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FUND DES MONATS - DEZEMBER 2014

Mittelalterlicher Kugeltopf aus einem Brunnen in Leer/Alte Marktstraße (Foto: Gerhard Kronsweide/ (c) Ostfriesische Landschaft)

 

 

Vom heimischen Herd

 

Leer 2710/9:28

 

Der Marktort Leer wird erstmals im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Bisher kennen wir jedoch aus dem mittelalterlichen Leer kaum archäologische Spuren. Im Zuge der Neubebauung eines Gebietes inmitten der Leeraner Altstadt unmittelbar in der Nachbarschaft der Harderwykenburg konnten im Herbst 2014 neue Hinweise auf die mittelalterliche Bebauung diese Bereichs gewonnen werden. Das Gelände befindet sich auf einem Geestrücken und fällt nach Norden hin deutlich ab. Südlich der Geestkuppe befindet sich die alte Leda-Schleife. Das Areal liegt somit verkehrsgünstig und vor Hochwasser geschützt. Auf alten Karten ist der Verlauf eines Handelsweges erkennbar, der in etwa der heutigen Alten Marktstraße entspricht. Bei den Ausgrabungen konnten parallel zum modernen Wegeverlauf alte Wagenspuren freigelegt werden. Anhand der Funde scheint diese Straße schon seit dem frühen Mittelalter genutzt worden zu sein. In der Nähe dieses alten Weges ließen sich der Grundriss eines spätmittelalterlichen Hauses und mehrere Brunnen nachweisen. Aus der Verfüllung eines dieser Brunnen stammt ein fast vollständig erhaltener Kugeltopf des 13. Jahrhunderts. Dieser unscheinbar wirkende Topf offenbart einen Einblick in den lebendigen Alltag der hier im Mittelalter lebenden Menschen. Solche Kugeltöpfe stellen das typische Kochgeschirr jener Zeit in Norddeutschland. Um die Speisen zu garen, wurden diese rundbodigen Töpfe direkt in das Herdfeuer gestellt. Kleinere Exemplare wurden als Trinkgefäße benutzt, größere konnten auch als Vorratsgefäße im Haushalt verwendet werden. Im Inneren dieses Gefäßes sind noch deutlich Reste eingebrannter Speisen erkennbar. Auch die Rußspuren auf den Außenwänden verweisen auf eine längere Verwendung als Kochtopf. An der Seite des Topfes ist ein kleines Loch zu erkennen, das bei der Benutzung entstanden sein könnte und so den Topf unbrauchbar machte. Das alte Geschirr wurde von den Bewohnern in unmittelbarer Nähe in dem aufgegebenen Brunnen entsorgt. Funde aus zeitgleichen Brunnen zeigen, dass solche Töpfe auch als Wasserschöpfer benutzt wurden. Dies ist für dieses Gefäß jedoch auszuschließen.

Die Funde der Grabungsarbeiten zeigen einen Siedlungsbereich unmittelbar an einem seit der Frühzeit des Marktortes Leer hier verlaufenden Handelsweg in der Nachbarschaft des alten Marktes. Neben den Dingen des täglichen Lebens konnten hier sicherlich auch Gewürze und Spezialitäten aus fremden Ländern erworben werden, die in den Kochtöpfen der Bewohner landeten. Der Kugeltopf vermittelt mit den übrigen Grabungsbefunden einen Einblick in die frühe Geschichte des Marktortes Leer. Innerhalb des sonst so dicht überbauten und archäologisch nur schwer fassbaren Altstadtbereiches gelang es, hier erfreulicherweise ein Fenster in die Frühgeschichte Leers zu öffnen.

 

Was wurde im 13. Jahrhundert zu Festtagen gegessen? Laden Sie hier ein Menü des Mittelalters zum Nachkochen herunter.

 

Pdf-Download: Aus dem Kochtopf des 13. Jahrhunderts!

 

Wir wünschen allen Besuchern unserer Seite eine gesegnete Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr 2015.

 

(Text: Kirsten Hüser)

 

 

FUND DES MONATS - NOVEMBER 2014

Schalenförmiges Gefäß der Völkerwanderungszeit aus Stedesdorf (Ldkr. Wittmund; Foto: Gerhard Kronsweide (c) Ostfriesische Landschaft).

 

 

Funde, die es nicht geben dürfte… oder doch?

