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Landschaft von Ostfriesland
Fundbericht 2011 |

Fundbericht 2011

 

Archäologischer Jahresrückblick 2011

von Jan F. Kegler und Sonja König

erschienen in: "Ostfriesische Landschaft, Jahresbericht 2011, S. 56-62."

 

Die archäologische Grundlagenarbeit des Forschungsinstitutes und des Archäologischen Dienstes wird, wie in jedem Jahr, durch zahlreiche archäologische Ausgrabungen, Prospektionen und baubegleitende Untersuchungen in ganz Ostfriesland bestimmt. Ziel der Maßnahmen ist zunächst die Sicherung der Bodendenkmäler in Form einer Dokumentation. Gleichwohl darf nicht vergessen werden, dass jede Ausgrabung und damit zeichnerische, fotografische und verbale Dokumentation, Fundbergung sowie in einem kleinen durch den finanziellen Umfang begrenzten Rahmen naturwissenschaftliche Untersuchungen, lediglich die Möglichkeiten der Zeit ausschöpft. Ziel muss daher, gemäß dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz, vorrangig der Schutz von Denkmälern sein. Die Häufigkeit und Verteilung von Ausgrabungen in der Region lässt sich nur gering beeinflussen, bestimmend sind die Entscheidungen in den Bauleitplanungen. Der Archäologische Dienst wird im Auftrag und in Zusammenarbeit mit den Unteren Denkmalschutzbehörden den betroffenen bodendenkmalpflegerischen Belangen entsprechend tätig. In Übereinstimmung mit dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz werden so der Schutz, der Erhalt und gegebenenfalls die sachgerechte Dokumentation und Bergung der archäologischen Bodendenkmäler sowie die Inventarisierung und Archivierung der Funde sichergestellt. Entsprechend der Vielfalt der einzelnen Baumaßnahmen sind auch die denkmalpflegerischen Maßnahmen vielgestaltig. So wurden im vergangenen Jahr neben zahlreichen z.T. zeitintensiven baubegleitenden Maßnahmen auch großflächige Ausgrabungen durchgeführt und eine Vielzahl ebenfalls zeitintensiver kleinster Einzelbaumaßnahmen betreut. Die zeitliche Tiefe der untersuchten Bodendenkmäler reicht vom späten Jungpaläolithikum (ca. 14.000 v. Chr.) bis in das 18. nachchristliche Jahrhundert.

 

Der Kernaufgabenbereich des Archäologischen Dienstes und des Forschungsinstitutes liegt in der Archäologischen Denkmalpflege und wissenschaftlichen Auswertung der Befunde, schließlich in der Präsentation der Ergebnisse für die Öffentlichkeit. Das vergangene archäologische Jahr in Ostfriesland war durch 25 Ausgrabungen sowie zahlreiche Prospektionen und Baubegleitungen, verteilt über ganz Ostfriesland, geprägt. In 615 Fällen fand eine Beteiligung am Bauleitverfahren statt, dafür wurden in 467 Fällen schriftliche Stellungnahmen abgegeben. Bei den Verfahren handelt es sich um Bebauungs- und Flächennutzungspläne (467), Bodenabbau (48), Flurbereinigungen (14), Planfeststellungsverfahren (28) Raumordnungsverfahren (1) und sonstige Verfahren (57). Ein weiterer Schwerpunkt lag im Jahr 2011 auf der zerstörungsfreien Prospektion. In Diele, Boekzetelerfehn und Detern konnten erfolgreich umfangreichere geomagnetische und geoelektrische Untersuchungen durchgeführt werden.

