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Landschaft von Ostfriesland
Fundchronik 1975/1976 |

Fundchronik 1975/1976

 

Ostfriesische Fundchronik
Emder Jahrbuch Bd. 57, 1977

Zusammengestellt von Wolfgang Schwarz und Hans Schwarz mit Beiträgen von
Klaus Brandt, Werner Kitz und Sigward Kunath

 

Abkürzungen:

SG = Samtgemeinde; EG = Einheitsgemeinde; Gmk = Gemarkung; Mtbl. = Meßtischblatt (Topographische Karte 1:25 000); Gef. = gefunden; F = Finder; FM = Fundmeldung; FSt = Fundstelle; FV = Fundverbleib; B = Breite; D = Dicke; H = Höhe; L = Länge; Dm = Durchmesser; OL = Ostfriesische Landschaft; AL = Archäologische Landesaufnahme.

 

A.  Ausgewählte Neufunde

 

Kreis Aurich

1) Aurich (EG), Wiesens (Gmk)
FSt 96: Hochliegender Wald auf Geestrücken;
Oberflächenfunde aus gepflügter Windbruchfläche:
Klopfsteinbruchstück; Flintkernstein, kernsteinähnliches Stück, Klingenbruchstücke, z. T. mit Retusche, Abschläge, gebrannter Flint; ma. Tonscherben.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

2) Aurich (EG), Wiesens (Gmk)
FSt 98: Hochliegender Wald auf Geestrücken;
Oberflächenfunde aus gepflügter Windbruchfläche:
Tonscherbe; Flintkernstein, Klingenbruchstück mit Kantenretusche, Abschläge, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

3) Aurich (EG), Wiesens (Gmk)
FSt 99: Hochliegender Wald auf Geestrücken;
Oberflächenfunde aus gepflügter Windbruchfläche:
Urgeschichtliche und mittelalterliche Tonscherben; gebrannter Tonbrocken; Flintschaber, Klingenbruchstücke, Flintgerät mit Retusche (Bohrer?), Kernstein, kernsteinähnliche Stücke, Abschläge z. T. mit Retusche bzw. Schliff (Beilbruchstück?), gebrannter Flint; kalzinierte Knochenstückchen.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

4) Ihlow (EG), Bangstede (Gmk)
FSt 1:  Hof 200 m südwestlich der Kirche im Niederungsgebiet;
Funde aus Fundamentgraben:
Mittelalterliche Tonscherben, Gefäßbruchstück mit Fuß, glasiert.
F,FM: Theodor Junker, Bangstede
FV: AL

 

5) Ihlow (EG), Bangstede (Gmk)
FSt 2:  Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde:
Flintmikrolith, Kernsteinreste, Klingen, z. T. mit Retusche, -bruchstücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

Kreis Leer

6) Hesel (SG), Brinkum (Gmk)
FSt 4:  Hochliegende Sandgrube auf einem Geestrücken;
Funde aus dem Abraum einer Sandgrube:
Urgeschichtliche Tonscherben; Flintmikrolith, Klingenbruchstücke, kernsteinähnliche Stücke, Abschläge, z. T. mit Retusche, gebrannter Flint. 
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

7) Hesel (SG), Brinkum (Gmk)
FSt 46: Nördlicher Geestrand; Südrand des Veenhuser Königsmoores;
Funde aus dem Abraum einer Sandgrube:
Flintkernsteine, Klinge, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebrannter Flint; Felsgesteinbruchstücke mit flacher muldenförmiger Vertiefung (Mahlsteinbruchstück?).
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

8) Hesel (SG), Hesel (Gmk)
FSt 8 :  Hochliegendes Baumschulgelände westlich des Heseler Waldes;
Oberflächenfunde:
Urgeschichtliche und mittelalterliche Tonscherben; Flintabschlag, Kratzerbruchstück, Klinge, gebrannter Flint.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

9) Hesel (SG), Hesel (Gmk)
FSt 178: Hochliegender Wald auf Geestrücken, Ostrand der Heseler Gaste;
Oberflächenfunde aus gepflügter Windbruchfläche:
Urgeschichtliche Tonscherben, z. T. mit Rand und Verzierung;
Flintkratzer, -bruchstücke, Klinge, Klingenbruchstücke, z. T. mit Retusche, kernsteinähnliche Stücke, Abschläge, gebrannter Flint; gebrannter Tonbrocken.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

10) Hesel (SG), Hesel (Gmk)
FSt 180: Hochliegender Wald auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde aus gepflügter Windbruchfläche:
Flintschaber, Klingenbruchstücke, Flint mit Retusche, Abschläge, gebrannter Flint,1 Abschlag mit Schliff (Beilbruchstück?).
F,FM; Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

11) Hesel (SG), Hesel (Gmk)
FSt 181: Hochliegender Wald auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde aus gepflügter Windbruchfläche:
Flintschaber, Klinge, Abschläge, kernsteinähnliches Stück, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

12) Hesel (SG), Hesel (Gmk)
FSt 182: Hochliegender Wald auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde aus gepflügter Windbruchfläche:
Flintschaber, Klingenbruchstücke, Abschläge, kernsteinähnliche Stücke, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

13) Hesel (SG), Hesel (Gmk)
FSt 186: Hochliegender Wald auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde aus gepflügter Windbruchfläche:
Hälfte einer geflügelten Flintspitze mit Flächenretusche, Schaber, Kernstein, kernsteinähnliche Stucke, Klingen, -bruchstücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

14) Leer (EG), Bingum (Gmk)
FSt4:  Flußmarsch, 200 m westlich der Ems;
Im Abraum einer Kleientnahmestelle:
RKZ-Tonscherben, gebrannter Tonbrocken; Schlackestück; Knochenstücke.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

15) Leer (EG), Leerort (Gmk)
FSt 1:  Festung Leerort;
Funde bei Deichbauarbeiten :
Mittelalterliche Keramik, zum größten Teil glasiert; Fliesenbruchstücke; Glasflaschenbruchstücke, Glasscherben; 1 Lederschuhsohle und 1 -bruchstück; Mahlsteine aus Basaltlava. Mauerreste mit Steinen im Klosterformat beobachtet.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

16) Leer (EG), Loga (Gmk) 
FSt 14: Hochliegender Acker am Westrand der Logabirumer Gaste;
Oberflächenfunde:
Urgeschichtliche und mittelalterliche Tonscherben; Flintklinge, Klingenbruchstücke, z. T. mit Retusche, darunter 1 Mikrolith?, Klingenbruchstück mit Schliff (Beilbruchstück?), Schaberbruchstücke, kernsteinähnliche Stücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

17) Leer (EG), Logabirum (Gmk)
FSt 10: Ehemals hochliegender, ausgesandeter Acker am Nordrand der Logabirumer Gaste;
Oberflächenfunde:
Urgeschichtliche Tonscherben; Flintklinge, Abschläge, kernsteinähnlicher Flint, gebrannter Flint; Reibstein aus Felsgestein und -bruchstück; 1 Sandsteinbruchstück, bearbeitet?
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

18) Ostrhauderfehn (EG), Potshausen (Gmk)
FSt 4:  Acker in der Jümmeniederung;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben; gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

19) Ostrhauderfehn (EG), Potshausen (Gmk)
FSt 8: Warf, Acker in der Jümmeniederung;
Oberflächenfunde im Acker:
Mittelalterliche Tonscherben.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