Ein völkerwanderungszeitliches Gehöft bei Stedesdorf

 

Stedesdorf

2311/9:49

 

Für den Zeitraum des 4. und 5. Jahrhunderts nach Christus wurde von der archäologischen Forschung bisher eine gewisse Siedlungsleere auf der Ostfriesischen Halbinsel postuliert. Mit dem Ende des Römischen Reiches brachen die Absatzmärkte im Süden weg, zudem drangen neue Menschen aus dem Osten in die germanischen und römischen Gebiete ein. Dies hatte wohl auch für Ostfriesland schwerwiegende Auswirkungen, denn für diese Zeit wird angenommen, dass die Küstenbevölkerung der Nordsee den Rücken kehrte und sich an anderer Stelle ansiedelte. Tatsächlich sind Funde aus der sogenannten „Völkerwanderungszeit“ in Ostfriesland selten. In Teilen gilt dies besonders für die Geest, denn dort ist für diese Zeit die Ausbreitung eines natürlichen Waldes erkennbar. Entlang der Küste treten allerdings immer wieder Funde aus dieser Zeit auf. Die Küste war also nicht bevölkerungsleer, sondern dort lebten zu jeder Zeit Menschen, die ihre Spuren im Boden hinterließen.

 

Im Frühjahr 2014 entdeckten die Archäologen der Ostfriesischen Landschaft spätantike Siedlungsreste in der Ortschaft Stedesdorf. In der Grabungsfläche wurde der Grundriss eines Pfostengebäudes sichtbar. Das Gebäude war ursprünglich zweischiffig und umgeben von Gräbchen, in die das Traufwasser ablief. In solchen Gräben wurden auch wiederholt die Reste des zerbrochenen Hausstandes entsorgt. Typisch für die Häuser der ausgehenden Römischen Kaiserzeit und beginnenden Völkerwanderungszeit sind die gegenüberliegenden Eingänge an den Längsseiten des Gebäudes. Das Haus selbst ist etwa 20 m lang und mit den Traufgräben 10 m breit.

Aus einem der Traufgräben stammt der Fund des Monats. Es handelt sich um ein etwa 12 cm hohes Keramikgefäß, dessen Rand leider eingedrückt ist. Ansonsten ist das Stück recht vollständig erhalten. Aus einem nicht bekannten Grund wurde es einfach weggeworfen. Bemerkenswert an dem Gefäß sind zwei umlaufende Bänder aus jeweils drei einzelnen Linien. Sie laufen entlang von Bauch und Schulter und bilden so eine Verzierung, die an aneinandergereihte Achten erinnert. Das Gefäß gehört in die Gruppe der sogenannten schalenförmigen Gefäße und lässt sich aufgrund der Verzierung, Machart und Form in die Völkerwanderungszeit datieren, wenn auch diese Art der Verzierung bisher unbekannt ist. Dadurch wird deutlich, dass der ostfriesische Küstensaum auch während der sogenannten „Dark Ages“ auf keinen Fall siedlungsleer, sondern von Menschen bewohnt war, die zudem ein hohes ästhetisches Empfinden hatten. Der kleine – vielleicht unscheinbare – Topf spielt somit in der Urgeschichte Ostfrieslands eine bedeutende Rolle.

 

(Text: Jan F. Kegler)

 

 

FUND DES MONATS - SEPTEMBER 2014

Dreibeinkrug aus dem Graben der Burg bei Neermoor (Ldkr. Leer; Foto: Gerhard Kronsweide (c) Ostfriesische Landschaft).

 

Verborgen im Burggraben

 

Neermoor

2610/9:23

 

Maulwürfe und ein Hobbyarchäologe aus Moormerland haben Anfang des Jahres 2014 einen überraschenden Fund ans Tageslicht gebracht: Im Neermoorer Neubaugebiet an der Uko-Beenen-Straße fanden sich Hinweise auf eine spätmittelalterliche Burgstelle.

Ausgrabungen der Ostfriesischen Landschaft im Frühsommer 2014 konnten diese Burgstelle in großem Umfang bestätigen. Neben den Fundamenten eines aus Backsteinen errichteten Wehrturmes konnten ein Burggraben, mehrere Brunnen sowie Spuren eines Holzgebäudes freigelegt werden. Auch fanden sich mehrere Fundstücke wie Keramikgefäße und Holzschalen sowie das Fragment einer Radnabe eines Speichenrades.

Außerhalb der Burgstelle führte ein von zwei Gräben eingefasster Weg auf die Burg in der moorigen Niederung östlich von Neermoor zu. In einem dieser Gräben fand sich ein nahezu vollständiger Krug des 14. Jahrhunderts. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten Dreibeinkrug, der im Schulterbereich leichte Rillen als Dekor aufweist. Der grau-metallische Farbton der Gefäßoberfläche  mag an Krüge aus Metall erinnern.

Nach der Aufgabe der Burg wurden die Gräben verfüllt. Dabei ist der Krug wohl in den Boden gelangt. Da der Rand des sonst fast vollständigen Gefäßes nicht gefunden wurde, ist denkbar, dass hier ein bereits damals schadhafter Krug erst nach einer längeren Nutzung entsorgt wurde. Er könnte zum Wasserholen verwendet worden sein.