 

 

Steinzeit/Bronzezeit/Eisenzeit

 

In Sandhorst wurden die Ausgrabungsarbeiten an der Fundstelle der späten Altsteinzeit (Hamburger-Kultur) abgeschlossen. Im anstehenden glazialen Sand konnte eine Fundkonzentration von 5 x 7 Meter Ausdehnung dokumentiert werden. Es wurden ca. 1.600 Steinartefakte geborgen, die sich um eine ehemalige Feuerstelle verteilen. Typische Geschossspitzen und Herstellungsabfälle aus Feuerstein sprechen für einen zeitlich begrenzten Aufenthalt einer Gruppe jungpaläolithischer Wildbeuter. Um das genaue Alter der Fundstelle zu klären, wurden einige Holzkohleproben an das Centrum voor Isotopenonderzoek der Rijksuniversiteit Groningen gegeben.

Bei der Erweiterung des Friedhofes in Nüttermoor wurden bei Fundamentierungsarbeiten für eine neue Friedhofsmauer Befunde entdeckt. Die insgesamt neun Gruben mit Durchmessern zwischen 30 und 100 cm waren mit einem stark holzkohlehaltigen Substrat verfüllt. Da kein datierbares Fundmaterial geborgen worden ist, kann erst durch eine naturwissenschaftliche Analyse eine genaue Altersstellung bestimmt werden. Dem Augenschein nach handelte es sich um mittelsteinzeitliche Kochgruben.

Sicher in die Mittelsteinzeit datieren Oberflächenfunde, die bei Hesel, Ldkr. Wittmund, durch den ehrenamtlichen Sammler Johann Müller geborgen worden sind. Die Fundstelle befindet sich leicht erhöht auf dem Randwall einer eiszeitlichen Pingo-Ruine. Von hier stammen etwa 1 Dutzend Abschläge sowie ein Lamellenkern.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts fand der Lehrer Johann Focken Schoon am Ewigen Meer (Eversmeer) ein Feuersteinbeil, das nun von seinen Nachkommen dem Archäologischen Dienst gemeldet worden ist. Das Stück datiert aufgrund formenkundlicher Überlegungen in die neolithische Trichterbecherkultur.

Bei der Erschließung eines kleinen Neubaugebietes in Ihren wurden die Reste einer älter-eisenzeitlichen Siedlung entdeckt. Diese wurden mit Unterstützung der Wohnungsbau- und Entwicklungsgesellschaft mbH ausgegraben. Die angetroffenen Siedlungsstrukturen verteilen sich locker über die gesamte Fläche. Herauszuheben sind drei Brunnen. In einen ist an dessen Basis ein ausgehöhlter Baumstamm als Filter eingesetzt worden.

In die die Zeit um Christi Geburt datiert ein Hausgrundriss, der bei der Errichtung einer Sporthalle in Stedesdorf, mit Unterstützung der Sportgemeinschaft Stedesdorf, dokumentiert worden ist. Angetroffen wurden insgesamt 74 Befunde, zumeist Pfostengruben, aber auch kleinere hausbegleitende Gräben, größere Gräben und einzelne Gruben. Die meisten Pfostengruben gehören zu einem großen Gebäude. Das Haus aus der Zeit um Christi Geburt ist 20 m lang und 7 m breit.

 

 

Römische Kaiserzeit/Völkerwanderungszeit

 

Bei wiederholten Begehungen im Watt vor Bensersiel wurden durch Axel Heinze und die Mitarbeiter des Museums Leben am Meer, Esens, neue Funde aufgesammelt. Es verdichten sich die Hinweise für eine Besiedlung, die offensichtlich aus Streusiedlungen mit mehreren Warften auf dem hier sehr hoch anstehenden Geestrücken bestanden. Die aufgefundene Keramik zeigt ein großes zeitliches Spektrum von der Römischen Kaiserzeit über das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit.