20) Ostrhauderfehn (EG), Potshausen (Gmk)
FSt 11: Acker in der Jümmeniederung;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter Importscherben; gebr. Tonbrocken; Schlacke; Reib-Klopfstein-Bruchstücke aus Felsgestein; Mahlsteinbruchstücke Basaltlava. Es wurden 3 hochgepflügte Lehmdielen ca. 10 x 7 m beobachtet.
F,FM: Dr. D. Zoller, Oldenburg
FV: AL
Hans Schwarz, OL

 

21) Ostrhauderfehn (EG), Potshausen (Gmk)
FSt 13:  Warf, Acker in der Jümmeniederung;
Oberflächenfunde im Acker:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter Importgefäßbruchstück; gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

22) Uplengen (EG), Hollen (Gmk)
FSt 12: Hochliegender, z. T. ausgesandeter Acker auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde:
Geflügelte Flintpfeilspitze, gebranntes Klingenbruchstück, kernsteinähnliches Stück, Abschläge, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

23) Uplengen (EG), Hollen (Gmk)
FSt 13: Hochliegender Acker, nach SO abfallend, am südlichen Geestrand;
Oberflächenfunde:
Tonscherbe; Flintschaber, Schaberbruchstücke, Abschläge, Klingenbruchstücke, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

24) Uplengen (EG), Hollen (Gmk)
FSt 14:  Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde:
Flintkernsteine, kernsteinähnliche Stücke, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F, FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

Kreis Norden

25) Dornum (SG), Dornum (Gmk)
FSt 7: „Osterburg“, Burginnenhof;
Funde aus dem Abraum einer Baugrube:
Frühmittelalterlicher, granitgrusgemagerter Gefäßboden, mittelalterliche Tonscherben, zahlreiche spätmittelalterliche bis neuzeitliche Gefäßbruchstücke, darunter Rotirdenware und glasierte und bemalte Keramik; Kachel- und Fliesenbruchstücke; gebranntes Flintstück. Mauerreste mit Mauersteinen im Klosterformat beobachtet.
F:  Arbeiter der Firma Feldmann, Dornum, und Hans Schwarz, OL
FM:   Herr Appelkamp, Dornum
FV: AL

 

26) Großheide (EG), Arle (Gmk)
FSt 6:  Geestrücken östl. des Hochbrücker Tiefs;
Oberflächenfund, gef. 40 cm tief im Sandboden:
1 Geröllkeule, ovale Form, aus graubraunem Felsgestein mit beidseitig begonnener, sanduhrförmiger Durchbohrung; L 9,1 cm; B 6,4 cm; D 3,4 cm; Loch Dm 2,4 - 3,3 cm; Loch-T 1,6 cm.
F:    Schüler Johann Wichers, Südarle
FM:   Hinrich Gast, Coldinne 
FV: AL

 

27) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 1:  Hochliegender Acker nördlich des Kolkschlootes auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde :
Gebrannter Feuerstein.
F,FM: Gisela und Werner Kitz, Norden
FV; AL

 

28) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 2:  Hochliegender Acker;
Oberflächenfunde :
Klingenbruchstück, gebrannter Feuerstein.
F, FM: Gisela und Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

29) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 3:  Hochliegender Acker südlich von Menstede (Blinkheide);
Oberflächenfunde:
Gebrannter Feuerstein, Abschlag.
F, FM: Gisela und Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

30) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 4:  Hochliegender Acker, östlich von Coldinne, westlich des Waldes;
Oberflächenfunde :
Feuersteinklingen, Schaber, Abschläge, Kernstein, Klingenbruchstücke, gebrannter Flint.
F, FM: Gisela und Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

31) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 5:  Hochliegender Acker, östlich von Colding, westlich des Waldes;
Oberflächenfunde:
Feuersteinklingen, -bruchstücke, Schaber, Kernsteine, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F,FM: Gisela und Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

32) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 6:  Hochliegender Acker;
Oberflächenfunde:
Flintklingen und -bruchstücke, Schaber, 1 Pfriem, Spitzen, Querschneider, Abschläge, Kratzer, gebrannter Flint, Kernsteine; Tonscherbe.
F ,FM: Gisela und Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

33) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 7:  Hochliegender Acker;
Oberflächenfunde:
Flintklingen, Klingenbruchstücke, Kratzer, Klingenkratzer, Stichel, Abschläge, gebrannter Feuerstein.
F,FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

34) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 8:  Hochliegender Acker nördlich der FSt 4;
Oberflächenfunde:
Flintkernstein, Klingenbruchstücke, Abschläge, Schaber, gebrannter Feuerstein.
F,FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

35) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt12: Hochliegender Acker ca. 600 m südwestlich des Wirtshauses „Zur Waage“ ;
Oberflächenfunde:
Flintklingenbruchstück, Abschlag, Schaber, Kratzer, gebrannter Feuerstein.
F,FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

36) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 15: Hochliegender Acker, ca. 500 m südwestlich des Wirtshauses „Zur Waage“;
Oberflächenfunde:
Flintklingenbruchstück, Klingenschaber, Löffelschaber, Abschlag, gebrannter Flint.
F,FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

37) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 16: Hochliegender Acker, ca. 800 m südwestlich des „Wirthauses „Zur Waage“;
Oberflächenfunde :
Flintschaber, gebrannter Feuerstein.
F,FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

38) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 17: Hochliegender Acker, ca. 750 m südwestlich des Wirtshauses „Zur Waage“;
Oberflächenfunde :
Flintabschläge, Schaber, gebrannter Feuerstein.
F,FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

39) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 18: Hochliegender Acker, ca. 550 m südwestlich des Wirtshauses „Zur Waage“;
Oberflächenfunde:
Flintabschläge, Klingenbruchstücke, Schaber, gebrannter Flint.
F,FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

40) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 19: Hochliegender Acker, westlich des angrenzenden Hofes Kleen;
Oberflächenfunde:
Flintabschläge, Schaber, Klingenbruchstücke, Klinge, gebrannter Flint.
F,FM: Werner Kitz, Norden
FV: AL

 

41) Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
FSt 27: Geestrücken, Flurname Strück;
Funde aus der Grabenböschung:
Mittelalterliche Tonscherben; 1 gebrannter Tonbrocken. Siedlungsschicht (30 cm unter der Oberfläche) mit Tonscherben, Backsteinbrocken und Holzkohle beobachtet.
F,FM: Hinrich Gast, Coldinne 
FV: AL u. H. Gast 

 

42) Hinte (EG), Canhusen (Gmk)
FSt 3:  Warf 700 m südlich von Canhusen;
Funde im Aushub für Pfeiler eines Weidetores:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. muschelgrusgemagert, Importwandungsscherbe, bemalt; gebrannte Tonbrocken.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

43) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 1:  Nördlicher Rand der Dorfwarf, 300 m westlich der Kirche;
Gefunden bei Ausschachtungsarbeiten in einem Neubaugebiet:
Mittelalterliche Keramik, z. T. muschelgrusgemagert.
F, FM: J. Willms, F. Specht, Loppersum; Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

44) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 3:  Ehem. Warf Eisinghusen, westlich der K 25 Loppersum - Wirdum;
Funde aus dem (vor mehreren Jahren) planierten Erdreich des südl. Teils der Warf:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter Randscherben und 1 Gefäßfuß.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

45) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 4 :  Warf, 500 m östlich der Straße Loppersum - Wirdum ;
Oberflächenfunde von einem Warfrest:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter Randscherben.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

46) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 8:   Warf, ca. 75 m südlich „Neue Maar“;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, 1 glasierte Tonscherbe.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

47) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 9:   Niedriggelegener Acker, ca. 100 m südlich des „Woldenweges“ ca. 250 m östlich der B 70;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter glasierte Scherben, davon 1 mit Henkel, 1 Bodenstück, gebr. Tonbrocken; 1 Schlackestück.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

48) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 11: Etwas erhöht liegender Acker westlich des Hofes ,,Bauerslust" auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, glasierte Tonscherben, davon einige mit Rand, Bodenstücke, 1 Henkel, 1 Webgewichtsbruchstück(?); gebrannte Flintstücke.
F, FM: J. Willms, Loppersum; Hans Schwarz OL 
FV: AL

 

49) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 12:  Acker/Grünland ca. 200 m nw des Hofes „Bauerslust“;
Oberflächenfunde :
Tonscherben, z. T. mit Rand, 1 glasierter Gefäßfuß, 1 glasierte Randscherbe, 1 glasiertes Henkelbruchstück, glasierte Wandungsscherben; gebrannte Tonbrocken.
F,FM: J. Willms, Loppersum; Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

50) Hinte (EG), Loppersum (Gmk)
FSt 13:  Warf, ca. 100 m sw der Dorfwarf Abbingwehr;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Muschelgrusmagerung.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

51) Hinte (EG), Osterhusen (Gmk)
FSt 3:  Warf 750 m westlich von Eisinghusen am „Eisinghuser Weg“;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Randscherbe, ma. Tonscherben; 1 kalziniertes Knochenstücke; 1 Glasscherbe.
F, FM: J. Willms, Loppersum; Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

52) Hinte (EG), Suurhusen (Gmk)
FSt 1:  Kaarkstraat Nr. 2, Südrand der Warf;
Gef. bei Ausschachtungsarbeiten:
Gefäßbruchstücke, braun glasiert, Tonscherben, davon 1 gelb glasiert.
F, FM: J. Willms, Loppersum; Hans Schwarz, OL 
FV: AL

 

53) Hinte (EG), Suurhusen (Gmk)
FSt 3:  Warf, 1 km sö von Suurhusen;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand, Glasur und Muschelgrusmagerung; gebrannte Tonbrocken.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

54) Hinte (EG), Westerhusen (Gmk)
FSt 1:  Kinderspielplatz im Dorf am südlichen Warfrand;
Gef. beim Verlegen einer Wasserleitung:
Tonscherben, braun glasiert, darunter 1 Rand- und 1 Bodenstück.
F, FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

55) Krummhörn (EG), Loquard (Gmk)
FSt 2:  Warf westlich neben der Straße Loquard - Campen;
Oberflächenfunde:
Tonscherben, z. T. mit Rand.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

56) Krummhörn (EG), Manslagt (Gmk)
FSt 3:  Warf, nordöstlich neben dem Hof „Strohburg“:
Im Bereich der z. T. planierten Warf:
Tierknochen, L 32 cm, mit zwei halbkugeligen Vertiefungen.
F,FM: Otto Hemmeling, Manslagt, Strohburg
FV: F

 

57) Krummhörn (EG), Manslagt (Gmk)
FSt 6:  Warf 400 m sö des Hofes „Strohburg“;
Im Bereich der z. T planierten Warf:
Bearbeitetes Knochenstück (Pfriem?) mit keilförmiger Bohrung in der Mitte, L 12,2; D 5,0 cm.
F,FM: Otto Hemmeling, Manslagt, Strohburg 
FV: F

 

58) Krummhörn (EG), Pilsum (Gmk)
FSt 16: Außendeichgelände im Bereich der neuen Erdgasleitung;
Funde im Watt:
Über tausend zum größten Teil kaiserzeitliche Scherben, darunter Ränder (1 Streepband, Henkel, Bodenstücke, verzierte Scherben, Siebbruchstücke, Tontellerbruchstücke?; Eisenschlacke; mehrere Tierknochen.
F,FM: Anke Lity, Loppersum; Werner Kitz, Norden; Detert Itzenga, Pilsum; Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

59) Krummhörn (EG), Uttum (Gmk)
FSt 1:  Warf, Kloster Miedelsum;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. muschelgrusgemagert, z. T. mit Rand, Ausgußtülle, muschelgrusgemagert: gebrannte Tonbrocken; gebr. Flintstück.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

60) Krummhörn (EG), Uttum (Gmk)
FSt 3:  Warf, 100 sö von Miedelsum;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand und Muschelgrusmagerung; gebrannte Tonbrocken.
F,FM: J. Willms, Loppersum
FV: AL

 

61) Norden (EG), Norden (Gmk)
FSt 1:  Ca. 400 m südlich vom Südrand des Wagengats;
Oberflächenfund im Watt in einem neugebildeten Priel:
Kugeltopf, l2./13. Jh., vollständig erhalten; Hals Dm 12,5; Bauch Dm 19,8; Höhe 19,4; Mündungsdurchmesser 14,1.
F,FM: Eduard Noormann, Halbemond 
FV: Heimatmuseum Norden

 

Kreis Wittmund

62) Esens (SG), Brill (Gmk)
FSt 96: Hochliegender Acker auf Geestrücken, östlich des „Hühnenschloot“;
Oberflächenfunde:
Flintmikrolith, Schaber, davon 1 mit Schliff (Beilbruchstücke?), Klingenbruchstücke, Kernstein, Abschläge, gebrannter Flint; kalziniertes Knochenstück.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

63) Esens (SG), Esens (Gmk)
FSt 1:  Altstadt von Esens, Rosenstraße;
Gef. bei Ausschachtungsarbeiten für einen Wohnblock:
Torfsodenbrunnen, Dm 2,0 m, Tiefe 4,5 m, ca. 2 m unter heutiger Oberfläche beginnend; ma. Kugeltopfscherben; 1 bearbeitetes Holzstücke, L 30 cm; B 5,6 cm; D 1,8 cm.
F,FM: Friedrich Lohmeyer, Spols; Bauamt Esens 
FV: AL

 

64) Esens (EG), Esens (Gmk)
FSt 2:  Baugrube 25 m nw der Kirche;
Aus einer Baugrubenwand:
Mittelalterliche Tonscherben, 5 mit Rand, 1 muschelgrusgemagert; Spinnwirtel aus Ton, Dm 3,8 cm; Schlackestücke.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

65) Esens (EG), Moorweg (Gmk)
FSt 44 :  Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde:
Urgeschichtliche Tonscherben, 1 mit Rand und 2 verziert; Flintkratzer, Kratzerbruchstück, Schaber, gebr. Klingenbruchstück, Abschläge, gebr. Flint; Schlackestücke; gebr. Granitbrocken und Holzkohle beobachtet.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

66) Esens (SG), Moorweg (Gmk)
FSt 111: Hochliegender, nach NO abfallender Acker, Geestrückenrand, 100 m südlich des Klampentiefs;
Oberflächenfund:
370 g Leichenbrand; Holzkohle beobachtet.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

67) Esens (SG), Moorweg (Gmk)
FSt 127: Auf einem Geestrücken liegende Sandgrube, 600 m südlich der Alten Ehe;
Gef. im Abraum einet Sandgrube:
Urgeschichtliche und bronze-/eisenzeitliche Tonscherben; 1 patiniertes Flintdolch- oder Sichelbruchstück, Klingenbruchstücke, Abschläge, davon 1 mit Schliff (Beilbruchstück?), gebr. Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

68) Esens (SG), Moorweg (Gmk)
FSt 136: Acker, 200 m westlich der Alten Ehe;
Grabungsfunde:
Flintklingen, -bruchstücke, Kernsteinrest, 2 bearbeitete Flintstücke (Dolch- oder Sichelbruchstück?), Flintstücke mit etwas Retusche, Abschläge, gebr. Flint; kalziniertes Knochenstück; Tonscherben.
F,FM: Arbeitskreis Vorgeschichte der OL
FV: AL