Wem die Burg gehörte, konnte bisher noch nicht abschließend geklärt werden. Da Neermoor jedoch Sitz der Häuptlingsfamilie um den bekannten Fokko Ukena war, ist es unwahrscheinlich, dass jemand anderes dort eine solche Anlage aufbauen konnte. So ist durchaus denkbar, dass Fokko Ukena, sein Bruder Beno oder sein Vater Uko Beenen diesen Krug als Tafelgeschirr verwendeten, bevor er in den Boden gelangte und nach gut 600 Jahren von den Archäologen wieder ans Tageslicht geholt wurde.

 

(Text: Andreas Hüser)

 

 

 

FUND DES MONATS - AUGUST 2014

Bronzezitlicher Feuersteindolch aus Reepsholt. (Foto: Jan Kegler (c) Ostfriesische Landschaft).

Ein Messer zu jeder Zeit

 

Reepsholt

2512/3:43

 

Messer gehören seit jeher zu den wichtigsten Werkzeugen des Menschen. In der Regel zum Schneiden verwendet, hat das Messer im Laufe der Zeit seine ursprüngliche Funktion immer beibehalten, änderte sich jedoch in der Art des Materials, der Form der Klinge und auch des Griffs. Älteste Formen sind einfache Klingen und Abschläge aus Feuerstein, deren rasiermesserscharfe Kanten zum Schneiden eingesetzt wurden. Da der Mensch den Gegenständen des täglichen Gebrauchs schon immer seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat, haben auch Messer immer eine besondere ästhetische Note.

 

Der langjährige Sammler Johann Müller fand bei der Begehung einer Fundstelle bei Reepsholt eine vollständig erhaltene Dolchklinge aus der Bronzezeit. Bei der Preußischen Landesaufnahme (eigentlich Preußische Neuaufnahme zwischen 1877 und 1912) wurden am Fundort zwei Erhöhungen als Grabhügel verzeichnet. Heute sind dort nur noch zwei niedrige Erhebungen zu sehen, die stark durch jahrzehntelange landwirtschaftliche Tätigkeit gekennzeichnet sind. Von der Fundstelle stammen zahlreiche Flintartefakte, darunter flächenretuschierte Sicheln und Pfeilspitzen der Bronzezeit. Das nun entdeckte Stück ist knapp 12 cm lang und 2 cm breit. Es besteht aus einem grauen Feuerstein, der mit zahlreichen Fossilien durchsetzt ist, sogenannten Bryozonen. Die Oberfläche ist regelmäßig flächig retuschiert und in der Aufsicht ist die Form sehr regelmäßig mit leicht konvexen Schneiden. In der Seitenansicht ist der Dolch ebenfalls leicht konvex, was dafür spricht, dass er aus einem größeren Feuersteinabschlag gefertigt worden ist. Bei der genaueren Betrachtung der schneidenden Kanten fällt auf, dass die Klinge durch eine weniger geschickte Hand nachgeschärft worden ist. Dies ist ein Hinweis auf eine längere Nutzungsdauer des Dolches. Der hintere Teil ist etwas dicker ausgearbeitet. Es ist gut vorstellbar, dass hier ein Griff aus organischem Material angebracht war, der inzwischen vergangen ist. Typologisch entspricht die Form einem Typ II Dolch, der an den Übergang der jüngeren Steinzeiten und der frühen Bronzezeit in Nordwesteuropa datiert.

 

Wie kommt das Messer auf den Acker? Wegen der über die Jahre immer wieder aufgelesenen Funde ist es vorstellbar, dass der Inhalt der beiden Grabhügel über die Zeit an die Oberfläche gepflügt worden ist. Es könnte sich also um Grabbeigaben handeln. Messer dieser Art treten mit der frühen Bronzezeit in Nordwesteuropa auf. In Regionen, wo Bronzeobjekte selten oder unerschwinglich waren, erlebte die Feuersteinbearbeitung nochmals eine Blüte, denn metallene Objekte wurden aus Feuerstein imitiert. Um ein solches Objekt handelt es sich wohl auch bei dem Reepsholter Messer. Form und Gebrauchsspuren legen nahe, dass es ein Gegenstand der alltäglichen Benutzung war, der dem Toten letztlich mit ins Grab gegeben wurde.