Die mit Unterstützung der Samtgemeinde Westerholt seit 2001 kontinuierlich durchgeführten Ausgrabungen im Neubaugebiet „An der Mühle“ wurden auch 2011 weiter fortgesetzt. In der über 4.000 m² umfassenden Fläche wurden die Randbereiche der römisch-kaiserzeitlichen Siedlung freigelegt. Ein kompletter Hausgrundriss von 19 m Länge und etwa 8 m Breite weist ein zentrales Ständerwerk aus 8 Holzpfosten auf. Der Haustyp mit Wandgräbchen wie auch den auf den Längsseiten zentralen, gegenüberliegenden Eingängen spricht für eine Datierung des Gebäudes in den Übergang zwischen der jüngeren Eisenzeit und der frühen römischen Kaiserzeit, somit zwischen dem 2. Jahrhundert vor Christus und der Zeitenwende.

 

 

Mittelalter

 

Mit Unterstützung der VOST eG wurde bei der Erweiterung einer Viehhalle in Auricher Stadtteil Schirum Reste einer frühmittelalterlichen Siedlung erfasst. Leider ergaben die 70 Befunde kein klares Bild einer Bebauung, die Keramik datiert die Fundstelle jedoch in das 8. Jahrhundert n. Chr.

Ebenfalls in das frühe Mittelalter datiert die Fundstelle östlich der Dornumer Straße in Aurich-Sandhorst. 2011 ist im Gegensatz zum Vorjahr kaum Muschelgrusware aufgetreten. Für die frühmittelalterliche Siedlungsperiode (8.-11. Jh.) konnten vier weitere Hausgrundrisse und ebenso viele Grassodenbrunnen nachgewiesen werden. Das Befundbild deutet eine längere Bestandsdauer der Siedlung bei allmählicher räumlicher Verlagerung an.

Im Pfarrhaus der Kirchengemeinde Engerhafe wurden im Frühjahr Sanierungsarbeiten durchgeführt. Damit verbunden waren archäologische Untersuchungen in dem im Kern mittelalterlichen Steinhaus. Im Kellergewölbe kam bei den Ausgrabungsarbeiten ein Brunnen zu Tage. Da die Brunnenbaugrube auf den Bau Bezug nimmt, ist von einer gezielten zeitnahen Anlage vor und für das Steinhaus auszugehen.

Auf den Wurten Jarßum (Widdelswehr) und Wolthusen(Stadt Emden) wurden zwecks Klärung der stratigraphischen Verhältnisse jeweils mit Unterstützung der Vorhabenträger Bohrsondagen durchgeführt. In Jarßum wurde ein 5 m mächtiger Schichtenaufbau dokumentiert, der in die Zeit der Gründung der Ansiedlung im frühen Mittelalter zurückreicht. In Wolthusen ergaben die Bohrkerne mindestens vier Aufhöhungsphasen und zugehörige Siedlungsoberflächen.

Auf Betreiben und mit Unterstützung der Gemeinde Moormerland führte Dr. Christian Schweitzer (Schweitzer-GPI) auf dem ehemaligen Klostergelände des Johanniterklosters Boekzetelerfehn geophysikalische Messungen durch. Die Ergebnisse der Geomagnetik wie auch von elektrischen Widerstandsmessungen sind eher diffus, auch weil die wahrscheinlich in Frage kommenden Flächen des Klosters heute von landwirtschaftlichen Gebäuden überbaut sind. Auf dem noch heute genutzten Friedhof konnten im Untergrund vage Umrisse eines ca. 25 x 8-10m großen rechteckigen Bereiches erkannt werden.

Die ehemalige Burganlage Schlüsselburg (Sloetelboerch) nördlich des alten Ortskerns von Detern gehörte wohl zu den hochmittelalterlichen Befestigungen an der Grenze des Moormerlandes zum oldenburgischen Ammerland. Geophysikalische Messungen durch Dr. Christian Schweitzer ergaben nur im südöstlichen Teil der Messfläche Hinweise auf bauliche Anlagen im Bereich der Hauptburg. Hierzu gehören der südliche und westliche Graben sowie eine Innenfläche von ca. 25 x 25 m Größe, die als Hofbereich interpretiert werden kann.