 

69) Esens (SG), Moorweg (Gmk)
FSt 137: Hochliegender Wald auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde aus planierter Windbruchfläche:
Mittelalterliche Tonscherben, zum größten Teil muschelgrusgemagert, 4 mit Rand; gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

70) Friedeburg (EG), Abickhafe (Gmk)
FSt 2:  Sandgrube auf einem Geestrücken;
Im Abraum einer Sandgrube:
Mittelalterliche Tonscherben, 2 mit Rand; 1 Flintstück mit Retusche, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

71) Friedeburg (EG), Marx (Gmk)
FSt 4:   Hopels; hochliegender Wald auf einem Geestrücken am Westrand des Reitzkamper Moores (Windbruchfläche);
Oberflächenfunde auf neubepflanztem Windbruchgelände:
Flintbruchstücke, 1 mit Retusche, 1 gebrannt, kernsteinähnliche Stücke, Abschläge, 1 mit Retusche.
F,FM; Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

72) Friedeburg (EG), Reepsholt (Gmk)
FSt 1:  Geestrücken, Acker westlich des Dorfes;
Oberflächenfunde:
Flintschaber, Klinge, Klingenbruchstücke, Abschläge, z. T. mit Retusche, gebrannter Flint.
F,FM: Heinrich Heyen, Reepsholt
FV: AL

 

73) Friedeburg (EG), Reepsholt (Gmk)
FSt 3:  Geesthöhe mit Osthang; Acker 200 m nördlich der Straße Reepsholt - Upschört;
Oberflächenfunde:
Flintkratzer, Schaber, Klingen und Klingenbruchstücke, z. T. mit Retusche, gebrannter Flint.
F,FM: Heinrich Heyen, Reepsholt
FV: AL

 

74) Holtriem (SG), Blomberg (Gmk)
FSt 13: Hochliegende Wegoberfläche auf Geestrücken, ehemals von Vordmoor umgeben;
Oberflächenfunde:
Flintkernstein, Kernsteinbruchstücke, kernsteinähnliches Stück, Klingenbruchstücke, z. T. mit Retusche, Abschläge, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

75) Holtriem (SG), Eversmeer (Gmk)
FSt 8:  Hochliegender Acker am Ostrand einer Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
Flintspitze mit Retusche, Klingenbruchstück mit Schrägendretusche gebr. Sichel- oder Dolchbruchstück, Kratzerbruchstücke, kernsteinähnliche Stücke, f1ächig bearbeitete Stücke, Klingenbruchstücke, z. T. mit Retusche, Abschläge, gebrannter Flint; Tonscherben.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

76) Holtriem (SG), Eversmeer (Gmk)
FSt 8 A: Hochliegender Acker am Ostrand einer Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
1 Flintschaber, 1 Kratzer, 1 kernsteinähnliches Stück, Klingen, -bruchstücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

77) Holtriem (SG), Neuschoo (Gmk)
FSt 6:  Hochliegender Acker, leicht nach Norden hin abfallend, auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde:
2 Flintmikrolithen, 1 Klingenkratzer, Klingen, -bruchstücke, kernsteinähnliche Bruchstücke, Abschläge, z. T. mit Retusche, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

78) Holtriem (SG), Utarp (Gmk)
FSt 2l E: Hochliegender, nach Norden hin abfallender Acker am Geestrückenrand;
Oberflächenfunde:
Zahlreiche RKZ- und wenige mittelalterliche Tonscherben, darunter verzierte Scherben und Drehscheibenware; gebrannte Tonbrocken; Schleifsteinbruchstück aus Felsgestein; 2 Reib- oder Klopfsteine aus Felsgestein; 2 Flintschaber, Abschläge, gebrannter Flint; Schlackestücke.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

79) Holtriem (SG), Westerholt (Gmk)
FSt 76: Hochliegender Acker west-südwestlich vom Unlandentief, Geestrückenrand;
Oberflächenfunde:
Urgeschichtliche Tonscherben; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; 1 Flintschaber, Schaberbruchstück, 1 Bohrer, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebrannter Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

80) Wittmund (EG), Ardorf (Gmk)
FSt 20:  Hochliegender Acker auf einem Geestrücken;
Oberflächenfunde:
Flintbeilbruchstück (Schneidenteil) mit Schliff, Schneidenbreite 3,3 cm, D 1 cm, gebr. Schaber, Klinge, Kernsteinbruchstücke, Abschläge, gebr. Flint; gebr. Tonbrocken; urgeschichtliche und mittelalterliche Tonscherben.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

81) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk)
FSt 36A: Hochliegende, leicht nach NW und SO abfallende Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
RKZ und überwiegend mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand, Pingsdorfwandungsscherbe?
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

82) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk)
FSt 36B: Hochliegende, leicht nach NW abfallende Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand; gebr. Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

83) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk)
FSt 36C: Hochliegende, leicht nach NW abfallende Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, darunter 1 Gefäßfuß; Flintklingenbruchstücke, Abschlag, gebr. Flint; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; Schlacke.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

84) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk)
FSt 36D: Hochliegende, leicht nach NW und SO abfallende Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand, blaues Henkelbruchstück, Pingsdorfwandungsscherben; gebr. Flint; Schlacke.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

85) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk)
FSt 36E: Hochliegender Acker, leicht nach NW abfallende Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

86) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk)
FSt 37A:Hochliegender, nach W und S hin abfallender Acker am Geestkuppenrand;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand, 1 Importscherbe, 1 Importgefäßboden, grün-gelb glasiert; Mahlsteinbruchstück.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

87) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk)
FSt 37B: Hochliegender Acker auf einer Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
Mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand; gebr. Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

88) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk)
FSt 38: Hochliegender Acker, nach N und S abfallender Geestkuppenrand;
Oberflächenfunde:
Tonscherben, z. T. mit Rand, 1 Bodenscherbe mit Grapenfuß; Mahlsteinbruchstücke; Flintabschläge, gebr. Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

89) Wittmund (EG), Leerhafe (Gmk)
FSt4:  Sandgrube, 500 m östlich der Straße Leerhafe - Reepsholt;
Streufunde aus dem Abraum einer Sandgrube:
Zahlreihe urgeschichtliche Tonscherben, darunter Randscherben, z. T. verziert, Bodenstücke; gebrannte Tonbrocken; Flintkratzer, -bruchstücke, Sichelbruchstücke, Abschläge, Kernstein, Klingen, -bruchstücke, gebr. Flint.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

90) Wittmund (EG), Leerhafe (Gmk) ,
FSt 8: Ausgesandeter Acker, 800 m östlich der Straße Leerhafe - Reepsholt;
Oberflächenfunde:
Urgeschichtliche Tonscherben; Flintschaber, kernsteinähnliches Stück, Klingenbruchstücke, Abschläge, gebr. Flint; 1 rundlicher Klopfstein aus Felsgestein.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

91) Wittmund (EG), Uttel (Gmk)
FSt 4 :  Etwas hochliegender, leicht nach W hin abfallender Acker auf einer Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
RKZ und mittelalterliche Scherben; Flintklinge, 1 Kratzer, Abschläge, Flint mit Retusche, gebr. Flint; Schlacke.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

92) Wittmund (EG), Uttel (Gmk)
FSt 4A: Etwas hochliegender Acker, leicht nach W hin abfallend, auf einer Geestkuppe;
Oberflächenfunde:
RKZ und mittelalterliche Tonscherben, z. T. mit Rand; gebr. Tonbrocken; Mahlsteinbruchstück aus Basaltlava; 1 gebr. Flintklingenbruchstück, Abschläge, gebr. Flint; kalziniertes Knochenstück.
F,FM: Hans Schwarz, OL
FV: AL

 

 

B. Grabungsbericht und Notbergungen

 

1) Kreis Aurich, Großefehn (EG), Timmel (Gmk) und Südbrookmerland (EG), Wiegboldsbur (Gmk): s. H. Haiduck
siehe Emder Jahrbuch 57, 1977, 16 ff.

