine bevorstehende Renovierung der Stadtkirche von Wittmund. Die Stadt Wittmund stellte für die vom Berichterstatter daraufhin durchgeführte Untersuchung kostenlos einen Arbeiter zur Verfügung und die Kirchengemeinde einen weiteren Helfer, der zeitweilig bei der Ausgrabung mitarbeitete.

Im Jahre 1952 war in der 1776 erbauten Kirche ein Heizungskeller angelegt und dabei im Osten auf der Südseite ein Findlingsfundament weitgehend herausgebrochen worden (Bericht des Bauunternehmers Eibo Wagner vom 12. 5. 1957, aufgezeichnet von K. H. Marschalleck). Einige Jahre später, beim Bau von Heizungsschächten, entfernte man weiter entlang der Südseite dieses durchgehende Fundament.

Die 1977 an den wenigen ungestörten Stellen im Kirchenschiff angelegten Grabungsschächte erzielten folgende Befunde:

Schacht an der Nordseite im östlichen Teil des Kirchenschiffes

Dicht unter dem Plattenfußboden lag eine Füllsandschicht auf einem Schutthorizont, der eine Münze1 des Grafen Enno II. (1528 – 1540) enthielt, die in der überlieferten Backsteinkirche von 1541, oder schon vorher in den Boden gelangte. Während der obere Teil des Schutthorizontes Backsteinsplitter enthielt, kamen darunter nur noch Tuffsteinbrocken und Feldsteine vor, die auf einer dünnen Schicht aus Mörtel und Tuffsteingrus lagen. Es handelte sich um den Bauhorizont und der darüberliegenden Abbruchschicht einer Tuffsteinkirche, die vor dem spätmittelalterlichen Bauwerk bestanden hatte. Die gesamte Schichtenfolge wurde vom Fundamentgraben der Kirche von 1776 geschnitten, in dem ein Findlingsfundament lag, das schon der spätmittelalterlichen Kirche gedient haben kann, denn auch bei den Arbeiten an den Außenwänden waren Teile des älteren Backsteinmauerwerks zu beobachten, die später verblendet worden waren. Damit hätte dieses Bauwerk die gleichen Ausdehnungen im Grundriß gehabt, wie der bestehende Barockbau. Unter dem Tuffsteinhorizont folgte eine ca. 1 m mächtige, gezonte Auftragungsschicht aus Sand und Plaggenboden, die den Kirchhügel bildete, und darunter tauchte eine Lehmtenne mit schräger Böschung auf, die nach Vergleichen in anderen untersuchten Kirchen im Küstengebiet zu einer Holzkirche gehörte. Der Hügel, auf dem die Kirche lag, hatte eine Mächtigkeit von ca. 1 m und war wiederum aus Sand aufgeschüttet. Deutlich sichtbar waren die Standspuren der herausgebrochenen randlichen Fundamentsteine, auf dem der Schwellbalken für die Wand lagerte.

In dem gegenüber, auf der Südseite angelegten Schacht, wurde ein Rest des schon früher zum Teil ausgeräumten Findlingsfundamentes freigelegt, auf dem die Südwand der Tuffsteinkirche ruhte. Das Fundament war ca. 2,40 m breit und reichte bis 2 m vor die aufgehende Wand. Es durchschnitt den Lehmestrich sowie den Kirchhügel der Holzkirche und reichte noch wesentlich tiefer.

Durch einen Schacht im Westen konnte auch hier das Fundament der Tuffsteinkirche nachgewiesen werden. Wahrscheinlich liegt das Fundament der Nordwand noch außerhalb der Kirche im Boden, ebenso ist der Ostabschluß, der wohl eine Apsis war, im Erdreich hinter der Ostwand zu vermuten. Von der Holzkirche gelang es, nur die ungefähre Breite der Tenne von 7 m zu ermitteln, da weitere Grabungen im Kirchenschiff durch Bänke und Heizungskanäle nicht möglich waren. Nach den bisher gewonnenen Erkenntnissen lag die Tuffsteinkirche nördlich versetzt zu dem älteren Holzbauwerk. Da keinerlei datierbares Material gefunden wurde, ist das Alter der beiden älteren Kirchen nicht sicher zu nennen, doch könnte aufgrund von Vergleichen mit Kirchen im ostfriesischen Raum für die Holzkirche als Entstehungszeit das 10./11. Jh. und für die Tuffsteinkirche das 12. Jh. in Betracht kommen.

 

1 Die Bestimmung der Münzfunde verdanke ich Herrn Anton Kappelhoff, Emden, wofür ich mich herzlich bedanke.

 

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