Bereits 2009 erfolgte für den geplanten Bau eines Sportplatzes in Jemgum eine Baggersondierung. In den Suchschnitten fanden sich Spuren einer früh- bis hochmittelalterlichen Besiedlung, die eine Verlegung des Sportplatzes in die befundleeren Bereiche zur Folge hatten. Für die Errichtung von Flutlichtmasten wurde im Berichtsjahr die Auskofferung der Fundamentgräben begleitet. Hierbei fand sich ein fast vollständig erhaltener Mühlstein aus Eifeler Basaltlava, der chronologisch wohl ebenfalls in das Mittelalter zu stellen ist.

Am Grenzbereich zwischen Geest und Marsch bei Uttel-Hattersum konnte ein ausgedehnter frühmittelalterlicher Fundplatz mit einem Schwerpunkt auf technischen Anlagen bei der Erweiterung einer Biogasanlage entdeckt werden. Mit Hilfe des Vorhabenträgers wurden große Bereiche freigelegt, die Ausgrabung steht noch aus.

Die Ausgrabungen in der frühmittelalterlichen Siedlung von Brinkum wurden fortgesetzt. Wenige Kilometer nördlich konnte im Berichtsjahr ein einzelner Bauplatz am Südrand von Holtland untersucht werden. Die Bebauungsstrukturen können in das 11./12. Jahrhundert datiert werden und bilden somit einen Übergang von den frühmittelalterlichen Befunden in Brinkum zu den heutigen Siedlungen.

 

 

Neuzeit

 

Im Zuge der Auricher Altstadtsanierung, die ab März 2011 von der Ostfriesischen Landschaft archäologisch betreut wurde, konnten im Sommer und Herbst 2011 am südlichen Rand der Altstadt unter anderem die Hafenanlage und der Schifffahrtsstichkanal des 19. Jahrhunderts in zwei Sondagen näher untersucht werden. Erwähnenswert ist ein Suchschnitt am sog. Pingelhus, dem ehemaligen Hafenwärterhaus. Hier fanden sich die Reste einer Holzbrücke über den Hafen. Diese erste Brücke aus dem Jahr 1798 wurde scheinbar einmal erneuert, da die dendrochronologische Datierung der Hölzer eine Reparatur der Trägerbalken in den 1820er Jahren nachweist.

Unter dem Projekttitel „Tod und Herrlichkeit“ wurde im Rahmen des INTERREG Projektes „Land der Entdeckungen“ die Gruft der Herrlichkeit in Dornum restauriert. Neben einer vollständigen Sanierung der Baulichkeiten der Gruft galt das besondere Augenmerk der Wiederherrichtung der aufwendig gestalteten Särge der Familie derer von Closter, in der Dornumer Kirchengruft bestattet worden sind. Erhalten sind Särge der Zeit von 1666 bis 1714. Die durchgeführte Sanierung und Restaurierung der Gruft kann als Pilotstudie für die fachgerechte Wiederherstellung einer solchen Grabanlage gewertet werden. Eine wissenschaftliche Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse ist im Laufe des Jahres 2012 vorgesehen.

Die Neue Kirche in Emden ist einer der ersten Sakralbauten der evangelisch-reformierten Predigtkirche in Nordwestdeutschland. Bereits seit längerem war eine Sanierung geplant, die u.a. den Einbau einer Fußbodenheizung vorsieht. Um den Schichtenaufbau im Kircheninneren zu klären, wurde in der Nähe der Kanzel eine Sondage durchgeführt. Nach Ausweis der Befunde war der Kirchenboden mit Grabplatten aus Aachener Blaustein ausgelegt. Dieser Bodenbelag ist mit der gesamten Kirche durch einen Bombenangriff im Jahr 1944 größtenteils zerstört worden. Um nach dem Krieg für den Wiederaufbau ein ebenes Nivellement zu erreichen, wurden die ehemaligen Fensterlaibungen aus Sandstein, aber auch die Grabplatten in das Fundament des heutigen Fußbodens integriert. Scheinbar sind die Platten zumindest teilweise vor dem Bombenangriff entfernt worden, da die Brandschicht des Zweiten Weltkrieges direkt auf einem gelblichen Füllsand aufliegt. In den Füllsand sind wiederum die Grablegen des 16. und 17. Jahrhundert eingetieft worden.