 

2) Kreis Leer, Westoverledingen (EG), Jemgum (Gmk)
K. Brandt: Siedlungsarchäologische Untersuchungen auf dem Gelände der Häuptlingsburg von Hatzum und der Alten Boomborg bei Hatzum in den Jahren 1975 und 1976

Die Untersuchungen, die in den Jahren 1974 und 1975 im Gebiet von Hatzum durchgeführt wurden, bildeten Bestandteil eines auf mehrere Jahre geplanten, siedlungsarchäologischen Forschungsvorhabens. Bei diesem Projekt liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung von früh- und hochmittelalterlichen Händler- und Handwerkersiedlungen in der ostfriesischen Marsch, die noch heute eine typische Siedlungsform und wirtschaftlich-soziale Struktur aufweisen: es sind auf Langwarften gelegene Gassendörfer mit überwiegend nichtagrarischer Bevölkerung. Zu diesen Siedlungen gehörige Burgen und Kirchen werden in die Untersuchungen mit einbezogen, so daß nicht nur Fragen der Siedlungs- und Wirtschaftsform, sondern auch der räumlichen Organisation und Herrschaftsstruktur dieses Raumes geklärt werden.

Die Bohrungen und Grabungen, die während des Sommerhalbjahres 1975 auf dem Gelände der ehemaligen Häuptlingsburg von Hatzum (TK 25 Nr. 2610 Moormerland) stattfanden, sollten zeigen, ob die spätmittelalterliche Häuptlingsburg, deren Reste Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurden, ältere Vorgängeranlagen besaß. Es war die Frage, inwieweit die früh- und hochmittelalterliche Siedlung auf der östlich benachbarten Langwarft von Anfang an im Schutze einer Burg sich entwickelte.

Südlich des Platzgebäudes von Hinrich Kromminga, wo Gebäudereste der ehemaligen Häuptlingsburg oberflächig zu erkennen waren, wurden zwei rechtwinklig zueinander verlaufende Suchgräben von 20 m und 40 m Länge ausgehoben. Die Besiedlung dort begann im ausgehenden 8. oder im 9. Jahrhundert n. Chr. Geb. zu ebener Erde in einem Niveau von + 0,70 /+ 1,00 m NN. In der darauf folgenden Zeit wurde das Wohnniveau durch zunächst dünne, später mächtigere Kleiaufträge erhöht, so daß eine Warft entstand. In den frühmittelalterlichen Horizonten wurden durch die Grabung einige Gruben und zwei Gräben angeschnitten. Die Gräben waren zu flach und zu schmal, als daß sie zur Befestigung gedient haben könnten. Auch in den hochmittelalterlichen Siedlungsschichten fanden sich weder Reste von Gebäuden noch Spuren von Befestigungen. Erst in dem jüngsten faßbaren Siedlungshorizont, unmittelbar unter der heutigen Oberfläche, wurden Fundamente von größeren steinernen Gebäuden erfaßt. Unmittelbar östlich dieser Gebäude verlief ein etwa 10 m breiter und 4,5 m tiefer Graben, der an seinem Südende in den noch heute vorhandenen breiten Graben südlich des Platzgebäudes einmündete. Der heute noch vorhandene Graben auf der Südseite und Westseite des Hofareals ist der Rest des ehemaligen Burggrabens. Auch auf der Nordseite zum Kirchhof hin wurde durch eine Testgrabung und durch Bohrungen des Jahres 1974 ein etwa 10 m breiter Graben festgestellt, der im späten Mittelalter offen war. Die genannten Gräben umgaben die in Stein errichtete Häuptlingsburg des späten Mittelalters. Eine ältere Befestigung wurde bei den Untersuchungen der Jahre 1974 und 1975 nicht festgestellt. Allerdings war das Areal seit dem ausgehenden 8. oder 9. Jh. n- Chr. Geb. besiedelt. Die westliche Warft von Hatzum reicht also wie die Langwarft im Osten des Ortes mit ihren Anfängen bis in das frühe Mittelalter zurück. Seit dem 8./9. Jh. n. Chr. Geb. lagen in Hatzum beiderseits eines Priels zwei Ansiedlungen, die sich zu den beiden heute vorhandenen Warften von Hatzum entwickelten. Eine Befestigung konnte im Dorf Hatzum erst seit dem späten Mittelalter nachgewiesen werden.

Diese Feststellung bildete den Ausgangspunkt für Untersuchungen an dem Platz Alte Boomborg, einem flachen, künstlichen Hügel etwa 1 km südsüdöstlich des Ortes Hatzum (TK 25 Nr. 2610 Moormerland). Eine Testgrabung im Herbst 1975 lieferte Hinweise, daß dort eine ältere Befestigung gelegen hatte, in deren Einflußbereich sich die beiden Ansiedlungen von Hatzum vermutlich entwickelt hatten.

Im Jahre 1976 wurden bei der .Alten Boomborg" ein 100 m langer Suchgraben und Grabungsflächen von 183 qm freigelegt. Es kamen dabei Reste von Pfosten zu Tage, einige mächtige Eichenpfosten, die Teil einer sehr stabilen Konstruktion gewesen sein müssen. Das bebaute Areal war von Gräben umgeben. Ein zusätzlicher Schutz ergab sich aus der Lage am Rande eines unbegehbaren Sumpfgebietes. Wie diese Baureste zu interpretieren sind, wird die weitere Auswertung und die Fortsetzung der Untersuchungen zeigen. Auf jeden Fall scheint es sich nicht um gewöhnliche bäuerliche Gehöfte, sondern eher um einen befestigten Herrensitz zu handeln. Denn die Ansiedlung ist auch wirtschaftlich aus der Umgebung herausgehoben dadurch, daß im Vergleich zum Dorf Hatzum verhältnismäßig viel rheinische Importkeramik unter den Funden war.

Die ältesten Siedlungsspuren fanden sich in einem Niveau von + 0,40 / + 0,60 m NN. Die Besiedlung begann im ausgehenden 9. oder im 10. Jh. n. Chr. Geb. zu ebener Erde. Im Zuge der weiteren Besiedlung wurde mehrere Mal Klei aufgetragen und so das Wohnniveau erhöht. Die jüngste Keramik von dieser Siedlung stammt aus dem 13. Jh. n- Chr. Geb. Wenn diese befestigte Siedlung damals aufgegeben wurde, liegt der Gedanke nahe, daß das mit Veränderungen zusammenhängt, die dann zum Bau der steinernen Häuptlingsburg im Dorf Hatzum führten.

 

3) Kreis Norden, Brookmerland (SG), Marienhafe (Gmk): 
J. Haack-Krüttner
siehe Emder Jahrbuch 57, 1977, 39 ff.