 

Die Form und das Ausgangsmaterial des Messers erzählen aber noch ein wenig mehr. Die in der Seitenansicht leicht gebogene Form spricht dafür, dass ein großer Abschlag als Grundform gedient hat. Dolche aus solchen Grundformen werden als Spandolche bezeichnet. Berühmt sind importierte Dolche aus dem Französischen Grand Pressigny. Scheinbar imitiert der Dolch die Form der wertvollen Importstücke. Das Rohmaterial – Bryozonenflint – wurde mit den Gletschern während der letzten Eiszeit in den Ostseeraum verfrachtet. Zwar gibt es diesen Feuerstein auch in Ostfriesland, aber er hat bei weitem nicht diese gute Qualität. Somit wäre der Dolch aus Reepsholt ein Importstück aus dem Ostseeraum, das wiederum die Form anderer Dolche nachempfunden hat. Sicherlich hatte er daher einen hohen ideellen Wert für den ehemaligen Besitzer und begleitete ihn über den Tod hinaus.

 

(Text: Jan F. Kegler)

 

 

FUND DES MONATS - JULI 2014

Bronzene Schelle aus Jemgum. (Foto: Gerhard Kronsweide (c) Ostfriesische Landschaft).

 

Vom Heimläuten und lustigem Tanz

 

Jemgum 2710/1:40, Gde. Jemgum, Ldkr. Leer, ehem. Reg.Bez. Weser-Ems

 

Bei Erneuerungsarbeiten auf dem Kirchhof der Gemeinde Jemgum fanden archäologische Untersuchungen statt. Nach einer Presseveröffentlichung über die Tätigkeiten auf dem Friedhof meldete sich ein Jemgumer Bürger, dessen Vater nördlich des Friedhofes eine Stellmacherei betrieben hatte. Aus dessen Nachlass übergab er diverse Funde, die aus dem Aushub von Gräbern stammen sollen, darunter zwei Dachziegel des Mönch-Nonne-Formats, eine Bodenfliese, ein spitz zulaufender Meißel und zwei zusammenpassende, aber verdrückte Fragmente einer Schelle aus Buntmetall (Kupferlegierung). Glöckchen und Schellen wurden im Mittelalter für eine Vielzahl von Zwecken und in unzähliger Gestalt benutzt. Der Herstellungsart nach unterschied man zwischen aus Blechstücken geschmiedeten, zusammengenieteten oder geschweißten Schellen und den aus einem Stück gegossenen Glöckchen. Die Verwendung von Schellen war äußerst unterschiedlich. Neben Kinderspielzeug waren sie Kleiderschmuck, Kennzeichen von Narren, Gauklern und Spielleuten (ein Beispiel finden Sie hier), aber auch Reitpferde wurden damit geschmückt. Auf dem Gemälde „Kreuzigung“ von Conrad Laib (etwa 1449) ist ein Pferd zu sehen, dessen Pferdedecke mit Schellen geschmückt ist (das Gemälde finden Sie hier).

 

(Text: Sonja König)

 

 

 

FUND DES MONATS - JUNI 2014

(Foto (c) Ostfriesische Landschaft)

 

Hallo,

man kann nicht immer Glück haben.

Im Juni haben wir uns auf die Suche nach neuen Funden gemacht. Im Juli stellen wir Ihnen einen neuen "Fund des Monats vor".

Gerne begutachten wir in der Zwischenzeit Ihre Funde. An jedem ersten Mittwoch im Monat während der Sprechstunden von 11-16 Uhr können Sie Ihre Funde beim Archäologischen Dienst zur Begutachtung vorlegen.

 

Einen schönen Sommer wünscht Ihnen das Team der Archäologie.

 

 

 

 

FUND DES MONATS - MAI 2014

Mühlespiel aus Backstein (Foto: Gerhard Kronsweide (c) Ostfriesische Landschaft).

 

In der Zwickmühle?

 

Manslagt

Fst-Nr.: 2508/5:1

 

Ein mittelalterliches Mühlespiel aus Manslagt

 

Bereits vor einigen Jahren wurde im Ortskern von Manslagt (Gemeinde Krummhörn) ein spätmittelalterlicher Backstein gefunden. Die genauen Fundumstände sind nicht überliefert. Das sogenannte Klosterformat des Steins weist auf eine Entstehung im 14. oder 15. Jahrhundert hin. Noch sichtbare Spuren von Kalkmörtel zeigen, dass der Stein ehemals verbaut war.

Auf einer der Schmalseiten sind vor dem Brand lineare Einritzungen in den noch feuchten Ton eingebracht worden. Auch wenn der Stein die Zeit nicht ohne Schäden überdauert hat, lässt sich noch deutlich das Spielfeld eines Mühlespiels erkennen. Das Spiel hat eine lange Tradition: Schon aus der Antike sind Ziegel mit eingeritzten Mühlespielen bekannt.