Südlich des niederländischen Bad Nieuweschans wurden im Frühjahr ungenehmigte Erdarbeiten am sogenannten Hamdijk durchgeführt, der hier die Staatsgrenze markiert. Dabei wurde der bis dahin sichtbare Schutz- und Wehrdeich aus dem Jahr 1605 auf fast 1.000 Metern vollständig abgetragen. Binnendeichs liegen die Polderflächen des Bunderneulandes, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts eingedeicht worden sind. Mit Hilfe des Verursachers konnte noch ein Querprofil des untertägig erhaltenen Teils des Deiches dokumentiert werden. Die wenigen stark fragmentierte Funde, hauptsächlich Backsteinschutt und einige Scherben der roten glasierten Irdenware, verweisen auf die Bauzeit des Deiches im 16. und 17. Jahrhundert.

 

Die im späten 16. Jh. errichtete Grenzsicherung zwischen Ostfriesland und dem Bistum Münster bei Diele war im Berichtsjahr erneut Bestandteil der Untersuchungen im Zusammenhang des INTERREG IVa-Projektes „Grenzland-Festungsland.“ Dabei wurde unter anderem der bereits im Planum dokumentierte Brunnen im von den Schanzengebäuden umgebenen Innenhof vollständig untersucht. Von den weiteren Gebäuden konnten lediglich Fundamentgräben beobachtet werden. Eine auffällige Konzentration qualitätvoller Funde (Fayencen, Trinkgläser, Metallobjekte) lässt den Standort der Kommandatur vermuten. Bei der Überprüfung einer auffälligen geophysikalischen Anomalie konnte ein weiteres Mörsergeschoss freigelegt werden, welches ähnlich dem Fund aus dem Vorjahr ebenfalls vollständig erhalten ist. Im Berichtsjahr wurden die Geländearbeiten auch auf weitere Bestandteile des gut 2 km langen Schanzensystems ausgeweitet. So fanden geomagnetische Prospektionen im Bereich des Hakelwerks statt. Hierbei handelt es sich um die zweite größere Schanzenanlage dieser Grenzbefestigung. Weiterhin wurde der Dieler Wehrdeich archäologisch untersucht. Aufgrund der Umverlegung des Dieler Sieltiefs in das Stapelmoorer Sieltief ließ sich ein Durchbruch des historischen Deichkörpers nicht vermeiden. Die durch das NLWKN initiierten Arbeiten ermöglichten die Dokumentation eines Profils. Ein Zusammenhang mit dem Gesamtensemble der Dieler Schanzen ist belegt: Der von der Ems ins das Land hereinführende Deich diente der Begrenzung des Dieler Sieltiefs. Im Ernstfall konnte mit einem Sieltor im Bereich der Einmündung in die Ems das Wasser im Sieltief zurückgestaut und so das Umfeld der Hauptschanze geflutet bzw. in Morast versetzt werden.

 

Im Spätsommer 2011 begannen im Zuge des Projektes „Grenzland-Festungsland“ die Geländearbeiten in Leerort. Der noch heute eindrucksvoll sichtbare „Weiße Zwinger“, eine von drei mächtigen Bastionen der Festung, die zwischen 1528 und 1540 gegen die Landseite gerichtet sind, war Ziel der Untersuchungen. In mehreren Schnitten konnte der Aufbau geklärt werden: Es handelt sich um eine gut 5 m hohe Aufschüttung aus Klei. Im Grabungsbereich wurden hauptsächlich Ausbauphasen des 17. Jh. angetroffen, während die im 16. Jh. errichtete Bastion darunter verborgen ist. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurde auf dem Gelände ein Garten mit einem kleinen Lusthaus angelegt.

 

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