 

4) Kreis Norden, Großheide (EG), Menstede Coldinne (Gmk)
W. Kitz: Steinzeitliche Funde bei Coldinne

1975 wurden auf Norder Kreisgebiet bei Coldinne steinzeitliche Geräte gefunden (Werner Kitz, in: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte, 1976, im Druck). Unter ihnen einige Mikrolithen. Die erneuten Fundstellenbegehungen im Frühjahr und Herbst 1976 waren ebenfalls erfolgreich. Unter dem 1976 aufgelesenen Material - wie Klingen, Schaber, Kernsteine, retuschierte und unretuschierte Abschläge - befanden sich wiederum einige Mikrolithen.

Fehlten 1975 unter den mesolithischen Artefakten noch die trapezförmigen, so kamen sie jetzt auf den Fundstellen 4, 5 und 8 vor, wobei sie bei der Fundstelle 5 am häufigsten waren. (Top-Karte L 2510, Aurich, 1:50 000).

Von gleicher Fundstelle stammen auch die beiden Stielspitzen. Die Stielspitze 14 weist sämtliche Merkmale des Ahrensburger Typs auf.

Beschreibung: Länge 38 mm, Breite 11 mm, steile Stielretusche von der Ventralfläche her gearbeitet, Stiel scharf vom Blatt abgesetzt, Abwinkelung von der Mittelachse, Blattspitze betont seitlich, Bulbus entfernt (er befand sich am Spitzenende des Geräts), einseitige Kantenretusche von der Ventralfläche her gearbeitet. Bei Betrachtung der Dorsalseite befindet sich die Kantenretusche links. Der Stiel ist nur 5 mm lang.

Die drei Mikrolithen könnten mit Vorbehalt den langschmalen Dreiecken zugeordnet werden. Sie weisen feinste Retusche auf, die nur in der Vergrößerung zu erkennen ist. Die klare Dreiecksform bei 9 entstand an der Basis durch Bruch. Die geflügelte jungstein-(bronze-) zeitliche Pfeilspitze stammt ebenfalls von der FSt. 5.

1975 lieferte die Fundstelle 6 drei Zonhovenspitzen. 1976 konnte von ihr ein Gerät aufgelesen werden, welches nicht eindeutig den Zonhovenspitzen zugerechnet werden kann, obwohl es in Publikationen der Fachliteratur gleichartige Stücke gibt. (Ich denke da besonders an die Veröffentlichung von H. SCHWABEDISSEN, Die Federmesser-Gruppen, Neumünster 1954, Tafel 72, Abb. 26, 27, 29 und 30. Das Stück von Coldinne ist dem der Abb. 30 auffallend ähnlich, mit dem einen Unterschied, daß das Coldinner Artefakt eine konkave Retusche aufweist.)

Insgesamt wurden 1976 vom Verfasser auf den Coldinner Fundplätzen 4-9 und 12-23 764 Geräte und Abschläge sowie 227 Stücke gebrannter Feuerstein aufgelesen.

Die gefundenen Artefakte beweisen wieder (wie schon 1975) eine Kontinuität des Jagdaufenthaltes bzw. der Besiedlung.

 

5) Kreis Wittmund, Esens (SG), Dunum (EG)
H. Schwarz: Untersuchungen auf der Flur Oldewarfe

Von März 1973 bis Oktober 1975 wurden auf dem Flurstück Oldewarfe großflächige Aussandungsarbeiten auf einem hochmittelalterlichen Siedlungsplatz durchgeführt.

Die Fundstelle AL 77 befindet sich auf einem hochliegenden Geestrücken, der zum größten Teil von (Heide-)Plaggenboden bedeckt ist. Westlich schließt sich ein Dünengelände mit kleinen Moorflächen, „Braunes Moor“, an und nördlich das Benser Tief. Bei der archäologischen Landesaufnahme konnte, bedingt durch den etwa bis 1 m mächtigen Plaggenboden, keine Siedlung festgestellt werden.

Im Berichtszeitraum 1975 wurden wie auch 1973 und 1974 einige Notbergungen durchgeführt. Bei den Untersuchungen konnten insgesamt (1975) 28 Sodenbrunnen (22); 72 verfüllte Gräben (42); 132 Siedlungsverfärbungen (83); 14 Pfostenverfärbungen (3) beobachtet und in Lagepläne eingetragen werden. Da nur an einigen Stellen eine genauere Untersuchung vor der Aussandung möglich war, wurden auch nur hier mehrere Siedlungsverfärbungen zugleich festgestellt.

Auffallend ist die große Zahl der Brunnen. Da die Aussandungstiefe etwa 1,80 m betrug und die Brunnen eine Gesamttiefe von mindestens 2,10 m hatten, kann man davon ausgehen, daß alle Brunnen erfaßt wurden. Die Brunnen maßen im Dm 1,80 m - 2,20 m und besaßen eine Tiefe von 2,10-2,60 m. Die Brunnenwände bestanden aus Heidesoden. Zur Fundamentierung wurde ein viereckiger Holzrahmen (16mal), der z. T. aus bearbeitetem Holz bestand und in vier Fällen mit Holznägeln an den Ecken verdübelt war, benutzt. Nach Mitteilung von Herrn Prof. Dr. BEHRE vom Niedersächsischen Landesinstitut für Marschen- und Wurtenforschung in Wilhelmshaven verwendete man hierfür zum größten Teil Eiche und Waldkiefer. Kreisförmig gelegte Findlinge bis 0,6 m im Dm bildeten in vier Fällen die Grundlage. Vier Brunnenfundamente konnten nicht untersucht werden. Bei 6 Brunnen wurde auf der Brunnensohle muschelgrusgemagerte Keramik des 9. und 10. Jhs. n. Chr. gefunden.

In 9 Meliorationsgräben (Ackerbeet-Begrenzungsgräben) in Ost-West-Richtung befanden sich Backsteinbrocken und glasierte Keramik. Sie schneiden z. T. die hochmittelalterlichen Gräben. Die Gräben des 9. und 10. Jhs. enthielten muschelgrusgemagerte Tonscherben, Schlacke, gebrannte Tonbrocken und Holzkohle. Ein Graben war hufeisenförmig. Auch bei diesen Gräben fanden sich einige Überlagerungen. In zwei Fällen konnte eine Verbindung von Siedlungsverfärbungen mit Graben beobachtet werden.

In vielen Siedlungsverfärbungen wurden muschelgrusgemagerte Keramik, gebrannte Tonbrocken, Schlacke, Mahlsteinbruchstücke aus Basaltlava, kalzinierte Knochenstückchen und Holzkohle gefunden. Außerdem enthielten sie einige Reste aus gebranntem Ton, die wahrscheinlich von einem Ofenmantel und Webgewichten stammen.

Pfostenverfärbungen traten nur vereinzelt auf, konnten jedoch Gebäuden nicht zugeordnet werden.

Die Beobachtungsmöglichkeiten während der Sandabbaumaßnahmen erlaubten es nicht, etwa vorhandene Siedlungsphasen zu erkennen.

 

6) Kreis Wittmund, Esens (SG), Dunum (EG), Brill (Gmk)
H. Schwarz: Rettungsgrabung auf der „Briller Gaste“

Die Fundstelle - eine großflächige Siedlung der römischen Kaiserzeit - befindet sich auf dem hochliegenden Geestrücken der „Briller Gaste“ (Mtbl. Middels, Nr. 2411) direkt nördlich des „Briller Totenweges“. An einigen Stellen wurde ein Auftrag von Heideplaggen festgestellt, der aber offenbar nicht gleichmäßig aufgetragen worden war, sondern zur Verfüllung von Bodensenken diente. Über frühere Untersuchungen in den Jahren 1966-1968 auf dem nördlich anschließenden Flurstück wurde bereits berichtet (W. SCHWARZ, Ein Siedlungsplatz der römischen Kaiserzeit in Brill, Gemeinde Dunum, Kreis Wittmund. In: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 44, 141-153).