Auch in Ostfriesland scheint das Spiel populär gewesen zu sein. In der Kirche von Wiesens findet sich in der Wand eingemauert ein mittelalterlicher Stein mit Mühlespiel, ein weiterer wurde bei Ausgrabungen in Riepsterhammrich gefunden.

Sogenannte Ziegelmarken finden sich gerade in mittelalterlichen Backsteinen in vielen Variationen. Die Absicht, die dahinter steht, ist jedoch nicht immer klar. Manchmal hinterließ der Arbeiter seine Signatur, manchmal war es nur „Spielerei“.

Sollte das Mühlespiel in Vergessenheit geraten sein, hier eine kurze Anleitung:

Das Spiel läuft in drei Phasen ab:

  • Setzphase: Die Spieler setzen abwechselnd je einen Stein, insgesamt je neun, auf Kreuzungs- oder Eckpunkte des Brettes
  • Zugphase: Die Spielsteine werden gezogen, das heißt, pro Runde darf jeder Spieler einen Stein auf einen angrenzenden, freien Knotenpunkt bewegen. Kann ein Spieler keinen Stein bewegen, so hat er verloren.
  • Drei Steine einer Farbe, die in einer Geraden auf Feldern nebeneinander liegen, nennt man eine „Mühle“. Wenn ein Spieler eine Mühle schließt, darf er einen beliebigen Stein des Gegners aus dem Spiel nehmen, sofern dieser Stein nicht ebenfalls Bestandteil einer Mühle ist.

… Glück im Spiel?…

 

(Text: Sonja König)

 

 

 

FUND DES MONATS - APRIL 2014

Trichterbecher aus dem Großsteingrab von Tannenhausen (Foto:Christina Kohnen (c) Ostfriesische Landschaft)

Große Steine – Kleine Funde

 

Tannenhausen

Fst.-Nr. 2410/9:1

 

Das Großsteingrab Tannenhausen gehört zu den wenigen steinzeitlichen Großsteingräbern in Ostfriesland. Von den bekannten fünf Grabanlagen ist es das einzige, von dem noch obertägig Reste zu sehen sind.  Die drei heute zu besichtigenden Steine werden im Volksmund „Butter, Brot und Käse“ genannt. Ausgrabungen im Bereich des Großsteingrabes fanden bereits 1780 vor der Gründung der Kolonie Tannenhausen statt. Reguläre archäologische Untersuchungen wurden erst zwischen 1962 und 1963 durchgeführt. Es gehört der Form nach zu den spättrichterbecherzeitlichen Ganggräbern. Die Eingänge waren mit Holzpfosten flankiert. Das Grab besteht ursprünglich aus zwei Grabkammern von je 11–12 m Länge. Bei den im Gelände zu besichtigenden Steinen handelt es sich um zwei Deck- und einen Trägerstein der westlichen Grabkammer. Bei den Ausgrabungen konnten nur noch die Bodenverfärbungen der ehemaligen anderen Steine dokumentiert werden. Offensichtlich wurde das Großsteingrab in der Vergangenheit als Steinbruch genutzt und die Steine anderen Zwecken zugeführt.

 

Auf Initiative der Stadt Aurich soll die Anlage nun für die Öffentlichkeit erschlossen werden, die Arbeiten haben im April 2014 begonnen. Daher widmet das Archäologische Forschungsinstitut den Fund des Monats dem Großsteingrab von Tannenhausen.

 

Aus dem Steingrab stammt Keramik des ältesten Horizonts der Westgruppe (zwischen Drenthe und der Weser) der Trichterbecherkultur. Die als TBK abgekürzte Trichterbecherkultur wird nach einer typischen Gefäßform benannt: einem Gefäß mit kugelförmigem Bauch und trichterförmig ausgezogenem Hals. Sie ist eine archäologische Kultur der Jungsteinzeit (des sogenannten Neolithikums) im nördlichen Mitteleuropa und ist dort die erste bäuerlich geprägte Kultur, die auf die wildbeuterisch geprägte Mittelsteinzeit folgt. Die frühe Phase der Westgruppe datiert um ca. 3500 v. Chr. Das Großsteingrab von Tannenhausen gehört somit zu den ersten seiner Art in der Region.

Die Ausgrabungen aus den 1960er Jahren erbrachten neben erheblichen Mengen typischer tiefstichverzierter Gefäßkeramik auch einige Bernsteinperlen und Beile aus Feuer- und Felsgestein, die hier stellvertretend präsentiert werden. Weitere Funde können im Historischen Museum der Stadt Aurich besichtigt werden (www.museum-aurich.de).

 

(Text: Jan F. Kegler)

 

 

 

FUND DES MONATS - MÄRZ 2014

Der bisher einzige Nachweis eines Federmessers aus Ostfriesland (Foto: Jan F. Kegler (c) Ostfriesische Landschaft)

Daneben!