1976 wurde mit einem Grabungstechniker, 2 Arbeitern und 2 Schülern eine Notbergung durchgeführt, so daß in Verbindung mit den Aussandungsarbeiten auf der Briller Gaste von Juni bis November eine Fläche von etwa 6000 qm untersucht werden konnte. Dabei richteten sich die Grabungsarbeiten nach der Abbaugeschwindigkeit und dem Vortrieb der Sandentnahme. Nach Beseitigung des Mutterbodens mit einer Planierraupe stand die freigelegte Fläche für kurze Zeit einer Untersuchung zur Verfügung.

Insgesamt wurden 424 Bodenverfärbungen festgestellt, die sich in 150 Siedlungsverfärbungen, 200 Pfostenverfärbungen, 35 Gräben, 22 Holzkohlemeiler, 6 Grubenhäuser, 8 grubenhausähnliche Verfärbungen und 3 Urnen mit Leichenbrand aufteilen lassen. Zwei dieser Verfärbungen enthielten verkohltes Getreide, das nach der Artenbestimmung durch Professor Dr. BEHRE, Nieders. Landesinstitut für Marschen- und Wurtenforschung in Wilhelmshaven, überwiegend aus Gerste und zum Teil aus Emmer (Weizen) besteht. Aufgrund der Keramik und einem Flintsichelbruchstück sind die beiden Verfärbungen in die ältere vorrömische Eisenzeit zu datieren.

Bei 10 in Ost-West-Richtung verlaufenden Gräben handelt es sich um mittelalterliche Meliorationsgräben. Die kaiserzeitlichen Gräben sind im Querschnitt wannen- oder muldenförmig und werden z. T. durch die Meliorationsgräben geschnitten.

Die Pfostenverfärbungen konnten an 2 Stellen je einem dreischiffigen Hallenhaus zugeordnet werden: Haus 1 war von Wandgräbchen umgeben, die auf beiden Seiten in der Hausmitte gegenüberliegende Eingänge freiließen. Es wurde von einem hufeisenförmigen Graben geschnitten. Das Haus besaß eine Länge von ca. 19 m, eine Breite von ca. 8 m und lag in West-Ost-Richtung. Das zweite Haus erstreckte sich ebenfalls von West nach Ost. Seine Länge konnte mit etwa 17 m und seine Breite mit etwa 7 m gemessen werden.

Bei den 6 festgestellten Grubenhäusern mit den Maßen: L 1,60-3,30, B 1,00-2,40, T 0,18-0,55 m, wurden an einigen Stellen Pfosten beobachtet. In einem Grubenhaus befanden sich Webgewichtbruchstücke aus Ton.

Auffallend waren die zahlreichen Holzkohlemeiler. Sie besaßen eine Länge von 0,8-2,10 m, Breite 0,40-1,35 m und eine Tiefe von 0,08-0,42 m. Wahrscheinlich wurde in ihnen die Holzkohle für die Verhüttung des Raseneisenerzes produziert.

Die Urnen gehören zu Bestattungen aus der vorrömischen Eisenzeit. Leider waren sie völlig zerstört und enthielten keine feststellbaren Beigaben. Eine ähnliche Urne der vorrömischen Eisenzeit wurde bereits 1967 auf der nördlich angrenzenden Fläche gefunden.

Als Streufunde in der Sandgrube und im Abraum wurden Kratzer, Schaber, 1 Querschneider sowie zahlreiche Flintabschläge und urgeschichtliche Keramik, darunter auch tiefstichverzierte Scherben, gefunden.

 

7) Kreis Wittmund, Esens (SG), Moorweg (Gmk)
S. Kunath: Untersuchungen auf einem kaiserzeitlichen Gräberfeld

A. Auf dem kaiserzeitlichen Gräberfeld der Gemeinde Moorweg haben die Mitglieder des Arbeitskreises Vorgeschichte erstmalig 1974 einen größeren Grabungsschnitt angelegt. (Vgl. den ausführlichen Bericht in „Ostfriesland“ 1975/3, S. 20-23.)

Das verwirrende System der wohl mittelalterlichen Gräben im nördlichen Teil der Grabungsfläche sollte in einer Anschlußgrabung näher untersucht werden, die dann 1975 durchgeführt wurde. Ihre Ergebnisse machten schließlich eine weitere Nachgrabung 1976 notwendig.

 

1. Grabung 1915, 5. bis 7. September.

Zwei Grabungsflächen wurden ausgehoben: Ein von Nord nach Süd sich erstreckender Streifen von 10 x 2 m, eine kleinere Fläche, von West nach Ost, 5 m lang und 2 m breit; beide lagen direkt im Anschluß an das nördliche Ende der Vorjahrsgrabung.

In beiden Flächen setzte sich das verwirrende Bild der Gräben fort: In der westlichen fanden sich die beiden NNW-SSO verlaufenden Gräben wieder; ein weiterer fand sich im Nord-Süd-Schnitt. Hinzu kamen Gräben unterschiedlicher Richtung: Nord-Süd, West-Ost und Südwest-Nordost. Im Vergleich zum Vorjahr fanden sich nur relativ wenige Scherben und Feuersteinabschläge. Außerdem nur eine eindeutig zu bestimmende Grabgrube im Nord-Süd-Schnitt.

Die interessanteste Entdeckung war das Ende eines einst tiefen Grabens im mittleren Teil der nord-südlich verlaufenden Grabungsfläche. Nach Form und Verfüllung hob er sich deutlich von den übrigen Gräben ab. Im 2. Planum betrug sein Durchmesser ca. 75 cm; er zeichnete sich im Schnitt beinahe spitzwinklig ab, und seine Sohle lag 50 cm unter eingemessener Fläche. Die Verfüllung bestand aus grau-weißem Bleichsand, fast ohne organische Beimengungen, ein Zeichen, daß er nur kurze Zeit offen gelegen haben kann. Sein weiterer Verlauf nach NW war unter Störungen und einem querlaufenden Graben verdeckt. Es konnte nach dieser Entdeckung und der anschließenden Auswertung aller gemachten Beobachtungen angenommen werden, daß es sich bei diesem Grabenteil um eine Sektion eines einst offenen Ringgrabens mit süd-östlicher Öffnung handelte. Er könnte die Begrenzung eines einstigen Hügelgrabs gewesen sein.

Um diese Hypothese zu überprüfen, den Ringgraben nachzuweisen und die Zentralbestattung bzw. Spuren davon aufzudecken, wurde eine weitere Grabung für 1976 angesetzt.

 

2. Grabung 1976, 10. bis 12. und 18. September.

Parallel zum Nord-Süd-Schnitt der Grabung 1975 wurde wenige Meter westlich davon eine Fläche gleichen Umfangs ausgehoben. Einwandfrei zeichnete sich der vermutete Ringgraben in ihrem südlichen und nördlichen Bereich ab. Eine Erweiterung der Fläche nach Westen (2 x 4 m) sicherte den westlichen Verlauf des Grabens. Allerdings gelang der Versuch, in einer Erweiterung der Grabungsfläche im Süden nach Osten hin, das westliche Ende des Ringgrabens zu finden, nur annähernd. Spätere Störungen (Kreuzungspunkt zweier Gräben) haben bis auf kleine Hinweise diesen Schlußteil des Grabens zerstört.