 

 

Reepsholt

Fst.-Nr. 2511/3:9

 

 

Spuren der eiszeitlichen Jäger- und Sammler sind in Ostfriesland sehr selten. Üblicherweise sind nur Geräte aus Gestein erhalten. Davon sind wenige Objekte zeitlich und von ihrer Form so eindeutig anzusprechen, dass man sie einer urgeschichtlichen Kultur zuweisen kann. Umso mehr ist erfreulich, wenn Einzelfunde diese Erkenntnislücke in der ostfriesischen Geschichte schließen. Um so einen Einzelfund handelt es sich bei einer steinernen Pfeilspitze, die dem Archäologischen Dienst gemeldet wurde.  

Bei der Spitze handelt es sich um ein sogenanntes Federmesser. Dieser Begriff stammt aus 1930 Jahren und wurde den in der Form ähnlichen Taschenmessern entlehnt, die zum Anspitzen von Federkielen dienten, die zum Schreiben und Zeichnen verwendet wurden. Ein steinzeitliches Federmesser ist die Leitform der Federmessergruppen, eine Sammelbezeichnung für Kulturgruppen am Ende der letzten Eiszeit zwischen etwa 12.000 und 10.800 vor Christus. Typisch für Federmesser ist, dass eine Längsseite durch eine Kantenretusche konvex geformt wird. Diese Retusche diente zugleich der Stabilisation der Spitze. Es ist daher kein Messer im eigentlichen Sinne, sondern wurde mit Birkenteer auf einen Pfeilschaft geklebt. Federmesser dienten somit als Pfeilspitzen. Das hier vorgestellte Stück ist mit 6,4 cm besonders lang und passt gut zu den tendenziell längeren Federmessern des norddeutschen Raums. Es wurde aus einer regelmäßigen, lang-schmalen Feuersteinklinge hergestellt. Da bisher in Ostfriesland keine eindeutigen Hinweise auf die Federmessergruppen entdeckt wurden, handelt es sich somit um den bisher einzigen Nachweis dieser Kulturgruppe in Ostfriesland.

Das Stück wurde bei Oberflächenbegehungen durch den ehrenamtlich tätigen Sammler Johann Müller in der Nähe eines kleinen Baches, der Plagwegstuchte, entdeckt. Weitere Hinweise auf die Federmessergruppe fanden sich an Ort und Stelle nicht. Wie ist ein solcher Einzelfund zu erklären? Obwohl die späteiszeitlichen Menschen erfahrene Jäger waren, war nicht jeder Schuss ein Treffer. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man Pfeilspitzen ohne einen Zusammenhang mit einer Siedlung im Gelände findet. Vermutlich handelt sich dann um ein Missgeschick bei der Jagd. Ein Pfeil wurde verschossen – dummerweise daneben – und ging so verloren, dass er nicht wieder entdeckt wurde. Dies geschah erst 14.000 Jahre später mit Hilfe der scharfen Augen des Sammlers.

(Text: J.F. Kegler)

 

Haben Sie Kritik, Anmerkungen oder weitere Ideen zum Fund des Monats? Dann wenden Sie sich bitten an uns unter: archaeologie@ostfriesischelandschaft.de

 

 

FUND DES MONATS - FEBRUAR 2014

Eisenzeitliches Grabensemble aus Ihren (Ldkr. Leer; Foto: Wolfgang Scherwinski(c) Ostfriesische Landschaft)

Ihren

Fst.-Nr. 2810/6:25

 

Bei archäologischen Voruntersuchungen im Baugebiet Spitzwegstraße in Ihren, Westoverledingen, wurden 2011 die Reste einer Siedlung der vorrömischen Eisenzeit freigelegt. Spuren von Brunnen, Pfosten und Gruben waren auf dem sandigen Geestrücken verteilt, der nach Osten hin von einem Moor überdeckt war. Auch einzelne Urnenbestattungen fanden sich dazwischen. Das Areal wurde in der Neuzeit als Ackerland genutzt; Wölbackergräben mit parallelem Verlauf überlagerten die eisenzeitlichen Spuren.

Im Randbereich eines solchen Grabens hatten sich zwei Gefäße erhalten. Das Fundensemble besteht zum einen aus einem für seine Zeit (6.-5. Jh. v. Chr.) sorgfältig gefertigten größeren Topf mit Henkel, in dem sich ein kleines Gefäß mit einem Standfuß befand. Der große Topf ist gut geglättet, mit Gesteinsgrus gemagert und unter dem Rand mit feinen Linien in Form hängender Dreiecke verziert. Vergleichbare Stücke sind aus Holtland und dem Groninger Raum bekannt. Das kleine Gefäß ist nachlässig geformt und zeigt Risse, die bereits vor dem Brand bei der Trocknung entstanden sind. Am Übergang zum Fuß kann man noch Abdrücke kleiner Finger erkennen. Dieses Gefäß war mit einem runden Reibstein abgedeckt, der an Ober- und Unterseite abgeflacht ist.

Ein zweiter Befund von der derselben Fundstelle zeigt ein ähnliches Bild. Hier wurde ein anderes Miniaturgefäß kopfüber vergraben und mit den Randscherben eines größeren Gefäßes bedeckt. Beide Gefäße waren wiederum durch ein Pflaster aus Gefäßscherben abgedeckt.

Die Anordnung dieser Gegenstände ist wohl kaum zufällig. Über den Sinn dieser Ensembles kann man jedoch nur Vermutungen anstellen: Handelt es sich um das Relikt eines Kinderspiels? Vielleicht haben Kinder eine Bestattung nachgestellt. Oder ist es Teil einer kultischen Handlung, deren Hintergründe uns heute völlig unbekannt sind? Bot eventuell der große Topf mit ein wenig Wasser gefüllt Schutz vor Ameisen, die nicht an den geopferten Honig in dem kleinen Gefäß gelangen sollten?

(Text: Klaas Kamp)

 

So wie diese beiden Befunde unsere Vorstellungskraft anregen, so möchten wir auch Sie gerne auffordern, an unseren Überlegungen teilzuhaben. Senden Sie uns weitere Ideen unter:

archaeologie@ostfriesischelandschaft.de

 

FUND DES MONATS - JANUAR 2014

Geweihaxt aus dem Watt vor Norderney (Foto: Gerhard Kronsweide (c) Ostfriesische Landschaft)

Norderney

Fst.-Nr. 2209/7:2

 

Am Strand von Norderney wurde per Zufall diese Geweihaxt gefunden. Sie ist aus dem Geweih eines Rothirsches gefertigt worden. Wahrscheinlich ist, dass es sich um ein Gerät vom Typ „Rosenaxt“ handelt. Die Geweihrose selbst aber fehlt. Ob sie abgebrochen ist oder absichtlich entfernt wurde, lässt sich allerdings nicht sicher sagen.

Im Bereich des Schaftloches lassen sich Spuren der Bearbeitung erkennen. Offensichtlich ist die Durchbohrung mit Hilfe eines meißelähnlichen Werkzeuges vorgenommen worden. An der Bruchstelle der Axt ist erkennbar, dass sie für eine Reparatur vorbereitet worden ist. Dort sind zackenförmige Enden herausgearbeitet worden, die vielleicht ein Gegenstück aufnehmen sollten, das so mit dem Schaft fixiert werden sollte.

Leider handelt es sich um einen Einzelfund, daher kann keine Aussage über das genaue Alter der Axt gemacht werden. Geweihäxte waren an der Nordseeküste von der mittleren Steinzeit bis zum Mittelalter verbreitet. Ihre dunkelgrau-schwarze Färbung verdankt die Axt dem Eisensulfid im Sediment des Wattenmeeres.

(Text: Jan F. Kegler)

 

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Fund des Monats - DEZEMBER 2013

Zwei Grapentöpfe des 17. Jh aus der Festung Leerort. (Foto: Gerhard Kronsweide (c) Ostfriesische Landschaft)

Festung Leerort

Fst.-Nr. 2710/8:5

 

Die im 15. Jahrhundert gegründete Festung Leerort bei Leer entwickelte sich im 16. Jahrhundert zur größten Landesfestung der Grafschaft Ostfriesland. Ihr Zentrum bildete das unter Edzard dem Großen im Jahre 1501 erbaute Schloss, das nach mehrfachen An- und Umbauten 1712 abgebrochen wurde. Ein Teil der Funde wird im Dezember 2013 in die stadtgeschichtliche Ausstellung des Heimatmuseums Leer integriert.

 

Im Rahmen des INTERREG IV-Projektes „Grenzland Festungsland“ untersuchte die Ostfriesische Landschaft die Festung. Umfangreiches, vielfach nicht alltägliches Fundmaterial zeigt Einblicke in das Leben in der gräflichen Residenz der Cirksenas. Bemerkenswert ist die große Menge an importiertem Essgeschirr.