Immerhin konnte der Verlauf des Ringgrabens, der einen Durchmesse von 8 m besaß, zweifelsfrei dokumentiert werden; die Lage seiner Öffnung von ca. 1 m Breite ist durch die Störung nur um 10-20 cm strittig.

Im Verlauf des Grabens fanden sich Unterschiede in seiner Tiefe und Form. Am tiefsten lag die Grabensohle in der Nähe des östlichen und westlichen Endpunktes. Überall war der Graben zu 2/3 mit grauem Bleichsand gefüllt; die stark gebänderte Einfüllung im oberen Drittel zeigte, daß er noch lange Zeit als Graben im Gelände sichtbar gewesen sein muß. Eventuell ist er in dieser Phase auch nochmals geringfügig eingetieft worden.

Im Zentrum des Grabens fand sich eine Urnensetzung mit Leichenbrand; neben die Urne waren einige verschmolzene Bronzebeigaben gelegt worden. Der Pflug hatte das obere Drittel der Urne zerstört; der untere Teil konnte jedoch voll rekonstruiert werden. Es handelte sich um ein großes, dickbauchiges Gefäß, aus organisch gemagertem Ton hergestellt, wahrscheinlich aus dem Ende der Bronzezeit. Die Urne ist in einer Grube beigesetzt worden. Anschließend wurde ein Hügel errichtet, der durch den Ringgraben begrenzt wurde. Vielleicht wurde der Hügel schon im Mittelalter bei Anlage des Grabensystems teilweise abgetragen; seine letzten Anzeichen sind erst in diesem Jahrzehnt weiter zerpflügt worden.

Auch in den Flächen dieser Grabung fanden sich wieder Gräben unterschiedlichen Verlaufs. Noch ist ungeklärt, ob sie alle aus dem Mittelalter stammen, auch, welche zeitliche Reihenfolge anzunehmen ist. In der Füllung dieser Gräben, alle stark gebändert, die Füllung durch organische Beimengungen dunkel-hellbraun gefärbt, fand sich an einigen Punkten reichlich Keramik, überall auch sonst Scherben und Scherbenbrocken, sowie Feuersteinwerkzeuge und Feuersteinabschläge. Aufgrund der Keramikkonzentration kann vermutet werden, daß durch die Gräben einige Nachbestattungen zerstört wurden. So fanden sich Scherbenlager im nordwestlichen, westlichen und südöstlichen Bereich innerhalb des Ringgrabens. Aus dem zuletzt genannten Bereich ließ sich ein kleines Gefäß (18 cm hoch, 12 cm Öffnung), glattwandig, vom Typ der chaukischen Keramik, rekonstruieren.

Ein Teil der aufgedeckten Gräben, SW-NO, N-S und W-O verlaufend, ließ sich mit dem schon aufgedeckten Grabennetz der übrigen Grabungsflächen verbinden. Das Zentrum des ehemaligen Hügels ist allerdings frei von Gräben, eventuell ein Zeichen dafür, daß z. Z. der Anlage der Gräben der Hügel noch relativ hoch war.

Mit der Grabung 1976 sollen die Untersuchungen auf dem kaiserzeitlichen Gräberfeld in Moorweg abgeschlossen werden.

Ein zusammenfassender Grabungsbericht wird zur Veröffentlichung in den Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte vorbereitet.

 

C. Archäologische Landesaufnahme

 

Die Geländebegehung erfolgte planmäßig mit Schwerpunkt im Landkreis Wittmund. Aus organisatorischen Gründen ist die alte Gemeindegliederung Ostfrieslands beibehalten worden. Der Neueinteilung entsprechend, werden die ehemaligen Gemeinden der jetzt gültigen Kreis- und Gemeindeeinteilung untergeordnet.

 

Kreis Aurich

1) Aurich (EG), Aurich-Oldendorf (Gmk): 1 Siedlung.
2) Aurich (EG), Georgsfeld (Gmk): 1 FSt.
3) Aurich (EG), Middels (Gmk) (Nachtrag): 1 FSt.
4) Aurich (EG), Walle (Gmk): 1 FSt.
5) Aurich (EG), Wiesens (Gmk) (Nachtrag): 6 FSt, darunter 1 Siedlung.
6) Großefehn (EG), Strackholt (Gmk): 2 FSt.
7) Ihlow (EG), Bangstede (Gmk): 2 FSt, davon 1 Siedlung.
8) Ihlow (EG), Ludwigsdorf (Gmk): 1 FSt.

 

Kreis Leer

1) Hesel (SG), Brinkum (Gmk) (Nachtrag): 4 FSt, davon 1 Siedlung.
2) Hesel (SG), Hesel (Gmk) (Nachtrag): 10 FSt, davon 2 Hügel, 2 Siedlungen.
3) Jümme (SG), Ammersum (Gmk): 1 FSt.
4) Leer (EG), Bingum (Gmk): 1 Siedlung.
5) Leer (EG), Loga (Gmk): 1 Siedlung.
6) Leer (EG), Logabirum (Gmk) (Nachtrag): 6 FSt, davon 1 Siedlung.
7) Moormerland (EG), Neermoor (Gmk): 1 FSt.
8) Rhauderfehn (EG), Rhaude (Gmk): 1 FSt.
9) Uplengen (EG), Hollen (Gmk): 9 FSt.

 

Kreis Norden

1) Hinte (EG), Loppersum (Gmk): 4 Warfen.
2) Hinte (EC), Osterhusen (Gmk): 1 Warf.
3) Krummhörn (EG), Loquard (Gmk): 1 Warf.
4) Krummhörn (EG), Uttum (Gmk) (Nachtrag): 2 Warfen.

 

Kreis Wittmund

1) Esens (EG), Brill (Gmk) (Nachtrag): 3 FSt.
2) Esens (EG), Moorweg (Gmk) (Nachtrag): 4 FSt. = 2 Siedlungen,
1 Hügel, 1 Leichenbrand-FSt.
3) Friedeburg (EG), Etzel (Gmk): 1 FSt.
4) Friedeburg (EG), Marx (Gmk): 4 FSt.
5) Holtriem (SG), Eversmeer (Gmk): 13 FSt, darunter 2 Siedlungen.
6) Holtriem (SG), Blomberg (Gmk) (Nachtrag): 2 FSt.
7) Holtriem (SG), Neuschoo (Gmk): 10 FSt, darunter 1 Siedlung.
8) Holtriem (SG), Ostochtersum (Gmk) (Nachtrag): 1 Siedlung.
9) Holtriem (SG), Utarp (Gmk) (Nachtrag): 1 Siedlung.
10) Holtriem (SG), Westerholt (Gmk) (Nachtrag): 2 FSt.
11) Holtriem (SG), Westochtersum (Gmk) (Nachtrag): 1 FSt.
12) Wittmund (EG), Ardorf (Gmk): 17 FSt.
13) Wittmund (EG), Berdum (Gmk): 21 Warfen.
14) Wirtmund (EG), Blersum (Gmk): 5 Warfen.
15) Wittmund (EG), Burhafe (Gmk) (Nachtrag): 2 FSt, davon 1 Kirchhügel.
16) Wittmund (EG), Buttforde (Gmk): 10 FSt, davon 8 Siedlungen, 2 Warfen.
17) Wittmund (EG), Eggelingen (Gmk): 14 FSt, darunter 13 Warfen.
18) Wittmund (EG), Funnix (Gmk): 2 Warfen.
19) Wittmund (EG), Leerhafe (Gmk): 1 Hügel.
20) Wittmund (EG), Uttel (Gmk) : 8 FSt, darunter 5 Warfen, 2 Siedlungen.

 

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