Zweihenklige kugelige Grapen mit drei Standbeinen bilden das typische Kochgeschirr der frühen Neuzeit. Eine Vielzahl dieser Kochtöpfe konnten bei den Ausgrabungen in Leerort geborgen werden. Mit den drei Beinchen war ein festes Aufstellen auf Tisch und Herdstelle möglich. Rußspuren an der Außenseite zeigen, dass die Töpfe tatsächlich über dem Feuer zum Einsatz kamen. Ein Teil der Töpfe weist auf der bleiglasierten Innenseite bei der Nutzung entstandene Kratzspuren auf. Die mit einem Deckel verschließbaren Töpfe sind meist aus einer rot glasierten Irdenware und in den Niederlanden hergestellt. Wenige solcher Grapen allerdings sind aus weißer Irdenware gefertigt. Das ausgestellte Stück ebenfalls niederländischer Herkunft weist eine  grüne und gelbe Glasur auf, die dem Topf eine ästhetische Wirkung zum Beispiel als Serviertopf auf die gräfliche Tafel verleiht. Nach dem Gebrauch wurden die Töpfe gereinigt; hierfür fanden kleine Handbesen aus Besenheide Verwendung, die sich in Leerort erhalten haben.
Zeitgenössische Rezepte zeigen eine Vielfalt aufwändiger Speisen des 16. und 17. Jahrhunderts. Die vorliegenden Funde zeigen das entsprechende Kochgeschirr.


Der große Grapen allerdings hat noch eine weitere Nutzung erfahren: Er wurde zweckentfremdet, um Kalkmörtel anzumischen, eventuell um kleinere Reparaturen am Schloss vorzunehmen.

Was wurde im 17. Jahrhundert zu Festtagen gegessen? Laden Sie hier ein Menü des 17. Jahrhunderts zu Nachkochen herunter.

Pdf-Download: Aus dem Kochtopf des 17. Jahrhunderts!

Wir wünschen allen Besuchern unserer Seite eine gesegnete Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr.

(Text: Andreas Hüser)

 

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Fund des Monats - NOVEMBER 2013

Hölzernes Spielzeug aus Aurich. (Foto: Wolfgang Scherwinski (c) Ostfriesische Landschaft)

Aurich Bürgermeister-Müller-Platz

Fst.-Nr. 2510/3:120

 

Bei der archäologischen Begleitung der Baumaßnahmen am Bürgermeister-Müller-Platz und dem westlichen Georgswall im Jahr 2013 konnten die Reste des alten Auricher Hafens dokumentiert werden. Der Hafen wurde als Teil des Treckschuitenfahrtkanals zum Ende des 18. Jahrhunderts angelegt. Damit war eine Verbindung zwischen Aurich und Emden geschaffen. Ihre Bedeutung verloren Hafen und Kanal mit der Fertigstellung des Ems-Jade-Kanals 1888. Bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts bestand das Hafenbecken noch, dann wurde es verfüllt.

 

Aus dieser Verfüllschicht nahe der Stelle, wo der Speisegraben in den Hafen mündete (Philosophenweg), stammt der Fund des Monats. Es handelt sich um einen schlicht gebauten Spielzeugwagen. Der Wagen war beschädigt, als er in den Boden gelangte. Die Räder und  die Deichsel fehlten bereits.

 

So, wie das weggeworfene Spielzeug als Sinnbild für das Ende der Kindheit steht, bedeutet die Verfüllschicht, aus der es stammt, eine Zäsur in der Entwicklung vom Treckschuitenfahrtkanal hin zum Ems-Jade-Kanal.

 

(Text: Klaas Kamp)

 

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Fund des Monats - OKTOBER 2013

Grabbeigaben der Einzelgrabkultur aus Westerholt-Terheide (Foto: Christina Kohnen (c) Ostfriesische Landschaft)

Westerholt-Terheide

Fst.-Nr. 2410/3:110

 

Bei archäologischen Untersuchungen in einem Gewerbegebiet in Westerholt-Terheide kamen Bestattungen ans Tageslicht. Aus einer von ihnen stammt diese Grabausstattung. Dem Verstorbenen wurden dieser mit Schrägstrichen verzierte Becher sowie eine angebohrte Rohform einer Streitaxt aus Felsgestein mitgegeben. Die Gebeine des Toten waren bereits vergangen.

Die Verzierung auf dem Keramikbecher sind typisch für die sog. Einzelgrabkultur. Sie datiert an das Ende der Jungsteinzeit, dem Spätneolithikum (2.800 - 2.300 v. Chr.). Wie der Name sagt, wurden in Norddeutschland fast nur Einzelgräber gefunden. Die Verstorbenen wurden oft in seitlicher Hockerlage gestattet. Die vorherrschende Grabausrichtung ist Ost-West. Als Beigaben finden sich Keramikbecher sowie fast immer eine Steinaxt.

Warum der Tote aus Westerholt für das Leben im Jenseits keine fertige, vollständige Waffe erhalten hat, wird wohl für immer ungeklärt bleiben.

 

(Text: Jan F. Kegler)

 

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